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Berlin, Stadtgespräche und Freitagsblumen

Geschichten aus Berlin (auf der Parkbank) & Oxypetalum, der Name meiner Freitagsblumen

Gestern war ich im Blumenladen. Der Garten meiner Eltern, war mir zu nass und außerdem kennst du schon alle Blümchen aus dem Garten. In Berlin hat es gestern Nacht so viel geregnet, dass die Gullys das viele Wasser gar nicht aufnehmen konnten. Da bin kurzerhand zum Floristen und suchte etwas Außergewöhnliches. Das nächste Mal gehe ich wieder auf den Markt. Die Blumenfrau guckte erst etwas irritiert, als ich sie nach dem Namen dieser blauen Blümchen fragte, holte dann aber ein Liste hervor und buchstabierte mir sogar den Namen

EineEnzianart auf meinem Tisch

Wir schauten beide im Internet nach und erfuhren, dass diese Pflanze zu den Seidenpflanzengewächsen und zu den Hundsgiftgewächsen gehört… Wie schlau wir jetzt sind! Im Grunde ist es ein Enziangewächs. Und wie immer, ist es mir eigentlich fast egal wie die heißen. Ich fand sie einfach nur hübsch und etwas anders als sonst. Zusammen mit den feinen Gräsern und dem bisschen Grün, stehen sie nun auf meinem Esstisch in einer Glasvase. (Immer noch meine Favoriten, wenn ich Blumen irgendwo hinstellen möchte)

Bei Holunderblütchen, gibt es wieder Blumen zu bewundern.

Enzianblümchen

Stadtgeschichten, oder Gespräche auf der Parkbank

Die letzten Wochen waren so schön, dass wir wieder öfter auf dem Weinfest waren. Kommt man zu spät, dann findet man keinen Platz mehr an den Tischen rund um das Verkaufshäuschen. Man könnte dort bequemer sitzen, sich mit fremden Personen unterhalten und hätte einen Tisch auf dem man seine mitgebrachten Leckereien verzehren kann. Aber wer zu spät kommt, der muss mit der Parkbank, dem Boden oder den Beetumrandungen vorlieb nehmen.
Auf einer Parkbank sah es aus, als könnten mein Kerl und ich noch neben einem älteren Herren Platz finden. Der saß, wie es sich für einen feinen Herren gehört, seitlich, nur mit einem halben Hintern auf seinen klassischen Gehstock gestützt und schaute in das Treiben um ihn herum. Ich fragte höflich, ob wir uns zu ihm setzen könnten. “Natürlich, ich wollte sowieso gerade gehen…eigentlich schon seit einiger Zeit. Aber ich brauche immer etwas, um mich zu erheben.” Wir setzten uns neben ihn und gossen uns etwas Wasser in die Gläser. “Ich habe auch nichts dagegen, wenn sie Alkohol trinken. Ich selber trinke ja nicht. Freue mich aber immer daran, wenn es anderen schmeckt. Es ist schön hier. Man kann die Menschen beobachten, wie gesellig das hier immer alles wirkt. das hat so einen mediterranen Flair. Alle gehen so nett miteinander um”.
“Kommen sie denn öfter hier her?” fragte mein Kerl. “Ich bin nicht so oft hier. Manchmal muss ich aber aus meiner Wohnung und etwas Anderes sehen. Dann komme ich gerne hier her. Wissen sie, meine Wohnung ist sehr dunkel, nicht so wie die modernen, neuen Wohnungen. Damals hat man die Wohnungen einfach nur gebaut, ohne sich Gedanken zu machen, ob da Sonne hineinscheint. Aber ich habe eine sehr schöne Wohnung, alles mit alten Möbeln. Alle Epochen finden sie hier. Ich habe verschiedenen Stühle. Nicht alle sind bequem, aber zwei habe ich mir herrichten lassen, das war nicht billig. Kennen sie den Designer…. (ich habe den Namen wieder vergessen) …der hat nur solche schönen Dinge aus Holz gemacht. Aber leider, naja, der Zahn der Zeit”
Der alte Herr redete und redete. Mein Kerl stellte ab und zu eine Frage, und schon floss es nur so aus dem Herren heraus. Immer noch saß er seitlich auf der Bank, auf seinen Stock gestützt.

Oxypetalum

Ich erwischte mich dabei, dass ich den Alten immer wieder skeptisch beobachtete. War der echt? Oder war das ein geschminkter Schauspieler und hinter dem nächsten Busch sitzt ein Fernsehteam?
Der alte Herr sprach nachdenklich und überlegt. Irgendwie beruhigend. Er erzählte viel von sich selber. Eine Freundin von ihm, die etwas jünger sei, lache ihn aus, weil er immer noch mit seiner alten Schreibmaschine schreiben würde. Dieses Internetdings, das ist ja so gar nicht seine Sache. Das versteht er nicht. Immer und überall, sei das Telefon dabei. Wenn er sich hier hin setzt, dann kann er nicht ans Telefon gehen. Weshalb er ja auch hier sitzen würde, damit er seine Ruhe haben möchte und nicht angerufen werden. Aber es soll ja auch ganz gut sein, das Internet, da kann man Sachen verkaufen. er habe ja genug,.. So viele schöne Dinge, die man nicht brauchen kann in seinem Alter.”

Seidenpflanzengewächs

Er wirkte so fit und lebenslustig! Mein Kerl fragte dann mal ganz vorsichtig nach, ob er ihn nach seinem Alter fragen dürfte. Und wieder sah ich ihn an und grübelte, ob er nur eine Maske auf hätte.

“Hihihi, ich bin schon sehr alt sagte er. Ich habe schon viel gesehen und damals, als ich nach Berlin kam, ich bin nämlich nicht gebürtig von hier, da war das alles noch nicht so wie heute. Die Stadt war so viel kleiner und kaputt, wohin man auch schaute. Aber Berlin bot schon immer etwas Besonderes. Hier gab es schon immer viel Künstlerisches. Ich gehe viel in Museen und die Konzerte sind auch nicht zu verachten…Natürlich, dürfen sie mich nach meinem Alter fragen. Ich bin 89.” So sah er aber gar nicht aus. Immer noch war ich mir nicht schlüssig, ob er Schauspieler sei.

blaue Blumen

Mit einem Mal tauchten dann unsere Freunde auf, mit denen wir zum Weintrinken verabredet waren. Der Alte schaffte es, seinen Popo von der Bank zu heben. So schlecht laufen konnte er doch gar nicht. Aber als er stand, sah ich, er war tatsächlich nicht mehr ganz taufrisch. Die Beine krumm und schief, aber mit erhobenen Haupt, auf seinen Gehstock gestützt, schlurfte er zur Bushaltestelle. Ein Fernsehteam, habe ich übrigens nicht gesehen.
Ich bin immer wieder überrascht, was für freundliche Menschen in unserer Stadt unterwegs sind und wie schnell man mit ihnen ins Gespräch kommen kann, auch auf einer Parkbank.

Wo hast Du denn das letzte mal ein solches Treffen erlebt ?

Wollwanderwege in Berlin [Blogtour Deutschlandreise]

Wollläden in Berlin

Astrid und Silvia haben zu Blogtour gebeten. Klar mache ich da wieder mit. Die letzten nach Italien und nach New York, haben doch auch Spaß gemacht. Dieses mal nun, eine Blogtour durch Deutschland. So einige schöne Beiträge sind schon online und es folgen noch mehr!

Siegessäule Berlin

Natürlich schreibe ich über meine Stadt. Und über Wolle. (Weil ich jetzt eine Menge Läden erwähne, von denen ich nichts! für meine Stadttour bekomme, nenne ich das jetzt mal unbezahlte Werbung. Es bleibt dir überlassen, das du nun weiter liest!) Da ich schon so lange stricke und schon einige Wollläden gesehen habe, hatte ich die Idee, dich mal in alle Läden mitzunehmen. Blöd nur, dass es wirklich eine große Anzahl guter Wollläden, über die ganze Stadt verteilt gibt. Ich wüsste gar nicht, wohin ich dich zuerst schleifen sollte. In der Mitte der Stadt, liegen viele Läden fast nebeneinander. Da macht das Wandern direkt große Laune, weil man nebenbei auch noch ein wenig von den Sehenswürdigkeiten meiner Stadt sehen kann. Ich habe bei Koomot eine Wanderroute erstellt und werde sie selber demnächst einmal ablaufen.
Erst dachte ich mir, dass ich eine einzige Wanderroute durch die Stadt erstellen könnte. Da unser Berlin aber eine Gesamtfläche von 891,8 km² hat, und auch in den Außenbezirken einige sehr schöne Läden liegen, musste ich die Tour in drei Teile schlagen. Obendrein, habe ich bestimmt noch den einen oder anderen Laden schlichtweg übersehen, da ich ihn vielleicht noch nie besucht habe.

Wollwanderweg durch Berlin ca 29 km (vielleicht doch besser mit dem Rad)

Die Wollwanderung durch den Norden startet bei  SIMPLY STITCH . Die bieten nicht nur Wolle, sondern auch Stoffe, Nähzubehör, Knöpfe und eine riesige Auswahl an Strick- und Häkelnadeln. Jedesmal wenn ich dort vorbei schaue, fühle ich mich wie im Paradies und muss die Hände tief in die Taschen stecken, um mein Portmonnaie fest zu halten. Die Damen des Hauses sind einfach zu nett und hilfsbereit. Ich schau dort gerne vorbei. Aber weiter geht’s, die Tour ist lang…

Nicht weit entfernt liegt ein anderer Laden, der auch sehr schön ist. Am Amalienpark hat Herr U seinen zweiten Laden eröffnet und auch hier findet man eine tolle Auswahl an Wollen, die einen verzaubern. Er bietet interessante Wollunternehmungen an und einmal im Monat ein Strickplausch. Allerdings bin ich öfter in dem Laden in Mitte zu finden. Der ist kleiner, dafür für mich zentraler. Nicht trödeln es geht weiter, einige Kilometer zu Fuß durch die Stadt und vieleicht hast du ja schon einige Wollknäule in der Tasche.

Herr U am Amalien Park

Wollberge

Ladeneinblick

Wir wandern jetzt einige Kilometer, bis nach Wittenau. ich würde ja fast das Fahrrad nehmen. Die nächste Station heißt 2 rechts 2 links . Ich war noch nie dort, aber wenn ich demnächst diese Tour mache, dann gucke ich auf jeden Fall rein. In der Schillingsstraße in Reinickendorf, versteckt sich der Laden von Frieda Fuchs. Solltest du die Tour planen, dann bitte am Freitag. Denn dann haben die Damen den Laden auch auf. Ansonsten verpasst du die traumhaftesten Garne.

Weiter geht es nach Tegel zum Wollwind und Verflickst und zugenäht. Den Wollwind kenne ich nur mit geschlossener Tür. Nein, die haben auch ganz normale Öffnungszeiten! Ich bin nur immer, zur falschen Zeit dort. Ich drücke mir die Nase an den Scheiben platt und schmachte die Wollen an. Verflickst und Zugenäht habe ich erst bei meinen Recherchen entdeckt.

Und jetzt kommt die längste Strecke… es geht bis nach Spandau, zur Falkenseer Chaussee zur Maschenschmiede. Es macht sicherlich Sinn, nicht die ganze Strecke zu laufen. Zumal die Taschen evtl so mit Wolle aufgefüllt sind. Ic denke, diese Tour war heftig. Aber sehr interessant. Wenn du sie nachlaufen möchtest, hier ist der Link zu Koomot, wo ich die Tour geplant habe.

Wollwanderweg Schöneberg, Wilmersdorf, Charlotenburg

Dieses mal startest du in der City-West. Auf der Kantstraße bei Lalaine. Für mich der Laden, den ich schon seit meiner Pubertät besuche. Hier habe ich immer alles gefunden, was mein Strickerinnenherz verlangte. Bis ich vor einigen Jahren in die Strickerszene geraten bin. Dieser Laden existiert wirklich schon lange und hat auch die Strickflaute überstanden. Die Knäuel sind hier nach Farben sortiert und eine Auswahl der vorhandenen Garne liegt noch einmal in der kompletten Farbauswahl, im Fenster.

Dann geht es weiter zum Wollschlößchen in der Goethestraße. Hier brauchst du wirklich Zeit. Die Besitzerin hält gerne einen Schwatz mit dir. Dabei möchtest du nur all die Schätzchen bewundern, die sie hier verkauft. Unglaubliche Garne, die es teilweise schon nicht mehr am Markt gibt findest du hier. Außerdem hat sie Garne, die mich schon in versuchung geführt haben.

Solltest du dich loseisen können, dann geht es weiter tiefer rein nach Charlottenburg zu Wollreich. Auch hier wieder einfach tolle Garne. Die Verkäuferin ist ein wenig Wortkarg, aber das kann man nach dem Wollschlößchen auch ganz gut vertragen. Aber lass uns den nächsten Laden besuchen gehen. Kannst du noch? Die Wolltasche wird schon schwerer. Hoffentlich hast du dir einen Rucksack mitgenommen. Wir sind jetzt auf dem Weg zur die Wollnerin. Einer meiner heimlichen Favoriten. Hier findest du mich auch manchmal, strickenderweise. Sie färbt selber Garne und das auch in deinen Wunschfarben. Hier habe ich das Garn für die Monsterjungenmütze färben lassen. Aber schau mal selber, wie schön es hier ist.

Selbstgefärbt und Biowolle

Spindeln und Wolle gibt es hier auch

Wunderschöne Qualitäten und Farben

Jetzt wandern wir wieder weiter, zu Wolltraum und NadelYoga. Dort findet man so allerlei, was man auch sonst zum nähen bräuchte. Das Wollsortiment ist etwas eingeschränkt. Dafür gibt es nette Verkäuferinnen, die einem auch gerne helfen, wenn man etwas Außergewöhnliches haben möchte. Allerdings hat man dieses Geschäft auch schnell wieder verlassen. Das nächste auf der Liste ist Holz und Wolle in Schmargendorf. Wenn du Wolle für deine neusten Sockenprojekte suchst, dann bist du hier genau richtig. Ich mag diesen kleinen Laden. Besonders die Besitzerin, mit der ich manches mal schon einen netten Plausch gehalten habe.

Und weil wir immer noch nicht genug hatten, geht es nach Steglitz zu Frau Wolle. Auch diesen Laden gibt es schon ewig. Ein paar Treppchen führen in den Laden nach unten und dann ist man wieder verzaubert. Besonderes? Bestimmt einiges. Aber ich habe für heute genug…

 

Auch diese Tour habe ich über Komoot geplant. Diese ist nur 20 km und ein bisschen lang.

Ab durch die Mitte Berlins...

Ab durch die Mitte…bitte ohne Schnappatmung

Wir fangen diese Tour im Friedrichshan an. Bei Wollen Berlin. Ich selber war da noch nie!!! Würde aber gerne mal vorbei schauen. Jetzt wo ich mir den Routenplaner gemacht habe, kann es ja noch etwas werden.
Im Liljedal Verkhus, in Treptow, findet man eine schöne Auswahl an Dropsgarnen. Weshalb ich es eher vorziehe, dort vorbei zu gehen und mir das gesuchte direkt zu kaufen. Ich bin ohnehin kein Besteller. Jetzt ist es auch nicht mehr weit bis zur Fadeninsel. Ebenfalls einer der ältesten mir bekannten Wollläden im westen Berlins. Als ich das letzte Mal dort war, hingen massenhaft lose Stränge von den Wänden und der Decke. Die Verkäuferinnen, muteten recht Öko an. Aber irgendwie passte das zu dem Laden mitten in Kreuzberg.

In Kreuzberg sind auch wieder zwei Läden fast nebeneinander. Die Wolllust und Needle and Pins. Die Wolllust verkauft fast nur Lacegarne und man findet dort die feinsten Tuchanleitungen. Und bei Needles and Pins, sind die Wollen viel robuster. Die Eigentümerin hat selber Spaß an ihren Wollen und bietet auch Kurse an. Der Laden liegt im Keller und hat etwas ganz gemütliches.

Nun Aber wieder zurück nach Mitte. Über die Spree zur Charité. Auf dem Vorplatz zum Krankenhaus, gibt es einen Laden, der ITO Garne vertreibt. Und die passenden Nadeln dazu. Wehe, wenn man in diesen Laden geht. Ich war hoffnungslos verloren. Garne aus den verschiedensten Materialien, wie Metall und Papier. Du kannst dir aber Zeit lassen, denn der Laden macht erst gegen 14 Uhr auf.

Wo wir nun schon mal in Mitte sind, geht es weiter in die Heckmann Höfe. Den kleinen Laden von Herrn U sollte man sich schon noch ansehen. Er selber steht oft in diesem hübschen Laden in den Heckmann Höfen und bedient ein Internationales Publikum. Kennst du ihn schon aus den Medien, den Herrn U? Jetzt war ich schon so oft bei Herrn U…

Im Nachbarhof, in den Kunsthof recht neben der Synagoge, findet man seit neustem Yarn over Berlin. Dort findest du, was du in den anderen Wollläden nicht gefunden hast. Die Besitzerinnen sind echte Wollprofis. Es ist ein Augenschmauß, in diesen Laden zu gehen. Ich war da, (zum Glück) erst einmal zur Eröffnung. Die besonderen Garne locken sehr.

Und wenn du noch nicht genug hast, dann noch schnell in die Gärtnerstraße, zu Knit Knit. Hier wird gerne den Nichtstrickerinnen das Stricken beigebracht. An verschiedenen Terminen, wird mit dicken Nadeln und dicker Wolle geübt.

Am Ende geht es noch ein bisschen weiter in den Prenzlauer Berg hinein. Das Loops in der Wörtherstraße muss auch noch besucht werden, Als ich das erste Mal dort war, war der Laden so dunkel und nicht besonders einladend. Sie haben aber erst vor kurzem Umgebaut und wie auch immer mehr Licht hineingebracht. Die Besitzerin ist auch eine sehr freundliche und interessierte Person.

Fenster von Loops

Schöne Stränge

Wollregal

Ich habe jetzt genug und lege jetzt die Füße hoch. Ich streichel noch ein wenig Wolle. Denn so eine Tour ohne Belohnung, das geht ja gar nicht.

 

Komoot hat mir bei dieser Tour geholfen. Die einzelnen Punkte sind auf der Karte verzeichnet.

Wollwanderweg No. 4

Auch diese Tour habe ich mit Komoot geplant. Schon schön, was man alles bei der Planung entdeckt. Die Stadt ist so vielfältig, dass es bestimmt nicht Langweilig wird. Bei dieser Tour wandert man im Grunde nur zwischen einem Laden hin und her. Das ist die Wolleria in Tempelhof und die Wolleria in Lichtenrade. Allerdings sieht man auch eine Menge und lernt die Stadt kennen. Dabei entdeckst du, dass wir hier viel, sehr viel grüne Flächen haben und das Berlin eine Menge Wasser und Brücken hat.

Ich war schon öfter in der Wolleria in Tempelhof. Ich mag den Laden, der im Keller liegt. In Berlin gab es viele Läden, die in den Keller führten. Vermutlich hatte man solche Geschäfte, besonders in Gegenden mit knappen Wohnraum, gebaut. Drei, vier Treppchen runter und ein kleiner Vorplatz. Sozusagen ein tiefer gelegter Balkon und schon steht man im nächsten Paradies. Auch hier werden Workshops abgehalten und man trifft sich zu geselligen Strickrunden. Die Wollen, die hier angeboten werden, sind auch wieder eine Augenweide.

Wanderst du auch so gerne wie ich? Normalerweise laufe ich lieber durch die Natur. Aber meine Stadt bietet einfach so viel Abwechslung, dass diese Ausflüge bestimmt Spaß machen könnten. Der Routenplaner von Komoot, nimmt meistens die angenehmsten Strecken. Zu den verschiedenen Standorten, werde ich demnächst auch noch Bilder einstellen. Allerdings brauche ich dann erst ein etwas gefülltes Portmonnaie und ein paar Tage frei. Übrigens lassen sich die Touren auch neu gestalten… Ich bin gespannt, ob ich dich auf meinen Wegen entdecken werde.
Sicherlich, habe ich einige Läden übersehen. Berlin hat so viele Ecken, die ich noch gar nicht kenne. Viele Wollgeschäfte habe ich nur über das Internet gefunden.

Ich hoffe du hast nun vielleicht Lust bekommen meine Stadt zu besuchen und vielleicht diese Touren abzulaufen. Vielleicht gefallen dir auch die anderen Berichte aus der Deutschlandblogtour. 

Samstagsplausch {27.18}

Kaffee im Cafe Morgenland

Ach, was ist Urlaub schön! Oder Tage, die im Flug vergehen ?

Es waren ja nur 14 Tage, doch kam es mir so vor, als wären es vier Wochen gewesen. Jeden Tag hatte ich etwas vor. Immer unterwegs. Um ein Urlaubsgefühl zu bekommen, da braucht es nicht viel. Einfach nur auf’s Rad geschwungen und vor die Tore von Berlin geradelt. Diese Woche war ich mit der besten Freundin in Diedersdorf. Nur eine kurze Strecke von rund 40 km. Oder,  die Freunde werden angerufen, um sich auf dem Rüdesheimer Platz auf ein Glaserl Wein zu treffen,  Man muss nicht immer weit wegfliegen, um sich zu erholen.

Vor lauter Unternehmungen habe ich fast nichts gestrickt. Fast nichts, heißt nicht, gar nicht!  Ein neues Projekt wurde gestartet und ich bin völlig verliebt in die Wolle. Aus Viscose mit einem Teil Leinen, einfach herrlich zu stricken. Da überlege ich wirklich, ob ich mir selber auch so etwas stricken werde.

Urlaub heißt aber auch, sich mal um Dinge zu kümmern, für die man sonst keine Zeit hat. Ich habe es endlich geschafft, mich zum Orthopäden zu setzen, um mir eine Verordnung zu holen. Danach gleich zum Physio, noch mehr Termine. Dann habe ich es geschafft, mich mit Freundinnen zu treffen und Baby zu knuddeln. Dann habe ich mal einen Blick in die Fahrradläden geworfen. Ich liebäugel mit einem neuen Drahtesel.

Der Kirschbaum im Garten musste auch ganz plötzlich geplündert werden, weil die Kirschen sonst schlecht werden. Bei so reichlichen Kirschen, musste Marmelade und Kuchen produziert werden.

Als Tüpfelchen auf dem I, traf ich noch Doreen und Heike in einem tollen Café in Kreuzberg. Wir Frühstückten und machten danach einen Ausflug in die Landsberger Allee, zu Stoff und Stil. Das kam mir ganz recht, weil ich mir ein Kleid nähen möchte. Es ist doch immer wieder schön, Menschen zu treffen, die hinter den Bloggs stehen, die man schon ewig kennt.

Und was hast du diese Woche angestellt? oder was hast du vor?

Freitags-Garten-Blumen-Stadtgeschichten

Freitags-Garten-Blumen und Stadtgeschichten

Blumen aus dem Garten

Meine Blumen stammen heute aus dem Garten. Gestern habe ich mir, ein paar Blüten im Garten der Eltern, zusammen gesucht und einen Strauß gebunden. Sonnig Gelbe und Rosarote. Ich mag solche Gartenblumen. Allerdings haben die Eltern kaum noch schöne Blumen, zum schneiden, im Garten. Viele sind schon verblüht und ihnen macht die Hitze zu schaffen.

mit Hortensie

Der Lavendel,

hat dafür noch eine zweite Runde Blüten hervorgebracht. Die Bienen und Hummeln, tummeln sich darauf. Wenn ich mit der Schere durch den Garten gehe, kommt es mir immer so vor, als würde ich den Insekten das Essen vom Tisch klauen.

gebunden, von oben fotografiert

Neulich im Fotoladen (Stadtgeschichten)

meines Vertrauens. Meiner Kamera wollte ich ein Teilchen gönnen, das ich irgendwann, wodurch auch immer, kaputt gemacht habe. Vor 4 Wochen hatte ich das Teil bestellt. Nachdem sie mich angerufen hatten, dass das Teilchen endlich im Lager angekommen sei, war es soweit und der Kerl fuhr mich dort vorbei. Für ihn ist dieser Laden ohne Interesse, weshalb er lieber draußen wartete.

Ich lief also hinein und war froh, auf einen Samstag einen freien Verkäufer zu finden. Freundlich nickte er mir zu. “Ich habe bei euch was bestellt… So ein Teilchen!” Er grinst mich an: “Was denn für ein Teilchen, wofür ist es denn genau?” Leider holperten mir wieder alle Gedanken im Hirn durcheinander und mir fiel nicht ein, wie das Ding eigentlich hieß. “Naja,…ähh, so ein Teil, das an meiner Kamera, so zum gucken… Ähmm da so oben, da äh… Ich habe meinen Zettel leider vergessen.” stotterte ich so vor mich hin und grinse ihn ebenfalls an. Dabei zog ich meine Kamera aus der Tasche. Und zeigte ihm das kaputte Teilchen. “Das ist eine Augenmuschel! Und du hast keinen Auftragsschein dabei? Dann geh ich mal suchen. Könnte 3 Stunden dauern…” verschmitzt zog er in Richtung Lager ab. “Aber vielleicht fällt dir noch ein, auf welchen Namen du das Teil bestellt hast” “Klar, Karminrot! Ich weiß euer Lager ist groß. Ich hol mir dann mal einen Kaffee!” flaxte ich zurück. Grinsend zog er ab.

Nach eineinhalb Minuten tauchte er wieder auf. “Da isses. Eine Augenmuschel. Aber das nächste Mal, bitte mit Zettelchen. Ich musste 50 Schubladen durchwühlen… Quatsch, es war gleich in der Ersten.” Der Kollege bekam mit, das ich sagte, dass ich den Namen für das Ding bestimmt gleich wieder vergessen habe.” Augenmuscheln findet man am Strand. Die glotzen einen immer so boshaft an!” “Wenn ich welche am Strand gefunden hätte, wäre ich doch nicht hier!” Immerhin war ich doch erst am Strand!

Und dann beschäftigte ich die Verkäufer noch mit einer schwierigen Frage. Allerdings konnten sie mir nicht helfen. Schade. Noch mit einem Grinsen im Gesicht, stieg ich wieder zum Kerl ins Auto.” Da schicke ich dich öfter rein, da lachst du so schön!” “Das wäre allerdings fatal, dort gibt es so viele schöne Teilchen, die man zum fotografieren brauchen könnte ”

sonnig gelb

Mit der neuen Augenmuschel, macht das Bilder machen auch gleich viel mehr Freude. Die Blümchen waren wieder dankbare Fotomodells. Sie waren nach dem Shooting auch entspannter, als ich das Jutebändchen, das sie zusammengehalten hat, entfernt habe. Sie waren mir doch etwas zu sehr zusammengedrückt und aneinander gerutscht. Der Phlox ist, glaube ich, überhaupt nicht erfreut, in der Glasvase zu stehen.
Mal schauen, was die Anderen so in den Vasen stehen haben. Bei Holunderblütchen gibt es bestimmt wieder eine Menge schöner Blumen zu sehen. Hast du auch Blumen in der Vase?

 

Der 12tel Blick wieder über den Breitscheidplatz

Der Breitscheidplatz im Juni

Der Breitscheidplatz Juni 18 Abendstunden

Der Blick über den Platz, an einem Juni-Abend. Hinter dem Lippenstift, wie die Gedächtniskirche von den Berlinern liebevoll genannt wird, geht gerade die Sonne unter. Die modernere Kirche im Vordergrund wird gerade renoviert. Wenn die Sonne im richtigen Winkel steht, dann leuchten üblicherweise die Glasbausteine ganz besonders schön. Nur kann man im Moment nicht mal die Steine sehen, denn der Kirchturm hat ein Röckchen an. Ein riesiges Werbeplakat für eine Sportveranstaltung. Es ist Sommer in der Stadt, was soviel heißt wie, reichlich Veranstaltungen. Während wir auf unserem Beobachtungsposten stehen, werden unten auf dem Platz irgendwelche spektakulären Aktionen gezeigt, die Menschenmassen heranlocken.

Ein halbes Jahr den Blick über den Breitscheidplatz

Ich stehe im Europacenter und habe einen tollen Blick über den Platz. Dort wo ich stehe, stand einst ein Haus im romanischen Stil. Kaiser Wilhelm II hatte den Wunsch, dass dort hochherrschaftliche Häuser errichtet werden sollten. Im Erdgeschoss gab es die Konditorei “Kaiserhof”, die bald dem romanischen Café weichen musste. Literaten machten dieses Café bald zu ihrem Stammsitz. Erich Käster, damals noch Journalist, schrieb darüber :

„Das Romanische Café ist der Wartesaal der Talente. Es gibt Leute, die hier seit zwanzig Jahren, Tag für Tag, aufs Talent warten.”

Schade, dass es dieses Café nicht mehr gibt, denn 1943 wurde der Platz ziemlich zerstört. Wäre bestimmt eine Bereicherung. Welche Literaten wohl heute dort miteinander philosophieren würden? Was wohl für Bücher ,Texte und Ideen  gefunden und umgesetzt würden.
Es waren nicht nur Literaten, die sich dort trafen. Auch Maler, Künstler und Kritiker, hatten dort ihren Treffpunkt. Das Café war in zwei Räume eingeteilt. Der Kleinere war das “Schwimmer-Becken” und der Große, mit 70 Plätzen, das “Nichtschwimmer-Becken”. Du kannst dir sicherlich denken, warum die Räume so genannt wurden. Es gab auch eine Terrasse, dort tummelten sich die “Fremdlinge”. Hach, manchmal würde ich gerne einen Blick in die Vergangenheit werfen.

Meinen 12tel Blick schicke ich, wenn auch etwas verspätet, zu Eva und ihrem Blog Verfuchs und Zugenäht