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In Charlottenburg nix los {12tel Blick}

In Charlottenburg nix los

Der Blick auf (mein) Schloss in Charlottenburg, kommt mal wieder etwas verspätet. Ich will mich gar nicht herausreden. Am letzten Wochenende hat mich der Kerl zu meinen Blickpunkten gefahren und ich konnte bei denkbar ungünstigstem Wetter die drei Bilder machen. Bei dem Wetter hatten nicht mal die Spaziergänger Lust auf der Schlossstraße in Charlottenburg zu wandeln.

Bei einem solch tristen Wetter bleibt man am Besten ohnehin auf der Couch sitzen, wenn man es kann. Nix los auf den Parkwegen. Dabei kann es richtig schön sein, mit Gummistiefel und Regenschirm durch den Park des Schlosses zu laufen.

Die Gärtner des Schlosses haben bestimmt eine Menge zu tun, so dass sich keiner bemüssigt fühlt, hier mal die Hecke kurz zu schneiden. Wie soll ich da einen ordentlichen Blick hin bekommen. So geht das nicht. Wo kann ich mich beschweren? Aber irgendwie hat dieser Blick auch seinen Charm, oder?

Die Brücke ist fertig!

Drei Monate hat es gebraucht, die Brücke über die Spree fertig zu stellen. Wie immer, wenn etwas aufgerissen wird, findet man eine weitere Katastrophe. Die Bauwerke in unserer Stadt haben teilweise schon eine Menge Jahre auf dem Buckel. Einiges braucht halt dann etwas mehr Aufmerksamkeit. Ich bin wirklich schon darauf gespannt, was sie noch entdecken werden, wenn sie Rudolf-Wissell-Brücke neu bauen. Zum Glück habe ich mir einen weit entfernten neuen 12tel Blick ausgesucht.

Zum November-Blick, werde ich dir wieder etwas über Charlottenburg schreiben. In diesem Monat kamen keine Ideen, in meinem verklebten Rotznasen-Hirn an. So lange musst du eben nur mit den Bildern vorlieb nehmen. Und wenn du nicht genug bekommen kannst, von den Aussichten, dann schau einfach mal bei Eva vorbei. Die sammelt nämlich unsere Beiträge, auf ihrem Blog Verfuchst und Zugenäht. Oder du liest dir meine vergangenen Post zu den 12tel Blicken noch einmal durch… Es sind ja erst fünf Jahre 😄

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Marathon in Berlin {12tel Blick September 19}

Marathon und der SCC

Ende September ist Berlin immer auf den Marathon geeicht. So viele Straßen sind dann gesperrt und der gemeine Berliner kennt seine Schleichwege. Alle anderen, sollten mit dem Auto besser zu Hause bleiben!
Seit 1974 laufen die Jogger durch Berlins Straßen. Anfangs noch in dem geteilten West-Berlin und seit 1990 auch durch die wiedervereinigte Berliner Mitte. 1974 nannte man den Lauf noch Volkslauf, inzwischen hat der Lauf so viele Sponsoren. Der Größte darf seinen Namen vornean stellen, weshalb der Lauf offiziell BMW Berlin Marathon  heißt. Aber schon immer hat ein Verein seine Finger beim Marathon oder Volkslauf im Spiel, der SCC. Der Charlottenburger Sport Club. (Jetzt habe ich die Kurve…😄)

Der Charlottenburger Sportclub

Der SCC, damals noch ChSC 02, wurde 1902 in Charlottenburg, in einer Kneipe ( wie soll es anders sein!) Namens Eckmann’s Tanzinstitut, gegründet. Ein gewisser Paul Martin und seine 15 Freunde hatten sich in den Kopf gesetzt, einen Sportclub zu gründen. Sie hatten kurz vorher ein Barlaufspiel in der Radrennbahn Halensee (die ist längst nicht mehr gibt) gesehen. Angetan von dem Sport beschlossen sie, selber einen Verein zu gründen.
1909 leierten die Mitglieder dem Bürgermeister ein Grundstück in Witzleben (da steht das ICC heute drauf) aus den Rippen und bauten in Eigenleistung die erste Aschenbahn mit Überhöhung in Deutschland. Das Besondere, war eine Duschanlage, ein auf einem 3 m hohen Gerüst verankerter Tank, aus dem nach Betätigung einer Reißleine, eiskaltes Wasser lief. 1910 wurde der Sportplatz (schon) mit einem riesigen Sportfest eingeweiht. Bis 1908 war das Barlaufspiel und die Athletik noch die Hauptabteilungen, dann kam der Fußball dazu und das Barlaufspiel verschwand.

1911 verband sich der Sport-Club Westen 05 mit dem SCC. Sie erstellten ein gemeinsames Vereinswappen, das heute fast noch genauso aussieht. Nach der Verbindung waren die Sportler sehr erfolgreich. Aber dann kam der erste Weltkrieg. Die Mitglieder wurden eingezogen. Der Verein hielt aber mit den Soldaten durch eine Feldpoststelle Kontakt.

Nach dem Krieg, kam die Inflation und trotzdem stiegen die Mitgliederzahlen. Die Sportler  brauchten mehr Platz. Aber Sportplätze waren kaum vorhanden. Durch etliche Behördengänge und Verhandlungen, leierte der Verein der Stadt ein Grundstück an der Avus aus den Rippen.
Auf diesem Gelände bauten die Mitglieder, wiederum in Eigenleistung, ein Stadion. Am 26. Juni 1926 wurde das neue SCC-Stadion an der Avus feierlich eingeweiht. Der Club verfügte nun über eine 400 m Bahn mit Spielfeld, drei Fußball bzw. Handballplätze, 8 Tennisplätze und einen Hockeyplatz. Das Tribünengebäude hatte über 1.600 Sitzplätze und enthielt Umkleide-, Büro- und Clubräume. Ein paar Wochen nach der Stadioneröffnung wurde der Lange Lulatsch (Berliner Funkturm) unmittelbar neben dem Stadion eingeweiht.

Schon wieder neu

Nicht lange, währte die Freude über das neue Stadion, denn die Messe nebenan wollte das Grundstück wieder haben, um dort Messehallen zu bauen. Erneut bauten die Mitglieder ein Stadion. Das heutige Mommsenstadion. 1929 hing das schwarze C über dem Eingang und der Sportbetrieb konnte weitergehen. Bis heute werden die Sportanlagen intensiv genutzt.

Nach 1945 waren sämtliche Sportvereine in der Stadt verboten. Der SCC hatte allerdings etwas Glück, da in dem Vereinsnamen der Bezirk enthalten war. Dadurch konnte der eingeschränkte Sportbetrieb als Sportgruppe Charlottenburg wieder aufnehmen. Erst nach der politischen Teilung Berlins, gab es offiziell wieder den Sportclub Charlottenburg. Die Sportveranstaltungen nahmen wieder Fahrt auf. Wenn auch in abgespeckter Form, da ja nun der Osten nicht mehr zur Verfügung stand.

Im Laufe der Jahre veränderten sich die Wettkämpfe, wurde mehr zur Belustigung der Zuschauer und die Mitglieder arbeiten nicht mehr auf der freiwilligen Basis. Der Verein brauchte dadurch mehr Geld, das heute die Sponsoren liefern. So steht eben, neben dem Berlin-Marathon, der Name eines Autobauers.

Jetzt bleibt mir nur noch meinen 12tel Blick bei Eva zu verlinken, Leider ist die Baustelle auf der Brücke immer noch nicht abgeschlossen. Vielleicht schaffen sie es zum Oktober. Aber meine Serie ist leider futsch. Zumal sie mir auch noch einen Bauzaun vor die Nase das Objektiv gestellt haben.

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Universität Charlottenburg, im 12tel Blick

Die Universität in Charlottenburg

Die Universität in Charlottenburg, am Ernst-Reuther-Platz, ist die drittgrößte Uni in meiner Stadt. Mit 35000 Studenten schon ganz ordentlich. Sie ist eine der größten in Deutschland. Am 1. April 1879 wurden die Berliner Bauakademie und die Königliche Gewerbeakademie zusammengelegt. Damit war der Grundstein für die Königliche Technische Hochschule zu Berlin gelegt. Damit das ganze einen Repräsentablen Eindruck macht und die vielen Studenten untergebracht werden konnten, wurde ein neues Gebäude an der Berliner Straße, dem heutigen 17. Juni, errichtet und im November 1884 eingeweiht.

Die Universität erhielt von Wilhelm II., 1899 das Promotionsrecht. Damit durfte die Hochschule als erste Deutschlands, den Doktor in Ingenieurswissenschaften verleihen. Als Charlottenburg 1920 eingemeindet wurde, bekam die Uni einen neuen Namen. Technische Hochschule zu Berlin. Während der Schlacht um Berlin 1945, wurde die Universität geschlossen. Der Monumentalbau wurde schwer beschädigt und von der Frontfassade war einiges zerstört worden. Drei der Fünf Innenhöfe, die Rückseite und die Seitenflügel blieben erhalten. 1965 wurde ein zehnstöckiges, modernes Glas-Aluminium Gebäude an dem Altbau angebaut. Das Campusgeläde ist riesig und wenn man sich mal gemütlich in der Innenstadt zurück ziehen möchte, findet man zwischen den modernen Gebäuden bestimmt einen schattigen Platz.

Mitte der Siebziger Jahre war das Auditorium Maximum, Schauplatz der Studentenbewegung. Nicht weit von der Uni liegt die  Deutsche Oper, in deren Nähe damals Benno Ohnesorg erschossen wurde. Auch Rudi Dutschke sprach dort als Wortführer im Audimax.
Heute sind ca 6000 ausländische Studenten auf dem Campus unterwegs. Wegen schwindender öffentlichen Mitteln forciert die Uni in letzter Zeit ihre Zusammenarbeit mit großen technischen Unternehmen.

Jetzt aber zu meinem 12tel Blick

Was soll ich sagen, so schnell, wie die damals einen Monumentalbau hochgezogen haben, so lange brauchen wir nun wegen einer popligen Brücke. Als sie die Teerdecke der Brücke entfernt haben, haben sie feststellen müssen, das die Träger verrostet sind… Welch ein Wunder! Damit bin ich nun diesen Monat auch nicht an meinen Blick gekommen. Mist!!!

Auch der Schlosshinterhof, stellt sich an. Die Gärtner haben mein Flehen um beschneiden der Büsche überhört. Immer noch kann ich kaum noch in den Hinterhof blicken. Was machen die denn mit mir?

Immerhin kann ich in die Schlossstraße blicken. Das Schloss strahlt wieder in der Hitze. Und die Menschen verziehen sich lieber in den Schatten. Die Berliner Wasserwerke haben der Stadt Trinkbrunnen verteilt. Das Wasser schmeckt köstlich. Was du nicht siehst, ist der Brunnen gegenüber dem Schloss. Aber ich weiß, wo der steht und wie gut der von den Menschen bei dieser Hitze angenommen wird. Hinter den beiden winzigen Personen, da findest du ihn.

Ich mache nun schon einige Jahre bei der 12telBlick Aktion mit. Aber so eine Schlappe mit der Baustelle, ist mir noch nie passiert. Aber vielleicht hat dir meine kleine Geschichtstunde zu der TU-Berlin gefallen. Und noch mehr Blicke findest du wie immer bei Eva, auf ihrem Blog Verfuchst und zugenäht

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Der verzögerte Charlottenburger 12tel Blick

Der verzögerte Blick

Ich habe letzten Monat meinen 12tel Blick nicht gezeigt. Dabei hatte ich die Bilder längst im Kasten. Es verzögerte sich immer mehr, denn ich fand keine Geschichte drumherum. Das hat mich auch diesen Monat ebenfalls geärgert. Eigentlich wollte ich dir von der Königlichen Hof-Apotheke erzählen. Ich bin extra einige Straßen weiter gefahren, um die Apotheke zu fotografieren und die Angestellten um eine Geschichtsstunde zu bitten. Aber die schienen nicht bereit zu sein, mir Auskunft zu geben. Ich ging, ohne etwas heraus gefunden zu haben. Und tatsächlich findet sich auch im Netz nichts, oder fast gar nichts über die Hofapotheke, die es wohl schon seit 1779 gibt.

Und was soll ich dir sagen, die haben meinen 12tel Blick, kaum dass ich meine Fotos im Juni gemacht habe, boykottiert! Stell dir vor, die haben meinen Brückenblick versperrt. Die, das sind die Stadtväter. Als ich im Radio hörte, die wollen die Brücke am Schloss richten, da dachte ich mir schon, dass ich Schwierigkeiten mit meinen Bildern bekommen könnte. Und prompt, so war es auch. Ich habe trotzdem meinen Blick über die Brücke geworfen. Wenn auch von der anderern Brückenseite. Nicht, dass sich mein Blick wieder verzögert. Oder ich gar keinen Blick habe.

Somit habe ich auch wieder kein Schiffchen eingefangen. Vielleicht wird es im August was. Denn die Brücke scheint ohne Verzögerungen fertig zu werden. Immerhin, ist der Übergang über die Spree ein wichtiger Knotenpunkt. Während der Sommerferien scheint es sich mit den erwarteten Staus und Verzögerungen eher mäßig zu gestalten. Tatsächlich kommt man gut durch den erwarteten Verkehr. Ich ja ohnehin, bin ich fast immer mit dem Rad dort unterwegs.

Man könnte fast glauben, dass die Bilder Zwillinge wären!

Der Blick auf’s Schloss, ist dagegen unverstellt. Sieht man mal von den Bäumen ab. Und im Juni vom Handwerker-Markt. Ich bin extra an diesem Wochenende in Charlottenburg gewesen, um den Blick einzufangen. Und dann zeige ich ihn dir im Juni nicht einmal! Im Juli war dafür wieder weniger los. Und nur einige Menschen hatten Lust, unter den Bäumen in der Gluthitze zu wandeln. Auch die Boulespieler auf dem Mittelstreifen zum Schloss, schienen keine Lust zu haben. Schon seit den sechziger Jahren, werfen die Spieler hier ihre Kugeln. Erst wenn es am Abend kühler wird, sieht man sie dort.

Für den nächsten Monat werde ich dir wieder etwas über Charlottenburg berichten. Ich habe eine neue Idee. Vielleicht kann ich meinen Geschichtsunterricht über meine Stadt fortsetzen. Aber ich will nicht zu viel versprechen. Nicht, dass sich wieder alles verzögert. Mehr 12tel Blicke wie immer bei Eva Fuchs, wohin ich auch meinen Beitrag verlinke. Wenn dich meine Blicke interessieren, dann klicke einfach hier

 

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Berlin und seine Spree {12tel Blick}

Berlin liegt an der Spree

Ach watt? Wirklich die Spree? Tatsächlich wurde Berlin irgendwann im 13 Jahrhundert an der Spree gebaut. Sie ist 400 km lang und ein Nebenfluss der Havel. Tatsächlich ist sie sogar länger als die Havel und fließt in Spandau mit eben dieser zusammen. 182 km der Havel sind schiffbar. Die Erpe, Wuhle, Löcknitz und Panke fließen in die Spree und machen Berlin zu einer “Wasserstadt” mit vielen Brücken. (Hier hatte ich schon einmal davon geschrieben) jetzt erwarte aber nicht einen reißenden Fluss mit einer richtigen Überbreite, so wie die Donau oder so. Unsere Spree benimmt sich eher etwas ruhiger und fließt gemächlich durch unsere Stadt.

Woher der Name Spree stammt, da ist man sich nicht ganz so sicher. Die Tschechen, eine Quelle liegt in Böhmen, nennen sie Spo oder Sprowa. Abgeleitet ist der Name wahrscheinlich aus dem germanischen: spreu̯- = stieben, säen, sprengen, spreizen, sprühen.  Die Slawen, die mutmaßlich Berlin gegründet haben, übernahmen den böhmischen Begriff und machten daraus Sprēw,  Sprěva oder Sprěv’a.

44 km, durchfließt die Spree Berlin. Dabei durchzieht sie den Müggelsee und Dämeritzsee. In Köpenick gesellt sich die Dahme zur Spree. In der Mitte Berlins gibt es eine Insel, auf der das neue Stadtschloss entstanden ist und demnächst als Humboldforum eröffnet wird. Wer Berlin besucht, der sollte unbedingt eine Schiffstour auf der Spree und auf den Kanälen der Stadt unternehmen. Vom Wasser aus sieht die Stadt immer wieder anders aus.

Flussbad Berlin

Bei meinen Recherchen bin darauf gestoßen, dass es eine Gruppe gibt, die die Spree wieder sauber bekommen möchte, so dass man auch wieder in ihr Baden kann. Tatsächlich wird der Fluss in der Stadt an regenreichen Tagen als Überlauf genutzt, wodurch die Abwässer der Haushalte und das Wasser von den Straßen in der Spree und seinen Kanälen landet. Nicht immer ein schöner Zustand, weil alles ungefiltert im Fluss landet. Ich würde mich im Moment nicht in das Wasser hinein wagen. Außerdem stören mich die großen Ausflugsboote doch etwas. Aber ich sitze gerne an der Spree. Es gibt einige nette Strandbars die manchmal sogar Berliner Weisse im Angebot haben.

Es gibt eine Alternative zum Schwimmen in der Spree ohne mit dem Spreewasser in Berührung zu kommen. Das Badeschiff. Genutzt hatte ich es aber noch nicht. Nachdem die Spree sich bei Spandau mit der Havel verbündet hat, gibt es einige Sandstrände, an denen ich auch schon baden war. Der Westberliner hat sich dort, z.B. an der Havelchaussee, oft getroffen und das kalte Nass genossen.

Schlossblick im Mai

Auf den Hinterhof hast du schon einen Blick geworfen…  Sie haben mir eine Palme in den Blickwinkel gestellt. Ob die im Juni wieder verschoben sein wird? Außerdem treffe ich nie den richtigen Winkel. Vielleicht wieder beim nächsten Mal. Auf der Schlossstraße ist dagegen schon eine Menge los. Allerdings, habe ich noch keine Boulespieler gesehen. Vielleicht war ich auch zu früh da. Ich werde es im Juni etwas später versuchen.

Wieder einmal kommt mein Blick verspätet. Dabei hatte ich die Bilder längst im Kasten. Nur meine Geschichte zu Berlin fehlte noch. Durch mein Jetlag, rede ich mich jetzt heraus. Dann sprudeln die Worte weniger und mir fehlt der Elan.

Verlinkt zu Evas Verfuchst und zugenähtem Blog, wo man noch mehr schöne Blicke findet.

Bleibe ruhig, wie die Spree in ihrem Bette fließt

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Charlottenburg {12tel AprilBlick}

Der AprilBlick

Schau mal, der Frühling ist eingezogen! Mit herrlichen Farben, hat mich der AprilBlick in den Schlosshinterhof überrascht.

Auch auf der Schlossstraße ist alles ganz grün und lädt zum Spazieren ein. Die Jogger nutzen den freien Raum zum Sporteln. Der AprilBlick über die Schlossstraße gefällt mir in diesem Monat besonders.

Schade, dass wieder kein Schiffchen auf dem Wasser zu sehen war. Vielleicht beim nächsten Blick.

Meinen Blick verlinke ich wieder bei Eva und ihrem Blog Verfuchst und Zugenäht

Die Deutsche Oper {ein bisschen Geschichte 📖}

Um 1900 sollten die Charlottenburger, in ihrer reichsten Großstadt Preußens, natürlich auch mit Kultur bespaßt werden. Was liegt da näher, als ein Opernhaus für Jedermann zu bauen. Die Bürger der Stadt Charlottenburg wollten eine “eigene Oper” haben und drangen auf den Bau einer “Bürgeroper”. Schnell (innerhalb von 2 Jahren) wurde die Oper eröffnet. Am 7. November 1912 konnten 2300 Bürger Fidelio von Beethoven von allen Plätzen in der Oper sehr gut sehen. Denn es wurde auf Standesunterschiede, durch besondere Logen in dem Deutschen Opernhaus, wie es Anfangs hieß, verzichtet.

Die Charlottenburger hatten allerdings nicht lange ihr eigenes Opernhaus, denn schon 1920 wurde Charlottenburg eingemeindet und gehörte dann zu Berlin. In dem großen Berlin gab es die Hofoper unter den Linden, und so bekam das Deutsche Opernhaus einen neuen Namen “Städtische Oper”. Durch die Wirtschaftskrise und Revolution verlor das Charlottenburger Opernhaus an Publikum, obwohl die Bürger das Haus sehr schätzten. 1925 übernahm dann die Stadt Berlin den Betrieb des Opernhauses, was aus den finanziellen Schwierigkeiten half. Das Haus sollte eine representative Spielstätte für Musiktheater werden.

Die Idee ging auf und es wurden skandalträchtige Stücke aufgeführt. Ernst Kreneks Jonny spielt auf oder Kurt Weills Einakter Der Protagonist und Der Zar lässt sich photografieren, zeigten, dass sich das Haus sehr wohl etabliert hatte. Aber nicht lange, und die goldenen Zwanziger gingen zu Ende, die Nazi’s tauchten auf und damit  wurde auch das Spielen von so “Neutönern” unterbunden. Deutsches wurde aufgeführt und natürlich bekam der Führer eine Loge und das Haus wurde wieder Deutsches Opernhaus genannt. Während des Krieges wurde, trotz erheblicher Schäden, fleißig weiter gespielt. Aber am 23. November 1943 trafen Brandbomben das Haus und zerstörten es fast vollständig.

Alles neu

Nach dem Krieg hatten Alliierten ein Interesse am kulturellen Wiederaufbau der Stadt. Die Deutsche Oper sollte wieder aufgebaut werden. 1961, sechs Wochen, nachdem die DDR eine Mauer errichten ließ, eröffnete die Deutsche Oper Berlin (noch ein neuer Name) wieder ihre Pforten. Im Stil der 50er gebaut völlig schmucklos, mit riesigen Waschbetonplatten als Fassade und ohne Fenster zur Straße, waren die Berliner nicht besonders angetan von dem Äußeren ihrer Oper. Aber innen machte sie schon einiges her. Außerdem lockte die eingeschlossene Stadt interessante Künstler und Prominente an. Vor der Deutschen Oper steht eine  20 m hohe Stahlskulptur von Hans Uhlmann (1961) – “Schaschlikspieß” von den Berlinern genannt.

Der besondere Auftritt

1967 bekam die Deutsche Oper noch einen besonderen Auftritt. Am 2. Juni wurde der Schah von Persien in der Oper erwartet. 2000 Demonstranten standen schon auf der Bismarckstraße bereit, um gegen die damaligen Zustände im Iran zu protestieren. Die Berliner Polizei ging damals außerordentlich brutal vor und prügelte auf die Demonstranten ein. Sie verfolgten die Demonstranten und versuchten die Rädelsführer zu erwischen (intern nannte man das Fuchsjagd!) Benno Ohnesorg wurde bei dieser Jagd in einem Hinterhof wehrlos erschossen. Lange Jahre blieb der schießende Polizist K.H. Kurras straffrei. Die Erschießung wurde von verschiedenen Leuten vertuscht. Eine Gedenktafel wurde erst 1990! vor der Deutschen Oper aufgestellt. 2008! wurde eine Informationstafel vor dem Haus in der Krummestraße 66, auf dessem Hinterhof der tödliche Schuss abgegeben wurde, aufgestellt. Leider ist diese Tafel  heute ohne Pflege und in schlechtem Zustand.

Offenbar ein Ort, an dem Geschichte und Wirklichkeit nicht passen (dürfen).

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