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Mohnfeld im Nebel

Ein Schal wie ein Mohnfeld

Wie sollte ich dieses Projekt nur nennen. Mohnfeld kam mir in den Sinn, weil ich zuerst den dunkelsten Strang des Adventskalenders in den Händen hielt. Als ich aber die anderen Knäuel ansah, war ich mir nicht mehr so sicher. Vielleicht auch ein Mohnfeld im Nebel? Egal, wie man das Projekt nennt, es ist endlich fertig. Endlich, weil ich diese Wolle schon seit Jahren besitze.

Schon wieder ein Märchen

Es war einmal ein Wollgeschäft in den Hackeschen Höfen in Berlin Mitte. Da saß der tapfere Verkäufer Herr U. Immer wieder an einem Samstag gab es dort ein gemeinsames Stricktreffen. Es war immer sehr interessant und lustig. Laut und Lecker, denn es gab viel zu schnattern und viele leckere Kuchen. Und es sollte sich ergeben, dass der Herr U einen Adventskalender im Sommer anbot, der natürlich erst zur Weihnachtszeit da wäre. In dem Kalender sollten wunderschöne Stränge sein. Aber wie die aussehen würden, dass sollte eine Überraschung bleiben. Drei Grundfarben standen zur Auswahl. Die mutige Karminrot entschied sich für die Rote Variante. Und die flinke  Frau Kunzfrau traf die selbe Entscheidung. Die schlaue Betty, hielt sich zurück und dachte sich ihren Teil.

So begab es sich, dass der ersehnte Adventskalender kurz vor Weihnachten in den Besitz der Geblendeten überging. Eine passende Anleitung wurde sogar dazu geliefert und die Damen machten sich flugs ans stricken. Wie enttäuscht waren sie von der Form des zu erwartenden Tuches und auch die Farben versprachen nicht das zu sein, was sie erhofften. So wurden die Stränge erst zu einem halbfertigen Tuch, um schnell wieder in Knäuel verwandelt zu werden, die in eine große (Verschmäh-) Kiste wanderten.

Lange mussten sie in der Kiste schmoren, bis Karmirot eine neue Verwendung für sie fand. Bei ihrer Freundin, der vielseitigen Magda, fand die Strickerin ein schönes blaues Garn von der Wollnerin, das sehr schön zu dem Adventskalendergarn passen könnte. Magda gab es gerne, denn auch in ihren Kisten warten Schätze, das glaubst du nicht! Und so suchte Karminrot nach einem passenden Muster. Einen Schal wollte sie stricken. Viele Bücher und Projekte durchstöberte die Strickerin.

Doch nichts wollte ihr so recht gefallen. Bis sie über einen Musterschal stolperte, der viele verschieden Muster vereinte. Doch solch ein Werk gefiel ihr nicht. Aber das eine Muster, das war besonders schön und so wurde es mit der gut abgelagerten Wolle angestrickt. In Wellen breiten sich die Farben aus. Erst sind es nur kleine rote Punkte wie ein Mohnfeld, um immer mehr durch das Grau des Nebels zu schimmern und am Ende in seiner vollen Pracht zu erstrahlen.

Schwer liegt der Schal nun um den Hals von Karmirot. Und breit ist das Mohnfeld auch geworden. Aber genau so wollte es die Strickerin ja haben. Denn sie mag breite Schals, die man sich mehrmals um den Hals wickeln kann. Und so nahm das Märchen um die verschmähte und gewickelte Wolle ein gutes Ende.

Und willst du nun wissen aus welchem Material der Schal gestrickt wurde? Dann schau, was ich in den Eckdaten geschrieben habe.

Die Eckdaten:

Nadelstärke 4
Material:  Chestnut cabin “Winterzauber” und Merino-Silk von der Wollnerin
Größe: 240 cm lang und 50 cm breit
Gewicht: 275 Gramm
Zeit: Lustlose 5 Monate
wenn dir das Muster gefällt, dann findest du es hier (Inzwischen überarbeitet) Mohnfeld im Nebel

 

4+

Krönchen – Pullover

Ein Krönchen – Pullover

Es ist schon lange her, da konnte ich ein Krönchen ergattern. (Beginnen so nicht immer Märchen?)  Krönchen-Wolle von Schachenmayr/Regia. Leider bekommt man die Krönchen nicht in vielen Geschäften zu kaufen. Oft muss man sich die bestellen. Da lagen sie nun die Knäuel und natürlich wollte ich sie auch bald in ein schönes Projekt verwandeln. In dem Lamana Heft No.9 hatte ich einen Pullover entdeckt, der mir sehr gut gefallen hat.

die Krönchen-Wolle ist mit einem kleinen Anteil Seide versetzt und ich finde die Qualität viel zu Schade für die Füße. Nicht das ich meinen Füßen weiche Wolle nicht gönne, aber ich kann mir vorstellen, dass sich die Socken ziemlich schnell durchlaufen könnten. Einen Nachteil hat allerdings feine Wolle… sie pillt etwas, oder etwas mehr. Das habe ich schon auf verschiedenen Blogs gelesen. Für mich ist das kein Grund diese schöne Wolle nicht zu kaufen. Klick mal auf den Link, da ist man hinterher schlauer!

Ich trage meinen neuen Pullover tatsächlich sehr gerne, er ist super leicht und fluffig. Ich könnte ihn in der Waschmaschine waschen, was ich aber im allgemeinen mit meinen selbstgenadelten Kunstwerken eher weniger ausprobiere. Ich wäre todunglücklich, wenn der nachher nicht mehr so aussieht wie als er mir von den Nadeln fiel.

Woher kommt’s?

Das Model aus der Lamana habe ich nicht 1:1 nachgestrickt. Wäre ja auch ein Wunder, würden jetzt meine Strickfreundinnen Carina und Magda sagen. Nie strickt sie so, wie es in den Anleitungen steht. Immer macht sie etwas anders. Es liegt in diesem Fall ja schon mal daran, dass ich eine andere Nadelstärke und ein anderes Garn genutzt habe. Meines war etwas dünner und damit die Nadeln ebenfalls. Somit veränderte sich auch die Maschenzahl. Wieder einmal alles neu überdenken und umrechnen. Das mit mir, dem “Mathegenie”

Da klettere ich doch lieber durch Kinderspielplatzgeräte und lass andere sich den Kopf zerbrechen wie es gehen soll. Meine Taktik in solchen Fällen: Ich stricke einfach eine oder zwei Größen größer oder kleiner. Je nach Maschenprobe, die ich an den Wollbanderolen ablese. Ja, ich mache keine Maschenprobe, ich stricke meistens drauflos. Und bin damit schon seit Jahren (bevor es das schlaue Internet und die Foren gab), gut gefahren. Selten musste ich etwas aufribbeln. Erst seitdem ich mich verrückt machen lasse, ribbel ich öfter. Ich sollte wieder zurück zu mir selbst finden!

Nochmal zum Krönchen zurück

Das Garn ist mir aber auch so fein über die Finger gerutscht. Im Grunde strickte sich der Pullover fast von selber. Wenn mir dann nicht die Wolle ausgegangen wäre. Ich musste einige Zeit warten, bis ich Nachschub bekam. Wie gesagt, man findet nicht viele Geschäfte, die die Regia Krönchen Wolle verkaufen.

Und weil die Qualität so fein ist, lässt sich das gute Stück sogar ganz gut an kühlen Sommerabenden tragen. Jetzt höre ich schon wieder aus verschiedenen Kehlen, “Aber das ist doch Sockenwolle!” Mir macht es immer nichts aus, wenn die Wolle etwas kratzt. Ich mag die natürlichen Garne sehr. Aber die Krönchen-Wolle Silk kratzt mich gar nicht.

Die Eckdaten:

Model: Pullover No4 aus dem Lamana Heft No.9
Nadelstärke: 3,5
Top-Down (also von oben nach unten in einem Stück)
Garn: REGIA PREMIUM Silk (Feige, Rose Red und Ros)
Verbrauch: 315 Gramm
Zeit: von November bis Mai (Upps, doch so lange)

3+

Islandpullover (Buch) und neue Projekte

Islandpullover und neue Projekte

Ich glaube, ich hatte es schon einmal erwähnt, ich liebe Islandpullover. Oder noch besser, Pullover aus dem Hohen Norden. Ich mag einfach die schönen Muster, die man oben herum als Passe trägt. Sterne, Blumen Hirsche und was sonst noch Schönes. Mein Norweger, der inzwischen schon den echten Schnee gesehen hat und mein Lieblingsteil aus echter Islandwolle, werden mit Leidenschaft getragen. Wie sollte ich da an einem neuen Buch aus dem Hause EMF vorbeigehen können, ohne zuzugreifen.

Die Modelle darin haben mich sofort angesprochen. Klar, schon alleine die Farben. Und die Bilder sehen der Hammer aus. Die Autorin Wenke Müller, zeigt ihre Strickereien auch gerne bei Instagram. Auch bei Ravelry kann man ebenso einige schöne Sachen bewundern. Wenke Müller nahm sich mit 11 Jahren vor Strickmodelle zu entwerfen. Und das scheint ihr gelungen zu sein.

Das Titelmodell stand bei mir gleich ganz vorne auf der Liste. Der Islandpullover passt genau in mein Farbschema. Bis auf ein dunkles Braun, habe ich passende Wolle bei der Wollnerin ergattern können. Diese Farbe könnte ich auch mit einem Blau ersetzen, das ich vielleicht noch übrig habe. Denn aus dem BC-Garn habe ich mir schon einmal einen Pullover gestrickt

Lass mich mal zu dem Buch zurück kommen. 14 Pulloveranleitungen, 10 Accessoires (Mützen, Schal, Tuch, Stulpen) verführen dazu, sich mal mit in Runden stricken zu üben. Die Muster sind jetzt nicht so kompliziert, als dass man sich davor fürchten müsste. Zumal Wenke Müller schon gleich am Anfang erklärt wie es geht. Sie schreibt es, als würde sie neben dir sitzen. Die Pullover werden alle von Oben nach unten gestrickt. Der Vorteil, du kannst dein Gestricksel gleich anprobieren, testen, ob dir der Islandpullover passt. Ich finde das immer perfekt. Die wenigen verkürzten Reihen, die lernst du Ruckzuck, Die Autorin erklärt auch die Fadenhaltung bei dem Musterstricken. Allerdings empfehle ich, dazu ein Video bei YouTube zu suchen.

Auch schön an den Modellen ist, dass es Unisex-Modelle sind. Wenn man die Farben und die Maße anpasst, dann kann man sogar im “Partnerlook” gehen. Noch ein Vorteil der von Oben gestrickten Pullover ist, es gibt (fast) keine Nähte. Ich mag das Zusammennähen nicht unbedingt. Hier werden unter den Armen Maschen zusammengenäht…

Ich habe mir die Anleitungen bisher nur durchgelesen und noch keinen Fehler gesehen. Doch du siehst ja, die Wolle für das Titelmodell zappelt schon. (Oder bin ich es, die so aufgeregt ist und wieder alle anderen Projekte beiseite schiebt?) Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren und denke, es wird wieder ein Vergnügen sein, so einen Pullover zu stricken.

Schade, dass ich nicht mehrere Hände habe und/oder schneller stricken könnte. Mindestens noch drei Pullover würde ich mir nadeln wollen und dazu die passenden Mützen. Sollte noch etwas von der Wolle übrig bleiben, dann stricke ich mir zu dem Hjördis-Pullover (das Titelmodell) noch die Baskenmütze Sif. Aber jetzt lass mich mal loslegen. Ich werde berichten, wie sich das Buch, die Anleitung und die Wolle machen.

EMF-Verlag
Autorin Müller Wenke
ISBN 978-3-96093-511-7
Seiten 144
Hardcover,  Format 25,6 x 20,5 cm

2+

Damona, ein Tuch nach Birgit Freyer

Damona, eine keltische Prinzessin

Damona hört sich doch toll an! Ich musste direkt mal googlen, wer Damona gewesen sein soll. Damona war eine keltische Göttin. Sie war die Partnerin des Heilgottes Bormo. Damit ist dann auch meine Sucht nach der Namensforschung ausgereizt. Ich fand einfach nur die Anleitung toll, weshalb ich den MysteryKal von Birgit Freyer mit gestrickt habe. Ich mag keine Mysterys mehr, denn ich bin zu oft hineingefallen.

Bei dem Tuch hatte ich aber schon bei Marion gelinst. Und was ich da sah, gefiel mir so gut, dass ich in meinen Vorräten nachschaute, ob ich passende Wolle habe. Hatte ich tatsächlich. Lustigerweise sogar aus dem Hause Freyer. Filace Noble aus Kashmir, Merino… ein wirklich feines Garn in der Farbe Almonde. Als zweiter Faden kam dann das dunklere Setamo in Frage. Ein Garn aus 50% Seide, 50% Mohair.

Ziemlich fluffig das ganze. Und zusammen verstrickt, ein Träumchen. Das Tuch ist so luftig leicht, dass man es kaum merkt, wenn man es um den Hals legt. Das Tuch wird eigentlich mit einer Freyertypischen Spitze gestrickt. Ich mag ihre Spitzen-Tücher, aber in diesem Fall, fand ich es zu altbacken. Ich bin ja nun mal der sportlicher Typ.

Gestrickt habe ich das Tuch mit einer 4,5 Nadel. Es hat eine Bananenform und das Muster ist sehr einfach zu verstehen, wenn man die Spitze weglässt. Damit es nicht ganz zu einfach und schlicht ist, habe ich einen Mustersatz der Spitze mit eingefügt. Wenn du wissen willst, wie das Original aussieht, dann musst du mal hier schauen. Aber auch Marion ihr Tuch ist inzwischen fertig.

Ich kann dir nur sagen, ich bin sehr glücklich mit dem Tuch, so wie es ist. In der Kal-Gruppe bin ich allerdings etwas angestoßen damit, nicht das ganze Tuch zu stricken. “Es ist dann kein echtes Freyer-Tuch!”
Es hat auch so schon eine ordentliche Größe. 2,26 Meter lang und an der breitesten Stelle ist es auch ohne die Spitze 67 cm. Das reicht mir völlig aus.

Das Damona-Tuch hat noch einen lustigen Effekt, der mir am Anfang gar nicht aufgefallen ist. Das Mohairgarn war am Anfang etwas dünner. Warum auch immer es wie ein Spinnenfädchen aussah, keine Ahnung. Aber das hat zur Folge, dass es über die Hälfte des Tuches heller scheint und erst zum Ende hin einen kräftigeren Ton bekommt. Hoffentlich geht es mir im Laufe der Zeit dort, an den dünnen Stellen nicht kaputt.

Zusammenfassung

Größe 226 cm lang 67 cm tief
Wolle Filace Biagoli Noble 44 Gramm verbraucht
Filace by Birgit Freyer Setamo  ca 50 Gramm verbraucht
Nadel 4,5
Anleitung Birgit Freyer Damona 

5+

Molly, eine Strickjacke nach Cocoknits

Molly, eine Strickjacke nach einem Muster von Cocoknits

Molly ist fast wie der Klimaschal. Kannst du dich an den Klimaschal erinnern? Der Schal, der einem bewusst macht, wie sich das Wetter in den Letzten 100 Jahren verändert hat. Den hatte ich aus Merinowolle von Schachenmayr gestrickt.

Diese Jacke habe ich nun aus den Resten vom Klimaschal gestrickt. Einige Knäuel sind damals übrig geblieben. Viel zu schade, um sie einfach in den Geheimkisten vergammeln zu lassen. Das Merinogarn strickt sich richtig schön. Die Anleitung stammt aus dem Buch Cocoknits von Julie Weisenberger.  Julie Weisenberger strickt ihre Pullover allerdings in großen Nadelstärken. Was ich eher selten tue. Ich musste das Muster somit etwas anpassen. Das traue ich übrigens jedem zu, der schon etwas Strickerfahrung hat. Im Zweifel muss man eben etwas ribbeln.

Julie Weisenberger hat es wirklich drauf, tolle Schulterpartien zu entwerfen. Ich mag diese Sattelschulter. Die Jacke wird von oben nach unten gestrickt. Mit verkürzten Reihen schafft sie es, den Nacken mit mehr Stoff zu bedecken. Die Anleitung ist etwas kompliziert, aber dadurch, dass  Julie Weisenberger Videos anbietet, kommt man schnell hinter das Geheimnis. Die Raglanschräge trägt ebenfalls dazu bei, dass sich die Jacke ganz fein trägt.

Durch das Coronagedöns bin ich noch nicht zu einem Knopfgeschäft gekommen, um mir die passenden Knöpfe zu besorgen. 7 Stück, würde ich gerne haben wollen, am liebsten in den passenden bunten Farben. Christina hatte mir ganz schöne Knöpfe geschickt, aber die passen nicht so ganz. Die Knöpfe werden aber bestimmt eine andere Verwendung finden. Anfangs hatte ich etwas Zweifel, dass mir eine solche bunte Jacke stehen würde. Aber im Moment mag ich sie fast gar nicht mehr ausziehen.

Tatsächlich ist sie auch gar nicht so warm, wie man denken könnte. Das Merinogarn ist richtig angenehm zu tragen. Solltest du dir aus dem selben Garn etwas stricken, dann kann ich dir nur empfehlen, entweder  du strickst etwas fester oder gleich eine Nummer kleiner. Denn wenn du diese Wolle von Schachenmayr wäschst, wird das Strickstück größer werden. Die Jacke hat insgesamt bestimmt in jede Richtung 3-4 cm zugelegt.

Das macht aber nichts. Im Gegenteil, jetzt passt sie um so besser. Ich habe doch ein paar Kilos zugelegt und selbst wenn ich sie wieder los bin, dann sieht die Jacke immer noch gut aus.

Zusammenfassung

Nadelstärke: 4,5
Wolle: 450gr Schachenmayr Merino Extrafine 120 (Reste)
Anleitung:  von Julie Weisenberger (Cocoknits)  Molly” 
Bilder: Stricknerd

3+

Fiona, ein auberginer Mantel

Fiona

Fiona ist mein neuer Mantel. Ein Mantel aus Merinowolle und einem Fädchen Alpaka. Als ich die Anleitung in dem Buch Edle Maschen gesehen habe, wollte ich genau diesen Mantel stricken. Nur fehlte mir die passende Wolle. Ha, es wäre ja wohl auch was, wenn ich genau die richtige Wolle in meinem geheimen Kisten hätte.

Durch einen Zufall bekam ich von einer Freundin dann aber einen Sack auberginer Merinowolle von Schachenmayr. Kaum, dass ich das Paket in der Hand hielt, dachte ich an den Mantel. Wie fein der damit aussehen würde. Ich hatte aber scheinbar die Anleitung wieder einmal nicht ganz gelesen. Die Nadelstärke wich um einiges von dem ab, was auf der Banderole der Merinowolle stand.

Doppelfädig!

Eigentlich wird der nämlich mit 6er Nadeln gestrickt. Und mit zwei Fäden. Was ich überhaupt nicht bedacht hatte, der wird mit dem Merino richtig schwer! Wie gesagt, ich habe es nicht bedacht und fand bei Simply Stitch in Pankow ein passendes Alpacafädchen. Die Farben waren wie füreinander gemacht. Kaum war ich wieder zu Hause, schlug ich schon die ersten Reihen an. In Krausrechts, ging es recht zügig voran. Ich strickte mit 5,5 Nadeln.

Ganz schick finde ich die eingestrickten Kanten. Durch Hebemaschen setzten sie sich fein auf dem Strickstück ab. Als ich mit dem Mäntelchen dann fast fertig war, die Ärmel hatte ich noch nicht gestrickt, zog ich es kurz über und …er war zu eng! ich hatte mich vermessen. Wie ärgerlich. Also ribbelte ich das ganze Teil wieder auf und schlug eine Größe größer an. Alles auf Anfang. Irgendwann hatte ich dann die größere Variante fertig gestrickt. Mit ribbeln, habe ich fast zwei Monate dafür gebraucht..

Knopf und Co

Eigentlich hat das Original Knopflöcher. Bei meinem Mantel habe ich darauf verzichtet und will mir Knebelknöpfe dafür machen. Die Knopflöcher haben mir nicht gefallen, zerstören sie die Optik.
Der Mantel war nun also fertig. Aber irgendwie sagte er mir nicht zu. Irgend etwas störte mich. In so einem Fall, lasse ich meiner Irma la Douce den Vortritt, zog es meiner Schneiderpuppe über. Der Mantel ist zu schwer! Auf Irma la Douce Schultern, zog er sich immer mehr in die Länge. Das Originalgarn ist dagegen federleicht!!!

Siehst du, wie der Mantel über meiner Brust sich in die Länge zieht? Ich bin wirklich versucht das ganze ein zweites mal zu ribbeln und mir stattdessen das passende Federleichtgarn zu besorgen. Was meinst du? Ich denke, dass ich diesen Mantel niemals anziehen werde und dass, sollte ich ihn tragen, er immer länger wird.

Eckdaten

Nadeln 5,5
Wolle: Merino extrafine 120GGH Suri Alpaka
Anleitung: Edle Maschen aus dem Topp Verlag
Zeit: viel zu viel
Gewicht: 800 Gramm
Fotografin: Magda

5+