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Bunte Jacke stricken mit Cocoknits

Cocoknits, tolle Anleitungen in einem Buch gebündelt

Kennst du Cocoknits? Das ist das Label von Julie Weisenberger. Eine Designerin, die ihre Pullover in einem Stück strickt. Und nun gibt es ein Buch auf deutsch, mit ihren Anleitungen. Ich mag ihre Strickpullis und habe schon immer ein Auge darauf geworfen. Mit dem Buch habe ich mir einen Traum erfüllt. Es sind ja nicht nur die schönen Anleitungen, die mich verzaubert haben. Schon die ganzen Kleinigkeiten, die aus dem Hause Cocoknits kommen, kribbeln mich in den Fingern. Aber das habe ich ja schon hier geschrieben...

Cocoknits, Pullover stricken in einem Stück

Das ist der Titel, den das Buch aus dem Stiebner Verlag trägt. Das Buch ist ziemlich groß, fasst sich ein wenig gummiert an. Die Seiten lassen sich gut offen halten, was ich immer sehr wichtig finde, wenn man ein Muster nachstricken möchte. Blöd, wenn dann immer die Seiten wieder zuklappen. Auf den ersten Seiten stellt die Autorin einige ihrer nützlichen Tools vor. Beschreibt aber auch, dass man gut mit den Dingen arbeiten kann, die man schon zu Hause hat.
Julie Weisenberger erklärt ihre ganz eigene Methode, einen Pullover von oben nach unten zu stricken. Und das sogar richtig gut verständlich, so dass ich es fast einem Anfänger in die Hände drücken würde. Warum ich es dann doch nicht tun würde, kommt etwas später.

Die Anleitung ist toll bebildert und verständlich beschrieben. Auf der letzten Seite findet man die passende Vorlage, um Zu- und Abnahmen der vorgegebenen Anleitungen einzutragen. In dem Shop von Cocoknits kann man sich einen Block mit der Vorlage auch noch extra bestellen. Aber eine Kopie drucken, ist wohl in dem Fall etwas einfacher und schneller bewerkstelligt. Julie beschreibt, wie man die Anleitung in die Vorlage einschreibt. Dabei bin ich etwas gestrauchelt. Ich dachte, dass ich schon ab der ersten Masche die Vorlage ausfüllen muss. Aber das kommt erst, wenn man die Schulterpasse fertig gestrickt hat.

Was ich auch sehr schön finde ist, dass Julie sich Gedanken zu den verschiedenen “Bauarten” von uns Strickerinnen gemacht hat. Denn nicht jede von uns hat ein Modell-Maß. Darauf geht sie mit sehr logischen Beschreibungen ein. Kleine Bildchen, sehr schematisch, untermalen die Texte dabei noch etwas. Das heißt also, dass eine schlanke, kurze Gestalt einen anderen Pullover anziehen sollte, als eine dicke, lange. Mit einigen Tricks kann man daraus seinen passenden Pullover stricken.

Auf den letzten Seiten des Buches, findet man zum Abschluss die besonderern Zu- und Abnahmen. Einige spezielle Tricks, wie man zusammen näht oder sonstige Ideen. Prima erklärt und wieder bebildert. Und wer es ganz genau wissen möchte, kann auf Youtube nach dem entsprechenden Tricks suchen. Einfach Cocoknits eingeben und man wird fündig.

Nun zu den eigentlichen Modellen

Sieben wandelbare Modelle stehen zur Auswahl. Schicke Teilchen, die ich am liebsten alle stricken möchte. Einziges Manko… sie sind, bis auf ein Modell, alle mit dicken Nadeln gestrickt. Schade, dass es da keine Umrechnungstabelle oder so etwas ähnliches gibt. Julie Weisenberger betont zwar, dass man auf ihrer Seite nach einem Ersatzgarn schauen kann, aber dass manch eine von uns lieber mit dünneren Nadeln und einem feineren Strickbild stricken möchte, wird nicht berücksichtigt.

Ich habe mir das Modell Molly vorgeknöpft. Ich hatte von meinem Klimaschal noch so einiges an Wolle übrig. Damit würde ich mir eine fröhliche Strickjacke nadeln. Erstes Handicap, war wie gesagt, die dünnere Wolle. Jemand der stricken kann, kann sich anhand der Maschenprobe seine Strickerei passend rechnen. Dann bin ich, wie gesagt, über die Vorlage gestolpert. Die Maschenzu- und abnahmen werden erst nach der Passe eingetragen. Die Anleitung fand ich dann auch an manchen Stellen zu undurchsichtig. Da ich keine englische Anleitung hatte, kann ich nicht sagen, ob das ein Übersetzungsfehler ist, oder ob die Designerin das immer so macht. Damit wäre auch geklärt, warum ich die Anleitung nur einem Profi geben würde. Aber Profis arbeiten eher weniger mit so dickem Garn.

Was zählt, ist allerdings das, was hinten heraus kommt. Und das ist eine schicke Jacke mit einer super Passe und Schultern, die auf jeden Fall prima passen. Ich bin zufrieden, dieses Buch in den Händen gehabt zu haben. Und vielleicht besorge ich mir doch noch eine dickere Wolle und stricke ein Original mit Nadelstärke 8!

2+

Wirbeldecke, Flowerpower oder der Frühling kommt

Wirbeldecke und Flowerpower

Mit der Wirbeldecke läute ich jetzt mal den Frühling ein. Eine Breitseite Flowerpower… Nachdem das Wetter sich aufführt wie im April, habe ich beschlossen, dass es dann auch Frühling sein kann. Als ich versucht habe die Bilder zu machen, zogen immer wieder dicke graue Wolken auf und ließen wahlweise Regen, Schnee, Graupel oder was weiß ich noch auf mich nieder tropfen.

Aber wenn die Sonne sich kurz zeigte, dann leuchten meine gestrickten Wirbel förmlich auf. Und siehst du, die feinen wirbeligen (Blumen) Löcher? Seit ich diese Decke begonnen habe, habe ich immer wieder darüber gestaunt, wie hübsch die aussehen. Seit FÜNF Jahren, stricke ich nun schon an der Wirbeldecke. Es stecken 177 Stunden Arbeit in den hübschen Wirbeln und 3654 Meter Sockenwolle.

Dabei fühlt sie sich auch gar nicht so schwer an. Um es genau zu sagen, wiegt sie 840 Gramm. Das ist doch fast gar nichts. Ich decke mich sehr gerne mit ihr zu. Obendrein hat sie die Form eines Hexagons. Weshalb mein Kerl, am anderen Ende vom Sofa, auch noch einen Platz unter der Decke findet. Einmal quer gemessen, ist sie 180 cm breit. An den Seiten hat sie jeweils 100 cm.

Flowerpower

Warum ich sie jetzt nun unbedingt fertig machen wollte, lag an dem Monatsmotto von Andrea, der Zitronenfalterin. Da geht es um Flowerpower. Um das Aufhellen nach einem trüben Winter. Und das kann meine Decke. Sie ist einfach ein Stimmungsaufheller. Jeder Wirbel ein Sonnenschein.

Eigentlich heißt die Decke ja ganz anders. Aber seit Jahren nenne ich sie nun schon so. Farbwirbel Decke oder Modular Afghan. Sie wurde im Ursprung mit Norogarn gestrickt. Das Muster findest du in einem Buch von Noro. Farbe bekennen (Stricken mit Noro-Garnen), heißt es. Es ist im OZ Verlag erschienen. Aber auch das ist schon eine Weile her, weshalb man dieses Buch vermutlich nur noch gebraucht bekommen kann.

Ist das ansteckend?

Ich denke schon! Manchmal ist es einfach ansteckend, wenn andere sehen, was man so strickt. Ich habe die Schlemmerstrickerinnen mit der Wirbeldecke infiziert. Bei einem unserer Treffen, das ist auch schon eine laaange Weile her, brachten alle ihre Sockenwollreste mit und strickten einen Wirbel nach dem anderen. Dabei braucht ein Wirbel (bei mir) 32 Minuten. Ich habe es gemessen. Man strickt ihn mit 4 Nadeln. Chrissi hat es, glaube ich, mit einer Rundstricknadel versucht.

Allerdings weiß ich nicht, was bei meinen Schlemmerstrickerinnen daraus geworden ist. Mir ist so, als hätte Marion gesagt, dass sie auch wieder daran stricken möchte. Und Betty? Dann habe ich ganz vergessen, dass auch Magda diese Decke angenadelt hatte. Aber in ihrem Umzugsgedöns sind noch nicht alle Kisten befreit. Vielleicht taucht sie irgendwann wieder auf.

Die Decke lag nun schon so lange zwischen meinen Unfinished Objects (UnFertigen Objekten), dass ich sie auch getrost bei Annettes UFO-Linkparty einstellen kann. Fünf Jahre wuchs sie heimlich vor sich hin. Im Sommer, kann man sie kaum auf dem Schoß aushalten, weil sie wirklich warm ist. Aber soll ich dir was sagen? Ich werde weiterhin an ihr stricken. Immer mal ein bisschen. Ich habe ja noch so viele Sockenwollreste.

Noch einmal die Eckdaten

  • 3,5 Nadelspiel (Ich vorzugsweise aus Holz) aber nur 4 Nadeln
  • 3654 Meter Sockenwolle
  • 870 Gramm (zur Zeit!)
  • 177 Stunden Arbeitszeit (oder fünf Jahre)
  • pro Wirbel 32 Minuten
  • 332 Wirbel
  • Anleitung von Anna-Beth Meyer-Graham (Farbe bekennen)
7+

Mein Norweger war in Tirol, Ein Pullover auf Reisen

Mein Norweger in Tirol

Mein Norweger war in Tirol. Vor langer Zeit hatte ich dir einen Norweger Pullover gezeigt, den ich gestrickt habe. Jetzt kann ich dir zeigen, wem er eigentlich auf den Leib gestrickt wurde.

Ich fand ja, dass mir der Norweger schon gut gestanden hat. Aber Patrick macht eine noch wesentlich bessere Figur in den guten Stück. Und das auch noch in Tirol. Schnee als Hintergrund und ein strahlen im Gesicht! Da wirkt mein Werk gleich doppelt. Sieht er nicht toll aus? (Patrick, sowie der Pullover!)

Voller Stolz wird er getragen. Nach seinem Urlaub erzählte mir Patrick, wie ihn die Leute auf den Pulli angesprochen hätten. Das macht mich doppelt stolz. Ich finde, er macht wirklich eine prima Figur. Die Fotos sind übrigens von einer befreundeten Fotografin der beiden Urlauber. Hach, so schöne Schneebilder.

Diese Bilder hätte ich gerne selber gemacht. Doch die Berge sind einfach zu weit von Berlin entfernt. So muss ich mich mit den vorzüglichen Bildern zufrieden geben, die mir Patrick zur Verfügung gestellt hat.

Tirol ist eine tolle Kulisse

So manchen Pullover könnte man in den Bergen so schön zur Schau stellen. Und wenn ich mir die Bilder so anschaue, bekomme ich regelrecht Lust mir einen neuen Norweger für mich selber zu stricken. Hast du ein schickes Muster für mich? Letztens habe ich schon ein Buch gesehen, das mir gefallen könnte, dabei handelt es sich aber im Isländische Muster. 

Isländische Muster mag ich auch sehr gerne. Aus Lopi Wolle hatte ich mir einen tollen Pullover gestrickt den ich immer noch gerne trage. Die grobe Wolle ist auch sehr robust und so manch einer würde diese Wolle nicht gerne am Körper tragen. Aber je öfter man die trägt, um so weicher wird das gute Stück.

In Berlin wird es inzwischen Frühling, dafür könnte der Pullover jetzt ein bisschen zu warm sein. Ich freue mich jedenfalls sehr, dass der Pullover so große Freude ausgelöst hat. 

3+

Winterlinge, oder gestrickte Handschuhe

Ich nenne sie Winterlinge

Meine Winterlinge, ein paar Handschuhe, die habe ich mir schon im Herbst gestrickt. Es ist nicht das erste mal, dass ich mir Handschuhe gestrickt habe. Eigentlich stricke ich jedes Jahr wieder welche. Diese sind allerdings aus einem besonderen Garn.
Die Fliegenden Kiwi hat angefangen Wolle zu färben. Als ich das mitbekam, und ihre Bilder auf Instagram sah, wollte ich ihr Garn einfach mal ausprobieren. Da Die fliegende Kiwi in Berlin praktiziert und ich sie auch schon bei der Wollnerin des öfteren getroffen habe, habe ich sie direkt auf ihr Garn angesprochen. Man kann ihr aber auch eine Direktnachricht bei Instagram schicken.

Die Wolle

Die Winterlinge sind mit einem Merino Socken Woll Garn, mit dem typischen Polyester Anteil, gestrickt und fühlen sich mega weich an. Die Färbung erinnert mich ein wenig an eine Tigerente. Kennst du die noch? Gestrickt habe ich sie von den Fingerspitzen herunter. Also erst jeden Finger einzeln stricken und dann auf einem Nadelspiel, bis auf den Daumen zusammenstricken. Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Wenn man an dem Daumen-Winkel angekommen ist, dann werden ein paar Maschen extra angestrickt, um sie dann so nach und nach zu einem Keil wieder zusammen zu stricken. Hört sich wieder kompliziert an, ist es immer noch nicht.

Sind dann genügend Maschen auf den Nadeln,  um das du bequem in den Handschuh schlüpfen kannst, kommt das Büchen dran. Aber immer daran denken, dass du die Handschuhe keinesfalls verlieren möchtest. Also ruhig entweder die Nadelstärke wechseln oder noch zwei Maschen weniger auf den Nadeln parken… Das Bündchen solltest du möglichst lang stricken. Es ist schöner, wenn die Handschuhe bis über die Pulsadern reichen. Es wärmt einfach noch mal etwas mehr. Lustige Zöpfchen oder einfach rechts-links, das bleibt dir überlassen. Auch die Handrücken, könnte man mit einem schönen Muster verzieren.

In dem Handschuhbuch finden sich dazu ganz tolle Ideen. Das Garn von fliegende Kiwi hat sich super verstrickt. Es ist auch noch ein kleiner Rest übrig geblieben. Daraus habe ich ein paar niedliche Babysöckchen gemacht. Die Nachbarin hat sich gefreut.  immer noch hatte ich etwas übrig. Tatsächlich hat so ein Strang ja auch einige Meter, und Handschuhe brauchen keine ganzen knappen 400 Meter.

Ach übrigens, jetzt wo es so kalt ist, trage ich zwei handgestricke Handschuhe übereinander. Das ist richtig warm. So jetzt gibt es wieder ein paar Eckdaten.

Nadelstärke: 3,0
Verbrauch: 52 Gramm
Wolle: Sockenwolle Merino/Polyester
Strickzeit: nicht lange 😄
Muster: Erfahrung

3+

Sonrae, meine erste Pulloverliebe 2020

Meine Pulloverliebe 2020 startet mit dem Sonrae. Nach einem Muster von Jennifer Steingrass. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen hatte mich meine Freundin Magda (übrigens schade, dass sie so wenig bloggt!), auf einen Teststrick aufmerksam gemacht. Nun wusste sie eigentlich, dass ich keine Teststrick’s mehr mitmachen möchte. Allerdings wusste sie auch, dass ich die Pullover von Jenny Steingrass sehr liebe. Der Gardengate ist zur Zeit meine große Liebe. Es hat mich schon sehr gereizt, an dem Stricktest teilzunehmen.

Es haben sich sehr viele Strickerinnen beworben. Meine Hoffnung war eher gering. Als dann die Nachricht kam, dass ich dabei bin, habe ich einen kleinen Freudentanz aufgeführt. In meinem Wollvorrat hatte ich ein Garn, das ich ganz passend fand. Es fehlte nur das Kontrastgarn. Das Geilsk Tynd uld wird nicht in vielen Läden meiner Stadt verkauft. Das Garn aus meinem Vorrat stammt von der Eröffnung bei Yarn over Berlin. Die verkaufen es aber nicht mehr.

Ein Geschäft in Tempelhof, die Wolleria, hat die Firma im Sortiment. Der Kerl war so lieb, mit dorthin zu fahren. Aber leider gab es nicht die Qualität, die ich haben wollte. Ein anderer Laden hatte ebenfalls Geilsk Tynd uld Wolle im Angebot. Allerdings liegt der Wollwind auf der anderen Seite der Stadt, in Tegel. Dem Kerl schien aber kein Weg zu weit, um mich glücklich zu machen.

Im Wollwind wurde ich fündig. Und nicht nur das, ich habe meinen Wollvorrat mit noch mehr Knäuel von dieser Wolle wieder aufgefüllt. Dabei wollte ich doch reduzieren! Das Orange-Rote Garn passt für mich perfekt zu diesem erdbraunen Ton. Übrigens ist das Garn nicht kuschelig! Es ist eine robuste Wolle, die erst mit dem Tragen und dem Waschen weicher wird! Meine Maschenprobe, ich hab vorsichtshalber mal eine gemacht!, passte nicht ganz zu der von Knit.Love.Wool (Jennifer Steingrass). Ich habe einfach eine Größe größer gestrickt. Das mache ich meistens so, wenn ich mehr Maschen habe, als in der Anleitung angegeben, dann suche ich mir den passenden Brustumfang heraus und vergleiche es mit der Maschenprobe. Es geht eigentlich immer auf.

In der Teststrickgruppe ging es leider nur auf Englisch zur Sache. Zum Glück hatte Magda mir versprochen zu helfen. Ich war deshalb etwas wortkarg. Aber ich habe auch keine Fehler gefunden! Allerdings habe ich mir die Worte von Marion zu Herzen genommen, die nämlich am Strickbild beim Gardengate festgestellt hat, dass ich die Nadelgröße verändert hatte. So wie es in der Anleitung auch angegeben ist. Ich verzichtete gleich darauf. In der Testgruppe des Sonrae wurde geribbelt, da die Passe, bei einigen Strickerinnen aufgrund des Nadelwechsels zu lang wurde. Jennifer hat den Nadelwechsel aus der Anleitung genommen.

Ich hatte noch so viel wie von dem Kontrastgarn übrig, dass ich auch noch am Bund ein Musterteil gestrickt habe. Die Teststrickerinnen haben alle recht individuelle Modelle gestrickt. Mal mit Dreiviertelarm, Kurzarm, mit mehr Muster oder weniger. Jenny Steingrass ist da nicht zu streng. Das war sehr sympathisch. Ein schöner Teststrick! Ein Pullover, der sich in meine Pulloverliebe 2020 einreihen darf.

Die Eckdaten für den Sonrae:

  • Nadelstärke 3,5 durchgängig
  • Verbraucht 932.8 meter = 162 gr Braun, 215.3 meter = 37 grams Orange/Rot
  • 3 Wochen gestrickt
  • Muster Jennifer Stengrass
  • Von oben, in einem Stück gestrickt
  • Fotografin Magda

Verlinkt mit Maschenfein – Auf den Nadeln im Januar

5+

Gardengate Sweater oder Gartentörchen Pullover

Der Gardengate Sweater

Es ist schon eine Weile her, da sah ich das Muster von einem Pullover bei Instagram. Den wollte ich unbedingt stricken. Mit einer wunderschönen Rundpasse, so wie ich Pullover gerne mag. Das Muster stammt von  Jennifer Steingass.

Sie hatte ihren Pullover mit einer Merino-, Seide-, Flachswolle gestrickt. Eine Fingering Qualität. Ich hatte mir Krönchenwolle von Schachenmayr ausgesucht. Eigentlich eine Sockenwolle, mit einem Yakwollenanteil. Ich mag Sockenwolle gerne, denn so kann man im Zweifel einen Pullover auch mal in der Waschmaschine waschen, ohne dass sich das Gestricksel verzieht.

Der Pulli wird von oben gestrickt. Anfangs sind nicht so viele Maschen auf der Nadel, aber nach ein paar Runden, hat man schnell über 300 Maschen in einer Runde vor sich. Aber alleine durch das Muster, hat man nicht das Gefühl, dass es langweilig wird. Hast du schon mal zweifarbig gestrickt? Ich habe mir schon bei meinem Norweger ein Video angesehen, wie ich die Fäden gleichzeitig halten und stricken kann.

Meine Wolle hatte ich bei der Wollnerin in Schöneberg gekauft. Sie hatte doch noch einen Strang von Zauberwiese, in wunderschönen bunten Farben aus ihrem Stash im Angebot. Ich hatte mich so in diesen Wollstrang verliebt, dass ich ihn in der Passe des Gardengate eingearbeitet habe. Aber nachdem ich die Passe zur Hälfte fertig hatte, fand ich es so unruhig, dass ich ganz verzweifelt war. Und dann auch noch Wochenende…

In meiner Verzweiflung bin ich ganz schnell noch zu LaLaine in der Kantstraße gefahren. Die Verkäuferinnen waren so lieb und haben mich mit einem Knäuel Zauberball von Schoppel überzeugt. Ribbeln kann ich! Und ganz schnell, wieder neu stricken. Damit war ich glücklich! Schau mal, wie schön der Farbverlauf ist.

Eigentlich hat das Original einen normalen Bündchenrand. Also 2 Maschen rechts, 2 Maschen links. Fand ich langweilig. Ich habe das Muster am Ärmel aufgegriffen und am unteren Rand zur Hälfte gestrickt. Sieht doch wirklich schön aus. Der Rand ist dann mit einem doppelten Faden abgekettet, damit der Rand sich nicht rollt. Macht er auch nicht, nachdem ich den Pulli gebadet habe.

Verbraucht habe ich fast 3 Knäuel Krönchenwolle, und der Zauberball ist auch nicht aufgebraucht. Gestrickt habe ich mit 3,25er , 3,5er und das Muster mit einer 4er Nadel. Die Anleitung ist gut verständlich, auch wenn auf englisch. Am Ende blieb mir nur noch, wie setze ich den Pullover am besten in Szene!

Da habe ich aber meine Magda! Meine Haus und Hoffotografin. Sie dachte sich, auf einem Friedhof, da gibt es bestimmt tolle Zäune. Sie hatte recht. Inzwischen fällt es mir auch immer weniger schwer, mich vor der Kamera zu bewegen und ein bisschen fühlte ich mich wie ein Model. Dreh dich mal, schau mal da hin… Anweisungen, die ich immer besser verstehe. Nebenbei macht es so ein Spaß, dass ich immer wieder Lachanfälle bekomme.

Das Tuch, das ich dabei habe, ist schon ziemlich alt. Es ist der Luftsprung aus einem Frida Fuchs Garn. Die Farben passen  perfekt zu dem Gardengate.
Das Wetter passt gerade. Meinen neuen Pulli werde ich auf jeden Fall mit Freude tragen.

6+