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Mein Norweger war in Tirol, Ein Pullover auf Reisen

Mein Norweger in Tirol

Mein Norweger war in Tirol. Vor langer Zeit hatte ich dir einen Norweger Pullover gezeigt, den ich gestrickt habe. Jetzt kann ich dir zeigen, wem er eigentlich auf den Leib gestrickt wurde.

Ich fand ja, dass mir der Norweger schon gut gestanden hat. Aber Patrick macht eine noch wesentlich bessere Figur in den guten Stück. Und das auch noch in Tirol. Schnee als Hintergrund und ein strahlen im Gesicht! Da wirkt mein Werk gleich doppelt. Sieht er nicht toll aus? (Patrick, sowie der Pullover!)

Voller Stolz wird er getragen. Nach seinem Urlaub erzählte mir Patrick, wie ihn die Leute auf den Pulli angesprochen hätten. Das macht mich doppelt stolz. Ich finde, er macht wirklich eine prima Figur. Die Fotos sind übrigens von einer befreundeten Fotografin der beiden Urlauber. Hach, so schöne Schneebilder.

Diese Bilder hätte ich gerne selber gemacht. Doch die Berge sind einfach zu weit von Berlin entfernt. So muss ich mich mit den vorzüglichen Bildern zufrieden geben, die mir Patrick zur Verfügung gestellt hat.

Tirol ist eine tolle Kulisse

So manchen Pullover könnte man in den Bergen so schön zur Schau stellen. Und wenn ich mir die Bilder so anschaue, bekomme ich regelrecht Lust mir einen neuen Norweger für mich selber zu stricken. Hast du ein schickes Muster für mich? Letztens habe ich schon ein Buch gesehen, das mir gefallen könnte, dabei handelt es sich aber im Isländische Muster. 

Isländische Muster mag ich auch sehr gerne. Aus Lopi Wolle hatte ich mir einen tollen Pullover gestrickt den ich immer noch gerne trage. Die grobe Wolle ist auch sehr robust und so manch einer würde diese Wolle nicht gerne am Körper tragen. Aber je öfter man die trägt, um so weicher wird das gute Stück.

In Berlin wird es inzwischen Frühling, dafür könnte der Pullover jetzt ein bisschen zu warm sein. Ich freue mich jedenfalls sehr, dass der Pullover so große Freude ausgelöst hat. 

3+

Sonrae, meine erste Pulloverliebe 2020

Meine Pulloverliebe 2020 startet mit dem Sonrae. Nach einem Muster von Jennifer Steingrass. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen hatte mich meine Freundin Magda (übrigens schade, dass sie so wenig bloggt!), auf einen Teststrick aufmerksam gemacht. Nun wusste sie eigentlich, dass ich keine Teststrick’s mehr mitmachen möchte. Allerdings wusste sie auch, dass ich die Pullover von Jenny Steingrass sehr liebe. Der Gardengate ist zur Zeit meine große Liebe. Es hat mich schon sehr gereizt, an dem Stricktest teilzunehmen.

Es haben sich sehr viele Strickerinnen beworben. Meine Hoffnung war eher gering. Als dann die Nachricht kam, dass ich dabei bin, habe ich einen kleinen Freudentanz aufgeführt. In meinem Wollvorrat hatte ich ein Garn, das ich ganz passend fand. Es fehlte nur das Kontrastgarn. Das Geilsk Tynd uld wird nicht in vielen Läden meiner Stadt verkauft. Das Garn aus meinem Vorrat stammt von der Eröffnung bei Yarn over Berlin. Die verkaufen es aber nicht mehr.

Ein Geschäft in Tempelhof, die Wolleria, hat die Firma im Sortiment. Der Kerl war so lieb, mit dorthin zu fahren. Aber leider gab es nicht die Qualität, die ich haben wollte. Ein anderer Laden hatte ebenfalls Geilsk Tynd uld Wolle im Angebot. Allerdings liegt der Wollwind auf der anderen Seite der Stadt, in Tegel. Dem Kerl schien aber kein Weg zu weit, um mich glücklich zu machen.

Im Wollwind wurde ich fündig. Und nicht nur das, ich habe meinen Wollvorrat mit noch mehr Knäuel von dieser Wolle wieder aufgefüllt. Dabei wollte ich doch reduzieren! Das Orange-Rote Garn passt für mich perfekt zu diesem erdbraunen Ton. Übrigens ist das Garn nicht kuschelig! Es ist eine robuste Wolle, die erst mit dem Tragen und dem Waschen weicher wird! Meine Maschenprobe, ich hab vorsichtshalber mal eine gemacht!, passte nicht ganz zu der von Knit.Love.Wool (Jennifer Steingrass). Ich habe einfach eine Größe größer gestrickt. Das mache ich meistens so, wenn ich mehr Maschen habe, als in der Anleitung angegeben, dann suche ich mir den passenden Brustumfang heraus und vergleiche es mit der Maschenprobe. Es geht eigentlich immer auf.

In der Teststrickgruppe ging es leider nur auf Englisch zur Sache. Zum Glück hatte Magda mir versprochen zu helfen. Ich war deshalb etwas wortkarg. Aber ich habe auch keine Fehler gefunden! Allerdings habe ich mir die Worte von Marion zu Herzen genommen, die nämlich am Strickbild beim Gardengate festgestellt hat, dass ich die Nadelgröße verändert hatte. So wie es in der Anleitung auch angegeben ist. Ich verzichtete gleich darauf. In der Testgruppe des Sonrae wurde geribbelt, da die Passe, bei einigen Strickerinnen aufgrund des Nadelwechsels zu lang wurde. Jennifer hat den Nadelwechsel aus der Anleitung genommen.

Ich hatte noch so viel wie von dem Kontrastgarn übrig, dass ich auch noch am Bund ein Musterteil gestrickt habe. Die Teststrickerinnen haben alle recht individuelle Modelle gestrickt. Mal mit Dreiviertelarm, Kurzarm, mit mehr Muster oder weniger. Jenny Steingrass ist da nicht zu streng. Das war sehr sympathisch. Ein schöner Teststrick! Ein Pullover, der sich in meine Pulloverliebe 2020 einreihen darf.

Die Eckdaten für den Sonrae:

  • Nadelstärke 3,5 durchgängig
  • Verbraucht 932.8 meter = 162 gr Braun, 215.3 meter = 37 grams Orange/Rot
  • 3 Wochen gestrickt
  • Muster Jennifer Stengrass
  • Von oben, in einem Stück gestrickt
  • Fotografin Magda

Verlinkt mit Maschenfein – Auf den Nadeln im Januar

5+

Gardengate Sweater oder Gartentörchen Pullover

Der Gardengate Sweater

Es ist schon eine Weile her, da sah ich das Muster von einem Pullover bei Instagram. Den wollte ich unbedingt stricken. Mit einer wunderschönen Rundpasse, so wie ich Pullover gerne mag. Das Muster stammt von  Jennifer Steingass.

Sie hatte ihren Pullover mit einer Merino-, Seide-, Flachswolle gestrickt. Eine Fingering Qualität. Ich hatte mir Krönchenwolle von Schachenmayr ausgesucht. Eigentlich eine Sockenwolle, mit einem Yakwollenanteil. Ich mag Sockenwolle gerne, denn so kann man im Zweifel einen Pullover auch mal in der Waschmaschine waschen, ohne dass sich das Gestricksel verzieht.

Der Pulli wird von oben gestrickt. Anfangs sind nicht so viele Maschen auf der Nadel, aber nach ein paar Runden, hat man schnell über 300 Maschen in einer Runde vor sich. Aber alleine durch das Muster, hat man nicht das Gefühl, dass es langweilig wird. Hast du schon mal zweifarbig gestrickt? Ich habe mir schon bei meinem Norweger ein Video angesehen, wie ich die Fäden gleichzeitig halten und stricken kann.

Meine Wolle hatte ich bei der Wollnerin in Schöneberg gekauft. Sie hatte doch noch einen Strang von Zauberwiese, in wunderschönen bunten Farben aus ihrem Stash im Angebot. Ich hatte mich so in diesen Wollstrang verliebt, dass ich ihn in der Passe des Gardengate eingearbeitet habe. Aber nachdem ich die Passe zur Hälfte fertig hatte, fand ich es so unruhig, dass ich ganz verzweifelt war. Und dann auch noch Wochenende…

In meiner Verzweiflung bin ich ganz schnell noch zu LaLaine in der Kantstraße gefahren. Die Verkäuferinnen waren so lieb und haben mich mit einem Knäuel Zauberball von Schoppel überzeugt. Ribbeln kann ich! Und ganz schnell, wieder neu stricken. Damit war ich glücklich! Schau mal, wie schön der Farbverlauf ist.

Eigentlich hat das Original einen normalen Bündchenrand. Also 2 Maschen rechts, 2 Maschen links. Fand ich langweilig. Ich habe das Muster am Ärmel aufgegriffen und am unteren Rand zur Hälfte gestrickt. Sieht doch wirklich schön aus. Der Rand ist dann mit einem doppelten Faden abgekettet, damit der Rand sich nicht rollt. Macht er auch nicht, nachdem ich den Pulli gebadet habe.

Verbraucht habe ich fast 3 Knäuel Krönchenwolle, und der Zauberball ist auch nicht aufgebraucht. Gestrickt habe ich mit 3,25er , 3,5er und das Muster mit einer 4er Nadel. Die Anleitung ist gut verständlich, auch wenn auf englisch. Am Ende blieb mir nur noch, wie setze ich den Pullover am besten in Szene!

Da habe ich aber meine Magda! Meine Haus und Hoffotografin. Sie dachte sich, auf einem Friedhof, da gibt es bestimmt tolle Zäune. Sie hatte recht. Inzwischen fällt es mir auch immer weniger schwer, mich vor der Kamera zu bewegen und ein bisschen fühlte ich mich wie ein Model. Dreh dich mal, schau mal da hin… Anweisungen, die ich immer besser verstehe. Nebenbei macht es so ein Spaß, dass ich immer wieder Lachanfälle bekomme.

Das Tuch, das ich dabei habe, ist schon ziemlich alt. Es ist der Luftsprung aus einem Frida Fuchs Garn. Die Farben passen  perfekt zu dem Gardengate.
Das Wetter passt gerade. Meinen neuen Pulli werde ich auf jeden Fall mit Freude tragen.

6+

Smilla, nach einer dänischen Designerin

Smilla, eine neue Jacke

Als hätte ich nicht schon genug Jacken! Aber irgendwie hätte ich gerne noch mehr. Und wenn frau vor dem Schrank steht, ist sowieso nie das Richtige dabei. Es ist schon ein wenig her, das ich mir ein neues Strickbuch gekauft habe. Edle Maschen von Lene Holme-Samsøe. Das ganze Buch wimmelt nur so von zauberhaften Anleitungen. Weshalb die Smilla nicht das letzte Projekt bleiben wird. Wolle für eine zweite Jacke aus dem Buch habe ich schon.

Die Wolle für die Smilla, hatte ich noch in meinen Vorräten. Von der Firma Adriafil, WoCa, so heißt das Garn, besteht zu 70% aus Wolle und 30% aus Zellulose-Hanf. Es fühlt sich etwas natürlich an. Also etwas grob und doch wieder nicht. Erst beim stricken wurde es immer weicher und seitdem ich die Jacke trage, ärgere ich mich, dass ich mir nicht noch eine Kiste von dieser Qualität geholt habe.

Der Hanffaden hatte sich manchmal etwas in den Vordergrund geschoben. Hat etwas hervorgestochen. Manchmal hatte ich ein ziemlich festes Teilchen einfach aus dem Gestricksel gezogen. Manch ein festes Teilchen blieb einfach in dem Strick stecken. Doch alles in allem, ist es jetzt wie gesagt sehr weich und angenehm. Hey, und schau mal diese Farbe! Ist die nicht der Hammer? So herrlich blau, wie das Meer an Siziliens Küsten!

Die Mischung der Garne macht, dass die Jacke, ganz im Gegensatz zu ihrem Aussehen, gar nicht so warm ist. Tatsächlich scheint der Hanf dafür zu sorgen dass ein guter Wärmeaustausch stattfindet. Toll finde ich auch, dass die Linke Seite außen ist. Das gibt mal noch ein ganz anderes Aussehen. Als Wendejacke, taugt das Muster allerdings nicht.

Und wie soll es anders sein, Frau Karminrot macht wieder anders, als im Buch steht. Denn im Original steht, dass an der Außenkante eine Rechts-Links-Bündchenkante sein soll. Fand ich doof. Wenn ich unten mit Kraus anfange, stricke ich doch nicht an der Blende ein neues Muster. Außerdem musste ich größere Nadeln nehmen. Die Wolle war etwas dicker als in dem Muster angegeben. Eine 3,5 Nadel für das Bündchen und die 4er Nadel lies die Jacke schnell wachsen. Auch wird die Jacke in 5 Teilen gestrickt um hinterher, in der Rundpasse miteinander vereint zu werden. Dabei muss man aber nähen. Also habe ich alles zusammen gestrickt. Die Ärmel natürlich einzeln, aber auch in Runden.

Meine Freundin Magda, mag die Knöpfe nicht, die ich der Jacke verpasst habe. Die hatte ich aber noch in meiner Knopfkiste. Und Knöpfe sind teuer. Ich finde aber auch, dass sie sehr wohl zu dieser rustikalen Jacke passen. Hätte ich ein anderes Garn, ein dünneres, genutzt, dann hätte ich auch zartere Knöpfe genommen.

So nun für alle Profis:

Nadeln: 3,5 & 4
Garnverbrauch: 10 Knäuel, 1100 Meter
Garn: Adriafil WoCa
Gewicht: ohne Knöpfe 500 Gramm
Knöpfe: 7 unbekannter Herkunft
Designerin: Lene Holme Samsøe
Model: Smilla

3+

Stricken im Sommer, ein Sommerteilchen

Stricken im Sommer?

Dein ernst? Du strickst auch im Sommer? Klar. Ich suche mir dann Sachen heraus, die sich auch bei entsprechender Wärme stricken lassen. Garne, die auch über den verschwitzen Finger gleiten. Leinen oder Seide bieten sich da an. Baumwolle stricke ich schon seit Jahren nicht mehr gerne. Dabei hatte ich immer das Gefühl, die Stickteile verziehen sich und der Pullover sitzt dann einfach nach einigen Wäschen nicht mehr. Freundinnen sagen aber, dass die neue Baumwolle sich inzwischen viel besser benimmt und sie deshalb auch für das Stricken im Sommer geeignet sei.

Weil ich schon einige Sommer immer wieder an ein und der selben Wolle gestrickt habe, dachte ich mir, diesen Sommer mache ich das Teilchen endlich mal fertig. Mein Stricken-im-Sommer-Teilchen, habe ich aus  Fillisilk, einem Merino Seiden Gemisch, gestrickt. Eine Handfärbung von der Farblust by Wollhexe (Leider finde ich keinen Link. Sie ist nur in einer geschlossenen Gruppe bei Facebook zu finden!) Ich habe mir die Wolle schon 2014! bestellt und seitdem immer wieder mit einem Teilchen gestartet, um es dann wieder aufzuribbeln.

Sommer-Stricken

Aber dieses mal, habe ich es durchgezogen! Mein Sommer-strick ist fertig geworden. Das mehrmalige ribbeln sieht man dem Garn gar nicht mehr an. Ich habe 150 Gramm der Wolle verstrickt und werde aus dem Rest noch einen zweiten Sommerpulli machen. Allerdings dann wohl mit einer anderen Wolle kombiniert. Ich habe da schon eine Idee. Warte es ab. Es kann ja nur 5 Jahre dauern.
Der Pulli ist nach einer Anleitung von Filipa Carneiro und heißt Cascata (Wasserfall). Letzten Sommer fand ich den Wasserfall an der Seite noch ziemlich doof und wollte ihn überhaupt nicht stricken. Aber diesen Sommer fand ich es dann doch ganz schick. Nur habe ich ihn nicht ganz so ausladend gemacht, wie im Original.

Das Muster ist allerdings der Knaller. Ich liebe es. Und es hat sich auch gar nicht schwer gestrickt. Meine 3er Nadeln haben das fast von alleine geklappert. Und die Wolle erst! Die hat ein echtes Stricken-im-Sommer Feeling gemacht. Der Faden glitt ohne murren über die Finger. Die Runden waren am Ende gar nicht so tragisch, weil sich ja immer wieder das Muster dazwischen geschoben hat.

Mir gefällt vor allem auch die Passform. Wenn ich den Bauch einziehe, dann macht das Teilchen eine schöne Figur. Das war dann auch der Moment, als ich das sagte, als Magda die Bilder von mir gemacht hat. Wir haben ganz schön beim Fotoshooting gelacht. Sie macht die Bilder immer öfter mit meiner Kamera. Das ist immer wieder eine Herausforderung für sie. Die Beiden können sich nämlich nicht richtig leiden 😂.

So kann ich nun mein Sommer-Strick-Teilchen bei Der Zitronenfalterin als mein Sommer Monats-Motto einstellen. Denn zu meinem Juli, gehört natürlich das Stricken. Auch wenn es über 30° C hat, wird im Hause Karminrot gewerkelt. Wenn dann hinterher noch lustige Bilder gemacht werden, ist das um so besser.

5+

Eine Geschichte um den Norweger

Ich kann dir eine Geschichte um den Norweger erzählen

Es ist schon eine Weile her, es war November, da bat mich ein Freund ihm einen Gefallen zu tun. Er wünscht sich schon soooo lange einen Norweger. Einen Norweger in seinen Landesfarben. Denn der Freund stammt aus Frankreich. Und so begann eine Geschichte um den Norweger… Beginnt nicht immer so oder so ähnlich ein Märchen?

Der Freund rief mich an und erklärte mir sein Anliegen. Eigentlich stricke ich nicht für Andere, aber dieser Freund machte mein Herz weich und ich versprach ihm diesen Pullover zu stricken. Erst einmal musste die Wolle her. Um die richtige Wolle zu bekommen, musste ich einmal durch die Stadt fahren. Ich kaufe eben meine Wolle lieber in einem Laden. Die Dropswolle wird in einem Laden in Kreuzberg, an der Grenze zu Rummelsburg, verkauft. Die Verkäuferin war sehr aufmerksam und half mir die richtigen Farben zu finden.

Der Freund fand die Farben ganz passend und freute sich schon auf den Pullover. Die Nadeln klapperten und wenn du auf den Link zu dem gewünschten Muster geklickt hast und die Bilder vergleichst, die ich hier zeige, dann stellst du schnell fest, da stimmt etwas nicht! Hey, du hast recht, etwas ist anders. Während ich so vor mich hin nadelte, stellte ich fest, das wird ein MONSTER, dieser Norweger. Ich habe ausgemessen und sah, dass ich alles richtig gemacht habe. Es lag wohl eher daran, dass dieser Pullover in den 1980er Jahren konzipiert wurde und damit völlig überzogen groß war.

Norweger auf Anfang

Ich ribbelte den Pulli bis auf das Bündchen wieder runter. Weniger Maschen, eine kleinere Größe, wuchs nun wieder auf meinen Nadeln. Ich hatte die Hirsche fertig und freute mich schon darauf, dass ich das erste Mal in meinem Strickerleben steeken werde. Dabei wird das Strickstück aufgeschnitten. Eine Strickweise, die bei den Norwegern schon immer gemacht wird. Doch was soll ich sagen, der Pullover blieb, trotz reduzierter Maschenzahl und kleinerer Größe ein Monster. Gnadenlos schlug nun wieder das Ribbelmonster zu. Der Norweger schrumpfte wieder bis unter die Hirsche zusammen. Ich hatte die Nase voll!

Es musste en anderes Muster her und da hat mir der Stricknerd eine Anleitung unter die Nase gehalten. Das war zwar eine Anleitung für Mädels, aber die konnte ich gut einbauen. Silver Stag. Zuerst musste ich noch die Ärmel stricken. Die Muster habe ich dem Körper angepasst und dann landeten sämtliche Maschen auf der Rundnadel und das Muster mit den Hirschen wurde neu eingestrickt.

Der norwegische Isländer, in französischen Nationalfarben

Aus dem Norweger wurde nun ein Isländer, mit norwegischen Mustern. Das ganze eben in den französischen Nationalfarben. Das Stricken machte wesentlich mehr Spaß. Und der Pullover wuchs richtig schnell. Am Ende bekam der Pullover noch ein schönes Bad in Seifenlauge und trocknete liegend vor sich hin. Doch die Odyssee war noch nicht vorbei….

Der Pullover wurde feierlich in einem Café übergeben und der neue Besitzer freute sich wie Bolle. Ich hatte aus den Restbeständen der Wolle noch eine passende Mütze gestrickt. Er zog den französischen norwegischen Isländer über und ich sah schon, der ist zu lang! Aber der Freund klagte nicht, schlug den Bund nach innen um und erklärte, so trage er sowieso alle Pullover.

Nach einigen Wochen fragte ich ihn nach Fotos, von ihm und dem Norweger, damit ich dir diese Geschichte erzählen kann. Unser Freund würde den Norwegischen Isländer nicht tragen, er ist doch etwas zu groß. Das konnte so nicht bleiben und ich fuhr zu ihm, nahm ihm das gute Stück wieder ab und trennte den unteren Teil wieder ab. Ganze 10 cm, verlor der Pulli in der Länge.

Wenn man nun genau hinsieht, dann erkennt man, dass das untere Muster mit den Maschen in eine andere Richtung zeigt, als der Rest der Muster. Und warum der Pulli so beult, das kann ich dir auch erklären. Der Freund mag keine Schurwolle auf der Haut tragen und hat ein T-Shirt eingenäht! Ich musste das Shirt zum fotografieren hochkrempeln. 😉

Zum Schluss noch die Eckdaten:

Der Pullover wiegt mit dem T-Shirt zusammen 840 Gramm. Gestrickt habe ich mit 4 und 4 1/2 Nadeln. Die Wolle heißt Karisma aus dem Hause Drops. Strickzeit, nicht messbar! Größe L

Hab einen schönen verstrickten Tag

verlinkt bei Liebste Maschen im Mai und bei Maschenfein Auf den Nadeln im Mai

4+