Seite wählen

Netter Umgang {Samstagsplausch 42/20}

Ein netter Umgang

Im Grunde haben wir es alle mal gelernt, dass man einen netten Umgang miteinander pflegen sollte. Ich muss nur immer wieder staunen, dass es immer weniger Menschen gibt, denen ein netter Umgang wichtig zu sein scheint. Nicht immer kann man es damit erklären, dass diese Menschen unter Druck stehen. Erst gestern ist es mir so ergangen. Nachdem ich einen langen chaotischen Dienst hatte und noch huschhusch beim Supermarkt vorbei gefahren bin, eine Frau mich dermaßen auf die Palme gebracht hat.

Ich stand der Verkäuferin im Weg und musste ihr und ihrem Lastengefährt mit neuen Waren ausweichen. Also schob ich mich an den Rand und eine Frau, die mir entgegen kam und einen besseren Blick auf die Verkäuferin hatte, pöbelte mich an, weil ich ihr meinen Wagen ziemlich dicht aufschob. Sie hatte allerdings reichlich Platz nach hinten. “Das ist ja wohl eine blöde Idee!” fauchte sie mich an. Ja, hätte mich in Luft auflösen sollen?! Ein freundliches Achtung, sie fahren mir gleich über die Füße oder so, wäre ein netter Umgang gewesen. Aber dann sah ich auch schon, wo der Hase im Pfeffer begraben lag. Sie war in Panik, dass sie nicht genug Klopapier und Küchentücher bekommen könnte.

Die Regale in den Supermärkten sind schon wieder verdächtig leer. Die Freundin schickte einige Bilder in die Freundinnengruppe, auf denen man genau sehen konnte, wie leer schon wieder einige Regale sind. Wir steuern wohl mal wieder auf einen Weltuntergang zu. Ja, in Berlin sind die Zahlen der Coronapatienten am steigen, aber deshalb muss man doch nicht gleich wieder alle Kinderstuben über den Jordan schmeißen!

Es gibt aber auch Schönes

Diese Woche hatte ich ein tolles Strickbuch vorgestellt. Eines, das mir direkt auf den Leib geschrieben ist. Ich kann nur noch einmal schwärmen. Dann haben meine Freundinnen und ich ein Stricktreffen gehabt. Es ist immer wieder höchst entspannend mit den beiden Damen zusammen zu stricken. Einfach nur stricken, Kaffee trinken und vielleicht ein kleines Stückchen Kuchen dazu. Passt!
Dabei habe ich an meinem Stephen West Schal weiter gestrickt. Reihe um Reihe, habe ich mich vorwärts gearbeitet. Um dann einen Tag später fest zu stellen, dass mir die Kombination nicht gefällt. Bei der Wollnerin habe ich mir dann ein neues Knäuel besorgt, drei Reihen damit gestrickt und wieder geribbelt. Am Ende hatte ich noch ein Knäuel in klassischem Natur. Das bringt es jetzt. So gefällt’s…

Meine Weihnachtsgeschenke für meine Strickfreundinnen sind auch am werden. Langsam ernährt sich das Eichhörnchen, hat mein Opa immer schon gesagt. Aber so wird es auch, wie ich es mir vorstelle. Und Weihnachten ist zum Glück ja noch ein bisschen hin.
Außerdem habe ich mir eine schicke neue Tasche genäht. Jetzt fehlt nur noch ein Trageriemen. Dann kann ich dir die Tasche auch zeigen. Sie hat ein prima Feature. Ich bin jedenfalls im Moment noch recht stolz auf das neue Täschchen. Eigentlich war sie nur eine Probetasche. Nun wird sie aber ihren Zweck erfüllen.

Wochenende

Ich hatte die Woche über mein Wochenende. Ich muss jetzt wieder arbeiten, während der Kerl sich ausruhen kann. Aber dann, wenn ich am Nachmittag wieder zu Hause bin, dann verziehe ich mich auf mein Sofa und werde die Nase in meine Bücher stecken. Ich will diesen Monat ja noch einiges lesen. Zwei der Bücher sind etwas schmaler, aber voller Emotionen. Ich brauche wohl noch einen großen Eisbecher und Taschentücher.

Man kann ohne Liebe Holz hacken, Ziegel formen, Eisen schmieden. Aber man kann nicht ohne Liebe mit Menschen umgehen.

(Leo Tolstoi)

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter


 

5+

Herbststimmung {Samstagsplausch 41.20}

Herbststimmung

Im Moment habe ich echte Herbststimmung. Es regnet gerade recht viel in Berlin. Und manchmal hat man das Glück, etwas Nebel in den Straßen wabern zu sehen. Meine Hausfotografin hatte erst vor kurzem den Wunsch geäußert, mal wieder Bilder im Nebel zu machen. Solche wie hier. Diese Bilder haben aber auch eine wunderschöne Stimmung. Sie sagte es zu mir, als ich meinen letzten fertig gestellten Pullover gezeigt habe. Tatsächlich würde ich gerne solche Bilder wieder machen. Mal sehen, ob wir das hin bekommen, die Herbststimmung einzufangen…

Bei diesem Wetter kann man sich aber auch gut auf dem Sofa gemütlich ausbreiten und einige Reihen stricken. Mit meinen Schlemmerstrickerinnen haben wir einen privaten KAL begonnen. Dazu haben wir eine Gruppe gebildet und tauschen uns rund um das Projekt aus. Spannend zu sehen, welche Wollen die Anderen sich ausgesucht haben. Die meisten Farben haben aber nichts mit Herbststimmung zu tun. Auch meine nicht.

Gestern hatte ich einen besonderen Tag mit meinem Kerl. Wir haben schon viele Jahre in unserer Beziehung miteinander verbracht. Und gestern haben wir eben diesen besonderen Tag miteinander gefeiert. Ein riesiges Frühstück in einem alten Café, nachdem wir lange ausgeschlafen haben, weckte die Lebensgeister. (Ich hatte Nachtdienst) Wir waren zusammen in Kreuzberg und haben einen Blick in die Markthalle Neun geworfen. Dort ein leckeres Eis gegessen und  den Abend mit einem guten thailändischen Essen ausklingen lassen. Es hat nur noch ein schöner Spaziergang durch die Stadt gefehlt.

Meine Herbststimmung für heute

Meine Stimmung für heute ist aber nicht so gut, denn ich gehe gleich arbeiten. Viel lieber würde ich meine Bücher lesen. Der Stapel wird eher immer höher, als dass er sich reduzieren würde. Immer wieder sehe ich noch ein Buch, das ich auch noch lesen möchte. Das Buch über Selma Lagerlöf, ist wirklich gut…

Aber eigentlich freue ich mich auch ein bisschen auf meinen Dienst. Mit den Kollegen wird es bestimmt nicht langweilig. Und auch einige Patienten fordern uns ein wenig heraus. So manches willst du wirklich nicht wissen, was ich zu sehen bekomme. Ich weiß nicht, weshalb sich diese besonderen Fälle immer bündeln. In Herbststimmung komme ich dabei allerdings nicht.

Schon mischt sich Rot in der Blätter Grün,
Reseden und Astern im Verblühn,
Die Trauben geschnitten, der Hafer gemäht,
Der Herbst ist da, das Jahr wird spät.

Und doch (ob Herbst auch) die Sonne glüht –
Weg drum mit der Schwermut aus deinem Gemüt!
Banne die Sorge, genieße, was frommt,
Eh Stille, Schnee und Winter kommt.

(Theodor Fontane)

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter


2+

Übergrößen {Samstagsplausch 40/20}

Übergrößen, und damit meine ich nicht unbedingt Konfektionsgrößen

Bei Übergrößen muss ich fast immer an Autos denken. Liegt wohl auch zu größten Teil daran, dass ich viel mit dem Fahrrad unterwegs bin und die dicken Autos an mir vorbei schieben. Oftmals auf Straßen, die ohne Radweg sind und dazu möglichst eng. Im Grunde sollten die Fahrzeuge 1 1/2 Meter Abstand zum Radler haben. Die Fahrer der übergroßen Autos, kennen aber obendrein die Maße ihrer Fahrzeuge nicht. Wenn sie an mir vorbei sind, dann kann ich ja auch sehen, wieviel Platz sie noch zur Mitte/ Seitenstreifen haben. Sie hätten mir noch gut einen halben Meter schenken können.

Was mich aber auch oft ärgert, ist dass die Übergrößen sich in Parkplätze stellen, den sich zwei Kleinwagen hätten teilen können. In dem Bezirk in dem ich Arbeite, ist parken nämlich fast ein Luxus. Sollte es Katzen und Hunde regnen, fahre ich mit dem Auto. Und dann kreise ich notgedrungen, bis ich mich in eine Minilücke zwänge.

Maine Coon

Meine Katzen haben auch Übergröße. Ich mag die großen Katzen. Sie sind besonders menschenfreundlich und werden manchmal auch Hundekatzen genannt, weil man mit ihnen spazieren gehen kann und ihnen Tricks beibringen kann. Angeblich mögen sie zwar gern bei ihrem Dosenöffner liegen, aber nicht auf ihrem Schoß. Davon haben unsere beiden Übergrößen allerdings keine Ahnung. Sie versuchen möglichst gleichzeitig auf meinem Schoß Platz zu nehmen. Dazu kurz mal die Maße meiner Fellnasen: 50 cm Rückenlänge (unausgestreckt und ohne Schwanz) und eine Höhe von 30 cm. Das in doppelter Form… passt nicht auf einen Schoß.

Gestricksel

Liebst du auch die übergroßen Pullover, in die man sich an kühlen Herbstnachmittagen fast einrollen kann? Sich mit dem riesen Pulli auf dem Sofa oder dem Lieblingssessel eingemummelt, mit einer Tasse Tee und einem guten Buch den Nachmittag vollkommen vertrödelt? Leider komme ich nicht all zu oft dazu. Aber wenn, dann geht es mir genau so gut!

Ich war diese Woche bei Yarn over Berlin. Da hatte ich einen Strang in der Hand, der mich bezaubert hat. Allerdings hat mich der Preis dann doch davon abgehalten ihn mit zu nehmen. Mein Teststrick für Making Stories ist schon fast fertig. Noch ein Ärmel und ich kann ihn anziehen. Der war nicht einfach zu stricken. Aber dafür ein herrliches Rätsel.
Als ich mich mit meinen Schlemmerstrickerinnen getroffen hatte, haben wir die Anfänge eines Tuches von Steven West bewundert. Alle 4 sind der Meinung, das könnte ein Prima Schlemmerstrick-kal sein. Nur gut, dass ich so viele Reserven in meinen Kisten habe. Einen Stashabbau könnte ich gut vertragen. Übergröße eines Wollvorrates, sage ich da nur. (Allerdings scheine ich eher zu den Harmlosen zu gehören).
In meinem Bujo vermerke ich immer meine Projekte. Die, die ich noch anschlagen will und die, die ich schon in der Mache habe. Ich staune jedesmal, wieviel ich will und wieviel ich mache. So in den Projektbeuteln verstaut, fallen sie ja nicht sonderlich auf.

Kein Übel ist so groß, dass es nicht von einem neuen übertroffen werden könnte.

(Wilhelm Busch)

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter


5+

Überraschung ist schön! {Samstagsplausch 39/20}

Überraschung ist schön!

Liebst du auch Überraschungen! Also nur, wenn man positiv überrascht wird. Nicht die Überraschung, wo man am Ende wieder nur Ärger hat! Ich liebe es jedenfalls. Man merkt, der Andere führt irgend etwas im Schilde, doch weiß man noch nicht, was es sein wird. (Übrigens eine nette Redensart, die auf das Mittelalter zurückgeht. Damals konnten Herolde noch anhand der Schilde erkennen, wer da vor einem stand und welche Eigenschaften der Schildträger hatte)

An einer solchen Überraschung waren wir am letzten Wochenende auch beteiligt. Der beste Freund meines Kerls hatte uns schon vor zwei Monaten eine Einladung zu der Geburtstagsparty seiner Frau geschickt. Alles sehr geheim. Alles weitere käme etwas später. Später war dann tatsächlich vor 14 Tagen. Eine Einladung zu einer Liste, wo jeder statt eines Geschenk, etwas zu Essen mitbringen kann. Die Liste fand ich sehr praktisch. Wäre ja blöd, wenn alle nur Kartoffelsalat mitbrächten. Die Richtung war dabei auch ein wenig vorgegeben. Italienische Kochkünste waren gefragt.

Als es noch so furchtbar warm war, hatte meine Kerl ein Rezept im Internet gefunden, welches ich gerne mit ihm zusammen ausprobiert hatte. Wir waren überrascht, wie lecker das war. Ich habe noch ein wenig daran herumprobiert und etwas verfeinert. Am Ende kamen ganz leckere gefüllte Paprikaschoten dabei heraus. Die brachten wir mit. Und natürlich mussten wir pünktlich sein. Ein Unterfangen, dass etwas Schwieriger war, denn der Kerl hat sein eigenes Zeitgefühl 😉. Doch man staunt immer wieder, wir waren die ersten Gäste. Die großen Jungs des Geburtstagskindes waren schon da und bereiteten den Picknickplatz vor.

Alle waren zeitnah da und halfen es gemütlich zu machen. Dann warteten wir nur noch auf die Ehrengästin. Sie machte mit ihrem Mann eine kleine Radtour. Und ganz zufällig, steuerte der Mann seine Frau in Richtung Picknick. Sie staunte noch: “Schau mal der E-Rolli sieht aus wie der von meiner Mutter!” Und dann war sie nur noch mehr überrascht, dass auch ihre Söhne da waren und deren Freundinnen. Der Blick schweifte etwas unsicher über die Gruppe und ein Grinsen breitete sich in ihrem Gesicht aus, als sie erkannte, was es mit dem Büffet und den Anwesenden auf sich hatte. Wir unterstützten noch mit einem Ständchen und schon war es ein tolles Hallo. Der Nachmittag verflog wie schon lange nicht mehr…

Und sonst noch?

Ich war am Sonntag bei einer wundervollen Strickerin zu besuch. Es sollten eigentlich noch mehr Gäste kommen, aber aufgrund von Corona (das wird langsam zu einem geflügelten Wort!), blieben einige aus, oder sie waren auf Reisen. So blieben wir in einer kleinen Runde, was auch sehr schön war. Wir konnten bei bestem Wetter im Garten stricken und genossen leckere Kuchen. Die Nadeln klapperten wieder fleißig. Am Ende quatschten wir uns wieder so fest, dass ich im dunkeln nach Hause radeln musste. Belohnt von einem tollen Blick über den Teltowkanal.

Spätdienst und Nachtdienst machten mir die Woche dann nicht unbedingt schöner. Ich traf an einem Tag, mein Monstermädchen und ging mit ihr Essen. Dabei konnten wir mal ungestört reden. Weil das uns nicht genug war, fuhren wir dann in verschiedenen Bastelläden vorbei, um uns wegen der bevorstehenden Weihnachtsüberraschungen Gedanken zu machen. Die Ideen nehmen schon leichte Gestalten an.
Beim letzten Mal bin ich ja ausgefallen. Gestern dann, war es endlich mal wieder so weit, Die Schlemmerstrickerinnen trafen sich in geselliger Runde. Eine Ehrengästin war auch noch dabei.  Wir hatten es wieder besonders gut!
Noch etwas zu meinem letzten Samstagsplausch: Ich danke allen, die mir Mut zugesprochen haben und mich von einer Demenz losgesprochen haben. Ich bin bestimmt noch einige Meter von einer Solchen entfernt. Es ist wohl wirklich nur, dass mein Kopf zu überfrachtet ist und wie ein Lastkahn ins schlingern gerät.

Und nun zu dir. Freust du dich auch immer über Überraschungen? Oder bist du immer so neugierig, das Geheimnis vorher schon zu knacken?

Das Leben ist wundervoll. Es gibt Augenblicke, da möchte man sterben. Aber dann geschieht etwas Neues, und man glaubt, man sei im Himmel.

(Edith Piaf)

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter


4+

Vergesslich? Echt jetzt? {Samstagsplausch 38/20}

Vergesslich? Ich? Echt jetzt?

Letzten Samstag habe ich von einem Patienten geschrieben der vergesslich war und nun ereilt mich die Demenz mit einem nassen Waschlappen. Echt jetzt? Ich will dir erzählen, warum ich an mir zweifle und glaube, mich wird die Demenz ordentlich ärgern.

Am Mittwoch hatte ich Frühdienst und freute mich sehr auf meinen Donnerstag. Ich plante einen Ausflug mit der Strickfreundin nach Pankow zu Simply Stich. Das liegt von meinem Zuhause nicht gerade um die Ecke. 19 km sind es in direkter Linie. Bei guter Verkehrslage bin ich in 35 Minuten mit dem Auto da. (Der echte Berliner behauptet in so einem Fall, das liegt doch um die Ecke!) Nach erfolgreicher Wolljagd wollten wir uns dann mit einer anderen Freundin treffen, um noch ein paar Maschen zu stricken und den jetzt kühleren Herbst, im Garten zu genießen.

Alles haarklein geplant. Und dann … fragt mich die Kollegin, mit wem sie denn am Donnerstag Dienst hätte. Ich gehe und schaue auf den Dienstplan. St…, J…, M… und Andrea stehen da… Ähh? Gibt es noch eine Andrea auf unserer Station? Was? Ich habe Frühdienst! Mist. Ich musste alles in die Tonne werfen, meinen Plan konnte ich vergessen, weil ich es mir nicht gemerkt hatte, dass ich Dienst habe. Meine Kolleginnen ließen sich auch nicht dazu erweichen, dass ich zu Hause bleiben könnte. Sie lachten mich nur freundlich an und freuten sich, dass ich morgen auch da bin!

Aber das ist nicht der einzige demente Moment in meiner Woche. Ich wollte etwas zum basteln kaufen und stand wie bestellt und nicht abgeholt in dem Bastelgeschäft. Ich blickte mich einen Moment lang um, damit mir vielleicht das ins Auge springen mag, das ich gesucht habe. Aber alles was ich sah, war nicht das was ich vergessen hatte. Ich verließ den Laden wieder und fuhr zu meiner Verabredung. Als ich 10 Minuten unterwegs war, traf es mich wie der Blitz, was ich vergessen hatte.

Ich suche nun schon seit Monaten meine Brille. Sie hat sich an einem Ort versteckt, der sich mir nicht erschließt. Ich hoffe immer noch, dass sie irgendwann aus ihrem Versteck hervorspringt. Ich kaufe Wolle für ein bestimmtes Projekt und kaum bin ich zu Hause, habe ich vergessen welches Model das war. Wenn das so weiter geht, stehe ich eines Tages im Badezimmer und weiß nicht mehr, dass ich auf die Toilette wollte.

Aber wie kann man sein Hirn trainieren? Hüften kann man mit Hula Hoop Reifen trainieren. Das Herz bekommt ordentlich was zu tun, wenn wir walken (oder schnell spazieren) bzw. Fahrrad fahren. Aber das Hirn? Ich habe mal gelesen, dass stricken und musizieren gegen den Verlust des Gedächtnis helfen soll. Also trainiere ich doch ausreichend. Na, ich werde berichten, wie es mit mir weiter geht.

Und sonst so?

Der Montag war ein furchtbarer Arbeitstag. Wir waren nur zu Zweit im Spätdienst und hatten die Station voll. Viel Arbeit für uns zwei. Schwamm drüber, ist noch mal gut gegangen.
Am Dienstag habe ich mit meinem Kerl einen kleinen Kurzurlaub an einem See gemacht. 32° C im Schatten und eine Wassertemperatur von 18° C. Beim ins Wasser gehen, blieb mir kurz die Luft weg, dann war es aber richtig schön, noch einmal eine Runde schwimmen zu können.
Den Donnerstag habe ich in einer geschrumpften Version genossen. Der Wollladen wurde gestrichen und ich fuhr gleich zu der Freundin zum Maschen stricken. Das brachte mir einige Kilometer beim Stadtradeln ein.
Den Freitag hatte ich nun endlich frei und den ganzen Tag, hatte ich das Gefühl, etwas vergessen zu haben. Das Wetter war aber so schön, dass ich eine große Runde mit dem Rad gedreht habe.

Wie geht es dir mit der Vergesslichkeit? Hast du auch solche Tage/Wochen, wo du einiges vergisst oder verdrängst? Vor der Demenz selber habe ich keine Angst, der Übergang zwischen noch Wissen und dem Vergessen, macht mir Angst.

Altern ist ein hochinteressanter Vorgang: Man denkt und denkt und denkt – plötzlich kann man sich an nichts mehr erinnern

(Ephraim Kishon)

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter


5+

Nichts bleibt wie es ist {Samstagsplausch 37/20}

Nichts bleibt …

Manchmal wünsche ich mir, dass der Augenblick bleibt wie er ist. Aber meistens dreht sich die Welt weiter. Nichts bleibt wie es ist. Ich stelle mir vor, es wäre ewig Sommer, aber immer nur Sommer ist am Ende auch nicht schön. Die Abwechslung macht es doch aus, dass wir den Somme in vollen Zügen genießen können. Oder jetzt, wo der Herbst in den Startlöchern steht, wie wäre es wohl, wenn die Bäume immer in diesen wunderschönen Tönen leuchten. Oder es immer Kürbis gibt. (Da fällt mir ein, ich habe noch einen Spaghettikürbis vom letzten Jahr, meinst du, der ist noch gut? Wie lange hält sich Kürbis?)

Eiskaffee und Nichts bleibt wie es ist

… wie es ist

Auch Kollegen verlassen uns immer wieder. Ich weiß, sie sind jung und möchten noch Erfahrungen machen. Ich selber habe niemals das Haus gewechselt, geschweige denn meine Fachrichtung. Doch die Jungen möchten mehr. Erst gestern haben wir eine liebe Kollegin verabschiedet. Ich wünsche ihr Alles Gute. Und doch trauere ich ein wenig, denn Nichts bleibt wie es ist. Sicher werden wir eine Nachfolgerin bekommen. Aber der müssen wir erst wieder alles zeigen.

Ganz nebenbei habe ich mal wieder einige Erfahrungen mit Demenz gemacht. Was die aus einem Menschen machen kann. Ob wirklich die Eigenschaften die man in sich trägt, sich verstärken? Auch für diese Menschen heißt es immer wieder Nichts bleibt wie es ist. Denn jedesmal, wenn sie sich umdrehen, dann sieht die Welt schon wieder völlig anders aus und jede Reizüberflutung macht sie nur noch verdrehter.

Wochenrückblick

Ich habe mich über die Kommentare zu meinen Schwere Wolken sehr gefreut. Fast jeder hat mich ein wenig aus meinem Wolkengefüge, heraus gezogen. Vor Jahren hatte ich schon einmal eine Depression. Ich saß da ziemlich tief drin und durfte dann auch zu Kur fahren. Damals haben wir einige Schlüssel bekommen um nicht wieder in ein tiefes Loch zu fallen oder sich daraus zu befreien. Alleine schon deine Aufmerksamkeit, hat mich ein Stück weit glücklich gemacht. DANKE!

Ich habe also meine Schlüssel angewendet! Mach etwas besonders schönes, nur für dich. Meine Freundinnen haben mich am Montag besucht und wir haben in illustrer Runde einige Maschen verstrickt. Das habe ich sehr genossen. Am Dienstag habe ich mich auf mein Fahrrädchen gesetzt und bin nach einer Empfehlung 92 km gefahren. (Übrigens ohne Motor oder sonstige Hilfe) Am Mittwoch sind der Kerl und ich wieder in den Barfußpark nach Beelitz gefahren. Das ist wie Kurzurlaub machen. Am Donnerstag habe ich die Eltern im Garten besucht. Der Freitag, nichts bleibt wie es ist, die Verabschiedung der Kollegin… So hat mein Gemüht so viel schönes erlebt, dass es mir deutlich besser geht. Zum lesen kam ich zwischendurch auch. Im Lesezimmer steht wieder ein neues Buch im Regal.

Nichts bleibt, außer Sonnenschein

Es ist nicht viel was man tun kann, um seine Seele zu streicheln. Aber es lohnt sich. Denn nicht nur Gutes kann verschwinden, sondern auch die Dinge, die uns krank machen. So jetzt überlasse ich wieder dir das Feld. Ich freue mich deinen Beitrag zu lesen. Auch wenn ich nicht immer einen Kommentar da lasse.

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt

(Mahatma Gandhi)

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter


4+