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Überbleibsel, oder wie eine Maus entsteht

Überbleibsel, das Monatsmotto

Andrea, die Zitronenfalterin, hat diesen Monat Überbleibsel als Monatsmotto gewählt. Ein schöneres Wort als “Reste”. Im Grunde aber ist es das Selbe. Immer etwas ärgerlich, wenn etwas von meiner Wolle übrig bleibt.  Dann hat man immer etwas, damit man Löcher stopfen oder Knöpfe annähen kann. Und manchmal verwerte ich diese Überbleibsel. Heute zeige ich dir, wie ich eine winzige Menge Wolle, in eine winzige Maus verwandel.

Meine Überbleibsel aus verschiedenen Strickprojekten sammel ich in verschließbaren Beuteln. Ich habe schon einmal das Vergnügen gehabt, dass Teppichkäfer meine Wollen angeknabbert haben. Da hilft tatsächlich nur, alles in Plastikbeutel stopfen und tägliches Staubsaugen. Eine blöde Sache. Aber ich habe daraus gelernt.

Marisol

So nun zu meiner Maus. Bei Ravelry gibt es die Anleitung zu dem Mäuschen Marisol. Man braucht tatsächlich nicht viel Wolle. Es reichen geringe Reste. Was hier vor mir liegt, ist aber dann doch noch etwas zu wenig. Außerdem brauchst du Füllwatte, eine Wollnähnadel und ein Nadelspiel (in meinem Fall habe ich ein 2,25 dünnes Spiel genommen). Da reichen auch 4 Nadeln.

Es dauert nicht lange, da liegt dann schon der kleine Kopf vor dir. Mit schwarzem und und rosafarbenen Garn werden die Augen und das Näschen aufgestickt. Schon schaut sie dich vorwurfsvoll an, weil sie noch nichts hören kann. Das ändern wir aber erst am Ende, denn sonst hört sie, wie ich fluche, weil die Maschen doch ziemlich klein sind. Sicherlich kann man das Mäuschen auch mit dickerer Wolle stricken, dann ist es nicht ganz so fummelig.

Ach guck mal, der Bauch ist fertig! Ich glaube, den stricke ich fast am liebsten. Es geht dabei fast nur in 18 Runden nach oben, bevor man wieder alles zusammenstrickt und ausstopft. Es fehlen nun noch die Arme und Beine. Winzige Röhrchen die auch ausgestopft werden. Bei diesem Mäuschen habe ich mich dazu entschieden die Vorderbeine nicht auszustopfen. Damit sind die etwas beweglicher und die Maus kann besser drapiert werden.

Winzig, oder? Ich hätte mal ein Centstück daneben legen sollen, damit du eine Vorstellung hast, wie klein das Teil ist. Na, vielleicht geht es ja auch so. Ich nähe die Teile gerne sofort aneinander. Irgendwie liebe ich es, dem Mäuschen “leben” zu geben, zuzusehen, wie es wächst.

Na, dann mache ich mich mal an die Ohren. Und am Ende braucht das Mäuschen auch noch einen Pullover. Bei den derzeitigen Temperaturen, könnte sie sich leicht erkälten. Mal sehen, welche Wolle noch im Beutel ist…

Ich habe einen kleinen Rest Sockenwolle gefunden. Die Ohren sind inzwischen auch angenäht. Also Vorsicht, was du sagst. Karminchen guckt auch schon, welche Cousine  hier gerade auftaucht. Meine kleine Begleiterin, hat schon einige Familienmitglieder zu Besuch gehabt. Ob die Beiden sich verstehen werden?

Es scheint aber ganz gut zu klappen zwischen den Mäusen. Ich werde einen Kaffee kochen und einen Keks besorgen. Die Mühe der Resteverwertung hat sich jedenfalls wieder einmal gelohnt. Dem Mäuschen fehlt nur noch ein Name. Aber das wird wohl ihre neue Betreuerin herausfinden müssen, wie sie heißt.

Die Restemäuse oder Überbleibsel, erfreuen mir ein ums andere Mal das Herz. Sie sind etwas Besonderes. Deshalb verlinke ich sie jetzt auch bei Andrea an den Bodensee.

3+

Wirbeldecke, Flowerpower oder der Frühling kommt

Wirbeldecke und Flowerpower

Mit der Wirbeldecke läute ich jetzt mal den Frühling ein. Eine Breitseite Flowerpower… Nachdem das Wetter sich aufführt wie im April, habe ich beschlossen, dass es dann auch Frühling sein kann. Als ich versucht habe die Bilder zu machen, zogen immer wieder dicke graue Wolken auf und ließen wahlweise Regen, Schnee, Graupel oder was weiß ich noch auf mich nieder tropfen.

Aber wenn die Sonne sich kurz zeigte, dann leuchten meine gestrickten Wirbel förmlich auf. Und siehst du, die feinen wirbeligen (Blumen) Löcher? Seit ich diese Decke begonnen habe, habe ich immer wieder darüber gestaunt, wie hübsch die aussehen. Seit FÜNF Jahren, stricke ich nun schon an der Wirbeldecke. Es stecken 177 Stunden Arbeit in den hübschen Wirbeln und 3654 Meter Sockenwolle.

Dabei fühlt sie sich auch gar nicht so schwer an. Um es genau zu sagen, wiegt sie 840 Gramm. Das ist doch fast gar nichts. Ich decke mich sehr gerne mit ihr zu. Obendrein hat sie die Form eines Hexagons. Weshalb mein Kerl, am anderen Ende vom Sofa, auch noch einen Platz unter der Decke findet. Einmal quer gemessen, ist sie 180 cm breit. An den Seiten hat sie jeweils 100 cm.

Flowerpower

Warum ich sie jetzt nun unbedingt fertig machen wollte, lag an dem Monatsmotto von Andrea, der Zitronenfalterin. Da geht es um Flowerpower. Um das Aufhellen nach einem trüben Winter. Und das kann meine Decke. Sie ist einfach ein Stimmungsaufheller. Jeder Wirbel ein Sonnenschein.

Eigentlich heißt die Decke ja ganz anders. Aber seit Jahren nenne ich sie nun schon so. Farbwirbel Decke oder Modular Afghan. Sie wurde im Ursprung mit Norogarn gestrickt. Das Muster findest du in einem Buch von Noro. Farbe bekennen (Stricken mit Noro-Garnen), heißt es. Es ist im OZ Verlag erschienen. Aber auch das ist schon eine Weile her, weshalb man dieses Buch vermutlich nur noch gebraucht bekommen kann.

Ist das ansteckend?

Ich denke schon! Manchmal ist es einfach ansteckend, wenn andere sehen, was man so strickt. Ich habe die Schlemmerstrickerinnen mit der Wirbeldecke infiziert. Bei einem unserer Treffen, das ist auch schon eine laaange Weile her, brachten alle ihre Sockenwollreste mit und strickten einen Wirbel nach dem anderen. Dabei braucht ein Wirbel (bei mir) 32 Minuten. Ich habe es gemessen. Man strickt ihn mit 4 Nadeln. Chrissi hat es, glaube ich, mit einer Rundstricknadel versucht.

Allerdings weiß ich nicht, was bei meinen Schlemmerstrickerinnen daraus geworden ist. Mir ist so, als hätte Marion gesagt, dass sie auch wieder daran stricken möchte. Und Betty? Dann habe ich ganz vergessen, dass auch Magda diese Decke angenadelt hatte. Aber in ihrem Umzugsgedöns sind noch nicht alle Kisten befreit. Vielleicht taucht sie irgendwann wieder auf.

Die Decke lag nun schon so lange zwischen meinen Unfinished Objects (UnFertigen Objekten), dass ich sie auch getrost bei Annettes UFO-Linkparty einstellen kann. Fünf Jahre wuchs sie heimlich vor sich hin. Im Sommer, kann man sie kaum auf dem Schoß aushalten, weil sie wirklich warm ist. Aber soll ich dir was sagen? Ich werde weiterhin an ihr stricken. Immer mal ein bisschen. Ich habe ja noch so viele Sockenwollreste.

Noch einmal die Eckdaten

  • 3,5 Nadelspiel (Ich vorzugsweise aus Holz) aber nur 4 Nadeln
  • 3654 Meter Sockenwolle
  • 870 Gramm (zur Zeit!)
  • 177 Stunden Arbeitszeit (oder fünf Jahre)
  • pro Wirbel 32 Minuten
  • 332 Wirbel
  • Anleitung von Anna-Beth Meyer-Graham (Farbe bekennen)
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Schlemmerstrickerinnen, eine Tradition im Advent

Es ist schon eine kleine Tradition, dass wir uns im Advent gegenseitig, selbstgemachtes schenken. Da wird im Vorfeld gestrickt, genäht, gebastelt. Und manchmal hat man schon im Februar die passende Idee. Also mir ging es jedenfalls so. Ich hatte das ganze Jahr Zeit, meine Idee umzusetzen. Und was glaubst du, wann ich es dann gemacht habe? Genau, 14 Tage vor dem Treffen schnappte ich mir meine Nadeln, das passende Buch und suchte Wolle zusammen. Das ist auch so eine Tradition von mir. Ich fange immer erst kurz vor dem Termin damit an 🤦‍♀️

Der Gedanke war, meinen Schlemmerstrickerinnen, ein Ebenbild zu stricken. Da stellte sich die Frage, wie bekomme ich die schöne Frisur von Marion hin. Durch Zufall, fand ich ein Knäuel Mohairgarn in meinem Stash, der fast die passende Haarfarbe von Marion hatte. Die Haare von Betty und Chrissi waren nicht ganz so kompliziert. 
Die Puppen zu stricken, ist nicht besonders schwierig. Es ist eher das Fummelige, das viel Zeit frisst. Manchmal hat man nur 12 Maschen auf den Nadeln. Auch du musst aufpassen, das du nicht zu locker strickst, sonst quilt irgendwo die Füllwatte heraus.

von links nach rechts: Marion, Chrissi, Betty

Endlich fertig genadelt, brauchten die Damen ja auch noch etwas zum anziehen. Das Buch von Arne und Carlos, beinhaltet eine große Auswahl an Klamotten. Hosen, Röcke, Jumpsuit und was sonst noch. Sogar Schuhe kann man für die Strikkedukker stricken. Mir reichte es allerdings die Damen passend einzukleiden. Marion liebt weiße Hosen und natürlich rote Pullover. Chrissi ist eher in dunklen Farben  anzutreffen und Betty hat eine Jeanshose und ein rosafarbenen Pulli an. (Bettys Lieblingsfarbe, ein schönes Orange, hatte ich leider nicht auf Lager) 

Marion
Chrissi, braucht noch eine Brille!
Betty

Unsere Traditionelle Übergabe

Am letzten Freitag dann, saßen wir zusammen und tauschten unsere Geschenke aus. Marion hat ihre Nähmaschine rattern lassen und uns einen kleinen Tannenbaum aus Stoff genäht. Außerdem hat sie sich einen super Strickplaner für 2019 ausgedacht. Damit bekomme ich bestimmt Ordnung in meine Ufos. Betty hat uns eine personalisierte Schlemmerstricktasse machen lassen. Die wirst du bestimmt demnächst zu sehen bekommen. Und Chrissi hat uns mit Leckereien aus ihrer Küche verwöhnt. (da freue ich mich schon drauf…)

Eine kleine Andrea, wird es wohl im nächsten Jahr geben. Die Mädels haben protestiert, dass ich mich nicht selber gestrickt habe. Sie werden das nun für mich übernehmen. Ich bin gespannt. So viel ich weiß, gibt es schon meine Füße und Strümpfe…

Es sind schon einmal ein paar Strikkedukker von meinen Nadeln gehüpft.

4+

Der Hase aus Baumwolle

Oder der Langohr ist los

Vor vier Wochen, hatte ich eine Mail in meinem Postfach. Ob ich wohl Lust hätte, etwas aus Baumwolle zu stricken und dann bei dem Wettbewerb “Klein gestrickt” teilzunehmen. Ist ja nicht unbedingt das, was ich gerne mache. So unter Druck stricken. Habe mich dann aber doch dafür entschieden. 
Babyjäckchen und -hosen, da hat man ja nichts davon, wenn man sie verschenkt. Die werden max 4 Wochen getragen, und sind dann wieder aussortiert. Babydecken sind da schon schöner. Aber was ich immer wieder gerne mache ist, Tiere, insbesondere Hasen, zu stricken. (Mehr Hase findest du hier. Puppen hier und hier und hier) Allerdings stricke ich die Dinge zum liebhaben lieber mit Sockenwolle. Die ist strapazierfähig und kann in die Waschmaschine. Nun habe ich diese Baumwolle zugeschickt bekommen. Sie ist dicker,  als die Sockenwolle und ich habe mit Nädelstärke 3 und einem Nadelspiel aus Metall gestrickt. (Auch keine große Vorliebe von mir. Ich stricke lieber mit Holz) Die Baumwolle rutscht auf den Metallnadeln viel besser.

Zuerst wurden die Arme und Beine entwickelt und dann der dicke Bauch. Bevor die letzten Maschen gestrickt sind, werden noch schnell die Teile mit Füllwatte ausgestopft, sonst wird das eine ganz schöne Fummelarbeit. Ich war doch ganz erstaunt, wie schön sich die Baumwolle verstricken ließ.

Jede Reihe habe ich aufgeschrieben, damit ich mir das merken konnte. Ich stricke solche Tiere oft nach Gefühl und habe dann am Ende vergessen, wie es gemacht wurde. Aber die von Talu haben mich gebeten es zu notieren. Eine Herausforderung für mich.

Stück für Stück bekommt der Hase ein Teil nach dem anderen befestigt. Mir kribbelt dann immer richtig der Bauch vor Freude. Der Bauch sieht ein wenig wie eine Birne aus. Der Hase soll doch gemütlich wirken. Nicht wie ein Sportler. Zum kuscheln und trösten, von den Nadeln gerutscht…
Ein Hase hat ja auch einen Schwanz. Einen Puschelschwanz. Da Babys aber irgendwann alles in den Mund nehmen, sollte der dann auch nicht fusseln oder so. Deshalb bekommt Herr Langohr eine Raute als Blume auf den Allerwertesten. Apropos alles in den Mund nehmen, Herr Langohr bekommt absichtlich keine Knöpfe oder ähnliches. Zu oft habe ich von verschluckten Kleinteilen gelesen.  

Dann werden die Ohren gestrickt und am Hinterkopf befestigt. Herr Langohr bekommt noch ein Gesicht aufgestickt und schon möchte man ihn gar nicht mehr aus den Händen legen. Ich habe ihn nicht zu fest gestopft, ganz weich kommt er daher. (Zu wenig stopfen ist auch nicht gut, dann hat er keinen halt und nach der ersten notwendigen Wäsche könnte er zu schlapp werden)

Jetzt darf er noch ein wenig moddeln. “Setz dich mal so …dreh dich…Ahh, bitte lächeln… ” Mir macht das fotografieren auch sehr großen Spaß. Herr Langohr ist aber auch ein dankbares Fotomodell. Zuckt ja nicht mal.

So, wenn dir mein Häschen gefällt und du gerne möchtest, dass ich einen Preis gewinne, dann kannst du mal auf dieser Seite, bei Talu vorbeischauen und für mich stimmen. Schöne andere Sachen sind dort allerdings auch zu finden. Ich bin mal gespannt. Und wenn ich es mit meinen englischkenntnissen vereinbaren kann, dann findest du die Anleitung bei Ravelry.

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Die Stadtmaus im Schnee und ein Abschied

Die Stadtmaus hat ihre Familie schon einmal zu Weihnachten verabschiedet. Ihre 4 Tanten und Onkel sind in neue Wohnungen gezogen. Sie sind in gute Hände gekommen, denn wir haben inzwischen quietschvergnügte Nachrichten gelesen und sie auch schon einmal, teilweise wieder getroffen. Es geht ihnen gut! Und das ist wichtig. Zwei weitere Verwandte sind ebenfalls im neuen Jahr ausgezogen. Eine Maus hatte sich nur per Telefon gemeldet, aber auch ihr geht es gut. Ich hoffe Andrea versorgt sie gut. Hier ein paar Abschiedsszenen:

Als wir uns wieder trafen, Wimmel, Wooly und ich Karminchen,  das war am ersten Samstag im Januar bei Herrn U. in den Heckmann Höfen. Große Wiedersehensfreude und ein Geplauder war das.

Inzwischen war ich mit Karminrot im Gleisdreieckpark und habe mir die Sonne auf die Wolle brennen lassen. Und weil es doch recht empfindlich kalt geworden ist, in unserer Stadt, hat mir Karminrot ein Pulloverchen gestrickt. Ein Mützchen und ein kleiner Schal würden mir bestimmt auch noch gut stehen.

Karminrot hat dann auch gleich mal Bilder von mir gemacht, wie ich da so im Schnee die Sonne genieße. Sie meinte, die passen so herrlich in die Mausperspektive, die Siglinde leider nur noch jeden zweiten Mittwoch veranstaltet. Wie auch immer, wir sind dabei! Sollte jemand Lust haben, meiner Mausefamilie noch mehr Angehörige zu stricken, hier ist die Anleitung zu finden ✱

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Meine 10 Maschendecke

Endlich habe ich sie fertig gestrickt.
Habe ja auch nur ein Jahr und ein paar Monate daran gestrickt.
Und nicht, weil sie so kompliziert ist.
Bestimmt nicht, denn man strickt immer nur rechte Maschen.
Davon auch nur 10.
Verbindet die Ränder noch beim stricken 
und hat damit auch kein zusammennähen.
Entspricht also genau meinem Faulheitsgrad.
Wer es genau wissen will schaut hier.
Verstrickt habe ich bestimmt unendlich viele Wollreste,
von fertigen Modellen die noch vor meiner Blogzeit liegen.
An manche Projekte konnte ich mich schon gar nicht mehr erinnern.
Dadurch hat die Decke einen überaus bunten Charakter.
Sie wiegt etwas 1500 gr und Mama sollte sie möglichst nur mit der Hand waschen.
Keine Ahnung, wo all die Banderolen der Wollen abgeblieben sind.
Kuschelig ist sie allemal und wärmen wird sie auch.
Das habe ich schon beim stricken gemerkt.
Und fast hätte ich es vergessen, sie hat eine Größe von 140×140 cm
Vielleicht seid ihr auch auf den Geschmack gekommen einfach mal Reste zu verstricken.
Eure
Und ab damit zu Auf den Nadeln im November
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