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Berliner Reichstagsgebäude {fünfter 12tel Blick 2021}

Das Berliner Reichstagsgebäude steht im Tiergarten, auf dem damaligen Königsplatzes, dem heutigen Platz der Republik. Wie es dazu kam, möchte ich dir heute erzählen…

1867 tagte der Reichstag noch in der Leipziger Straße, im Gebäude des Preußischen Herrenhauses. Der Reichstag war damals noch nicht vom Volk gewählt. Die Tagenden waren vom König bestimmt, haben den Sitz geerbt oder waren vom König ernannte Prinzen. Wer sich mehr damit auseinander setzen möchte, dem empfehle ich diesen Link (Preußisches Herrenhaus) Das Gebäude wurde aber zu klein, als Deutschland sich 1871 zum Deutschen Reich zusammenschloss, weshalb man nach einer Alternative gesucht hatte. Es sollte ein würdiger Bau sein. Darüber war man sich einig, aber wohin mit dem Bau?

Wohin mit dem Reichstagsgebäude?

Auf der Ostseite des Königsplatzes, wäre ein hübscher Platz. Aber da steht das Palais des polnischen Diplomaten Graf Raczyński. Dem gefällt dieser Gedanke so gar nicht. Er weigert sich strikt, sein Palais herzugeben. Einen anderen Standort, dichter am Stadtschloß finden die Abgeordneten nicht gut, da man vermuten könnte, dass sie gemeinsame Sache mit dem König machen könnten. Der König will den Grafen aber auch nicht enteignen. 1874 erledigt sich der Streit auf natürliche Weise. Der Graf verstirbt und sein Sohn hadert nicht lange und verkauft an den Preußischen Staat. Aber erst im Jahr 1881 erwarb der Reichstag das Gelände.

Reichstagsgebäude von Wallot

Ludwig Bohnstedt, Public domain, via Wikimedia Commons

Wieder hatten die Parlamentarier ihre Schwierigkeiten, denn der Architektenwettbewerb für den Neubau, fand schon 1872 statt, den Ludwig Bohnstedt gewonnen hatte. Nun also noch einmal ein weiterer Wettbewerb bei dem nur “Architekten mit deutschen Zungen” zugelassen waren. Aus 189 anonymen Bewerbungen zog man die Pläne von  Paul Wallot aus dem Stapel. 1883 wurde der Haushalt genehmigt und  Paul Wallot hatte eine Menge Arbeit. Nicht nur, dass es eine Herausforderung ist das Reichstagsgebäude zu bauen. Dazu kam, dass es eine dauerhafte Auseinandersetzung mit den Parlamentariern und der Bauabteilung des preußischen Ministerium gab. Wallot schien stets ruhig zu bleiben. Doch in persönlichen Briefen beklagte er sich wohl.

Reichstagsgebäude von Wallot

Paul Wallot, Public domain, via Wikimedia Commons

Trotz aller Widrigkeiten konnte am 9. Juni 1884 der Grundstein gelegt werden. Es war ein regnerischer Tag und die Parlamentarier waren mäßig vertreten, dafür um so mehr Militär. Als Kaiser Wilhelm I den Grundstein mit dem Symbolischen Hammer in den Grund schlug, zersprang das Werkzeug. (Sollte das ein böses Ohmen sein?)

Der Bau des Reichstagsgebäudes

Immer wieder wurden dem Architekten Steine in den Weg gelegt. Immer wieder musste er seine Pläne ändern. So wurde die Kuppel, die eigentlich in der Mitte über dem Plenarsaal aus Stein gebaut werden sollte, weiter nach vorne verlegt. Doch während der Bauphase kam Wallot immer mehr zu der Überzeugung die Kuppel sollte in der Mitte stehen. Inzwischen waren aber die tragenden Wände aufgebaut und viel zu schwach um eine steinerne Kuppel zu tragen. Es sollte eine andere Lösung her. Eine Konstruktion aus Stahl und Glas, die statt 85 Meter nur noch 75 betrug wurde von dem Bauingenieur Hermann Zimmermann entworfen. Ein Konstrukt, das seines Gleichen suchte.

Kaiser Wilhelm I., anfangs noch sehr dem Bau und dem Architekten gegenüber positiv gestimmt, bezeichnete alsbald das Reichstagsgebäude als „Gipfel der Geschmacklosigkeit“, eine „völlig verunglückte Schöpfung“ und schmähte es inoffiziell als „Reichsaffenhaus“.

The original uploader was Rainer Zenz at German Wikipedia., Public domain, via Wikimedia Commons

Wallot verband in dem Reichstagsgebäude verschiedene damals gängigen Bauformen, dazu noch der moderne Kuppelbau und schon gab es viele Meinungen zu dem Bau. Einige verspotteten („Leichenwagen erster Klasse“), einige lehnten ab und wieder andere lobten. Am 5. Dezember 1894 wurde der Schlussstein des 24 Millionen Goldmark teuren Gebäudes gelegt und der Kaiser durch die fertigen Räume geführt. Dieser lobte, aber in seiner Thronrede zur Reichstagseröffnung sprach er diese Worte:

Möge Gottes Segen auf dem Hause ruhen, möge die Größe und Wohlfahrt des Reiches das Ziel sein, das alle zur Arbeit in seinen Räumen Berufenen in selbstverleugnender Treue anstreben

Modern aber zu klein

Das Reichstagsgebäude war modern. Es gab Doppelfenster, Wasserspülungen für die Toiletten, Telefone, ein eigenes Kraftwerk für Strom, Heizung mit Temperaturfühler. Es gab viele Sprechzimmer, eine riesige moderne Bibliothek, Garderoben- und Waschräume. An was es fehlte waren die Arbeitsplätze für die Parlamentarier! Was nütze einem Abgeordneten die schönen hölzernen “deutsch” verzierten Wände, wenn er keinen Stuhl fand, auf den er sich setzen, oder einen Tisch an dem er lesen oder schreiben könne…

Das Gebäude war tatsächlich zu klein für die vielen Abgeordneten. In den 1920er Jahren wurde geplant, eine Erweiterung anzubauen. Doch dazu kam es nie.
Über dem Eingang des Westportals, gab es Platz für eine Inschrift. “Dem deutschen Volke” sollte dort stehen. Aber immer wieder führte es zu lebhaften Diskussionen und angeblich war es dem Kaiser gar nicht recht, was über dem Portal stehen sollte. 20 Jahre lang blieb der Platz leer. Erst im Herbst 1915 wurden zwei erbeutete Geschützrohre aus dem Befreiungskriegen 1813-1815 eingeschmolzen und der Schriftzug über den Eingang gehängt. Der Kaiser erteilte dazu nicht seine Genehmigung, er habe aber auch nichts dagegen, wenn die Reichstagsausschmückungs-Kommission einen solchen Beschluss fasse.

… Fortsetzung folgt

Der fünfte 12tel Blick

Ich habe meinen 12tel Blick ein wenig vernachlässigt. Die Bilder stammen tatsächlich aus dem Mai. Doch fand ich bisher noch nicht die Zeit sie endlich ins Netz zu stellen. Auch meine Geschichten über den Tiergarten nehmen mehr Zeit in Anspruch. Weshalb ich den “Reichstag” auch in zwei Geschichten verpacke. Zum 1. Juli werde ich den Reichstag dann abschließen.

Im Mai haben sich mal ein paar Besucher am Strand der Spree eingefunden. Es war etwas warm, aber auch sehr windig. Mit dem Kerl habe ich eine kleine Runde über die Brücken und auf die Reichstagsseite gemacht. Die paar Meter fallen ihm immer noch etwas schwer. Aber Bewegung tut not!

Der Blick ist längst schön grün. Und wir haben es auch sehr genossen in der Sonne spazieren zu gehen. Schau mal, das ist mein Standort, dort drüben. Siehst du ihn? Ich brauchte ihn auch gar nicht zu markieren, das hat schon ein Anderer für mich übernommen. So kann ich immer vom selben Platz aus meine Bilder machen. Als ich Kind war, war dort auf der anderen Seite der Spree fast nichts zu sehen. Ein oller vernachlässigter Hafen und viele Wachmänner.

Und heute scheint es fast, als hätte einer eine Menge Farbe und lustig bunte Steine über die Ufer gekippt. Jedesmal, wenn ich dort hin fahre, sehe ich wieder etwas neues. Rechts neben dem weißen Haus, steht das Futurium. Wir waren dort noch nie drinnen, haben es uns aber auf die Liste der zu besuchenden Gebäude geschrieben. Es muss echt spannend sein.

Wieder auf der ehemaligen Mauerseite, der Blick Richtung Charlottenburg. und in die andere Richtung schaut man nach Mitte. Auf die “Bundeswaschmaschine” Dem Kanzleramt.
Jetzt muss ich nur noch rasch bei Eva’s 12tel Blick im Mai verlinken. Ich hoffe ich komme nicht zu spät! Oh… Ich habe noch ein paar Tage Zeit.

 


Haus der Kulturen im Tiergarten {vierter 12tl Blick 2021]

Das Haus der Kulturen steht direkt an der Spree, nicht weit von der nicht mehr vorhandenen Kroll-Oper. Die Kongress-Halle, wie sie ehemals genannt wurde, ist ein Geschenk der Amerikaner an die Stadt Berlin. Nur 18 Monate hatte es gedauert, um die Halle den Berlinern übergeben konnte. Das Gelände an der Spree war im 19. Jahrhundert ein Manövergebiet und staubig wie die Sahara. Und genauso nannten die Berliner diese Ecke des Tiergartens.  Nach dem zweiten Weltkrieg war wiederum nicht viel mehr übrig als staubiger Wüstensand.

1956 trieb man 1200 Pfeiler in die Erde, um dort die Halle zu errichten. Die Kongresshalle sollte außergewöhnlich werden. Ihr geschwungenes Dach soll wie ein Leuchtfeuer der Freiheit erstrahlen. So wollten es zumindest die Architekten Hugh Stubbins und die „Berlin-Beauftragte“ Eleanor Dulles den Sowjets beweisen, deren Sektor nicht weit von hier beginnt. Zur Grundsteinlegung waren sie alle da, auch der Regierende Bürgermeister Otto Suhr. Eine Botschaft von Präsident Eisenhower wird verlesen: die Kongresshalle sei Symbol wie Werkzeug elementarer menschlicher Werte, die es zu verteidigen gelte.

Ein besonderes Haus

Das Haus soll ganz besonders werden, hat Hugh Stubbins beschlossen, der schon mit 28 Jahren Assistent von Walter Gropius war. Eleanor Dulles ist die Schwester des amerikanischen Außenministers John Foster und Allen Foster, der seit 1953 CIA-Chef ist. Eleanor Dulles hat eine Einladung zur Bauaustellung von der Interbau angenommen und sollte sich an der Gestaltung des Hansaviertels beteiligen. (Darüber werde ich auch noch schreiben!) Ihr Anliegen war aber mehr der Bau des Hauses der Kommunikation. Hugh Stubbins hatte die Idee dem Haus Flügel zu geben. Es wie ein großes Zelt aussehen zu lassen.

Am 19. September 1957 gab es eine Fünftägige Einweihungsfeier. Eine Champagnerflasche wurde an den tragenden Pfeilern zerschlagen. Zwischen den Pfeilern hängt ein Stahlbetondach wie zwei riesige Flügel. Das Ganze wirkt irgendwie beschützend. Der Architekt Hugh Stubbins ist zufrieden, die Statiker waren ängstlicher und verordneten dem Dach einen extra versteckt abstützenden Hilfsbetonring. Der Architektenwelt bringt dieser Ring Debatten und 23 Jahre später eine Katastrophe.
Aber bis dahin ist man begeistert und die Berliner geben dem Ding einen eigenen Namen Die schwangere Auster. Aber erst einmal wird eingeweiht, mit Tanz, Konzert, Theater und Ausstellungen. Modern ist das, was aus Amerika in der Kongresshalle vorgetragen wird. Vielleicht zu modern für die Deutschen. Modern ist es auch, denn neuste Technik verbirgt sich in seinem Inneren der Kongress-Halle.

In den Sälen wird getagt und Konzerte gegeben. Es treffen Menschen zu verschiedensten Veranstaltungen aus der ganzen Welt dort zusammen. Der gemeine Berliner kann sich währenddessen gemütlich ein Bier zu Gemüte führen, denn es gibt eine wunderbare Bierterrasse und eine Dampferanlegestelle. Im hauseigenen Postamt kann man seine Post mit einem Sonderstempel verschönern.

Die Konkurrenz und Katastrophe

1971 bekommt die schwangere Auster Konkurrenz. Das ICC, Internationale Kongress Centrum in Charlottenburg soll gebaut werden. Größer, moderner, fast in der Mitte Westberlins und zeitgemäß. Die kleine Kongresshalle in der John-Foster-Dulles Allee reichte wohl nicht mehr aus. Und trotzdem ist es fast schon ein Ritual, dass sich die amerikanischen Präsidenten und Abgeordneten in der Kongress Halle sehen lassen, wenn sie in Berlin sind. John F. Kennedy, Carter, Kissinger… und wie sie alle hießen.

Und dann kam es zur Katastrophe. Am 21. Mai 1980 sehen die Berliner fassungslos zu, wie ihre schwangere Auster einstürzt. 600 Tonnen Beton reißen einfach ab und fallen auf die Vorderfront und den Eingangsbereich. Die Brücke zu den Teichen vor der Halle führt ins leere und Kilometerweit ist der Knall zu hören. Es werden 800 Menschen unter den Trümmern vermutet. Am Ende waren es zum Glück nicht so viele Menschen im Inneren der Kongress Halle. Ein RIAS Reporter, der an einer Pressekonferenz teilgenommen hatte sagte:

Das ganze Gebäude vibriert, dann beginnt es zu zittern, Fensterscheiben zerbrechen. Schließlich hört es sich an wie eine schwere niederstürzende Lawine, eine Lawine aus Staub und Beton. Als dann ein berstendes Krachen das ganze Gebäude erbeben lässt, beginnen die Menschen zu flüchten. Das Geräusch des Einsturzes wird später mit der Lautstärke eines Düsenjägers verglichen

Am Ende sind es “nur” 5 Menschen, die zu Schaden kommen. Einer verstirbt an seinen Verletzungen. Die Spekulationen sind so bunt wie die Stadt. Pfusch am Bau, Materialermüdung und sogar von einem Anschlag wird gesprochen. Und dann die Frage, soll man dieses Haus wieder aufbauen? Die Berliner werden wohl mit dieser Ruine leben müssen, so der regierende Bürgermeister Stobbe. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen…

Aufbau und was dann? Haus der Kulturen

Aber bevor das Haus wieder aufgebaut wird, gehen die Debatten los, welchen Nutzen dann dieser symbolträchtige Bau haben wird. Kammermusiksaal? Einen Teil der Berliner Regierung hier unterbringen? Festhalle für moderne Musik? Events, Theater… Aufbau, aber bitte ohne die Betonangst „Brüchiger Baumodernismus“, denn noch einige andere Bauwerke der Stadt stehen unter Beobachtung wegen des modernen Materials. Die Hochschule in Darmstadt nimmt sich der Sorgen dann an: „Das geschwungene Dach wird wie eine Brücke über der Halle schweben, auf zwei superstarken Pfeilern ruhen. Das flache Dach des Auditoriums wird verstärkt und hat mit der Auster darüber keine Verbindung mehr.“ Das ist genau die Konstruktion, wie sie Architekt Hugh Stubbins ja ursprünglich auch vorgesehen hatte, ohne brüchige Hilfsstützen…

Am 9. Mai 1987 wird die Kongress Halle wiedereröffnet. Pünktlich zur 750 Jahr-Feier Berlins. 1988 findet dann die Kongresshalle zu einer neuen Aufgabe. Sie wird zu dem Haus der Kulturen der Welt GmbH Seitdem finden dort wieder Ausstellungen statt und zeitgenössische Künste haben hier einen Platz. Es wird debattiert und es werden Zusammenkünfte organisiert. Die Berliner nutzen wieder das Lokal auf der Dachterrasse oder an der Spree. Es finden Musikabende dort statt und man kann immer noch das Dach bewundern, das fast so schön ist wie vor dem Zusammenbruch. Es ist dort bunt, weltoffen und unterhaltsam, geht wissenschaftlich und genussvoll zu.

Der 12tel Blick

ich mache meine Bilder immer Mitte des Monats. Es war kalt an dem Tag als wir im Tiergarten an der Spree standen. Und gerne verlinke ich wieder bei Eva und ihrem Blog Verfuchst und zugenäht.


Die Kroll-Oper Berlin {Dritter 12tel Blick 2021}

Die Kroll-Oper (auch Kroll’scher Wintergarten oder Krolls Etablissement) war ein Gebäudekomplex vor den (den damaligen) Toren Berlins. Im Jahre 1841 fand der preußische König Friedrich Wilhelm IV., dass er auch so einen geselligen und vornehmen Ort wie den Kroll’schen Wintergarten in Breslau, in seiner Stadt vorweisen möchte. So überließ man dem Unternehmer Joseph Kroll einen Baugrund am Rand des Exerzierplatzes, der sich bei Regen, in einen Schlammplatz verwandelte und im Sonnenschein zu einer Staubwüste wurde. Kroll musste sich verpflichten, das Grundstück bei Misserfolg wieder zurück zu geben.

Die Kroll-Oper von oben 1933

Aus dem Buch: Berlin -Tiergarten von Ralf Schmiedecke

10 Monate nur! betrug die Bauzeit. Dem König lag das Projekt so sehr am Herzen, dass er seinen Baumeister Ludwig Persius mit einbezog. Die Architekten Carl Ferdinand Langhans und Eduard Knoblauch waren ebenfalls beteiligt. Am Ende stand da ein Schlossähnlicher Bau, dessen zweigeschossiger Mittelbau, der eingerahmt zwischen zwei flacheren Gebäudeflügen, stand. Dazu kamen einige Nebengebäude. In der Kroll-Oper fanden 5000 Gäste platz. Zwei Wintergärten, vierzehn Gesellschaftsräume und drei große Säle präsentierten sich mit 400 Flammen einer Gasbeleuchtung, die damals gerade erst eingeführt wurde. Aber am schönsten war wohl der Königssaal. Prunkvoll eingerichtet, in dem 60 Musiker für Unterhaltung sorgten.

Das erste Jahr war für den Unternehmer Kroll sehr lukrativ. In der ganzen Stadt hingen große Werbeplakate, die für Festlichkeiten warben. Chinesische Nächte, Maskenbälle und vieles mehr stand auf dem Plan. Auch der Walzerkönig Johann Strauß gastierte in den Sälen. Doch nicht lange, dann musste Johann Strauß feststellen, dass seine Musik dem berlinischen Naturell wenig anhaben konnte. 

Joseph Kroll bedauerte sehr, dem preußischen König einst begegnet zu sein und das Unternehmen aufgebaut zu haben. Denn nach dem anfänglichem Erfolg, strauchelte das Unternehmen. 1848 starb Kroll und seine Tochter Auguste übernahm die Oper. Sie modifizierte die Säle etwas und ließ auch Zirkusattraktionen aufführen oder veranstaltete Gewerbeausstellungen. Im Königssaal wurde ein Podium errichtet und Volkstümliches Theater und sogar Opern aufgeführt. 1851 brannte dann das Haus bis auf die Grundmauern nieder, als eine Theaterkulisse Feuer fing. Mit den 80.000 Talern der Versicherung ließ Auguste das Haus innerhalb eines Jahres, durch den Baumeister Eduard Titz, noch eindrucksvoller wieder aufbauen.

Kein Glück mit der Kroll-Oper

Aber obwohl Auguste versuchte durch anspruchsvollere Darbietungen mehr Einnahmen herein zu spielen, verschuldete sie sich immer mehr. Die Gläubiger dachten, sie könnten es besser und versuchten noch einige Jahre ihr Glück, doch auch sie scheiterten. Am Ende kaufte Jacob Engel, der Ehemann von Auguste Kroll das Haus zurück. Doch sollte er ebenfalls nicht vom Glück geküsst sein. Lange versuchte er das Grundstück weiter zu verkaufen, doch keiner wollte das Hypothekenbelastete Haus erwerben. 1876 entstand dann der Kroll-Oper gegenüber der Reichstag und Jacob Engel konnte eine seiner Ideen umsetzen. Nämlich das Haus mit elektrischem Licht zu versorgen. Doch auch das nutzte nichts mehr. Als Engel starb, wollte seine Sohn die Oper weiter führen, aber scheinbar stand es unter keinem guten Stern. 1894 musste er aufgeben.

Daraufhin übernahm Julius Bötzow, der Besitzer der Bötzow-Brauerei die Kroll-Oper. Auch er hatte keinen große Erfolg mit dem Haus, obwohl er es als einfachen Gaststättenbetrieb bewirtschaftete. Die wenige Konzerte zogen auch kein Publikum an. Ein Bühnenhaus mit einer Vorhalle aus Glas und Eisen sollte es dann bringen.
Doch auch das lockte die Berliner nicht hinter dem Ofen hervor. 1896 war dann Schluss mit den Privatiers. Bötzow verkaufte an den Preußischen Staat. Die Oper bekam den neunen Namen Neues Königliches Operntheater. Das Haus wurde wieder einmal umgebaut und als Ausweichbühne genutzt, wenn in den anderen Häusern gerade gebaut wurde. Tatsächlich gab es aber auch erfolgreiche eigene Aufführungen z.B. mit Enrico Caruso dem  „moderner“ Komponisten Igor Strawinski und Gustav Mahler. Auch Johann Strauss kam zurück und ließ 98 mal die Operette Die Fledermaus aufführen.

Die pompöse Kroll-Oper (ein Traum)

Kaiser Wilhelm II. dachte über ein pompöses Opernhaus nach. Dazu hätte er fast die Oper unter den Linden abreißen lassen, entschied sich dann aber für die Kroll-Oper. 1913 wurde die Geldmittel bewilligt und man fing an, das Haus schon mal ab zu reißen, dann kam der erste Weltkrieg dem Unterfangen ins Gehege. Einige Räume waren noch soweit nutzbar, dass man dort Wolle und Lumpen für die Reichswollwoche gesammelt hatte. den verwundeten Soldaten trug der Sommergarten zur Genesung bei.
Auch nach dem Krieg blieb das Haus in einem maroden Zustand obwohl dort ein Volkstheater entstehen sollte. Aber ohne Geld?… der Verein der Berliner Volksbühnen pachtete das Grundstück 1920. Verpflichtet das Gebäude wieder herzustellen, bekam das Theater einen Saal für 2500 Besucher. Es sollte einen Festsaal für 5000 Menschen bekommen und im Garten entstanden eine Terrasse und eine Freilichtbühne.

Die Ideen waren toll aber auch kostspielig, weshalb der preußische Staat am Ende auch noch Geld zuschießen musste.Die Kroll-Oper bekam wieder einen neuen Namen und hieß am 1924 Oper am Königsplatz, bis 1926 der Königsplatz in den Platz der Republik umbenannt wurde und die Oper gleich mit, was die Berliner aber so gar nicht interessierte, denn es blieb die Kroll-Oper. Es begann eine Zeit der modernen Aufführungen, inszeniert nach den Plänen von Otto Klemperer. Es erwuchs ein modernes Opernmodel, das nach dem zweiten Weltkrieg von der Komischen Oper wieder aufgenommen wurde. Aber nicht jedem gefiel das Moderne und 1931 wurde die Kroll-Oper mal wieder geschlossen.

Otto Klemperer kommentierte später: „Ich tat alles nur menschenmöglichste, um die Schließung der Krolloper zu verhindern. Denn ich hing an dieser wie an einem Lebensplan. Ich ließ mich so weit hinreißen, dass ich einen Prozess anstrengte gegen die preußische Regierung. Es kam zu keiner Vereinbarung und ich verlor den Prozess.“

Sommergarten der Kroll-Oper

Scherl Berlin; Platz der Republik UBz.,: den Krollgarten; 1927

Und wie ging es weiter?

Zwei Jahre blieb das Haus geschlossen. 1933 kamen in der Oper 900 Menschen zusammen, um gegen die Nationalsozialisten zu protestieren. Das Frei Wort, war eine Versammlung von liberalen, sozialdemokratischen und kommunistischen Politikern und vielen bekannten einflussreichen Persönlichkeiten.
Nur 10 Tage später brannte der Reichstag. Der Plenarsaal war nicht nutzbar, weshalb die Nationalsozialisten sich die Kroll-Oper als Tagungsstätte aussuchten. Nach den Vorschrift der Weimarer Verfassung musste das Parlament nämlich innerhalb von 30 Tagen nach dem Wahltermin zusammentreten. Die Oper wurde schnellstens umgebaut. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Kroll-Oper zu einer Bühne für den damaligen Reichskanzler.

Auch die Kroll-Oper blieb bei den Bombenangriffen auf Berlin nicht unbeschädigt und die Erstürmung durch die Rote Armee zeigten sich ebenfalls einige Zerstörungen. Aber schon am 23. Mai 1945 wurde wieder aufgeräumt, damit man wenigstens das Gartenlokal wieder nutzen konnte. Im Sommer wurden dort wieder Konzerte und Tanzveranstaltungen abgehalten. Aber nach wie vor stand die Kroll-Oper unter keinem guten Stern. 1951 wurde schon ein Teil der Gebäude abgetragen und 1957 verschwanden die letzten Reste der Kroll-Oper. heute findet man dort eine Gedenktafel mit der Geschichte des Hauses.

Nun zu meinem 12tel Blick

Ich habe dir nun wieder eine Menge erzählt. Soviel sollte es eigentlich nicht werden. Aber dann war es doch so spannend. Ich selber bin immer wieder erstaunt, etwas über meine Stadt zu erfahren.
Mein Blick also: Es hat sich ein bisschen was getan. Zu dem Schneebild im Februar aber eine ordentliche Veränderung. Wieder verlinke ich meine Bilder und die Geschichten um den Tiergarten bei Eva und ihrem Blog Verfuchst und Zugenäht


Der große Tiergarten {Zweiter 12tel Blick 2021}


Der Große Tiergarten gehört nach wie vor zu den beliebtesten Ausflugszielen der Berliner. Nachdem der Park 1742 von dem Architekten Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff zu einem Lustgarten umgestaltet wurde, lustwandeln die Berliner immer noch gerne über die schönen Wege. 1838 wurde der große Tiergarten noch einmal von dem Landschaftsgestalter Peter Joseph Lenné in einen englischen Volkspark verwandelt.

Die Berliner lieben ihre grüne Lunge mitten im Herzen ihrer Stadt. Im Sommer finden dort verschiedene Sportveranstaltungen statt. So laufen zum Beispiel die Marathonläufer einmal quer durch den Park. Allerdings nutzen die vielen Füße vor allem Die Straße des 17. Juni (ehemals Charlottenburger Chaussee). Die 45 Meter breite Ost-West-Achse verläuft quer durch die Stadt.

Als Friedrich der III. die Verbindung zwischen seinem Stadtschloss und seiner Gemahlin, die in der  Lietzenburg (Charlottenburger Schloss) residierte, bauen lies, konnte er noch nicht ahnen, was einmal aus dieser Straße werden würde.

Simon Kremser galt als der Vater des öffentlichen Nahverkehrs in Berlin. Er fragte 1820 die Stadt Berlin ob er: “Wagen zu öffentlichem Gebrauch zu stellen, die auf eisernen Achsen laufen und auf Federn ruhen” betreiben darf. Kremser wollte Pferdeomnibusse betreiben. Der Mann bekam die Genehmigung. Er entwickelte dafür ungefederte Wagen die Überdacht wurden. Zehn bis Zwanzig Personen konnten so zwischen dem Brandenburger Tor und Charlottenburg pendeln. Diese Pferdeomnibusse wurden 1902 von der Elektrischen (Straßenbahn) abgelöst.

Immer breiter

Im April 1939 zog eine gigantische (Geburtstags-) Militärparade über die, von Albert Speer auf 45 Meter verbreiterte Straße, an den Berlinern und dem Führer vorbei. Im Zuge dieses Ausbau, musste allerdings auch die Straßenbahn weichen. Die Nationalsozialisten sorgten dafür, dass das Charlottenburger Tor auseinandergerückt wurde, damit die Paraden einen besseren Durchgang hatten. In die Mitte der Ost-West-Achse, wie der 17. Juni damals genannt wurde, stellte Speer die Gold-Else. Die Siegessäule, die bis dahin vor dem Reichstag stand, wird so von den Berlinern genannt.. Eine “gigantische” Landmarke die weithin sichtbar ist.

Nach dem zweiten Weltkrieg verschwanden fast alle Bäume aus dem Tiergarten. Den Berlinern war es kalt und so holzten sie den großen Tiergarten ab. Damit der Tiergarten wieder aufgeforstet werden konnte , wenn auch nicht so wie er einmal war, brauchte es Bäume. Im März 1949 wurde vom Oberbürgermeister Ernst Reuter  die eine Linde gepflanzt. 250.000 Jung-Bäume folgten und kamen aus vielen Westdeutschen Städten nach Berlin. Teilweise auch über die Luftbrücke, denn inzwischen war die Stadt durch eine Mauer geteilt.

Vergnügen im großen Tiergarten

Vergnügen gab es schon immer. Zuerst war der Kurfürst und seine Gäste dran. Sie jagten das ausgesetzte Rotwild. Ein Zaun verhinderte, dass die Tiere sich an den Äckern der umliegenden Bauern gütlich taten und der Kurfürst auf jeden Fall Erfolg hatte.
Nachdem der große Tiergarten umgebaut wurde, hatten die Berliner das Vergnügen zwischen den Puppen spazieren zu gehen oder sich auf eine der vielzähligen, lauschigen Bänke nieder zu lassen.  Aber es wurden auch Cafés angelegt und der Neue See lädt bis heute zum Rudern ein. Wunderschöne Brücken führen über unzählige Kanäle. Im Rosengarten wachsen wundervoll duftende Rosen und am Ende des Tiergartens trifft man auf Ausläufer des Zoos. Die Wege am Kanal führen an Gehegen vorbei, so dass man einen kostenlosen Blick auf einige Tiere erhaschen kann.

Am Rand des Tiergartens

Am Rande des Großen Tiergartens wuchsen verschiedene Restaurationen aus dem Boden. Der Kemper Hof oder die Zelten-Konditorei. Dort traf man sich nach einem Spaziergang. Der Straßenname In den Zelten kam daher, dass Friedrich II. 1745 erlaubte, am Rand des Tiergartens Zelte aufzustellen, die als Gastwirtschaften fungierten. Diese mussten aber im Winter abgebaut werden. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts siedelten sich dann Ausflugslokale an. Aus Stein gebaut und auch im Winter zu besuchen. Heute steht an dieser Stelle das Kongresszentrum. Die Schwangere Auster. Ein Symbol der Amerikanisch-Deutschen Allianz.

Bis heute wird der 17. Juni als Partymeile genutzt. Die Loveparade, die Fußballweltmeisterschaften und Silvester lockt Unmengen von Menschen in den Tiergarten. Und wie ich Eingangs schon schrieb, Sportwettbewerbe. Am Frauenlauf gegen Brustkrebs habe ich selber schon teilgenommen. Den Marathon werde ich niemals schaffen.

Nun aber zu meinem Blick. Ich habe die Bilder 5 Tage vor meinem persönlichen Termin gemacht. Der Schnee war einfach zu verlockend. Hätte ich gewusst, dass er so lange liegen bleibt, … Hätte, hätte. So sind sie eben im Kasten. Meine Geschichte werde ich wie immer bei Eva auf ihrem Blog verlinken.

 


Tiergarten Berlin {Erster 12tel Blick 2021}

Es ist wieder so weit. Der 12tel Blick startet wieder. Ich hoffe, dieses Jahr die Serie voll zu machen. Nicht das wieder irgendetwas Unvorhergesehenes Knüppel zwischen die Beine wirft. Mein Plan ist, dir eine Menge über einen Bezirk meiner Stadt zu erzählen. Dieses Mal habe ich den Bezirk Tiergarten ausgesucht. Geschichtsträchtig, grün, quirlig, Prominent… Ich glaube da kommt einiges zusammen. Ich stehe allerdings auf der Moabiter Seite der Spree und werfe meinen Blick in Richtung Tiergarten.

Tiergarten ist im Grunde ein kleinerer Bezirk, den die Berliner Regierung vor Jahren Mitte zugeschrieben hat. Doch wer in Berlin groß geworden ist, der nutzt immer noch die Namen der eigentlichen Bezirke. Tiergarten grenzt an die Bezirke Moabit (von wo aus ich meine Bilder mache), dem Hansaviertel, das wohl auch zu Tiergarten gehört. Die Spree, Charlottenburg, Schöneberg und Kreuzberg grenzen den Bezirk ein.

Das Bild ist von Alexrk2

Aller Anfang war waldig

Doch fangen wir einfach mal ganz am Anfang von Tiergarten an. Im Jahre 1527 kaufte der Kurfürst Joachim I. der Stadt Cölln den unbebauten Wald westlich vom Brandenburger Tores ab. Damit er seinem Jagdfieber frönen konnte, lies er einen Zaun um das Gebiet ziehen und setzte  Wildtiere aus. Der Zaun schützte die umliegenden Felder.

Friedrich I. wollte später eine große Verbindungsstraße vom Berliner Stadtschloss und dem Charlottenburger Schloß haben. Unter den Linden wurde einfach nur kerzengerade eine mächtige Straße gebaut. Langweilig ist anders, denn mitten im Jagdgebiet wurde der Große Stern mit acht zulaufenden Alleen angelegt. Der Enkel Friedrich II, hatte keinen Spaß an der Jagd, weshalb die Zäune verschwanden. Dafür wurden 1742 in seinem Auftrag vom Architekten Knobelsdorff ein Lustpark, mit Beeten, Wasserläufen und Skulpturen, alles für die Bevölkerung zugänglich, angelegt.

Das Bild ist Von Daniel Chodowiecki

Bis in die Puppen

Die Berliner machten am Wochenende gerne Spaziergänge zum Tiergarten. Dabei spazierten sie vom Stadtkern, durch das Brandenburger Tor (s.o.) bis zum Großen Stern. Ein ziemlich langer Spaziergang unter den Linden entlang, durch den Park. Überall im Tiergarten kam man an den besagten Skulpturen und Denkmälern vorbei, die Berliner liefen also bis in die Puppen. Dieses Sprichwort weitete sich auch auf die Zeit aus, also auch wenn man lange unterwegs war, war man bis in die Puppen unterwegs.

Peter Joseph Lenné durfte sich 1833 durfte an dem Park versuchen. Er schuf einen Park nach englischem Vorbild. Die Flächen wurde offener. Bis heute kann man erahnen, wie der Park mal ausgesehen haben mag.

Rund um den Tiergarten entstand ein Siedlungsgebiet, das 1861 eingemeindet wurde. Auf der anderen Seite meines Standortes, entstand das Alsenviertel. Davor war das Gebiet sehr sumpfig, eine Flussaue. Friedrich Wilhelm IV zeichnete eigenhändig Pläne, wie er sich die Bebauung vorstellt. Schinkel und Lenné standen ihm dabei zur Seite. Lange, ein viertel Jahrhundert,  blieben die Pläne in der Schublade liegen. Erst 1867 entstand  gegenüber dem Alsenviertel der Königsplatz, ein Exerzierplatz ( heute der Platz der Republik). Neben dem Reichstag wuchs die Krolloper  in den Himmel (über die Krolloperr werde ich dir demnächst etwas erzählen) und die Siegessäule, die die Nazi’s später auf die Mitte des großen Sterns setzen ließen.

Tiergarten

Nebenan gleich Moabit

Für mich gehörte Moabit immer schon zu Tiergarten. Der Tiergarten wirkte immer etwas feiner, Moabit eher bodenständig und als ein Arbeiterbezirk.
Als die Hugenotten nach Berlin kamen, brauchten sie Platz, denn es kamen nicht wenige. Friedrich I von Preußen, gab ihnen gerne das Gebiet neben dem Tiergarten. Sie sollten dort Maulbeerbäume anpflanzen und die Seidenraupenzucht zur Seidenproduktion voranbringen. Der Name Moabit leitet sich wahrscheinlich aus dem alten (französischem) Testament ab: Terra de Moab, weil sie hier ebenso Zuflucht fanden wie Elimelech und die Seinen im Land der Moabiter. Moabit ist vom Wasser umrahmt und man kann diesen Teil Berlins nur über eine der 23 Brücken erreichen. Am nördlichen Teil Moabits entstand ein Industrieviertel mit Eisenbahntrassen und dem Westhafen. Im Osten befand sich eine Kaserne mit Exerzierplatz.

Bis 1920 gehörte auch noch das Hansaviertel zu Tiergarten. 1874 plante und baute die Berlin-Hamburger Immobiliengesellschaft die noblen zweistöckige Häuseransammlung mit Vorgärten. Weshalb dieser Teil Tiergartens das Hansaviertel genannt wurde. Die Straßen zwischen den Häusern wurden nach Dichtern und Städte der Hanse benannt. Drumherum entstanden vereinzelte Gastwirtschaften und Villen. Die Stadtbahn machte es zu einem attraktiven Wohngebiet. Die Bahnhöfe Bellevue und Tiergarten verbanden und verbinden noch immer die Stadtmitte mit Charlottenburg.

Tiergarten

Zoologischer Garten im Tiergarten

Im südwestlichen Teil des großen Tiergartens eröffnete 1844 der Zoologische Garten. Es war der neunte Zoo in Europa und der älteste Deutsche Zoo. Der zweite Weltkrieg forderte den Tod vieler Tiere. Ein besonderer Liebling der Berliner hielt durch, das Nilpferd Knautschke. Eine Frau, die erste und einzige Direktorin, Katharina Heinroth war es, die den Zoologischen Garten wieder aufbauen ließ. Heute ist der Berliner Zoo einer der artenreichsten der Welt.

Vor dem zweiten Weltkrieg  war der Potsdamer Platz Weltklasse. Verkehrsreich und quirlig ging es hier zu. Ein mega Verkehrsknotenpunkt, wo sich S-Bahnen, mehrere Straßenbahnen, viele Buslinien und U-Bahnen kreuzten. Das Nachtleben in dieser Ecke war legendär. Tag und Nacht brummte es hier ordentlich. Ich denke, dass ich auch darauf noch einmal zurück kommen werde. Stars und Sternchen leuchteten hier in den verschiedensten Lokalitäten.

Jetzt haben wir Tiergarten fast einmal umrundet. Es fehlt nur noch der Teil entlang des 1850 für die Schifffahrt freigegebenen Landwehrkanals. Wohlhabende Bürger ließen sich hier nieder. Die Häuser zeugen bis heute davon. Auch die meisten Botschaften befanden und befinden sich hier.

Nun aber der 12tel Blick: Tiergarten

Der Blick geht also nach Tiergarten. Links sieht man das Paul-Löbe-Haus. Der hässliche Kasten rechts, ist die Schweizer Botschaft und davor kann man den Sitz der Kanzlerin sehen. Geradeaus sieht man den Potsdamer Platz mit all seinen neuen Gebäuden. Auch dazu werde ich irgendwann noch etwas schreiben. Aber jetzt habe ich dir erst einmal genug über Tiergarten erzählt. Meine Bilder verlinke ich bei Eva und ihrem Blog Verfuchst und zugenäht und freue mich auf meine nächsten Bilder.