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Mit dem Bus durch die Stadt {Stadtgeschichten}

Busfahren in Berlin

Die Mutter ist letztens mit dem Bus gefahren. Das macht sie nicht oft. Und von den Fahrplänen nimmt sie Abstand. Es ist ja nicht so, dass in unserer Stadt reichlich Buslinien unterwegs sind. Sie fährt auch lieber mit dem Bus, als mit der Bahn. Unterirdisch ist nicht so ihr Ding.

Also, die Mutter steigt in den nächstbesten Bus. Denn die Nase des Bus, zeigt in die richtige Richtung. Es schert sie eher weniger, dass die Ziffer auf dem Display außen nicht stimmt. Denn alle Wege führen nach Rom… Sie setzt sich auf einen Platz und wundert sich nach einigen Stationen, dass sie gerade abbiegen, wo sie doch gar nicht abbiegen müssen. Denn eines weiß sie genau! Nämlich, wo sie langfahren muss, um nach Hause zu kommen. “Können sie mir sagen, ob dieser Bus am Zoo stoppt” Ihre Nebensitzerin schaute sie verwundert an. “Aber nein, der fährt doch eine ganz andere Strecke!” Ein Mann hinter den Beiden mischt sich ein, “Sie könnten in zwei Stationen aussteigen, um in die S-Bahn zu wechseln! Die fährt dann zum Zoo”.

Die Mutter ist verwirrt. “Aber der ist doch immer zum Zoo gefahren!” “Ach sie meinen bestimmt den anderen Bus, der an der gleichen Haltestelle stoppt” Es grübelt in dem Kopf der Mutter, was sie als nächstes tun würde. Sie entschließt sich an der S-Bahnstation aus zu steigen. Die beiden Mitfahrer verabschieden sich freundlich und die Mutter ist mal wieder erstaunt, mit wieviel Menschen man doch in ein Gespräch kommen kann.

Sie steht nun auf der Straße und möchte eigentlich gar nicht mit der Bahn fahren. Aber was bleibt ihr übrig. Die Treppen hinauf und schon rollt der nächste Zug ein. Sie setzt sich neben einen Mann der Zeitung liest und schaut aus dem Fenster. Als sie zwei Bahnhöfe hinter sich gelassen haben, fällt ihr etwas ein. “Hält dieser Zug auch am Innsbrucker Platz?” fragt sie den Zeitungsleser. Dieser schaut aus seiner Lektüre hoch und wundert sich angesprochen zu werden. Hatte er sich nicht gut genug hinter seiner Zeitung versteckt?

“Hält der am Innsbrucker? …das weiß ich gar nicht. Ich steige immer Gesundbrunnen aus. Ist mir nie aufgefallen, ob der am Innsbrucker hält.” Er steht aber auf, um auf den Plan an der Decke des Zuges, zu gucken. Er brummelt ein wenig vor sich hin und nickt dann freundlich. “Oh ja, er hält dort!” “Die Mutter bedankt sich und freut sich schon, dass sie von dort auf jeden Fall nach Hause findet. Da kommt ihr eine neue Idee.

Sie könnte ja auch noch zwei Station weiter fahren und dann wieder mit einem Bus. Damit fährt sie doch viel lieber. Sie stellt sich unter den Plan an der Decke, um nach der Station zu suchen. Aber für sie ist der Plan nicht lesbar. Sie entscheidet sich dafür, es darauf ankommen zu lassen und wartet ab. Der Mann mit der Zeitung meldet sich wieder zu Wort und weist sie darauf hin, dass sie eben am Innsbrucker angekommen sind. Aber die Mutter lächelt ihn nur an, denn ihre Hörgeräte haben nur noch wenig Strom. (Dann hört sie nicht mehr) Er zuckt nur mit den Schultern und vertieft sich wieder in seine Zeitung.

Die Mutter steigt an der richtigen Haltestelle aus und fährt das letzte Stück mit dem geliebten Bus. Drei Tage später erzählt sie mir stolz ihre Geschichte und ich musste sie für dich aufschreiben. Ich liebe meine Stadt…

verlinkt bei Holunderblütchen
Tulpen hatte ich schon mal, nur nicht als Kugel.

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Stadtgespräche an der Currywurstbude

Neulich an dem Currywurstbude

Ich halte nicht oft an so einem Laden. Die Wurst steht schon lange nicht mehr auf meinem Speiseplan. Aber gestern, hatte ich Appetit auf Pommes und die schmecken aus der Friteuse einfach besser. Was macht es dann, sich bei der Currywurstbude eine Portion zu gönnen.

Ich stelle mich lieber vor den Laden, Fettgeruch mag ich nicht an mir haben. Zwei Typen, älterer Jahrgang, stehen ebenfalls vor der Tür und warten auf den Freund, der sich gerade Currywurst extrascharf bestellt hat. Nicht lange und er kommt mit seiner großen Schale heraus und stellt sich zu seinen Kumpels. “Ditt sieht aba janich so schaf aus!“ meinte der Eine. Der Wurstesser hält dagegen “Ditt kann man doch och nich sehn… Ditt iss schon ächt schaf…Schwiejermutter würde ditt nich mehr essen“ . “Ick hab zu Hause richtich watt Schafet. Ditt kann ick ja ma mitbringen. Denn könn wa ma kiecken, watt du wirklich ausshällst!” tönt der Dritte.

“Ick wees ja nich, watt ihr als schaf vasteht, aber ick war schon uff so nem Fest, da habn wir uns durch so ne Steijerung jefressen. Immer noch eens druff. Am Ende, wahn wa bei 100 000 Scoville. Iss ja nich so, ditt diss schlümm wäre, wennde ditt gleich zu Anfang jejessen hättest. Die Steijerung hatt diss jemacht…” “Hier ditt ist schon schaf jenucht!” Sagte der Wurstesser. In dem Moment geht eine Junge Frau an den Mittelaltermännern vorbei und dreht sich um, um die Drei anzugucken, wer sie da als scharf bezeichnet hätte.

Die Drei merken es noch nicht mal. Die Frau geht weiter und schüttelt den Kopf. So kann man auch etwas falsch verstehen. Wahrscheinlich fühlte sie sich angegraben, dabei wusste sie doch gar nicht, um was es ging. So kann´s gehen…

Die Drei debattierten noch ein Weilchen um ein gemeinsames Essen und zogen dann auch bald von dannen. Entweder war die Wurst wirklich nicht so scharf, oder der Wurstesser ist hart im Training, was scharfes Essen angeht. Denn so schnell wie der seine Mahlzeit verputzt hat, so schnell konnte ich meine Pommes nicht aufessen. Ich glaube, ich stelle mich demnächst öfter an die Bude. Das ist lustig.

Isst du scharfes Essen gerne? Ich ja. Der Kerl und ich haben einen Lieblingsthailänder, den wir schon seit ewigen Zeiten besuchen. Ich bestelle mir dann immer Massaman Curry (Ich habe hier ein tolles Rezept dazu gefunden) Und ich brauche schon gar nicht mehr dazu sagen, dass ich es originalscharf haben möchte. Der Kerl guckt immer ungläubig, wie viele Chilis darin schwimmen. Aber mir schmeckt es.

Freitagsblumen

Meine Blumen sind noch von letzter Woche. Aber ich wollte sie dir trotzdem zeigen. Ich habe sie von einer lieben Freundin geschenkt bekommen. Ich verlinke sie wieder bei Helgas Holunderblütchen. Hab ich schon mal gesagt, Amaryllis geht bei mir immer?

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{Stadtgeschichten} So was passiert

So was passiert, wenn du mit dem Rad unterwegs bist

Manchmal passiert es, wenn man von Schöneberg nach Steglitz radelt, dass man seltsame Menschen trifft. Es ist eine ziemlich blöde Fahrradstrecke. Dort gibt es keinen Radweg und die Autos fahren teilweise dermaßen dicht an einem vorbei, dass man Ohrensausen bekommt. Die Ampelschaltung ist außerdem ziemlich blöd eingestellt, wenn du kein Ferrari bist und innerhalb weniger Sekunden von Null auf Hundert, hängst du fast an jeder Ampel fest.

Ich strampelte also gerade am Breslauer Platz vorbei, als mich ein Typ älteren Semesters versuchte einzuholen. Ich fahre nicht besonders schnell, doch zügig. Der Herr erreichte mich an einer roten Ampel und fragte: ” Wo haben sie diesen Pullover gekauft?” Na, was für eine Begrüßung! “Den gibt es nicht zu kaufen! Jedenfalls nicht hier.” Die Ampel wurde wieder Grün. “Tschüß dann auch!” sagte ich und trat in die Pedale. Der Kerl ließ aber nicht locker und quälte sich hinter mir her. Ihn schien mein Lopi nicht in Ruhe zu lassen.

An der nächsten roten Ampel, ich stand schon einige Sekunden, ging unser Gespräch weiter. “Was denken sie, wo ich so einen Pullover her bekommen könnte? Ich suche schon sehr lange nach so etwas.” “Vielleicht versuchen sie es dort vorne mal in dem Bekleidungsgeschäft. Im Moment sind solche Pullis ja schwer modern. Da könnten sie Glück haben” “Haben sie den selber gemacht?” “Ja. Mit Wolle die mir extra aus Island mitgebracht worden ist…”, rief ich im Antreten und war wieder weg.

Der Kerl radelte wie der Teufel hinter mir her. Er war dieses mal schneller neben mir, an der roten Ampel. “Würden sie mir auch einen stricken? Was würde das kosten?” “ich stricke nicht für Andere. Das ist nicht zu bezahlen!” “Aber wenn sie es machen würden?” “Dann würden sie sich auf den Hosenboden setzen, was ich von ihnen Verlangen würde. Abgesehen von der Wolle, brauche ich einige Zeit und das kostet eben”. Die Ampel ward Grün und ich weg.

Wieder eine Verfolgungsfahrt. Ich war am Forum Steglitz, meinem Ziel, angekommen. Während ich mein Fahrrad anschloss, kam der Herr auch an. “Das sind schon besondere Pullover. Ich kann sie nicht überreden mir einen zu stricken?” Ich musste jetzt wirklich lachen. Ihm schien es sehr wichtig, einen Lopi zu besitzen. “Nein, können sie nicht” “Wissen sie,” setzte er an, “Ich bin schwer krank… und solch ein Pullover würde mich besonders glücklich machen. Und wenn er dann auch noch von einer solchen Frau wie ihnen gestrickt wäre…” Oh man, wollte der jetzt auch noch flirten? “Nein, sie können mich nicht überreden”, lachte ich ihn an und ließ ihn stehen. “Dann werde ich es doch mal in dem Geschäft versuchen…” Winkte er mir hinterher und sah ziemlich traurig aus.

Meine Freitagsblumen

Ich bekomme nicht genug von Amaryllis (was ist eigentlich die Mehrzahl?) Mit den Röschen zusammen und dem Grünzeug drumherum gefallen sie mir besonders. Sie stehen in einem Übertopf, den ich einmal von der Freundin meines Monsterjungen bekam. Der Topf ist mit Hydrosteinchen gefüllt. dadurch lassen sich die Blumen mühelos arrangieren. Da die alte Amaryllis noch mit einigen Blüten hinterher gehinkt ist, habe ich sie in einer Vase dazu gestellt.

Diesen Adventsblumentisch schicke ich nun bei Holunderblütchen vorbei. Und weil diese Geschichte ein kleiner Glücksmoment war, verlinke ich den Post (in letzter Minute sozusagen), bei Andrea der Zitronenfalterin. Unglaublich, wieviel Glück sich dort angesammelt hat…

 

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Stadtgeschichten aus dem Supermarkt

Amaryllis

Neulich im Supermarkt

Ich schiebe gerade, wirklich mal richtig entspannt, meinen Einkaufswagen durch meinen Supermarkt an der Ecke. Eine ältere Frau, sie kann definitiv schlecht laufen, denn sie fährt mit einem Rollator durch die Reihen, sammelt ihren Einkauf in ihrem Gefährt zusammen. Ich bin gerade an den Tiefkühltruhen. Gleich neben mir steht ein älterer Herr und schaut sich konzentriert die Konserven an, die im Regal auf der anderen Seite des Gangs stehen. Die Rollatordame biegt in unseren Gang ein und rollt völlig entnervt auf uns zu. Ich ahne schon, sie hat keine Zeit. Ich habe ja schon meine TK-ware in meinem Einkaufswagen und würde gerne den Gang verlassen. Allerdings schiebt sich noch ein Herr mit Wagen hinter die alte Frau und von hinten kommt eine Mutter mit Kinderwagen… Ich stehe im Supermarkt im Stau.

Aber wie soll es anders sein, der alte Mann neben mir und die Rollatordame,bekommen sich in die Haare, wer denn jetzt wieder zu blöd gewesen sei und den Gang hier so verstopfen würde. “Wenn se nich hier ehnfach rinnjeschoben wärn, dann würde ditt loofen. Aber nee, Madammchen muss ja allet dicht machen, mit ihre Fahrmaschine”. Scheinbar lässt die Alte sich nicht das Butter vom Brot nehmen: “Als ob ick hierfür allehne zuständisch wäre…” “Kommense mir nich so. Ditt Ding könnense och draußen lassen…”

Der Stau löst sch irgendwie völlig einfach auf. Ich schiebe meinen Einkauf Richtung Kasse. Die Rollatordame, geht mit einem recht “flotten” Schritt ebenfalls an die Kasse. Sie stellt sich quer in die Schlange. Nicht ans Ende…

Natürlich steht der Zeterkopf ebenfalls in der Schlange und fängt sofort wieder an herum zu pöbeln. Die alte Dame hält aber im wahrsten Sinne dagegen. Sie schiebt ihren Rollator immer wieder in Richtung Kasse und versuch den schimpfenden Mann einfach hinter sich stehen zu lassen. der lässt es aber nicht zu und schiebt immer wieder seinen Einkaufswagen gegen den Rollator der Frau. Sie tut so als höre sie ihn nicht und er schreit Zeter und Mordio. Die anderen Kunden sehen alle zu den Beiden hinüber. Es ist sonst ganz still in dem Verkaufsraum. “Ick werde ihnen gleich mal zeijen, wo se mit ihrem Dingsda hinfahren können…” Die Dame scheint ein Einsehen zu haben und stellt sich nun doch hinter den Mann an. Sie sieht aber irgendwie hinterlistig aus.

Und als hätte ich es nicht geahnt, schiebt sie dem Mann den Rollator in die Fersen… Nur gut, dass er schon seine Ware auf dem Band hatte und bezahlen musste. Wer weiß, vielleicht hätte es noch eine Keilerei jejeben…

Blumenfreitag mit Amaryllis

Ich wollte mal wieder bei Holunderblütchen dabei sein. Somit habe ich mir einen Blumenstrauß gegönnt. Mit zwei schönen Amaryllis. Es ist nicht das erste Mal, das ich diese schönen Blumen auf meinem Tisch stehen habe.

Die Kerzen sind schon für den Adventskranz/Teller, den ich nächste Woche fertig machen werde. Noch ist alles Weihnachtliche im Dachboden verstaut. Hast du schon Weihnachten ausgepackt?

 

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Stadtgespräche und gelbe Astern

Freitagsblumen mit Astern

Diese kleinen Astern habe ich auf dem Markt ergattert. Nach der Arbeit war der Markt noch nicht ganz abgebaut, da kann man dann noch Schönes abstauben. Viel Auswahl war nicht mehr. Aber die kleinen Astern haben so schön geleuchtet, dass ich sie mitnehmen musste. Mehrmals wären sie mir fast aus dem Fahrradkorb geweht. Ich habe sie aber eisern festgehalten. Zu Hause wusste ich im ersten Moment nicht, welche Vase ich nutzen soll. Der Glashafen war mir dann am liebsten.

Die Stiele befreie ich möglichst immer von den Blättern, damit nichts faulen kann. Auf meinem Esstisch leuchten sie nun mit der Sonne um die Wette. Sie sind echte Saufnasen. Schon einige Male musste ich Wasser nachgießen. Eigentlich sollten noch ein paar bunte Blätter dazu.  so gefällt es mir auch. Hast du auch Freitagsblumen bei dir stehen?

Stadtgespräche, vom Land und so

Der Kerl und ich waren auf dem Land unterwegs. Gestern hatte ich davon schon berichtet. Nachdem wir Potsdam Marquardt den Rücken gekehrt haben, fuhren wir in die Schorfheide. Schon immer war die Schorfheide das Jagdrevier der hohen Herren. Für manch einen “Fürsten oder Herrscher” wurde dort Wild ausgesetzt, damit sie was zum spielen und jagen hatten. Inzwischen gilt die Schorfheide als ein Naturschutzgebiet, teilweise als UNESCO-Weltnaturerbe und Biosphärenreservat. Es ist dort wirklich unglaublich schön und es sollte geschützt bleiben. (Wer weiß, was unter diesen alten Bäumen zu finden wäre)

Der Kerl und ich hatten uns in den Kopf gesetzt einen Hühnerhof zu besuchen. Der stand in der Zeitung, die wir uns extra für solche Ausflüge gekauft haben. Ein kurzer Anruf bei dem Eigentümer des Hofes, ob sie überhaupt am Samstag Publikumsverkehr zulassen würden, war sinnvoll. Der Eigentümer freute sich schon auf unseren Besuch. Nach einigem Suchen fanden wir den Hof dann auch. Nur den Eingang nicht wirklich. Aber eine nette junge Frau, die gerade den riesigen Garten bearbeitete, half uns weiter.

Sie rief den Eigentümer der Hühnerzucht zu uns hinaus. Er rollte uns auch direkt vor die Füße und zog in Ruhe seine Schuhe an. Herr Engler fing gleich an, uns zu erklären wie er und seine Frau zu diesem Hof gekommen sind und wollte wissen, wie wir auf seinen Hof aufmerksam geworden sind. Wir erzählten ihm von unserer Zeitung. Ob wir sie ihm zeigen würden. Mein Kerl holte sie aus dem Auto und Herr Engler stöberte darin herum. “Ich kaufe sie ihnen ab!” “warum nicht, wir kommen jederzeit wieder an das Blättchen heran”. Er rollte mit seinem Rollstuhl (hatte ich es erwähnt?) uns voraus und zeigte uns den Bibelgarten, von dem es in Deutschland nur wenige geben soll. In diesem Garten findet man Gemüse und Saaten, die in der Bibel Erwähnung finden. Kannte ich gar nicht. Kennst du solche Gärten?

Gänse

Die gibt es auch auf diesem Hof. Allerdings eine besondere Rasse. Die gilt sozusagen als ausgestorben. Nur weil ein “Gänsekenner” diese Art auf einem alten Hof entdeckt hat und ca 400 km von diesem Hof entfernt noch einmal ein paar dieser Rasse, konnte sie erhalten werden. Der Mann konnte uns zu diesem Thema eine Menge erzählen und es war so spannend, dass wir die Zeit vergaßen.
Dann ging es in den Hühnerhof. Familie Engler hat einige Hühner. Freilaufende Hühner, die völlig unaufgeregt in ihrem abgesperrten Hof herumlaufen dürfen. Sie habe Versteckmöglichkeiten und eine Menge Platz zum scharren und was ein Huhn noch so machen möchte. Interessant fand ich, dass die Hühner auf dem Hof 2 Jahre alt werden dürfen. Sie dürfen eine Mauser durchmachen, in denen sie keine Eier legen. Der Eigentümer erzählte noch so viel mehr, dass ich mir das alles gar nicht merken konnte. Es war ein so kurzweiliger Aufenthalt, dass wir völlig die Zeit vergaßen. Solltest du mal mit deinem Camper, Zelt oder Wohnwagen in der Nähe Urlaub machen, dort findest du bestimmt einen Stellplatz. Sie bieten das nämlich auch an.

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Schnell mal über den Markt gelaufen

Nach der Arbeit mal schnell [Stadtgeschichten]

Lampion

So hatte ich mir das gedacht. Schnell raus aus dem Gebäude, das Rad aus dem Fahrradstall geholt und los. Die Marktständler werden dieses Wochenende keine Lust haben, sich so lange auf dem Marktplatz aufzuhalten. Marathonwochenende! Die ganze Stadt ist im Ausnahmezustand, denn der Verkehr rollt nicht. Überall sind Straßen gesperrt und keiner kann mal schnell, seine üblichen Wege fahren. Ich komme allerdings mit meinem Fahrrad recht schnell durch den Verkehr und habe obendrein das Gefühl, das die Polizei, nur für mich, die Straßen geräumt hat. Denn die Marathonskater, die am Samstag irrsinnig schnell durch die Stadt gleiten, sind noch in den Startlöchern. So schaffe ich das in einer besonders guten Zeit auf den Markt.

Lampions vom Markt

Die meisten Händler sind schon am einräumen. Ich möchte doch nur noch ein paar Blumen und etwas Gemüse. Für unser Wochenende sind wir sonst versorgt. Gleich vorne links, ist ein Blumenhändler. Seine Eimer sind schon gut geplündert und weil ich die Befürchtung habe, ich bekomme nichts mehr bei den Anderen, bleibe ich stehen und sondiere die übrig gebliebenen Blumen. “Da kommste aba janz schön spät, iss nich mehr ville da.” Werde ich von dem dicklichen Marktständler begrüßt. Ich grinse ihn an: ” Blieb mir nüscht anneres übrig, musste arbeeten.” (Ich kann übrigens och Balinern!) Er guckt grinsend und ich zeige auf die Lampionblümchen “Oh, die Ballondinger, so viele sind noch da!” “Wennste alle willst, dann kriggste die für nen Zehner und die Andren da drinne gleich dazu:” Ich denke, das ist ein gutes Angebot und schlage ein.

Herbstdeko

Mit dem riesigen Strauß auf meinem Fahrradkorb, wandere ich noch etwas über den Markt und denke, dass ich doch wieder viel öfter auf den Markt gehen sollte. Als ich kurz vor dem Käsestand bin, fliegt ein kleiner gelber Würfel aus dem Wagen. Vor der Auslage steht ein größerer Hund und fängt sich den kleinen Würfel. Die Verkäuferin, die den Würfel geworfen hat, klatscht begeistert in die Hände. “Jut jefangen!” “Für sohnen juten Käse, würde ick och fangen!” sage ich. Sie schaut etwas verwirrt und wirft in dem Moment dem Hund einen weiteren Würfel zu, der den sehr geschickt auffängt und die Frau nicht aus den Augen lässt. “Ick würde ihnen den aber och einfach einpacken”, sagt sie. Ich grinse und zeige ihr den Käse, den ich haben möchte. Eigentlich wollte ich gar keinen kaufen, aber die Showeinlage hat mir gefallen.

In rustikaler Vase

Beim Gemüsemann, ist die Auslage auch schon ziemlich geplündert. Die Frauen räumen schon zusammen und er steht und guckt Löcher in die Luft. Ich bestelle ein paar Karotten und Petersilienwurzel. Die sehen sehr gut aus und suche Sellerie und Kartoffeln. “Tut mir Leid, die sind schon verkauft. Da müssen sie wo anders schauen.” Es gibt ja noch mehr Händler, der Markt ist groß und meine Befürchtung nichts mehr zu bekommen, sind nichtig. Da drüben ist noch ein Biostand. Fette Kartoffeln, mit einer Kruste aus Erde liegen in der Kiste und der Sellerie daneben sieht auch gut aus. Hier wird noch nicht zusammen geräumt. “Wir wissen sowieso nicht, wie wir hier wegkommen sollen. Der Markt ist doch von den Marathonis eingekreist. Da können wir auch noch gemütlich zusammenräumen.” Erklären sie mir. So geht es natürlich auch. Ob die sich noch einen Kaffee gönnen, bei dem guten Kaffeestand, der gleich nebenan steht?

Ballons

Mit dem riesigen Strauß und dem Gemüse in den Satteltaschen, bin ich dann noch weiter durch die Stadt geradelt. Die Straßen waren weiterhin nur für mich und ein paar wenige Radler gesperrt. So schön, kann man nur selten durch die Stadt fahren. Das muss man ausnutzen.
Jetzt stehen meine Lampionblumen und die Anderen (ich weiß nicht, wie sie heißen) auf meinem Tisch und ein zweiter Strauß auf dem Sideboard. In der rustikalen Vase machen sie sich sehr schön. Und einige werden sogar schon durchsichtig. Ich werde sie mal liegen lassen…

Beeren?

Bei Holunderblütchen gibt es heute wieder Freitagsblumen.

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