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Hortensien

Hortensien und Prärienzian

Auf meinem Esstisch findest du heute einen Strauß, den ich von Magda geschenkt bekommen habe. Warum auch immer sie mir immer wieder einen Strauß mitbringt, so finde ich es doch sehr lieb von ihr. Dieses mal, ist es eine riesigen Hortensie, die von Prärienzian umrahmt ist. Wie die grünen Puschel heißen, entzieht sich einfach mal meiner Kenntnis. Aber ich bin sicher, hier gibt es Einige, die mir das sagen können.
So groß werden die Blüten in Mamas Garten nicht. Die sind auch schon ganz üppig, dort draußen. Aber diese Blüte ist Kindskopf groß. (Eine doofe Umschreibung, oder?) 

Stadtgeschichten

Als ich letztens mit dem Rad nach Hause fuhr, sah ich ein Schild “Zu verschenken”. Da stand ein Fahrrad und eine kleine Holzbank in Form einer Katze. Eine kleine Kiste mit Playmobil Figuren und eine Vase, neben noch ein paar Kleinigkeiten. Ich fuhr daran vorbei, und als ich schon fast die ganze Straße hinunter geradelt war, dachte ich noch, die Vase hättest du aber mitnehmen können. Da bin ich wieder umgedreht. 
Irgendwie kommt man sich ja schon komisch vor, wenn man Sachen von der Straße aufsammelt. Ein älterer Herr schaute mir dabei zu, wie ich mich über die “Fundstücke” beugte und die Vase genau beäugte. Hätte ja ein Sprung in der Schüssel, ähh Vase, sein können. Ich guckte zu ihm hinüber, weil ich mich beobachtet fühlte. Er stand da und schmunzelte so vor sich hin. Na, vielleicht sah ich ja doch etwas bedürftig aus. Immerhin, kam ich gerade aus dem Garten und war etwas derangiert. Ich grinste zu ihm hinüber und legte die Vase zu meinen anderen Sachen in den Korb. Im Korb vor sich hinklappernd, fuhr ich dann nach Hause. 

Sammelst du auch manchmal Dinge von der Straße auf? Mir geht es übrigens öfter so, dass ich Dinge finde. Einmal, als ich ebenfalls mit dem Rad unterwegs war, fand ich auf der Straße, schon mehrfach von einem Auto überrollt, ein kleines Stofftier. Es litt sehr, auf der vielbefahrenen Straße. Ich musste es einfach aufheben, und legte es in meinen Korb. Nahm es mit nach Hause und badete das Tierchen, indem ich es in die Waschmaschine beförderte. Heraus kam ein kleiner Bär, der sich bei mir immer noch sehr wohl fühlt. Ich fuhr noch öfter durch die Straße und schaute immer wieder, ob ich irgendwo ein “Vermisst-Zettel” finden würde. Aber nie wurde nach der armen Stofftierseele gesucht.

Auf diese Art fällt mir so Manches in die Hand. Nicht alles, möchte ich für mich behalten, Einiges habe ich schon an Andere weitergegeben, die sich auch sehr gefreut haben. Meine Monster haben zwar immer geguckt, warum Mama sich mal wieder bückt, um etwas aufzuheben, aber sie fanden es nie unangenehm. Jetzt, wo sie erwachsen sind, da gehen sie lieber ein Stück voraus oder hintenan. Muss ja nicht sein, dass man mit einer Sachenfinderin gesehen wird. Manchmal, findet aber auch das Monstermädchen Dinge und freut sich dann. Um noch mehr Findesachen, geht es hier. 

Ich guck jetzt mal bei Helga, auf ihrem Blog Holunderblütchen, vorbei. Dort gibt sie uns jeden Freitag eine Plattform, um unsere Blumen zu verlinken. So viele schöne Blümchen sind dort zu finden.

Freitagsblumen von der Straße und eine Entführung!

Auf der Straße aufgelesen

Meine Blumen stammen von unserer Straße. Wilde Möhre, Goldrute, Klee… Halt alles, was ich bei einem wirklich kurzen Spaziergang pflücken konnte. Denn meine Wege sind im Moment etwas kürzer. Davon will ich dir aber erst morgen erzählen.
Die Vasen habe ich zusammen mit Marion in einem netten Laden in Berlin Mitte gefunden, als wir auf Stoffkaufrunde waren. Ein Schnäppchen waren diese rosa Dinger. Dafür im Doppelpack. Sehen doch ganz bezaubernd aus. 

Kaum standen die beiden Vasen auf dem Tisch, strömte ein süßer Duft durch das Zimmer. Unglaublich, wie der Klee duftet. Da ist es kein Wunder, dass die Bienen in unserer Stadt ganz närrisch danach sind. Inzwischen findet man auf vielen Grünstreifen solche Bienenweiden. Während die Autos mit lautem Getöse und stinkenden Abgasen daran vorbei flitzen, schaukeln Schmetterlinge und Bienen von Blüte zu Blüte.

Stadtgeschichte

Während ich ziemlich langsam durch unser Straße laufe, hole ich  eine Mutter mit einem dreijährigen Kind neben sich, und einem Winzling auf den Bauch geschnallt, ein. Die Kleine Prinzessin lümmelt an dem Straßenrand und will scheinbar nicht mehr so richtig mitlaufen. “Ich will ein Eis!”, sie hat wohl meines in der Hand gesehen. “Und ich will nicht weitergehen!” Ziemlich deutlich bockt die kleine Dame, ihre Mutter schaut etwas mürrisch auf den Quälgeist. “Ich will JETZT ein EIS!” Prinzeßchen  wird lauter…

Die Nerven der Mama spannen sich. Man kann es förmlich sehen. “Ich will jetzt, das du nicht mehr Willst! Ich möchte jetzt mit dir einkaufen gehen.” “Ich will aber ein EIS” “Ich will, ich will, ich will…. Ich will jetzt, dasx du nicht mehr willst!!!” Sie kam auf die Nörglerin zu, das Kleine in dem Beutel sah eher leidend auf die Schwester herab. Mama nahm die Prinzessin an die Hand und dann wurde sie zahm. “Darf ich nach dem Einkaufen ein Eis möchten?” Ich musste grinsen, das erinnerte mich an die kleinen Monster vor 20 Jahren…

Blogtour Bella Italia

Dahin möchte ich dich entführen, da gibt es nämlich heute etwas zu gewinnen. Astrid und Silvia haben die Blogtour ins Leben gerufen, um uns durch Italien zu begleiten. An diesem Freitag bin ich dran. Allerdings solltest du dazu kurzer Hand in mein Lesezimmer umziehen…
Mehr Freitagsblumen findest du bei 

Sonnenblume in Rot

Freitagsblumen, schon wieder eine Sonnenblume 

Nachdem meine Sonnenblumen schwer die Köpfe hängen ließen, habe ich der am traurigsten aussehenden Blume den Kopf abgeschnitten und in meine rote Schale gelegt. 

Mit ihren gelben Blättern leuchtet sie besonders schön auf Rot. Die Schale habe ich schon ziemlich lange und habe sie bestimmt auch schon einmal auf meinem Blog gezeigt. Damals, als ich noch zum Yoga ging, da hatte unsere Trainerin eine solche Schale, die immer mit Blumen der Saison gefüllt war. Das hat mich damals dazu gebracht, eben eine solche Schale zu suchen und zu kaufen. 

Stadtgeschichten 

Meine heutige Geschichte fällt etwas spärliche aus als sonst:
Ich war vorgestern bei unserem Discounter. Ich brauchte einige Zutaten, um einen Käsekuchen zu backen. Bis auf die Eier hatte ich schon alles zusammen. Ich nehme mir also einen der Eierkartons aus dem Regal und prüfe, ob alle Insassen auch intakt sind. Ich merke gerade noch, wie sich jemand hinter mich stellt. Als ich mich umdrehen, steht ein Mann im besten Alter da und wartet. “Wollten sie auch an die Eier? Sie hätten doch etwas sagen können…” 
Der Mann grinst nett und sagt mir, er hätte doch Zeit, so gar keine Eile. 

Ich suche mir den nächsten Karton aus, ziehe aber meinen Einkaufswagen etwas beiseite, damit er auch an die Ware kommt. Freundlich nickend, greift er auch in die Kartons und sagt: “Och, ich würde schon auch gerne mit ihnen reden…” 
“Klar” sage ich, “aber bestimmt nicht über Eier!” In Ruhe habe ich mir meinen zweiten Karton ausgesucht, der Mann kicherte noch kurz und verschwand dann etwas verwirrt in den Regalen. Ich habe ihn nicht mehr gesehen… 

Hast du auch immer wieder solche lustigen Begegnungen? 

Mehr Freitagsblumen gibt es heute wieder bei Helgas Holunderblütchen

Wenn schon nicht die Sonne scheint…

… dann hole ich sie mir wenigstens nach Hause. 

Sonnenblumen auf meiner Terrasse 

Gestern stellte ich entsetzt fest, dass schon wieder die Freitagsblumen dran sind. Und wenn schon wieder Freitag ist, dann steht auch schon wieder der Samstagsplausch an. Wo bleibt nur diese Zeit? In Berlin hat es die letzten Tage wieder sehr viel geregnet. Nicht so viel,wie in anderen Landesteilen, aber genug, um das ich mir ein paar Sonnenstrahlen auf den Tisch gestellt habe. Im wahrsten Sinne des Wortes. In unserem Supermarkt stehen sie dicht an dicht in einem Kühlschrank. Sie sind nicht mal teuer. Gibt es derzeit so viele? 
Ich habe sie uns auf der Terrasse, im Trockenen, auf den Tisch gestellt. Eine rote Tischdecke gibt dem ganzen einen hübschen Kontrast. Die große Draußenkerze steht schon bereit, wenn der Kerl heute Abend nach Hause kommt, damit wir es uns auf der Terrasse gemütlich machen. In der Wohnung sind wir noch lange genug. Mein Buch, das ich gerade verschlinge, liegt auch schon bereit. Solange der Kerl noch nicht da ist, kann ich noch ein paar Seiten lesen. Und das werden einige sein, denn er kommt erst am Abend… 

Stadtgeschichten

Diese Woche nehme ich dich mit in einen Wollladen. Es gibt eine Menge schöner Wollläden in Berlin. Einige besuche ich öfter und manche kenne ich tatsächlich noch nicht. Eigentlich sollte Magda mich begleiten, aber sie musste auf einen Techniker warten. Und das kann dauern. Ich war bei dem sch… Wetter mit dem Auto unterwegs und fuhr ein paar Schleichwege, die Stadt ist im Moment so dermaßen voll, weil ein Teilstück der Stadtautobahn repariert wird. Ein wichtiger Teil! 
Jedenfalls fuhr ich völlig “zufällig” an dem Laden vorbei und fand sogar auf Anhieb einen Parkplatz direkt vor der Tür! Wow, dachte ich, das muss Schicksal sein. Ich also in den Laden gestolpert und war erstmal völlig von den Socken. Meine Herren, hingen da Schätzchen! Die Ladeninhaberin war auch sofort zur Stelle. Sehr aufgeschlossen, fing sie an zu schnattern. Ehrlich gesagt, weiß ich wirklich nicht mehr worüber wir Anfangs geredet haben. Dann fragte ich sie, in welchen Läden sie schon gearbeitet hätte, nachdem wir feststellten, dass sie Westberlinerin sei und schon in so manch einem Wollladen ausgeholfen habe. Sie zählte all die Läden auf, in den ich schon als Teenagerin meine Wollen gekauft hatte. Oh, da kamen Erinnerungen hoch. Sie redete und redete und ich sah mir all die Wollen an, die dort in den Regalen liegen und als Stränge hübsch dekoriert hingen.
Teilweise kamen mir die Firmen bekannt vor. Ich fand sogar Wolle von AnnyBlatt, einer Wollfärberei aus Südfrankreich, die schon immer extravagant war und fast nirgendwo mehr in unserer Stadt zu finden ist. Die Ladeninhaberin redete und redete. Jedesmal, wenn ich etwas in die Hand nahm, wusste sie etwas dazu zu erzählen. Sie hatte sich oft in Wolle auszahlen lassen und hat so viele Stücke, die man heute bestimmt nicht mehr bekommen wird. Ein gemütliches großes Altbaugeschäft, fand ich. Das sagte ich ihr auch. Prompt erzählte sie mir ihren Ärger mit dem Verwalter… 
An einem Ständer hingen mehrere Stränge Maulbeerseide mit Merinowolle, ein Traum. Und genau drei Stränge in meiner Farbe. Wenn ich doch nur nicht auf Wolldiät wäre. Ich musste mich wirklich zusammenreißen. Aber die werde ich mir noch holen, wenn sie demnächst noch da sind. Kaum sieht die Wollfrau, auf welche Wolle ich zuhalte, erzählt sie mir auch schon etwas über die Maulbeerseide, und dass man sie kaum noch bekommt und was das für ein wunderschönes Garn ist, und ob ich wüsste, wie und wo und überhaupt… 
Ich konnte den Laden nur unter großen Mühen verlassen und musste draußen überprüfen, ob meine Ohren noch dran waren. Ich werde wieder hingehen, aber ich muss mich dann wappnen. Jemanden mitnehmen, der mindestens genauso viel quasseln kann wie diese Frau! Vielleicht möchtest du es mit der Meisterin des Quasselns aufnehmen? Aber die Maulbeerseide, muss ich mir besorgen… 
Mehr Freitagsblumen gibt es bei 

Ein Sträußchen aus Papas Garten

Ist das wohl ein Sonnenhut?

Dieses Mal, steht ein Sträußchen aus Vater’s Garten auf meinem Tischchen am Sofa. Wild zusammengestellt, von allem, was gerade blüht und entbehrlich ist. Der Vater weiß wieder einmal nichts davon. Mit Argusaugen guckt er mir stets hinterher, wenn ich mit der Schere durch den Garten stapfte.
Viel ist es gerade nicht, was blüht. Die Eltern haben ganze Arbeit geleistet, beim Entwurzeln und Beschneiden. Es wächst einiges, aber für die Vase reicht es nicht. In den Nachbargärten findet man so vieles, was das Auge erfreut.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es ein Sonnenhut ist, der in meiner Vase für Sommerstimmung sorgt. Das der Rest Lavendel ist,  weiß ich genau. Ich rieche Lavendel sehr gerne. Vielleicht, weil er mich an meine Großmutter erinnert.

Stadtgeschichten

Die Hitze wabert über die Stadt. Nicht jedem gefällt das. Ich mag es eigentlich sehr. Nur wenn es so drückend wird, dann verkrümel ich mich auch gerne mal in den nächsten Supermarkt. Bei einem großen Einkaufsladen gibt es einen Gin, der mir besonders gut schmeckt. Die Hauseigene Marke, die angenehm mild schmeckt. Ich trinke ihn dann gerne mit einer Limo aus wilden Beeren. Um an den Gin zu kommen, muss man tatsächlich eine Klingel betätigen. Dann kommt kurz darauf die Ansage über den Supermarktlautsprecher: “Frau Willhelm (natürlich heißt die jedesmal anders oder es wird ein Typ ausgerufen) bitte an den Spirituosenschrank!” Na toll, da steht schon wieder so eine Schnapsdrossel an dem Suffschrank und verlangt nach mehr. Ich steh da mal ganz krass drüber. Nach einigen Minuten taucht dann Frau Willhelm auf und schließt den Schrank auf. Bis heute habe ich noch nicht verstanden, nach welchem Prinzip die Alkoholika dort weggeschlossen werden, denn die teuren Champagnerflaschen stehen direkt neben dem Schrank ohne Kette um den Hals. Jedenfalls gucken die dann immer sehr komisch und man fühlt sich fast schuldig, dass man schon wieder eine Schnapsflasche gekauft hat. 

An der Kasse dann, kann ich mich nicht entscheiden, welche Schlange ich wählen soll. Anfangs stehe ich an der, mit einem jungen Mann, bestimmt ein Auszubildender. Fahranfänger und Auszubildende haben bei mir immer gute Karten. Aber dieses mal dauerte es mir dann doch zu lange und ich stellte mich an eine Kasse daneben an. Die Frau, die eben noch vor mir stand folgte mir. “Das dauert bestimmt noch ein Weilchen dort drüben. Ich will auch noch mal in die Sonne.” “Ja sieht so aus, als übt er noch ein bisschen”, antwortete ich ihr. Eine ca 1,40 Meter große Frau mit Hütchen und Leggins schob sich zwischen mich und meinem Vordermann. Schob ihren Trolli demonstrativ neben sich und nuschelte mir zu: Ich habe nur was vergessen ich habe meinen Einkauf schon dort vorne liegen. Meine Nachfolgerin und ich guckten uns nur an. “Außerdem geht es mir nicht so gut. Ich leide so unter der Hitze!” (In dem Supermarkt herrschten ca 19° C!) “Es macht Euch doch nichts aus?” Aber wenn wir uns so vordrängeln wollten, dann wäre aber etwas los. “Na, Du hast ja auch nicht so viel!” stellte die alte Dame sachlich fest und blickte auf meine Flasche Gin in meiner Hand. Sie hatte längst ihren Einkauf aufs Band gelegt. “Aber natürlich lasse ich Dich auch vor!” bot sie großzügig an. Meine Nachfolgerin und ich guckten uns nur an und grinsten. “Nein, nein, machen sie mal ruhig.”

Als sie dann dran war, schob sie noch das Obst, das sie schon an der Kasse deponiert hatte zu der Kassiererin. Damit hatte sie einen ansehnlichen Einkauf auf dem Fließband liegen. Die Frau hinter mir und ich waren uns einig, das werden wir demnächst auch so machen. Dann muss man nicht alles durch den Markt schleppen. Es ist halt alles eine Frage der Organisation und der entsprechenden lustigen Frechheit. Ich hoffe, ich werde im Alter genauso sein, immer mit einem frechen Grinsen im Gesicht…

Mehr Blumen am Freitag, findest du bei Holunderblütchen

Hortensien für die den Freitag, Stadtgeschichten

Hortensien aus dem Garten

Wie diese hübsche große Blüte heißt, ich habe keine Ahnung. Ich finde sie nur schön. Als ich gestern den Garten lange nach den Eltern verlassen habe, hatte ich diese Blüte im Korb. Nicht aus dem Vatergarten, denn dort stehen die Hortensien noch nicht in voller Blüte. Außerdem haben die Eltern rosafarbene und blaue Sträucher.
Erst dachte ich, dieser eine Stengel passt gut in die grüne Bodenvase, die ich vor langer Zeit einmal von dem Kerl empfohlen bekam. Aber da sah sie mir dann doch etwas zu fippsig aus. Es ist ja nicht so, dass ich keine Vasen hätte… die Nachbarin aus der Kolonie, hatte sich gerade mit ihrer Gartenschere über ihre Wicken hergemacht. Sie sagte, dass ihre Kletterpflanzen sehr viel üppiger wachsen, wenn sie diese beschneidet. Ob dem so ist, werde ich ganz genau beobachten. Jedenfalls habe ich sie um eine Blüte ihrer Hortensien gebeten. Den Fahrtwind auf meinem Fahrrad hat der dicken Blüte nichts ausgemacht. 

Stadtgeschichten

Ich war gestern mit dem Fahrrad unterwegs. eigentlich ist das ja nichts Neues, nur fahre ich nicht am Nachmittag durch Berlin Mitte. Der Verkehr ist um diese Zeit einfach kein Zuckerschlecken. Die Autos stehen in langen Schlangen an den Ampeln an und wenn sie Grün haben, rasen sie so schnell wie möglich zur nächsten roten Ampel. Als Radfahrerin kann ich oft an den frustrierten Fahrern vorbeiziehen. Das macht das Verhältnis zwischen Auto und Rad nicht besser. Die Straßen haben inzwischen einen richtig breiten Radweg, auf der Fahrbahn, mit weißen Strichen markiert. Blöderweise nutzen einige Transporter und Lieferanten den Radweg als Stellplatz. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als auf den Fahrdamm zu wechseln. Schließlich will ich ja auch mein Ziel erreichen. “Du blöde Kuh, kannst nicht den Radweg nutzen???” Ach der meinte mich! Ich trainiere wirklich, wie ich wohl über die parkenden Autos hüpfen kann. Klappt aber immer noch nicht. Netterweise schneidet der freundliche Autofahrer mich auch noch.

An der nächsten Ampel fahre ich an seinem Fahrzeug wieder vorbei und winke ihm freundlich zu. Nicht, dass das seine Laune sichtlich gehoben hätte. In Mitte sind sehr viele Radfahrer unterwegs. Manchmal erinnert die Innenstadt an Amsterdam. Nicht alle Radler halten sich an die Verkehrsregeln. An der nächsten großen Kreuzung steht eine Mausefalle. Lustig, die ist für Radfahrer. Die holen tatsächlich die über rot fahrenden Radler raus. Das Grinsen in den Gesichtern der Autofahrer ist nicht zu übersehen. Ich finde es auch richtig, viel zu leichtsinnig benehmen sich viele Radfahrer. “Ick hab dett doch eilig, der Kunde wartet uff seine Bestellung…” “Sie sind über Rot gefahren, das kostet…” “Ick hab keene Zeit!” Tja, keine Zeit kann auch mal das Leben kosten…

Mit einem Mal strampelt eine 7o Jährige an mir vorbei. In einem Tempo, da wird mir ganz schwindelig. Vorbildlich mit einem schicken Helm und Handschuhen. Richtig schnell ist die. Und das Bergauf. Ich habe schon einen Gang runter geschaltet, weil es so steil ist, aber die Dame sitzt völlig aufrecht und scheint auch keineswegs zu Schwitzen. Und dann sehe ich den Motor! So unauffällig wie nur irgendwas. Na, dann ist das ja kein Wunder. 

Jetzt überhole ich einen Papa, der ein lustiges Lastenfahrrad hat. Vorne in dem Vorbau sitzen gemütlich drei kleine Kinder, die alle einen Helm aufhaben. Sie treiben ihren Chauffeur ordentlich an, damit er bitte schneller fährt. Der lacht nur und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Kurz darauf das nächste Lastenrad. Wieder ein Papa, der seinen Sohn transportiert, allerdings schon um einiges älter. Dieser hat seine Schuhe ausgezogen und lässt die Füße über den Rand baumeln. Mehr sieht man übrigens auch nicht von dem jungen Mann. Die Unterhaltung der Beiden zerfließt im Fahrtwind und dem Straßenlärm.
Ich freue mich schon auf meine ruhigen Wege, die ich bald wieder nach Hause fahren werde. Denn die Stadt ist wirklich sehr laut. Mit einem mal, steht ein Radfahrer neben mir an der Ampel. Er hat sich langsam vorrollen lassen und grinst mich an. Kenne ich den? Als es grün wird, strampelt er los und verschwindet um die Ecke. Seltsame Typen sind hier unterwegs… Ich konzentriere mich wieder auf den Straßenverkehr. Wenn man hier nicht alle Sinne beisammen hat, kommt man schnell unter die Räder. Da vorne ist schon wieder eine Touristengruppe mit 40 Radlern, die alle “Hans Guck in die Luft” unterwegs sind. Das sind die Gefährlichsten. Ohne auf den Verkehr zu achten, rollen die durch die Stadt, kreuzen die Fahrbahn und sind völlig arglos. An denen muss ich schnell vorbei. In so einem Pulk stecke ich gar nicht gerne. 
Endlich komme ich auf meine ruhigen Wege und bin gleich zu Hause… Geht es bei dir auch so zu?

verlinkt mit Holunderblütchen