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Genug Gejammert { Samstagsplausch 4/2021 }

Ich muss das jetzt mal wirklich sagen, “Genug gejammert!”. Es wird Zeit, dass ich wieder in dem normalen Leben ankomme. Dem Kerl geht es wirklich schon um einiges besser. Wir waren am Montag noch einmal im Krankenhaus und nun kann er wieder gut durchatmen. Was dieser fiese Keim so alles anstellt, dass kann man nicht immer abschätzen. Bei jedem macht er andere Schwierigkeiten. Welche am Ende mein Kerl hatte, werde ich nicht hier im Netzt breittreten.

Ich hatte letzten Samstag davon berichtet, dass der Keim auch graue Zellen frisst und meinte damit meine Gedächtniszellen. Es gab da Kommentare, die vermuten ließen, dass ich an der Situation da draußen zweifeln könnte, dass ich es evtl. nicht gut heiße, was sich die Regierenden ausgedacht haben. Ich bin im Gegenteil sehr wohl dafür, dass sich jeder so gut es geht schützt und vor allem die schützt, die ein schwaches Immunsystem haben. Ich bin Krankenschwester und sehe, was bei uns los ist. Die Intensivstationen haben genug mit den Viruspatienten zu tun, denn die belegen, überdurchschnittlich lange, ein Intensivbett. Somit können meine Herzkasperpatienten nicht untergebracht werden…

Genug gejammert!

Nein, ich will nicht jammern, denn ich bin auch glücklich, aus diesen furchtbaren Wochen endlich wieder aufzutauchen. Diese Woche waren wir beim Physiotherapeuten. Der beschäftigt sich intensiv mit den genesenen Patienten der Coronaangriffe. Er hat da so seine eigene Therapiephilosophie und es fühlte sich sogar so an, als hätte er Recht. Ich bin gespannt und mein Gejammer, dass ich plötzlich, ohne großes Zutun Muskelkater habe, können wir geflissentlich übersehen. Ja, er hat nicht nur meinen Mann bearbeitet, sondern mir eine kleine Kostprobe seines Könnens geliefert.

Gejammert, habe ich auch am Mittwoch im Nadelgeplapper. Ich komme einfach nicht vorwärts mit meinen Strickereien. Dafür lese ich im Moment ein bisschen mehr. Die grauen Zellen hätten wohl gerne ein wenig Slowmotion, Berieselung oder Ablenkung. Was auch immer, so geht es mir gut. Worüber ich mich auch immer wieder sehr freuen kann ist, wenn wir uns online zum stricken treffen. Schade ist nur, dass ich meinen Freundinnen keine leckere belgische Waffel mit einer Kugel Eis rüber reichen kann. Aber auch das werden wir eines Tages wieder nachholen.

Heute werde ich mir den Kerl unter den Arm klemmen und mit ihm an die Spree fahren. Ich möchte meinen neuen 12tel-Blick fotografieren. Ein wenig frische Luft, wird uns Beiden gut tun. Wahrscheinlich werde ich auf etwas Widerstand treffen, aber das bin ich schon gewöhnt. Erst einmal sträuben, ein wenig Gejammer und dann war es doch gut. Ein freies Wochenende muss genutzt werden. Die nächste Woche wird bestimmt wieder heftig. Hast du etwas schönes vor? Couchsurfen? Strickmarathon? Lesereise? Erlebnisputzen?

Man führt nicht mehr genug Selbstgespräche heutzutage. Man hat wohl Angst, sich selbst die Meinung zu sagen.

(Jean Giraudoux)

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Wie weit bist du? {Nadelgeplapper 21-2}

Die letzten 14 Tage habe ich mich ein wenig mit meinen Strickprojekten befasst. In unserer privaten Kolding-Kal-Gruppe ging öfter die Frage um: “Wie weit bist du?” Carina hat inzwischen abgekettet und der Kolding wartet darauf gebadet zu werden. Ich habe inzwischen abgekettet und der Schal hat schon gebadet. Wieder sind es die Fäden, die noch vernäht werden müssen. Steffi ist auch schon ziemlich weit und unsere Kal-Schnecke Magda grübelt noch, ob sie ihrem Kolding eine zweite Farbe hinzufügt.

Für die letzte Woche brauchte ich dann noch ein Mitnahme-Projekt für die kleine Handtasche. Also ein Paar Socken. Tatsächlich werden es Stulpen. Die brauche ich, damit ich die Hosenbeine beim Laufen durch den Wald nicht immer so einsaue. In der letzten Zeit waren die Wege viel zu nass und aufgeweicht. Außerdem finde ich Stulpen beim Fahrradfahren ganz praktisch, um die Hosenbeine vor unliebsamen Ölspuren zu schützen. Ganz nebenbei hat man etwas wärmere Unterschenkel. Die Stulpen stricke ich aus einem sehr gut abgelagerten 6-fach Sockengarn aus meinem Vorrat.

Ein Sockenprojekt, dass ich im August 2019 begonnen habe und seitdem vor mir hergeschoben habe, ist endlich fertig geworden. Ein paar Socken nach einem Muster von Ducathi. Immer wieder hat Ducathi tolle Sockenmuster. Und manchmal kann ich mich nicht zurückhalten, sie auszuprobieren. Ich mag es aber nicht, meine Socken von der Spitze aus zu stricken. So sehen meine Socken immer etwas anders aus als die Originale. Zur Zeit werden auch ein paar wirklich schöne Socken von Sockshype als Kal gestrickt. Die kribbeln mich so sehr in den Fingern/Nadeln, dass ich die sogar als Toe-up stricken würde. Mal sehen… Carina hat die Socken jedenfalls schon mal fast fertig gestrickt. Aber ein kleiner Ribbelteufel, hat ihr eingeflüstert noch einmal alles auf zu machen.

Apropos Sockenstricken. Ich habe beim Stiebener Verlag ein herrliches Sockenbuch gefunden. Finnische Socken stricken verspricht eine schöne Auswahl an kuscheligen und anspruchsvollen Sockenmustern. Vielleicht sollte ich mir das Buch mal bei unserem Buchdealer bestellen. Ideen, kann man ja nie genug haben.

Alles andere ist in den letzten 14 Tagen eher liegen gelieben. Der schöne Pulli ist inzwischen in eine Motten- Teppichkäfersicher Tüte gewandert. Immer noch habe ich mit den kleinen Wollfresser zu tun. Ob ich die jemals wieder los bekomme? Diese Woche wird es hoffentlich wieder etwas entspannter, dass ich den Pulli wieder aus der Tüte nehmen kann.

Wie weit bist du?

Warst du fleißiger in dieser Woche? Hast du dich an neues gewagt? Oder arbeitest du dich durch deine Ufo’s? Vor 14 Tagen habe ich das Nadelgeplapper wieder in Form gebracht und seitdem sind eine schöne Auswahl Nadelarbeiten zusammen gekommen. Schau einfach mal selber.

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Haste Ahnung? { Samstagsplausch 3/2021}

Jetzt sitze ich hier und habe keine Ahnung, wie ich anfangen soll, dir von meiner Woche zu erzählen. Irgendwie war ich diese Woche einfach überfordert und ich habe das Gefühl, dass sich eben diese Woche dermaßen in die Länge gezogen hat und doch so schnell vorbei war.

Am Montag habe ich meinen ersten Frühdienst gehabt und wurde so lieb und herzlich von den Kollegen empfangen, dass mir (heimlich) die Tränen in die Augen geschossen sind. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich meinen Dienst ordentlich absolviert habe, Soweit ich weiß, frisst sich der Corona-Keim in das Hirn und lässt einige grauen Zellen verschwinden. Ich hoffe, dass ich die wieder nachproduzieren kann.
Am Nachmittag hatten der Kerl und ich dann endlich den Termin beim CT. Das Ergebnis hat mir nicht gefallen. Manchmal wünschte ich mir, ich hätte keine Ahnung.

Haste Ahnung

Ich habe auch die Ahnung, dass ich auf meine Seele acht geben muss. Da hilft es mir mit dem Hund der Eltern durch den Wald zu laufen. Sonst kümmert sich immer meine Schwester, aber die ist gerade nicht abkömmlich. So schnappe ich mir den Vierbeiner am Morgen und laufe zwischen 4 und 9 Kilometer durch den Grunewald. Meistens gehe ich sehr früh, denn es gibt inzwischen eine Menge Leute, die sich den Hund des Nachbarn ausleihen, um eine Ausrede für den Gang durch den Wald zu haben. Am späten Nachmittag kann man kaum die 1,5 Meter Abstand einzuhalten. Schade ist nur, dass es bisher noch nicht richtig geschneit hat. Neidisch schaue ich auf die Bilder bei Instagram, wo man bis zu den Knien im Schnee steht.

Gestern bin ich mit dem Vierbeiner an der Leine nach Hause geradelt, als ein Fahrradfahrer an mir vorbei fuhr und wie eine Ziege meckerte. Ich bin fast vom Fahrrad gefallen vor Schreck. Es hörte sich so echt an. Dann musste ich lachen. Lachen ist doch die beste Medizin. Ich sollte wirklich wieder öfter lachen.

Ahnungslos bin ich noch ein bisschen, wie ich mit der neuen Linkparty bei Andrea umgehen werde. Eine Idee schwirrt mir zwar schon durch den Kopf. Ich muss es wohl noch ein wenig gären lassen. Hast du schon eine Idee?

Dir kann passieren, was will. Es gibt immer einen, der es kommen sah.

(Fernandel – Fernand Joseph Désiré Contandin)

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Unruhe und Unterwegs {2/2021}

Meine Woche begann mit Unruhe. Denn der Kerl durfte am Montag nach Hause. Ich hatte ja nun schon so lange darauf gehofft, dass dieser Anruf kommt. Aber das diese Aktion dann so viel Unruhe brachte, war mir nicht klar. Zum Glück hatte ich noch eine Woche Urlaub und konnte mich um den Kerl kümmern. Denn das Leben zu Hause ist dann doch nicht so einfach wie gedacht. Einiges musste überdacht werden und manches hat sich in unserem gemeinsamen Leben, durch das Erlebte auch geändert. Spannend wird bleiben, ob sich diese Änderungen halten werden.

So sind zum Beispiel unsere Nächte unruhig. Der Kerl wurde im Krankenhaus des Nachts öfter geweckt, was dazu führte, dass er nun einen seltsamen Schlaf- Wachrhythmus hat. Immer wieder wird er in der Nacht wach und kann dann erst einmal nicht einschlafen. Klar, dass ich dann genauso unruhig schlafe.
Verschiedene Arztbesuche standen ins Haus. So manches Equipment ist in unserem Haushalt eingezogen, dass ich eigentlich nie haben wollte. (Eine Waage zum Beispiel, nix tragisches!)
Im Moment dreht sich unsere kleine Welt sehr um den Kerl. Auch die Monster sind glücklich und wuseln um den Vater. Doch die Planeten rotieren von Tag zu Tag langsamer und wir kommen alle immer mehr zur Ruhe.

Und Ich?

So im Rückblick gesehen, habe ich nicht viel für mich alleine gemacht. Nur die morgendlichen Hunderunden, mit dem Wuff meiner Eltern, blies mir die Gedanken aus dem Hirn. (Die beiden können zwar mit dem Hund rausgehen, aber nicht mehr lange, ausdauernde Spaziergänge machen) Meine Blogaktivität nimmt auch langsam wieder Fahrt auf, allerdings noch etwas verhalten. Meine Strickereien, wachsen geduldig und meine Bücher liegen auch brav auf ihrem Platz. Dabei wollte ich so viel im Januar lesen.
Das an sich selber denken, wird in solchen Situationen einfach immer gerne übersehen. Ich muss auch ein bisschen auf mich aufpassen. Die letzten Wochen haben schon an meinen Nerven gezerrt. Ab Montag werde ich wieder arbeiten gehen, vielleicht entspanne ich damit die Situation. Mal etwas anderes sehen, obwohl ich eine ordentliche Portion Schiss in de Büchs habe, wie es in unserem Krankenhaus aussieht.

Mensch: ein vernunftbegabtes Wesen, das immer dann die Ruhe verliert, wenn von ihm verlangt wird, dass es nach Vernunftgesetzen handeln soll.

(Oskar Wilde)

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+6

Liegengeblieben {Nadelgeplapper 21-1}

Ist bei dir über die Feiertage auch so viel liegengeblieben? Hast du auch so viele Nadelarbeiten verschoben? Ich hatte eine gute Ausrede. Aber auch wenn mir nicht das Leben einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte, wären über die Feiertage einige Stricksachen liegengeblieben. Dieses Phänomen kenne ich schon aus den vorangegangenen Jahren. Nun ist bei uns aber Ruhe eingekehrt und ich kann mich wieder besser konzentrieren.

Liegengelieben

Witzig ist, dass bei Frickelcast, ein #Fal ins Leben gerufen wurde. Fal heißt: “Der Frickelalong, kurz FAL, ist so etwas wie ein Knitalong oder Crochetalong, also ein gemeinsames Stricken oder Häkeln. Mit dem Unterschied, dass wir nicht nur stricken und häkeln, sondern alle Hand- und Bastelarbeiten erlaubt und sogar ausdrücklich erwünscht sind….” (hier nachzulesen) Mit dem Hashtag #machdasufofertigfal kann man mitmachen und es spornt vielleicht euch ein bisschen an, mit seinen Ufo’s abzuschließen.

Ich habe ja gar nicht so viele Ufo’s 😉! Das behaupte ich jedenfalls immer. Aber seitdem ich das Nadelgeplapper ins Leben gerufen habe, merke ich, dass dem nicht ganz so ist. Manches liegt hier wirklich schon länger. So habe ich den Mohairino Medley von Steven West längst fertig gemacht, nur sind es die vielen Fäden, die mich von der kompletten Fertigstellung abhalten. Es sind wirklich nicht mehr viele! Jetzt wo ich das hier aufschreibe, könnte ich mich glatt selber in den Popo treten, dass ich die noch nicht vernäht habe.

Der Hjördis, gehört auch zu den Liegengebliebenen. Der zweite Ärmel ist längst fertig. Jetzt muss ich die Teile doch nur noch auf eine Nadel nehmen und das Einstrickmuster anfangen. Das ist doch der eigentlich schönste Teil der Friemelei. Darauf hatte ich mich so gefreut. Aber dazu hätte ich meine Gedanken beieinander haben müssen. Das ging in den letzten vier Wochen nicht. Sollte ich vielleicht nachher mal alle Maschen wenigstens auf die eine Nadel nehmen?

Was ich die ganzen letzten Wochen immer bearbeitet habe ist der Kolding-Schal von Chriss Berlin. Wir haben einen kleinen Kal gestartet, den man aber auch gut auf Instagram unter dem #regia💛Kolding verfolgen. Ich glaube, es haben sich inzwischen ein paar andere Strickerinnen dazu gesellt.

Vergessenes

Ich hatte die Idee, einer netten jungen Dame aus unserer Familie ein paar schicke Handstulpen zu stricken. Doch die sind nie fertig geworden. Die möchte ich nun auch fertig machen. Es wäre wirklich sehr schade um die wunderschöne Wolle aus Schaf, Ziege und Lama. Wenn ich die Teilchen anprobiere, dann sind die so kuschelig, dass ich sie gar nicht ausziehen mag. Erst wenn es mir zu warm wird, kann ich mich trennen. Ich werde sie dann in meine Weihnachtskiste für das nächste Jahr legen…

Ein anderes Projekt für den Januar habe ich mir auch noch vorgenommen. Ein paar Motten haben sich in meine Sockenschublade geschlichen! Warum müssen die sich immer wieder über meine Wollen hermachen? Ich liebe es dicke Socken, aus 6-Fädiger Sockewolle, zu Hause zu tragen. Die liegen allerdings über den Sommer in der Schublade. Ein Leckerbissen für die kleinen Flugungetiere und ihren Nachwuchs.
Das erste Sockenpaar habe ich schon repariert. Ich habe den kompletten Fuß samt Ferse abgetrennt und neu angestrickt. Magda hatte in unsere Strickgruppe einen Link geschickt, wie man Socken mit so großen Löchern auch auf eine andere Art wieder in Form bringen kann. Das werde ich mit dem nächsten Paar ausprobieren.

Strickblogs

Bei dem Stöbern nach guten Ideen, wie man Socken wieder auf Vordermann bringen kann, bin ich über den Strickblog von Matthias und Patricia gestolpert. Linksgestrickt ist eigentlich ein Handarbeitsshop. Die gezeigten Strickereien machen gleich wieder mehr Lust, wieder etwas neues anzunadeln. Außerdem beschreibt Patricia ein Buch, das mich schon wieder extrem kribbelig macht. Norweger-, Island-Muster und co, bringen meinen Jagdinstinkt in Wallung.

Und was ist bei dir Liegengeblieben?

Wie sieht es nun bei dir so aus? Ist viel liegengeblieben? Ich würde mich sehr freuen, wenn du bei der Linkparty mitmachen würdest. Jede Nadelarbeit ist dabei gerne gesehen. Lasst uns die armen übersehenen Arbeiten endlich zur Vollendung bringen. Das Bild in meiner Seitenleiste zum Nadelgeplapper, kannst du dir gerne auf deinen Blog mitnehmen.

Start the Day with Coffee, End the day with Yarn

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