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Vergesslich? Echt jetzt? {Samstagsplausch 38/20}

Vergesslich? Ich? Echt jetzt?

Letzten Samstag habe ich von einem Patienten geschrieben der vergesslich war und nun ereilt mich die Demenz mit einem nassen Waschlappen. Echt jetzt? Ich will dir erzählen, warum ich an mir zweifle und glaube, mich wird die Demenz ordentlich ärgern.

Am Mittwoch hatte ich Frühdienst und freute mich sehr auf meinen Donnerstag. Ich plante einen Ausflug mit der Strickfreundin nach Pankow zu Simply Stich. Das liegt von meinem Zuhause nicht gerade um die Ecke. 19 km sind es in direkter Linie. Bei guter Verkehrslage bin ich in 35 Minuten mit dem Auto da. (Der echte Berliner behauptet in so einem Fall, das liegt doch um die Ecke!) Nach erfolgreicher Wolljagd wollten wir uns dann mit einer anderen Freundin treffen, um noch ein paar Maschen zu stricken und den jetzt kühleren Herbst, im Garten zu genießen.

Alles haarklein geplant. Und dann … fragt mich die Kollegin, mit wem sie denn am Donnerstag Dienst hätte. Ich gehe und schaue auf den Dienstplan. St…, J…, M… und Andrea stehen da… Ähh? Gibt es noch eine Andrea auf unserer Station? Was? Ich habe Frühdienst! Mist. Ich musste alles in die Tonne werfen, meinen Plan konnte ich vergessen, weil ich es mir nicht gemerkt hatte, dass ich Dienst habe. Meine Kolleginnen ließen sich auch nicht dazu erweichen, dass ich zu Hause bleiben könnte. Sie lachten mich nur freundlich an und freuten sich, dass ich morgen auch da bin!

Aber das ist nicht der einzige demente Moment in meiner Woche. Ich wollte etwas zum basteln kaufen und stand wie bestellt und nicht abgeholt in dem Bastelgeschäft. Ich blickte mich einen Moment lang um, damit mir vielleicht das ins Auge springen mag, das ich gesucht habe. Aber alles was ich sah, war nicht das was ich vergessen hatte. Ich verließ den Laden wieder und fuhr zu meiner Verabredung. Als ich 10 Minuten unterwegs war, traf es mich wie der Blitz, was ich vergessen hatte.

Ich suche nun schon seit Monaten meine Brille. Sie hat sich an einem Ort versteckt, der sich mir nicht erschließt. Ich hoffe immer noch, dass sie irgendwann aus ihrem Versteck hervorspringt. Ich kaufe Wolle für ein bestimmtes Projekt und kaum bin ich zu Hause, habe ich vergessen welches Model das war. Wenn das so weiter geht, stehe ich eines Tages im Badezimmer und weiß nicht mehr, dass ich auf die Toilette wollte.

Aber wie kann man sein Hirn trainieren? Hüften kann man mit Hula Hoop Reifen trainieren. Das Herz bekommt ordentlich was zu tun, wenn wir walken (oder schnell spazieren) bzw. Fahrrad fahren. Aber das Hirn? Ich habe mal gelesen, dass stricken und musizieren gegen den Verlust des Gedächtnis helfen soll. Also trainiere ich doch ausreichend. Na, ich werde berichten, wie es mit mir weiter geht.

Und sonst so?

Der Montag war ein furchtbarer Arbeitstag. Wir waren nur zu Zweit im Spätdienst und hatten die Station voll. Viel Arbeit für uns zwei. Schwamm drüber, ist noch mal gut gegangen.
Am Dienstag habe ich mit meinem Kerl einen kleinen Kurzurlaub an einem See gemacht. 32° C im Schatten und eine Wassertemperatur von 18° C. Beim ins Wasser gehen, blieb mir kurz die Luft weg, dann war es aber richtig schön, noch einmal eine Runde schwimmen zu können.
Den Donnerstag habe ich in einer geschrumpften Version genossen. Der Wollladen wurde gestrichen und ich fuhr gleich zu der Freundin zum Maschen stricken. Das brachte mir einige Kilometer beim Stadtradeln ein.
Den Freitag hatte ich nun endlich frei und den ganzen Tag, hatte ich das Gefühl, etwas vergessen zu haben. Das Wetter war aber so schön, dass ich eine große Runde mit dem Rad gedreht habe.

Wie geht es dir mit der Vergesslichkeit? Hast du auch solche Tage/Wochen, wo du einiges vergisst oder verdrängst? Vor der Demenz selber habe ich keine Angst, der Übergang zwischen noch Wissen und dem Vergessen, macht mir Angst.

Altern ist ein hochinteressanter Vorgang: Man denkt und denkt und denkt – plötzlich kann man sich an nichts mehr erinnern

(Ephraim Kishon)

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3+

Orangen Sneaker-Socken, die glücklich machen

Orangen Sneaker-Socken

Wer mal wirklich schnelle Socken stricken möchte, der sollte sich Sneaker-Socken machen. Meine haben den Farbton Orange, der mich beim Stricken schon glücklich gemacht hat.

Ich bekam ein halbes Knäuel von der Regia Tuttifrutti Orange in die Hand. Ein halbes Knäuel reicht genau für ein paar Sneaker-Socken. Jetzt, wo es wieder kälter wird, trage ich auch wieder Socken in den Schuhen und muss leider auf meine geliebten Nackedeifüße verzichten.

Der Vorteil, Sneaker zu stricken ist, dass man keinen Schaft stricken muss. Es gibt bestimmt gnadenlos viele Anleitungen im Internet, wie man die kurzen Socken stricken kann. Aber dafür muss man das Rad wirklich nicht neu erfinden. Ich habe einen krausen Rand gestrickt und dann sofort die Ferse begonnen. Vor Jahren habe ich immer die Käppchenferse gestrickt, aber nachdem ich die Bumerangferse entdeckt hatte, die altbackene Ferse aus meinem Hirn getilgt.

Für Sneaker sind aber Käppchenfersen besser, sie verrutschen nicht so leicht. Zusätzlich habe ich die Ferse in eine Rechts, eine Links gestrickt. Noch mehr glaube ich, dass das Garn einen großen Anteil an dem guten Sitz hat. Beim Stricken schon, hatte ich den Verdacht, dass die Wolle etwas elastisch ist. Seitdem ich die Socken trage, bestätigt sich mein Verdacht immer mehr. Dabei sind in dem Garn 72% Baumwolle,18% Polyamid und 10% Polyester enthalten.

Ich glaube, ich werde mir noch ein Paar solcher kurzen Socken machen. Die Farbskala auf der Schachenmayr-Seite sieht einfach zu verführerisch aus. Die Früchtchen sind auf jeden Fall echt gelungen.

Schon einmal habe ich Sneaker gestrickt. Damals aber für meine Schwester. Ihr haben sie damals auch ganz prima gefallen. Ich glaube, damals hatte ich mir auch vorgenommen, dass ich mir selber noch welche stricken möchte.

Genug gequasselt. Die Eckdaten:

  • 2,25 Nadelspiel aus Holz
  • 50 Gramm Tutti Frutti Color von Regia Farbe Orange
  • 2 Tage (unterbrochene) Arbeitszeit
  • Krauses Bündchen
  • Käppchenferse
  • Fotos myself

 

8+

Ein Wochenende im September {12von12}

Ein Wochenende im September

Es ist Wochenende und der Zwölfte im September. Ich mache wieder bei Draußen nur Kännchen mit, 12 Bilder von meinem Tag zu zeigen.

Meinen ersten Blick werfe ich zu früher Stunde auf meinen Kaffee. Natürlich Kaffee. Den brauche ich, bevor ich mich auf den Weg zur Arbeit mache.

12 von 12 September 20

Der Blick aus dem Garten vor unserem Haus, ist auch noch ziemlich dunkel. Der Herbst zeigt sich schon recht deutlich. Dunkel und kalt. 11°Grad.

Seit Corona sind die Straßen am Wochenende fast scherbenfrei. Aber manchmal muss ich mit dem Rad ausweichen, vor solchen Fallen.

Fast da. Ein Mensch hat sich am Landwehrkanal häuslich niedergelassen. Der September ist noch schön, aber wie soll das im Spätherbst werden? Wenn es richtig kalt wird?

Die Hälfte meiner 10.000 Schritte, habe ich schon verbraucht. Endlich finden wir Zeit etwas zu frühstücken.

Feierabend! Eine Patientin hat den Ballon vergessen. Er schwebt nu fast eine Woche unter der Decke, ohne nach zu lassen. Motivierend!

Feierabend und ein bisschen Wochenende

Es ist so schön draußen. Meine Kleidung ist auf die Kälte von heute Morgen zugeschnitten. Die Menschen am Kanal hatten die Möglichkeit, sich auf 28°Grad einzurichten. Morgen nehme ich mir für die Rückfahrt kurze Hosen mit….

Der Kerl hatte die famose Idee, Essen zu gehen. So habe ich keine Arbeit und wir mehr Zeit füreinander. Diesen vietnamesischen Eiskaffee habe ich mir gegönnt.

Das Essen kam ziemlich bald hinterher. Ich bin beschäftigt… sorry!

Lustig, braucht jemand kaum getragene Schuhe?

Guck mal! Es herbstelt ordentlich. Nur gut, dass hier, unter diesen Bäumen, keine Autos parken. Jede Kastanie eine tolle Delle in der Karosserie. Herrlich. Den Anblick, der leicht geöffneten Früchte, finde ich bezaubernd.

An unserem Strand genießen wir die Abendsonne. So lass ich es mir gefallen. Die Spree ist immer noch kaum von Ausflugsdampfern befahren. Und die Sonne glitzert auf dem Wasser. Vorhin habe ich mir noch rasch ein Kleid angezogen. Luftig….

Ich lasse jetzt den Abend ausklingen. Vielleicht lese ich noch ein paar Samstagsplauscher-post. Oder sitze noch ein bisschen mit dem Kerl, bei Kerzenschein, auf der Terrasse .

5+

Nichts bleibt wie es ist {Samstagsplausch 37/20}

Nichts bleibt …

Manchmal wünsche ich mir, dass der Augenblick bleibt wie er ist. Aber meistens dreht sich die Welt weiter. Nichts bleibt wie es ist. Ich stelle mir vor, es wäre ewig Sommer, aber immer nur Sommer ist am Ende auch nicht schön. Die Abwechslung macht es doch aus, dass wir den Somme in vollen Zügen genießen können. Oder jetzt, wo der Herbst in den Startlöchern steht, wie wäre es wohl, wenn die Bäume immer in diesen wunderschönen Tönen leuchten. Oder es immer Kürbis gibt. (Da fällt mir ein, ich habe noch einen Spaghettikürbis vom letzten Jahr, meinst du, der ist noch gut? Wie lange hält sich Kürbis?)

Eiskaffee und Nichts bleibt wie es ist

… wie es ist

Auch Kollegen verlassen uns immer wieder. Ich weiß, sie sind jung und möchten noch Erfahrungen machen. Ich selber habe niemals das Haus gewechselt, geschweige denn meine Fachrichtung. Doch die Jungen möchten mehr. Erst gestern haben wir eine liebe Kollegin verabschiedet. Ich wünsche ihr Alles Gute. Und doch trauere ich ein wenig, denn Nichts bleibt wie es ist. Sicher werden wir eine Nachfolgerin bekommen. Aber der müssen wir erst wieder alles zeigen.

Ganz nebenbei habe ich mal wieder einige Erfahrungen mit Demenz gemacht. Was die aus einem Menschen machen kann. Ob wirklich die Eigenschaften die man in sich trägt, sich verstärken? Auch für diese Menschen heißt es immer wieder Nichts bleibt wie es ist. Denn jedesmal, wenn sie sich umdrehen, dann sieht die Welt schon wieder völlig anders aus und jede Reizüberflutung macht sie nur noch verdrehter.

Wochenrückblick

Ich habe mich über die Kommentare zu meinen Schwere Wolken sehr gefreut. Fast jeder hat mich ein wenig aus meinem Wolkengefüge, heraus gezogen. Vor Jahren hatte ich schon einmal eine Depression. Ich saß da ziemlich tief drin und durfte dann auch zu Kur fahren. Damals haben wir einige Schlüssel bekommen um nicht wieder in ein tiefes Loch zu fallen oder sich daraus zu befreien. Alleine schon deine Aufmerksamkeit, hat mich ein Stück weit glücklich gemacht. DANKE!

Ich habe also meine Schlüssel angewendet! Mach etwas besonders schönes, nur für dich. Meine Freundinnen haben mich am Montag besucht und wir haben in illustrer Runde einige Maschen verstrickt. Das habe ich sehr genossen. Am Dienstag habe ich mich auf mein Fahrrädchen gesetzt und bin nach einer Empfehlung 92 km gefahren. (Übrigens ohne Motor oder sonstige Hilfe) Am Mittwoch sind der Kerl und ich wieder in den Barfußpark nach Beelitz gefahren. Das ist wie Kurzurlaub machen. Am Donnerstag habe ich die Eltern im Garten besucht. Der Freitag, nichts bleibt wie es ist, die Verabschiedung der Kollegin… So hat mein Gemüht so viel schönes erlebt, dass es mir deutlich besser geht. Zum lesen kam ich zwischendurch auch. Im Lesezimmer steht wieder ein neues Buch im Regal.

Nichts bleibt, außer Sonnenschein

Es ist nicht viel was man tun kann, um seine Seele zu streicheln. Aber es lohnt sich. Denn nicht nur Gutes kann verschwinden, sondern auch die Dinge, die uns krank machen. So jetzt überlasse ich wieder dir das Feld. Ich freue mich deinen Beitrag zu lesen. Auch wenn ich nicht immer einen Kommentar da lasse.

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt

(Mahatma Gandhi)

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4+

Schwere Wolken {Samstagsplausch 36/20}

Schwere Wolken über meinem Kopf

Schwere Wolken hängen über meinem Kopf. Es sind nicht nur die, aus denen zum Glück, etwas Wasser tropft. Die schweren Regenwolken über mir, sind ja gut für die Natur. Auf meiner Radtour mit dem Monstermädchen habe ich viele Gewässer gesehen, die unbedingt aufgefüllt werden müssten. Aber das wenige Wasser, das im Moment herunter kommt, wird nicht reichen, um die letzten heißen Sommer wieder aufzuholen. Auch wenn mich der Regen auf dem Nachhauseweg überraschte, genieße ich ihn fast. (Nicht wirklich überrascht, denn ich habe es schon auf meiner Wetterapp gesehen, was mich erwartet). Wenn es nur nicht schon so dunkel wäre, nach meinem späten Dienst. Und ich mich nicht, wie oben schon erwähnt, mit meinen eigenen schweren Wolken belasten würde. Obendrein erwischt es mich dann auch noch, dass ich mit meinem Fahrrad über ein Hindernis fahre, welches dafür sorgt, dass die Luft aus meinem Hinterrad entweicht.

Auch das noch. Jetzt muss ich mein Rädchen noch nach Hause schieben. Der Regen lässt nicht nach, ich habe eher das Gefühl, er wird stärker. Nun habe ich erst recht Zeit meinen Gedanken hinterher zu hängen. Den Anfang macht der Gedanke an die Wäsche, die im warmen Sonnenlicht am Vormittag schon fast getrocknet war, bevor der Regen sie wieder weichgespült hat. Ist ja nicht schlimm, dann hat sie einen guten Duft, wenn sie ein zweites mal trocknet.
Dann ziehen aber andere schwere Wolken in meinem Kopf auf. Gedanken, die ich hier nicht in Worte fassen möchte, weil ich doch ein Stück weit abergläubig bin und befürchte, sind sie einmal niedergeschrieben, werden sie wahr. So bleiben diese schweren Wolken in meinem Kopf und regnen sich hoffentlich bald wieder ab. Der Kerl empfängt mich mit einer warmen liebevollen Umarmung, aber die schweren Wolken hängen immer noch und vermiesen mir diese schöne Stimmung. 

Alles nicht so schlimm

Auch diese Wolken werden wieder vorbei ziehen. Spätestens wenn ich wieder ein paar Tage frei habe und nicht neidvoll zu der Freundin hinüberblicken muss, die während ihrer Arbeitszeit strickend, Telefonkonferenzen halten kann. Jetzt muss ich selber etwas grinsen und stelle mir vor, wie ich mit dem Strickzeug in der Hand an einem Patientenbett stehe und frage, wie ich denn helfen könnte. Damit hätte ich wieder ein Klischee erfüllt. Krankenschwestern, die stets Kaffee trinkend, sich mit anderen Dingen beschäftigend, ihre Stunden auf der Station absitzen. Jetzt habe ich gerade gegrinst…. Dann kann ich mich auch wieder schöneren Dingen zuwenden.

Am Dienstag hatte ich nämlich wieder ganz lieben Besuch. Habe mit meinen Freundinnen auf der Terrasse gesessen. Strickzeitungen sichtend, Muffins mümmelnd, Kaffee schlürfend, packte ich nebenbei einen Karton aus, den die eine Freundin mitgebracht hatte. Besonders gut abgelagerte Wolle aus den 1970er Jahren, die man nicht mal bei Ravelry finden kann, befand sich darin. In einem richtig schönen Flaschengrün. Jetzt wo ich das niederschreibe fällt mir ein, dass ich mich gar nicht richtig bedankt habe. Und wie schön doch die Farbe ist! 
In dieser Woche war auch der 12tel Blick dran. Dieses mal stand der Sport im Vordergrund. Im Lesezimmer ist auch einiges passiert, vielleicht brauchst du neues Lesefutter?

Siehst du es auch? Wie die Sonnenstrahlen gerade durch die Wolken in meiner Seele brechen? Manchmal ist es so einfach, etwas Licht zu zaubern. Man muss sich nur an Schönes erinnern, dann kann man auch eine Depression wieder in ihre Schranken verweisen. (Ich sollte es besser wissen und öfter Schönes genießen!) Jetzt überlasse ich dir wieder das Feld. Hattest du denn eine schöne Woche? 

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