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Kreuzberger Wein { 12tel Blick Februar 2020}

01.03.2020 | 12tel Blick, 12tel Blick 2020, Berlin/Umland, LinkParty

Kreuzberger Wein und der Viktoria Park

Glaubst du nicht? Ist aber so. Es gab ein Wein vom Kreuzberg. Aber wie es dazu kam,  erzähle ich dir gleich. Erst einmal, knüpfe ich an den 12tel Blick vom Januar an.
Nun hatten die Berliner eine tolle Domspitze, ohne Kirchenschiff, mitten auf einem großen Berg. (Du erinnerst dich, ganze 66,11 m hoch). Aber das reichte noch nicht. Ein schicker Park sollte noch drumherum entstehen. Friedrich Schinkel hatte sich da so seine Gedanken gemacht. Aber erst 70 Jahre nach seinen Ideen entstand ein Park auf dem sandigen Hügel nach den Plänen von Hermann Mächtig. Ein Volkspark, wie der Tiergarten oder der Friedrichshain, sollte es werden. Zu Ehren der Königin wurde der Viktoria Park 1894 eröffnet. Der Park hat einen gebirgsähnlichen Charakter. Es gibt kleine, und einen großen Wasserfall (24 Meter). Es blubbern sogar einige kleine Quellen. Manche Wege sind hübsch verschlungen und es gibt große Wiesen und mächtige Bäume. Und an einem Nordhang des Kreuzberg wächst in einer Gärtnerei (heute wieder) Wein.

Nun hieß der Stadtteil von Großberlin aber immer noch nicht Kreuzberg. Erst 1921 erhielt die Luisenstadt den Namen Kreuzberg, nach dem Denkmal auf der Erhebung.

 

Um den Kreuzberg drumherum

Auch davon hatte ich in meinem letzten Post schon erzählt. Die vielen Einwanderer brachten viel handwerkliche Fähigkeiten mit. Vor allem im Bereich des Textil- und Bekleidungsgewerbe siedelten sich einige spätere Fabrikanten an dem Ufer der Spree an. Mit ihrem weichen Wasser, war die Spree optimal. Aber auch Töpfereien entstanden. Unter anderem ein Betrieb der sich auf Ofenbau (Zimmeröfen) spezialisierte. Gleichzeitig produzierte die Firma von Tobias Christoph Feilner glasierte Ziegel, die Farbe in die unverputzten Backsteinbauten brachten.

Carl Friedrich Schinkel wünschte sich, dass viel mehr Bauten damit verziert werden sollen. So entstanden einige Schulen, Kasernen, Hospitäler und Bahnhöfe mit diesen hübschen farbigen Verblendsteinen, die man immer noch in der Stadt finden kann. Kreuzberg ist ein Bezirk der Arbeiter und Fabriken. Auch wenn man es den herrschaftlichen Häuser von außen kaum ansehen kann, auf den Hinterhöfen (manchmal bis zu 6 an der Zahl), herrschte starke Betriebsamkeit, brodelte das Leben, florierten die Fabriken.

Damit die Handwerker auch genügend Material bekommen konnten, und Berlin den Anschluss an die Welt nicht verlor wurden einige Bahnhöfe und vor allem Bahnlinien gebaut. Ein besonders imposanter Bau war der Anhalter Bahnhof. So wurde das rohstoffarme Berlin zu einem Knotenpunkt Mitteleuropas. Dabei spielte auch das Gleisdreieck eine große Rolle.

Technische Entwicklung

1816 wurde ein Mann in der Nähe von Hannover geboren, der ebenfalls eine große Rolle bei der Entwicklung Berlins spielte. Werner Siemens wurde durch den Militärdienst nach Preußen verschlagen, wobei er mit der Entwicklung des Telegrafenapparates betraut war. Scheinbar gefiel es ihm in dem quirligen Berlin. Er gründete  1847 mit dem Mechaniker Johan Georg Halske die Telegrafenbauanstalt Siemens & Halske in der Nähe vom Anhalter Bahnhof. Zwei Jahre später war der Betrieb schon mit 25 Arbeitern die größte mechanische Werkstatt Berlins und 1851 waren die Räume zu klein geworden, um für Feuerwehr, Polizei, Bahn und wer weiß für wen noch alles, Telegrafensysteme zu bauen. Nebenbei erfand Siemens auch noch die Dynamomaschine. Strom war für Berlin eine Bereicherung. Siemens und Halske entwickelten später eine elektrische Lok und sorgten dafür, dass in Berlin eine Untergrundbahn (U-Bahn) gebaut wurde.
Aber nicht nur die Technik machte Siemens bekannt. Er engagierte sich auch im Sozialen. Er richtete Pensionskassen für seiner Arbeiter ein, damit sie sich immer mit ihrer Firma identifizieren können.
1903 erhielt Siemens den Auftrag, die Beleuchtungsanlage für den künstlichen Wasserfall am Kreuzbergdenkmal wieder herzurichten.

Jetzt habe ich wieder die Kurve zu meinem Blick bekommen. Ich habe dir eine Menge aus der Stadt und insbesondere von Kreuzberg erzählt. Es hat dir hoffentlich wieder Spaß gemacht, etwas über meine Stadt zu erfahren.  Den Blick verlinke ich wieder zu Evas 12tel Blick. Ach ja, der Wein! Den gibt es noch heute. Ich selber habe ihn noch nie probiert, er soll nicht besonders süß sein. Aber es ist eine Rarität und man kann ihn nicht kaufen, man bekommt ihn nur geschenkt.

13 Kommentare

  1. Anke

    Was für herrliche Bilder und herzlichen Dank für die historischen wissenswerten Geschichten dazu! Da kommen Erinnerungen hoch. 10 Jahre wohnte ich dort um die Ecke. Beim Sammeln von Brennesseln für meine Wollfärberei , am Rande des Wasserfalls, meinte eine Stadtbewohnerin zu mir: Ach lassen sie doch die schönen Brennesseln stehen, in der Stadt gibt es sowieso so wenig grün. Recht hat sie dachte ich mir, doch ich bin irgendwie falsch in der Stadt. Das war mit ein Auslöser warum ich aufs Land gezogen bin.
    viele liebe Grüße
    Anke

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  2. Ingrid

    Da hast du uns viel Wissenswertes über Berlin erzählt. Wunderschöne Fotopunkte hast du für deine monatlichen BIlder ausgewählt.
    LG
    Ingrid

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  3. nealich

    Liebe Andrea, wieder habe ich viel Neues erfahren, vielen Dank für Deine Kreuzberger Geschichten :o)
    Liebe Grüße Katrin

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  4. Rosa Henne

    Toller 12tel Blick! Sehr interessant und kurzweilig. Habe auch schnell noch den Januar nachgelesen, um die ganze Geschichte noch verfolgen zu können und bin auf die weiteren 12tel Blicke aus der wunderschönen Stadt Berlin gespannt.
    Liebe Grüße
    Ingrid

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  5. Astridka

    Ach ja, Siemens…mir ist gerade Anna Siemens, die Tochter in die Quere gekommen beim Schreiben.-
    Jetzt verstehe ich endlich, warum in Berlin so viele Kacheln die Häuser zieren! Und der Blick vom Hügel ist schon imposant.
    Eine gute neue Woche!
    Astrid

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  6. Andrea/ die Zitronenfalterin

    Das war wirklich wieder ein spannender und interessanter Ausflug in die Geschichte Berlins, v.a. Kreuzbergs.
    Die Sonne scheint sich bei Euch im Februar rar gemacht zu haben, wenn ich mir deine Blicke so anschaue.
    Vielleicht hast Du doch Glück, und bekommst irgendwann ein Kostegläschen des Berliner Weins. Das wäre doch lustig.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  7. Pia

    Dann hoffe ich doch, dass dir als Belohnung für die Informationen die du über Kreuzberg schreibst ein zuständiger eine Flasche der Rarität schenkt. Das ist ja ein wunderbarer Blick aus Berlin mit spannenden Details dazu.
    L G Pia

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    • Andrea Karminrot

      Ich denke nicht, dass ausgerechnet ich eine dieser begehrten Flaschen bekommt.
      😊

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    • Nina. aka wippsteerts

      Oh, wünschen würde ich Dir sehr, dass Du mal den Wein verkosten kannst.
      Es ist wieder sehr interessant, bei Dir über Berlin zu lesen. Ich mag das sehr.
      Liebe Grüße
      Nina

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