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Ein Sträußchen aus Papas Garten

Ist das wohl ein Sonnenhut?

Dieses Mal, steht ein Sträußchen aus Vater’s Garten auf meinem Tischchen am Sofa. Wild zusammengestellt, von allem, was gerade blüht und entbehrlich ist. Der Vater weiß wieder einmal nichts davon. Mit Argusaugen guckt er mir stets hinterher, wenn ich mit der Schere durch den Garten stapfte.
Viel ist es gerade nicht, was blüht. Die Eltern haben ganze Arbeit geleistet, beim Entwurzeln und Beschneiden. Es wächst einiges, aber für die Vase reicht es nicht. In den Nachbargärten findet man so vieles, was das Auge erfreut.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es ein Sonnenhut ist, der in meiner Vase für Sommerstimmung sorgt. Das der Rest Lavendel ist,  weiß ich genau. Ich rieche Lavendel sehr gerne. Vielleicht, weil er mich an meine Großmutter erinnert.

Stadtgeschichten

Die Hitze wabert über die Stadt. Nicht jedem gefällt das. Ich mag es eigentlich sehr. Nur wenn es so drückend wird, dann verkrümel ich mich auch gerne mal in den nächsten Supermarkt. Bei einem großen Einkaufsladen gibt es einen Gin, der mir besonders gut schmeckt. Die Hauseigene Marke, die angenehm mild schmeckt. Ich trinke ihn dann gerne mit einer Limo aus wilden Beeren. Um an den Gin zu kommen, muss man tatsächlich eine Klingel betätigen. Dann kommt kurz darauf die Ansage über den Supermarktlautsprecher: “Frau Willhelm (natürlich heißt die jedesmal anders oder es wird ein Typ ausgerufen) bitte an den Spirituosenschrank!” Na toll, da steht schon wieder so eine Schnapsdrossel an dem Suffschrank und verlangt nach mehr. Ich steh da mal ganz krass drüber. Nach einigen Minuten taucht dann Frau Willhelm auf und schließt den Schrank auf. Bis heute habe ich noch nicht verstanden, nach welchem Prinzip die Alkoholika dort weggeschlossen werden, denn die teuren Champagnerflaschen stehen direkt neben dem Schrank ohne Kette um den Hals. Jedenfalls gucken die dann immer sehr komisch und man fühlt sich fast schuldig, dass man schon wieder eine Schnapsflasche gekauft hat. 

An der Kasse dann, kann ich mich nicht entscheiden, welche Schlange ich wählen soll. Anfangs stehe ich an der, mit einem jungen Mann, bestimmt ein Auszubildender. Fahranfänger und Auszubildende haben bei mir immer gute Karten. Aber dieses mal dauerte es mir dann doch zu lange und ich stellte mich an eine Kasse daneben an. Die Frau, die eben noch vor mir stand folgte mir. “Das dauert bestimmt noch ein Weilchen dort drüben. Ich will auch noch mal in die Sonne.” “Ja sieht so aus, als übt er noch ein bisschen”, antwortete ich ihr. Eine ca 1,40 Meter große Frau mit Hütchen und Leggins schob sich zwischen mich und meinem Vordermann. Schob ihren Trolli demonstrativ neben sich und nuschelte mir zu: Ich habe nur was vergessen ich habe meinen Einkauf schon dort vorne liegen. Meine Nachfolgerin und ich guckten uns nur an. “Außerdem geht es mir nicht so gut. Ich leide so unter der Hitze!” (In dem Supermarkt herrschten ca 19° C!) “Es macht Euch doch nichts aus?” Aber wenn wir uns so vordrängeln wollten, dann wäre aber etwas los. “Na, Du hast ja auch nicht so viel!” stellte die alte Dame sachlich fest und blickte auf meine Flasche Gin in meiner Hand. Sie hatte längst ihren Einkauf aufs Band gelegt. “Aber natürlich lasse ich Dich auch vor!” bot sie großzügig an. Meine Nachfolgerin und ich guckten uns nur an und grinsten. “Nein, nein, machen sie mal ruhig.”

Als sie dann dran war, schob sie noch das Obst, das sie schon an der Kasse deponiert hatte zu der Kassiererin. Damit hatte sie einen ansehnlichen Einkauf auf dem Fließband liegen. Die Frau hinter mir und ich waren uns einig, das werden wir demnächst auch so machen. Dann muss man nicht alles durch den Markt schleppen. Es ist halt alles eine Frage der Organisation und der entsprechenden lustigen Frechheit. Ich hoffe, ich werde im Alter genauso sein, immer mit einem frechen Grinsen im Gesicht…

Mehr Blumen am Freitag, findest du bei Holunderblütchen
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Hortensien für die den Freitag, Stadtgeschichten

Hortensien aus dem Garten

Wie diese hübsche große Blüte heißt, ich habe keine Ahnung. Ich finde sie nur schön. Als ich gestern den Garten lange nach den Eltern verlassen habe, hatte ich diese Blüte im Korb. Nicht aus dem Vatergarten, denn dort stehen die Hortensien noch nicht in voller Blüte. Außerdem haben die Eltern rosafarbene und blaue Sträucher.
Erst dachte ich, dieser eine Stengel passt gut in die grüne Bodenvase, die ich vor langer Zeit einmal von dem Kerl empfohlen bekam. Aber da sah sie mir dann doch etwas zu fippsig aus. Es ist ja nicht so, dass ich keine Vasen hätte… die Nachbarin aus der Kolonie, hatte sich gerade mit ihrer Gartenschere über ihre Wicken hergemacht. Sie sagte, dass ihre Kletterpflanzen sehr viel üppiger wachsen, wenn sie diese beschneidet. Ob dem so ist, werde ich ganz genau beobachten. Jedenfalls habe ich sie um eine Blüte ihrer Hortensien gebeten. Den Fahrtwind auf meinem Fahrrad hat der dicken Blüte nichts ausgemacht. 

Stadtgeschichten

Ich war gestern mit dem Fahrrad unterwegs. eigentlich ist das ja nichts Neues, nur fahre ich nicht am Nachmittag durch Berlin Mitte. Der Verkehr ist um diese Zeit einfach kein Zuckerschlecken. Die Autos stehen in langen Schlangen an den Ampeln an und wenn sie Grün haben, rasen sie so schnell wie möglich zur nächsten roten Ampel. Als Radfahrerin kann ich oft an den frustrierten Fahrern vorbeiziehen. Das macht das Verhältnis zwischen Auto und Rad nicht besser. Die Straßen haben inzwischen einen richtig breiten Radweg, auf der Fahrbahn, mit weißen Strichen markiert. Blöderweise nutzen einige Transporter und Lieferanten den Radweg als Stellplatz. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als auf den Fahrdamm zu wechseln. Schließlich will ich ja auch mein Ziel erreichen. “Du blöde Kuh, kannst nicht den Radweg nutzen???” Ach der meinte mich! Ich trainiere wirklich, wie ich wohl über die parkenden Autos hüpfen kann. Klappt aber immer noch nicht. Netterweise schneidet der freundliche Autofahrer mich auch noch.

An der nächsten Ampel fahre ich an seinem Fahrzeug wieder vorbei und winke ihm freundlich zu. Nicht, dass das seine Laune sichtlich gehoben hätte. In Mitte sind sehr viele Radfahrer unterwegs. Manchmal erinnert die Innenstadt an Amsterdam. Nicht alle Radler halten sich an die Verkehrsregeln. An der nächsten großen Kreuzung steht eine Mausefalle. Lustig, die ist für Radfahrer. Die holen tatsächlich die über rot fahrenden Radler raus. Das Grinsen in den Gesichtern der Autofahrer ist nicht zu übersehen. Ich finde es auch richtig, viel zu leichtsinnig benehmen sich viele Radfahrer. “Ick hab dett doch eilig, der Kunde wartet uff seine Bestellung…” “Sie sind über Rot gefahren, das kostet…” “Ick hab keene Zeit!” Tja, keine Zeit kann auch mal das Leben kosten…

Mit einem Mal strampelt eine 7o Jährige an mir vorbei. In einem Tempo, da wird mir ganz schwindelig. Vorbildlich mit einem schicken Helm und Handschuhen. Richtig schnell ist die. Und das Bergauf. Ich habe schon einen Gang runter geschaltet, weil es so steil ist, aber die Dame sitzt völlig aufrecht und scheint auch keineswegs zu Schwitzen. Und dann sehe ich den Motor! So unauffällig wie nur irgendwas. Na, dann ist das ja kein Wunder. 

Jetzt überhole ich einen Papa, der ein lustiges Lastenfahrrad hat. Vorne in dem Vorbau sitzen gemütlich drei kleine Kinder, die alle einen Helm aufhaben. Sie treiben ihren Chauffeur ordentlich an, damit er bitte schneller fährt. Der lacht nur und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Kurz darauf das nächste Lastenrad. Wieder ein Papa, der seinen Sohn transportiert, allerdings schon um einiges älter. Dieser hat seine Schuhe ausgezogen und lässt die Füße über den Rand baumeln. Mehr sieht man übrigens auch nicht von dem jungen Mann. Die Unterhaltung der Beiden zerfließt im Fahrtwind und dem Straßenlärm.
Ich freue mich schon auf meine ruhigen Wege, die ich bald wieder nach Hause fahren werde. Denn die Stadt ist wirklich sehr laut. Mit einem mal, steht ein Radfahrer neben mir an der Ampel. Er hat sich langsam vorrollen lassen und grinst mich an. Kenne ich den? Als es grün wird, strampelt er los und verschwindet um die Ecke. Seltsame Typen sind hier unterwegs… Ich konzentriere mich wieder auf den Straßenverkehr. Wenn man hier nicht alle Sinne beisammen hat, kommt man schnell unter die Räder. Da vorne ist schon wieder eine Touristengruppe mit 40 Radlern, die alle “Hans Guck in die Luft” unterwegs sind. Das sind die Gefährlichsten. Ohne auf den Verkehr zu achten, rollen die durch die Stadt, kreuzen die Fahrbahn und sind völlig arglos. An denen muss ich schnell vorbei. In so einem Pulk stecke ich gar nicht gerne. 
Endlich komme ich auf meine ruhigen Wege und bin gleich zu Hause… Geht es bei dir auch so zu?

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Pfingstrosen nach Pfingsten & Stadtgeschichten

Dieses Mal stehen Pfingstrosen in meiner großen, vom Kerl geschenkten (verordneten), grünen Bodenvase. Ich habe sie wieder vor meiner wunderschönen  Heizung stehen, die Vase. Dort steht sie immer.
Die weißen Pfingstrosen stammen aus Papa’s Garten und sind einige der Wenigen, die nicht von der Gartenschere bedroht sind. Sie wachsen an der selben Stelle schon seit über 20 Jahren.  Nur die Mutter hat sich durchgesetzt und noch ein paar pinkfarbene gepflanzt. Das durfte sie aber auch nur in einem ordentlichen Abstand zu den Weißen. 
Wenn der Vater nicht hinsieht, was selten vorkommt,  bin ich aber mit der Schere an den Blumen. Als Entschuldigung zählt dann nur, dass ich sie vor dem Regen retten wollte. (Er schneidet jede Blüte ab, die anfängt ihre Blätter abzuwerfen, was bei Starkregen eben so passiert) Blöd ist nur, wenn es gar nicht regnet, noch eine Wolke am Himmel zu sehen ist. Wie auch immer, vier Stiele habe ich mir gemopst. 
Kannst du sie riechen? Die duften ungemein gut. Das ganze Wohnzimmer schnuppert nach Pfingstrosen. 

Stadtgeschichten

Letztens in einem Gartenlokal. Am Nebentisch eine Mutter mit ihren Freundinnen beim Frühstück. Der Sohnemann sitzt auf dem Schoß der Mutter und futtert alles, was die Mama zulässt. Ein kleiner Kerl, vielleicht 1 1/2 oder 2. Reden scheint noch nicht seine Stärke zu sein. Die Frauen schnattern und der Kleine hält sich an dem Spiegelei der Mutter gütlich. Es schmeckt ihm. Aber irgendwann, ist’s ihm langweilig. Er fordert vom Schoß zu rutschen und läuft in dem Gartenlokal unter den Tischen hindurch. Jedesmal, wenn er kurz vor dem “Tunnel” ist, zieht er den Kopf ein. Dabei ist er noch lange nicht so groß, dass er ihn sich stoßen könnte. Das sieht lustig aus. Und ich musste schmunzeln. 
Nachdem er sämtliche Tische unterlaufen hatte, fand er ein neues Spiel. Hinter einem Zaun befanden sich Hühner und Ziegen. Ein Sichtschutz aus Bambusstäben, der dort wohl schon länger befestigt war, es hatte sich eine Moosschicht gebildet, stand dem kleinen Entdecker im Weg. Machte aber gar nichts. Er steckte sein Näschen durch die Stäbe und beobachteten fasziniert die Hühner. Als er sich umdrehte, war das vorwitziges Näschen grün vom Moos. Niedlich! 
Einiger Männer standen ebenfalls an dem Hühner-/Ziegengehege. Das muntere Kerlchen stellte sich einfach dazwischen, die Hände, wie die Großen in die Seiten gestemmt und lauschte deren Unterhaltung. Witzig anzusehen war es, dass die Erwachsenen in die Knie gingen und sich mit dem kleinen Mann unterhielten. Sie zeigten ihm die Ziegen und erklärten ihm, dass die Brennnesseln nicht gut anzufassen sind. Immer wieder kehrte der Kleine zu den Männern zurück und fand sich als Teil von ihnen. 
Am anderen Ende des Hofes stand eine Pylone auf einem Gulli. Der junge Mann fand, dass dieses Hindernis an einem anderen Ort besser untergebracht werden sollte und trug es unter großen Mühen in die hintersten Ecke. Die Pylone war genauso hoch, wie er selber. Einer der Männer kam auf den kleiner Muskelprotz zu und erklärte ihm, dass dieses Hindernis unbedingt dort wieder hin müsse, denn da sei ein riesiges Loch, in das er sonst vielleicht hineinfallen könnte. Mit einem Schmollmund, trug der Kleine die Pylone wieder auf den Gullideckel zurück. Nachdem der Mann wieder gegangen war, kontrollierte der Kurze noch einige Male, ob das Warnhütchen auch richtig steht. 
Am Ende fand er es großartig, auf einer Metallplatte auf und ab zu wippen. Abgesehen davon, dass es laut war, schwang die Platte so richtig mit, hatte etwas von einem Trampolin. Die Mutter und ihre Freundinnen hatten inzwischen bezahlt und waren auf dem Weg nach draußen. Widerspruchslos wurde der Sportler auf den Arm genommen. Und nach drei Schritten, schlief er auf Mamas Armen ein. So ein Großstadtleben ist schon anstrengend. Dieses kleine Paradies findest du nämlich mitten in der Stadt. Ich habe es genossen, den Kleinen zu beobachten. Die Mutter hat übrigens ständig ein Auge auf das Kind gehabt und mehr als einmal habe ich sie schon fast stehen sehen… 
An diesem Vormittag, hat mir mein Kaffee besonders gut geschmeckt. Den Kleinen zu beobachten, war Balsam für die Seele. Was machst du, wenn dein Kopf überlastet ist? 
Die Blumen gehen wie immer am Freitag zu Helga’s Holuderblütchenblog
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Stadtgeschichten und Flieder zum Flowerday

Flieder aus dem Garten 

Der Vater hatte letztes Jahr fleißig den Flieder gestutzt. Einst war es ein großer stattlicher Baum. Aber, dem Vater gefiel das nicht mehr. Er kam an die Blüten, die er nach der Blüte abschneiden wollte, partout nicht mehr heran. Kurzer Hand nahm er die Säge und, ritsche ratsche war der Baum abgesägt. Nur noch einzelne Triebe lugten rechts und links am alten Stamm hervor. Ich war wiedermal sehr traurig, denn ich vermutete, dass es im nächsten Jahr keine Blüten geben wird.

Im Frühjahr dann, schoben sich noch mehr Triebe am Stamm hervor und wurden immer länger, gerade so, als wollten sie dem Vater die Zunge herausstrecken. Aber Blütenansätze sah ich nicht. Dann kam auch noch dieser Frost hinzu und ich gab es vollständig auf, einen einzigen Stengel zu ergattern.

Einige Zeit ging ich nicht in den Garten, es war mir einfach zu kalt und immer wieder ärgerte ich mich über die kurzgeschnittene Flora. Der Vater liebt es, keine Arbeit im Garten zu haben. was liegt da näher, als alles kurz, besser sehr kurz zu halten. Doch irgendwann, musste ich mal nach meinen Erdbeeren und Kräutern schauen, nicht dass die auch noch der Schere des Vaters zum Opfer fallen und staunte nicht schlecht, der Flieder blühte mit gewaltigen Blüten. Nicht viele, aber Zwei für die große Bodenvase vom Kerl waren doch drin…

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Holunderblütchen
Flieder gab es übrigens auch Hier, Hier und Hier

Stadtgeschichten

Vom Avonfrauenlauf und den ersten 10 Kilometer, die ich als Wettkampf lief

Eigentlich, bin ich nicht der Massenläufer. Ich laufe gerne alleine für mich durch den Wald, genieße die Ruhe und das zwitschern der Vögel. Marion und Claudia überredeten mich, doch an diesem einen Lauf teilzunehmen. “Das macht Spaß!” “Du wirst deine Freude daran haben!” “Ist zwar nicht der schönste Lauf, aber du wirst sehen…” Ich ließ mich doch tatsächlich überreden. Ein wenig bange war mir schon, vor diesen Massen an Frauen und Marion trug nicht unbedingt dazu bei. dass mir wohler wurde. Denn sie erzählte, dass die Frauen manchmal schon recht unfair sind und drängeln und schubsen. Außerdem, machten mir die 10 Kilometer noch ein wenig Sorge, denn meine Distanz sind üblicherweise max. 8 km. Die Zwei können einen schon überfordern. Auch deshalb, weil ich manchmal doch zwischendurch ein paar gegangene Minuten einschob.

Das mit dem Gehen, konnte ich mir abgewöhnen. Ich trabte dann etwas langsamer und schaffte es, tatsächlich durchzuhalten. Soweit so gut. Ich hatte die Kilometer auf Zehn erweitert und hielt es durch, nicht zu gehen. Meine Schwester bekam dann auch noch mit, dass ich beim Frauenlauf teilnehme, weshalb sie sich kurzerhand noch angemeldet hatte. Ein Wochenende lief ich noch mit ihr und einer anderen Freundin meine übliche Strecke durch den Grunewald. Das ging gerade mal so gut. (Ich konnte noch nicht durchhalten und die Beiden waren mir eine Nummer zu schnell). Aber nun war ich bereit. Da sagte Claudia ihren Lauf ab. Traurig, aber Marion wollte ja auch noch mitlaufen. Die Treffpunkte waren schon ausgemacht. Marion und ich haben uns beim Startnummernabholen noch getroffen und ein Käffchen genossen.

Der Samstag kam. Und Marion sagte auch noch ihren Lauf ab. Jetzt waren nur noch meine Schwester und ich übrig. Beide noch nie bei einer solchen Veranstaltung dabei gewesen. Wir sahen den anderen Läuferinnen zu, wie sie sich warm machten und versuchte auch uns ein wenig zu Dehnen und  zu Strecken. Der Start war mit Zeiten markiert, die man für 10 Kilometer brauchen könnte. Wir stellten uns in die passende Zone und standen prompt vor der Gymnastikbühne. Warm machen mit Anleitung. Ich habe mich diskret zurückgehalten. Dann wären meine 10 schon bei 5 km zu Ende gewesen. Aber mein Schwesterchen gab sich das Aufwärmen. Sah hübsch aus, wie alle in ihren korallefarbenen Hemden fast synchron mitturnten. Und dann ging es los. Wir verloren uns aus den Augen, die Schwester vorneweg. Ich versuchte meine Geschwindigkeit zu finden und wurde immer wieder aus dem Trab gebracht. Ausbremsen, ausweichen, überholen, überholt werden, die Sonne blendet, wieder ausweichen…

Ahh, ein Schild…8 KM jetzt ist es nicht mehr weit. Doch die letzten 2 zogen sich wie Kaugummi. Mir waren die Trommler am Rand zu laut, die Frauen, die immer wieder in den Weg liefen, zu anstrengend und doch war ich am Ende sehr glücklich über die Ziellinie gelaufen zu sein. Meine Schwester kam drei Minuten nach mir ins Ziel. Komisch eigentlich, weil sie doch vor mir lief. Aber sie hatte wohl nach mir geschaut und mich nicht gefunden. Trotz der großen Menschenmenge fanden wir aber wieder zusammen. Genauso haben wir unsere Freundin wiedergefunden, die schneller lief als wir Beide. Ich bin auf Platz 2058 und in meiner Altersklasse auf Platz 230.

Wenn du jetzt wissen willst, wie ich es fand, dann kann ich nur sagen: Irgendwie hat es doch Spaß gemacht. Und ich will es noch einmal versuchen. Vielleicht bei einem anderen Lauf über 10 km. Die Frauen kamen mir gar nicht so unfair vor. Sie wollten halt alle irgendwie ins Ziel. Würdest du dir so einen Lauf antun? Vielleicht sehe ich dich das nächste mal …
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Blumenfreitag und eine Stadtgeschichte

Blumen auf meinem Eßtisch

Diesmal, zeige ich dir einen Strauß den ich von einer Freundin bekam. Ein Strauß aus Ranunkeln, die eine wirklich besondere Färbung haben, Pfingstrosen und Gründings drumherum.

Sie stehen auf meinem Eßtisch und wetteifern mit der Sonne. Nein, sie sind nicht gelb, aber sie trahlen solche Sommerlichkeit aus. Mir gefallen die Schönen. Und sie haben eine Geschichte.

Stadtgeschichten

Oder, wie die Blümchen auf meinen Tisch kamen

Ich habe da eine Freundin, mit der ich mich ab und an zum Stricken treffe. Oft geht das sehr spontan. dann wird schnell mal eine Nachricht bei Whatsapp geschrieben, ob die Andere Zeit hat. Ein Treffpunkt wird meistens auch schnell gefunden und zack, sitzen wir Zwei beim Stricken. Vor einiger Zeit klingelte mein Telefon. Schon ziemlich spät. Ich war etwas fertig mit der Welt, ausgefroren oder was auch immer. Jedenfalls hatte ich ein Bad genommen und saß eingemummelt in meinem Bademantel und Schlafanzug auf dem Sofa. Am anderen Ende war eben diese Freundin und erzählte mir, dass sie wirklich in der Klemme sitzt. Sie war tanken und ihre Bankkarte funktionierte nicht. Sie konnte die Rechnung nicht bezahlen. Wenn sie sich nicht irgendwie auslösen kann, dann würde sie eine Anzeige bekommen, für Diebstahl! Ich ließ mich erweichen und löste sie aus. Sie konnte aufatmen. Ein paar Tage später, gab sie mir das Geld zurück und alles war gut.

Das nächste Mal trafen wir uns in einem kleinen Café. Wir quasselten eine Weile, tauschten uns über unsere Stricksachen aus und genossen ein kleines Frühstück. Als sie bezahlte, stellte sie überrascht fest, dass ihre Börse diesmal im Auto liegen geblieben war. Nur gut, es stand gerade gegenüber, so konnte sie sich selber auslösen.

Einige Zeit später, holte sie mich zum Stricken ab. Wir wollten eine unserer Wolldealerinnen besuchen und mal hören, was sie so alles auf der englischen Insel erlebt hatte. Spannend war es, was die Gute uns erzählt hat. Und tolle Wollen hat sie aus England mitgebracht. Die Freundin sah sich dann noch ein wenig in dem Laden um und fand einen schönen Wollstrang, den sie mitnehmen wollte. Sie kramte in ihrer Tasche und fand… nichts! Ihr Portmonnaie lag gemütlich zu Hause. Sie ließ den Strang zurücklegen. Aber wir wollten doch eigentlich noch einen Tee oder Kaffee trinken gehen. Ach was soll’s, ich lud sie ein.

Dann am Freitag, hatte ich einfach Lust endlich mal zu Ikea zu fahren und die Kommode zu kaufen, die Ordnung für meinen Schrank versprach. Ich rief meine Freundin an, ob sie kurzfristig Lust hätte mitzukommen. Klar, wenn es zu Ikea geht… Wusstest du, dass dir dort inzwischen einen super Kaffee- und Kuchenstand haben? Die Torten sahen echt lecker aus. Wir wollten uns einen Kaffee gönnen. “Ich lade dich ein. Ich bin dir noch etwas schuldig!”, sagte sie. Nach einem Blick in ihre Tasche, sah sie mich mit großen Augen an. “Ich habe mein Geld im Auto!” Ich konnte fast nicht mehr, musste echt lachen. Es hat System (grins). Ich bezahlte das Bestellte und sie ging los, um ihr Geld zu holen.

Am Nachmittag rief sie mich an. “Bist du noch zu Hause?” Sie kam innerhalb von 2 Minuten bei mir an und drückte mir eben diese schönen Blumen in die Hand. Als Dankeschön. 
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Ein bunter Strauß vom Kerl, Freitagsblumen

Es wurde aber auch mal wieder Zeit

Da kam er diese Woche mit einem Arm voller Sonnenschein nach Hause. Und weil ich gar nicht zu Hause war, hat er sie gleich in eine gläserne Vase gestellt. Als ich dann nach Hause kam, hatte ich gleich etwas, dass mich aufgemuntert hat. Leuchtende Gerbera (schon wieder) und kleine Margeriten. Sind die nicht niedlich…
Am Morgen, saß ich dann mit meinem Kaffee an unserem Eßtisch. Wenn ich Glück habe, dann erlebe ich es, dass die Sonne durch die Wolken und Bäume kraucht. Dann scheint sie auf den Tisch und lässt alles förmlich erleuchten. Wenn man da keine gute Laune bekommt! Da kann der Tag beginnen.

Berliner Stadtgeschichten

Gestern habe ich mich mit Marion in der Berliner Mitte getroffen. Ich wollte eigentlich mit dem Fahrrad fahren, aber der Regen hat sich so in den Vordergrund gedrängt, dass es doch besser war mit der S-Bahn in die City zu reisen. So groß wie Berlin auch ist, so schnell ist man mit den Öffentlichen unterwegs. Und man erlebt so Einiges. Ich saß mit meiner Strickarbeit auf einer leeren Bank. Die Bahn war ohnehin fast leer und erstaunlich still. Bis ein junger Mann einstieg, der über Kopfhörer telefonierte. Anscheinend gab er seinem Telefonpartner Waschtipps. “Nee, du musst den Weichspüler in das mittlere Fach geben… Was? Nein, da kommt das Waschmittel rein. … Welche Wäsche willste denn waschen… ähh, musste das nicht mit der Hand waschen? …Ach, ditt wusste ick och noch nich!” Warum müssen die Leute nur immer so laut telefonieren, dasa alle mithören können. Ich habe mich wieder auf mein Gestricksel konzentriert. 
An der nächsten Haltestelle, stieg eine alte Dame ein und setzte sich direkt neben mich. Sie schaute meinem Nadelgeklapper eine Weile zu. “Ditt iss een schickes Muster! Früher habe ick och imma ne Menge jestrickt. Och mit Nadelspiel. Aber so schick war meene Wolle nich! Kricht man die übaall?” Ich erklärte ihr, dass  inzwischen eine Menge toller Wollläden in der Stadt wie Pilze aus dem Boden schießen. Und wenn sie eh gerade nach Mitte fährt, könnte ich ihr Einige empfehlen. “Nee, lassen se ma. Ick kann keen Nadelspiel mehr halten!” Sie streckte mir ihre Hände hin. Krumme Finger, die nach Schmerzen aussahen. Ich konnte sie wirklich verstehen. Das wäre für mich der Horror. Sie erzählte mir noch ein wenig aus ihrem ehemaligen Strickerleben. Dann musste sie aussteigen.

Am Bahnhof Schönhauser Allee musste ich aussteigen. Die Haltestelle liegt direkt an den Schönhauser Arkaden. Eine Mall, mit reichlich Geschäften. An den Bahnhofsausgängen sitzen einige Männer verschiedenen Alters. Sie haben es sich dort wahrlich bequem gemacht. Decken und Kissen lagen auf dem Boden und die Männer saßen, tranken ihr Bier und rauchten (was auch immer). Eine Frau mit Kinderwagen wollte auf den Bahnsteig, aber am Fahrstuhl standen schon so Viele an. Zwei Männer sprangen auf und fragten höflich, ob sie ihr helfen könnten. Da war ich nun doch erstaunt…
Ich musste dann noch einmal eine Station mit der (Hoch)- U-Bahn fahren. Also schnell die Treppen rauf. Die meisten Leute liefen mit gesenktem Kopf durch die Gegend. Kein Wunder, es regnet immer noch. Eine ältere Dame vor mir, mit Rolllator, schiebt sich über die Straße. Sie geht mit hocherhobenen Kopf und nickt immer wieder freundlich den Entgegenkommenden zu. Ganz so, als würde sie jeden kennen. Manchmal,  kommt mit das Queren einer Straße in Berlin einem Halmaspiel gleich vor. Alle Steine müssen auf die andere Seite. Anfangs, sieht es noch sortiert aus, am Ende auch. Aber dazwischen, dass absolute Chaos und doch tritt man sich nicht gegenseitig auf die Füße. So auch mit der Rolllatorfrau, obwohl für sie eigentlich gar kein Platz war, kam sie ohne Schwierigkeiten auf der gegenüberliegenden Seite an. 

Ich traf dann Marion und wir mussten uns noch ein wenig auf der Schönhauser herum treiben. Der Laden, den wir besuchen wollten, war noch nicht auf. Wir scharwenzelten über den Bürgersteig. Zwei junge Frauen standen einem alten Pärchen gegenüber. Marion und ich wollten an den Vieren vorbei gehen, als die alte Frau rief: “Halt…Halt…Ich kann nicht helfen. Aber sie kennen sich doch hier aus. Wissen sie, wo die Milastraße ist? Die muss hier irgendwo sein, das weiß ich ganz genau!” Marion und ich schüttelten die Köpfe. “Nee, keine Ahnung, wo die ist” Wir wunderten uns nur, dass die jungen Leute sich nicht mit ihren Handys geholfen haben und stattdessen, die beiden Alten gefragt haben.

Ich gehe gerne mit offenen Augen durch unsere Stadt. Ich mag es zu sehen, dass die Berliner doch sehr hilfsbereit sind. Sie haben ein loses Mundwerk und gucken manchmal auch etwas grimmig, aber sie helfen immer gerne. Ich liebe diese Stadt. 

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