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Pfingstrosen nach Pfingsten & Stadtgeschichten

Dieses Mal stehen Pfingstrosen in meiner großen, vom Kerl geschenkten (verordneten), grünen Bodenvase. Ich habe sie wieder vor meiner wunderschönen  Heizung stehen, die Vase. Dort steht sie immer.
Die weißen Pfingstrosen stammen aus Papa’s Garten und sind einige der Wenigen, die nicht von der Gartenschere bedroht sind. Sie wachsen an der selben Stelle schon seit über 20 Jahren.  Nur die Mutter hat sich durchgesetzt und noch ein paar pinkfarbene gepflanzt. Das durfte sie aber auch nur in einem ordentlichen Abstand zu den Weißen. 
Wenn der Vater nicht hinsieht, was selten vorkommt,  bin ich aber mit der Schere an den Blumen. Als Entschuldigung zählt dann nur, dass ich sie vor dem Regen retten wollte. (Er schneidet jede Blüte ab, die anfängt ihre Blätter abzuwerfen, was bei Starkregen eben so passiert) Blöd ist nur, wenn es gar nicht regnet, noch eine Wolke am Himmel zu sehen ist. Wie auch immer, vier Stiele habe ich mir gemopst. 
Kannst du sie riechen? Die duften ungemein gut. Das ganze Wohnzimmer schnuppert nach Pfingstrosen. 

Stadtgeschichten

Letztens in einem Gartenlokal. Am Nebentisch eine Mutter mit ihren Freundinnen beim Frühstück. Der Sohnemann sitzt auf dem Schoß der Mutter und futtert alles, was die Mama zulässt. Ein kleiner Kerl, vielleicht 1 1/2 oder 2. Reden scheint noch nicht seine Stärke zu sein. Die Frauen schnattern und der Kleine hält sich an dem Spiegelei der Mutter gütlich. Es schmeckt ihm. Aber irgendwann, ist’s ihm langweilig. Er fordert vom Schoß zu rutschen und läuft in dem Gartenlokal unter den Tischen hindurch. Jedesmal, wenn er kurz vor dem “Tunnel” ist, zieht er den Kopf ein. Dabei ist er noch lange nicht so groß, dass er ihn sich stoßen könnte. Das sieht lustig aus. Und ich musste schmunzeln. 
Nachdem er sämtliche Tische unterlaufen hatte, fand er ein neues Spiel. Hinter einem Zaun befanden sich Hühner und Ziegen. Ein Sichtschutz aus Bambusstäben, der dort wohl schon länger befestigt war, es hatte sich eine Moosschicht gebildet, stand dem kleinen Entdecker im Weg. Machte aber gar nichts. Er steckte sein Näschen durch die Stäbe und beobachteten fasziniert die Hühner. Als er sich umdrehte, war das vorwitziges Näschen grün vom Moos. Niedlich! 
Einiger Männer standen ebenfalls an dem Hühner-/Ziegengehege. Das muntere Kerlchen stellte sich einfach dazwischen, die Hände, wie die Großen in die Seiten gestemmt und lauschte deren Unterhaltung. Witzig anzusehen war es, dass die Erwachsenen in die Knie gingen und sich mit dem kleinen Mann unterhielten. Sie zeigten ihm die Ziegen und erklärten ihm, dass die Brennnesseln nicht gut anzufassen sind. Immer wieder kehrte der Kleine zu den Männern zurück und fand sich als Teil von ihnen. 
Am anderen Ende des Hofes stand eine Pylone auf einem Gulli. Der junge Mann fand, dass dieses Hindernis an einem anderen Ort besser untergebracht werden sollte und trug es unter großen Mühen in die hintersten Ecke. Die Pylone war genauso hoch, wie er selber. Einer der Männer kam auf den kleiner Muskelprotz zu und erklärte ihm, dass dieses Hindernis unbedingt dort wieder hin müsse, denn da sei ein riesiges Loch, in das er sonst vielleicht hineinfallen könnte. Mit einem Schmollmund, trug der Kleine die Pylone wieder auf den Gullideckel zurück. Nachdem der Mann wieder gegangen war, kontrollierte der Kurze noch einige Male, ob das Warnhütchen auch richtig steht. 
Am Ende fand er es großartig, auf einer Metallplatte auf und ab zu wippen. Abgesehen davon, dass es laut war, schwang die Platte so richtig mit, hatte etwas von einem Trampolin. Die Mutter und ihre Freundinnen hatten inzwischen bezahlt und waren auf dem Weg nach draußen. Widerspruchslos wurde der Sportler auf den Arm genommen. Und nach drei Schritten, schlief er auf Mamas Armen ein. So ein Großstadtleben ist schon anstrengend. Dieses kleine Paradies findest du nämlich mitten in der Stadt. Ich habe es genossen, den Kleinen zu beobachten. Die Mutter hat übrigens ständig ein Auge auf das Kind gehabt und mehr als einmal habe ich sie schon fast stehen sehen… 
An diesem Vormittag, hat mir mein Kaffee besonders gut geschmeckt. Den Kleinen zu beobachten, war Balsam für die Seele. Was machst du, wenn dein Kopf überlastet ist? 
Die Blumen gehen wie immer am Freitag zu Helga’s Holuderblütchenblog

Stadtgeschichten und Flieder zum Flowerday

Flieder aus dem Garten 

Der Vater hatte letztes Jahr fleißig den Flieder gestutzt. Einst war es ein großer stattlicher Baum. Aber, dem Vater gefiel das nicht mehr. Er kam an die Blüten, die er nach der Blüte abschneiden wollte, partout nicht mehr heran. Kurzer Hand nahm er die Säge und, ritsche ratsche war der Baum abgesägt. Nur noch einzelne Triebe lugten rechts und links am alten Stamm hervor. Ich war wiedermal sehr traurig, denn ich vermutete, dass es im nächsten Jahr keine Blüten geben wird.

Im Frühjahr dann, schoben sich noch mehr Triebe am Stamm hervor und wurden immer länger, gerade so, als wollten sie dem Vater die Zunge herausstrecken. Aber Blütenansätze sah ich nicht. Dann kam auch noch dieser Frost hinzu und ich gab es vollständig auf, einen einzigen Stengel zu ergattern.

Einige Zeit ging ich nicht in den Garten, es war mir einfach zu kalt und immer wieder ärgerte ich mich über die kurzgeschnittene Flora. Der Vater liebt es, keine Arbeit im Garten zu haben. was liegt da näher, als alles kurz, besser sehr kurz zu halten. Doch irgendwann, musste ich mal nach meinen Erdbeeren und Kräutern schauen, nicht dass die auch noch der Schere des Vaters zum Opfer fallen und staunte nicht schlecht, der Flieder blühte mit gewaltigen Blüten. Nicht viele, aber Zwei für die große Bodenvase vom Kerl waren doch drin…

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Holunderblütchen
Flieder gab es übrigens auch Hier, Hier und Hier

Stadtgeschichten

Vom Avonfrauenlauf und den ersten 10 Kilometer, die ich als Wettkampf lief

Eigentlich, bin ich nicht der Massenläufer. Ich laufe gerne alleine für mich durch den Wald, genieße die Ruhe und das zwitschern der Vögel. Marion und Claudia überredeten mich, doch an diesem einen Lauf teilzunehmen. “Das macht Spaß!” “Du wirst deine Freude daran haben!” “Ist zwar nicht der schönste Lauf, aber du wirst sehen…” Ich ließ mich doch tatsächlich überreden. Ein wenig bange war mir schon, vor diesen Massen an Frauen und Marion trug nicht unbedingt dazu bei. dass mir wohler wurde. Denn sie erzählte, dass die Frauen manchmal schon recht unfair sind und drängeln und schubsen. Außerdem, machten mir die 10 Kilometer noch ein wenig Sorge, denn meine Distanz sind üblicherweise max. 8 km. Die Zwei können einen schon überfordern. Auch deshalb, weil ich manchmal doch zwischendurch ein paar gegangene Minuten einschob.

Das mit dem Gehen, konnte ich mir abgewöhnen. Ich trabte dann etwas langsamer und schaffte es, tatsächlich durchzuhalten. Soweit so gut. Ich hatte die Kilometer auf Zehn erweitert und hielt es durch, nicht zu gehen. Meine Schwester bekam dann auch noch mit, dass ich beim Frauenlauf teilnehme, weshalb sie sich kurzerhand noch angemeldet hatte. Ein Wochenende lief ich noch mit ihr und einer anderen Freundin meine übliche Strecke durch den Grunewald. Das ging gerade mal so gut. (Ich konnte noch nicht durchhalten und die Beiden waren mir eine Nummer zu schnell). Aber nun war ich bereit. Da sagte Claudia ihren Lauf ab. Traurig, aber Marion wollte ja auch noch mitlaufen. Die Treffpunkte waren schon ausgemacht. Marion und ich haben uns beim Startnummernabholen noch getroffen und ein Käffchen genossen.

Der Samstag kam. Und Marion sagte auch noch ihren Lauf ab. Jetzt waren nur noch meine Schwester und ich übrig. Beide noch nie bei einer solchen Veranstaltung dabei gewesen. Wir sahen den anderen Läuferinnen zu, wie sie sich warm machten und versuchte auch uns ein wenig zu Dehnen und  zu Strecken. Der Start war mit Zeiten markiert, die man für 10 Kilometer brauchen könnte. Wir stellten uns in die passende Zone und standen prompt vor der Gymnastikbühne. Warm machen mit Anleitung. Ich habe mich diskret zurückgehalten. Dann wären meine 10 schon bei 5 km zu Ende gewesen. Aber mein Schwesterchen gab sich das Aufwärmen. Sah hübsch aus, wie alle in ihren korallefarbenen Hemden fast synchron mitturnten. Und dann ging es los. Wir verloren uns aus den Augen, die Schwester vorneweg. Ich versuchte meine Geschwindigkeit zu finden und wurde immer wieder aus dem Trab gebracht. Ausbremsen, ausweichen, überholen, überholt werden, die Sonne blendet, wieder ausweichen…

Ahh, ein Schild…8 KM jetzt ist es nicht mehr weit. Doch die letzten 2 zogen sich wie Kaugummi. Mir waren die Trommler am Rand zu laut, die Frauen, die immer wieder in den Weg liefen, zu anstrengend und doch war ich am Ende sehr glücklich über die Ziellinie gelaufen zu sein. Meine Schwester kam drei Minuten nach mir ins Ziel. Komisch eigentlich, weil sie doch vor mir lief. Aber sie hatte wohl nach mir geschaut und mich nicht gefunden. Trotz der großen Menschenmenge fanden wir aber wieder zusammen. Genauso haben wir unsere Freundin wiedergefunden, die schneller lief als wir Beide. Ich bin auf Platz 2058 und in meiner Altersklasse auf Platz 230.

Wenn du jetzt wissen willst, wie ich es fand, dann kann ich nur sagen: Irgendwie hat es doch Spaß gemacht. Und ich will es noch einmal versuchen. Vielleicht bei einem anderen Lauf über 10 km. Die Frauen kamen mir gar nicht so unfair vor. Sie wollten halt alle irgendwie ins Ziel. Würdest du dir so einen Lauf antun? Vielleicht sehe ich dich das nächste mal …

Blumenfreitag und eine Stadtgeschichte

Blumen auf meinem Eßtisch

Diesmal, zeige ich dir einen Strauß den ich von einer Freundin bekam. Ein Strauß aus Ranunkeln, die eine wirklich besondere Färbung haben, Pfingstrosen und Gründings drumherum.

Sie stehen auf meinem Eßtisch und wetteifern mit der Sonne. Nein, sie sind nicht gelb, aber sie trahlen solche Sommerlichkeit aus. Mir gefallen die Schönen. Und sie haben eine Geschichte.

Stadtgeschichten

Oder, wie die Blümchen auf meinen Tisch kamen

Ich habe da eine Freundin, mit der ich mich ab und an zum Stricken treffe. Oft geht das sehr spontan. dann wird schnell mal eine Nachricht bei Whatsapp geschrieben, ob die Andere Zeit hat. Ein Treffpunkt wird meistens auch schnell gefunden und zack, sitzen wir Zwei beim Stricken. Vor einiger Zeit klingelte mein Telefon. Schon ziemlich spät. Ich war etwas fertig mit der Welt, ausgefroren oder was auch immer. Jedenfalls hatte ich ein Bad genommen und saß eingemummelt in meinem Bademantel und Schlafanzug auf dem Sofa. Am anderen Ende war eben diese Freundin und erzählte mir, dass sie wirklich in der Klemme sitzt. Sie war tanken und ihre Bankkarte funktionierte nicht. Sie konnte die Rechnung nicht bezahlen. Wenn sie sich nicht irgendwie auslösen kann, dann würde sie eine Anzeige bekommen, für Diebstahl! Ich ließ mich erweichen und löste sie aus. Sie konnte aufatmen. Ein paar Tage später, gab sie mir das Geld zurück und alles war gut.

Das nächste Mal trafen wir uns in einem kleinen Café. Wir quasselten eine Weile, tauschten uns über unsere Stricksachen aus und genossen ein kleines Frühstück. Als sie bezahlte, stellte sie überrascht fest, dass ihre Börse diesmal im Auto liegen geblieben war. Nur gut, es stand gerade gegenüber, so konnte sie sich selber auslösen.

Einige Zeit später, holte sie mich zum Stricken ab. Wir wollten eine unserer Wolldealerinnen besuchen und mal hören, was sie so alles auf der englischen Insel erlebt hatte. Spannend war es, was die Gute uns erzählt hat. Und tolle Wollen hat sie aus England mitgebracht. Die Freundin sah sich dann noch ein wenig in dem Laden um und fand einen schönen Wollstrang, den sie mitnehmen wollte. Sie kramte in ihrer Tasche und fand… nichts! Ihr Portmonnaie lag gemütlich zu Hause. Sie ließ den Strang zurücklegen. Aber wir wollten doch eigentlich noch einen Tee oder Kaffee trinken gehen. Ach was soll’s, ich lud sie ein.

Dann am Freitag, hatte ich einfach Lust endlich mal zu Ikea zu fahren und die Kommode zu kaufen, die Ordnung für meinen Schrank versprach. Ich rief meine Freundin an, ob sie kurzfristig Lust hätte mitzukommen. Klar, wenn es zu Ikea geht… Wusstest du, dass dir dort inzwischen einen super Kaffee- und Kuchenstand haben? Die Torten sahen echt lecker aus. Wir wollten uns einen Kaffee gönnen. “Ich lade dich ein. Ich bin dir noch etwas schuldig!”, sagte sie. Nach einem Blick in ihre Tasche, sah sie mich mit großen Augen an. “Ich habe mein Geld im Auto!” Ich konnte fast nicht mehr, musste echt lachen. Es hat System (grins). Ich bezahlte das Bestellte und sie ging los, um ihr Geld zu holen.

Am Nachmittag rief sie mich an. “Bist du noch zu Hause?” Sie kam innerhalb von 2 Minuten bei mir an und drückte mir eben diese schönen Blumen in die Hand. Als Dankeschön. 
Mehr Freitagsblumen bei Holunderblütchen

Ein bunter Strauß vom Kerl, Freitagsblumen

Es wurde aber auch mal wieder Zeit

Da kam er diese Woche mit einem Arm voller Sonnenschein nach Hause. Und weil ich gar nicht zu Hause war, hat er sie gleich in eine gläserne Vase gestellt. Als ich dann nach Hause kam, hatte ich gleich etwas, dass mich aufgemuntert hat. Leuchtende Gerbera (schon wieder) und kleine Margeriten. Sind die nicht niedlich…
Am Morgen, saß ich dann mit meinem Kaffee an unserem Eßtisch. Wenn ich Glück habe, dann erlebe ich es, dass die Sonne durch die Wolken und Bäume kraucht. Dann scheint sie auf den Tisch und lässt alles förmlich erleuchten. Wenn man da keine gute Laune bekommt! Da kann der Tag beginnen.

Berliner Stadtgeschichten

Gestern habe ich mich mit Marion in der Berliner Mitte getroffen. Ich wollte eigentlich mit dem Fahrrad fahren, aber der Regen hat sich so in den Vordergrund gedrängt, dass es doch besser war mit der S-Bahn in die City zu reisen. So groß wie Berlin auch ist, so schnell ist man mit den Öffentlichen unterwegs. Und man erlebt so Einiges. Ich saß mit meiner Strickarbeit auf einer leeren Bank. Die Bahn war ohnehin fast leer und erstaunlich still. Bis ein junger Mann einstieg, der über Kopfhörer telefonierte. Anscheinend gab er seinem Telefonpartner Waschtipps. “Nee, du musst den Weichspüler in das mittlere Fach geben… Was? Nein, da kommt das Waschmittel rein. … Welche Wäsche willste denn waschen… ähh, musste das nicht mit der Hand waschen? …Ach, ditt wusste ick och noch nich!” Warum müssen die Leute nur immer so laut telefonieren, dasa alle mithören können. Ich habe mich wieder auf mein Gestricksel konzentriert. 
An der nächsten Haltestelle, stieg eine alte Dame ein und setzte sich direkt neben mich. Sie schaute meinem Nadelgeklapper eine Weile zu. “Ditt iss een schickes Muster! Früher habe ick och imma ne Menge jestrickt. Och mit Nadelspiel. Aber so schick war meene Wolle nich! Kricht man die übaall?” Ich erklärte ihr, dass  inzwischen eine Menge toller Wollläden in der Stadt wie Pilze aus dem Boden schießen. Und wenn sie eh gerade nach Mitte fährt, könnte ich ihr Einige empfehlen. “Nee, lassen se ma. Ick kann keen Nadelspiel mehr halten!” Sie streckte mir ihre Hände hin. Krumme Finger, die nach Schmerzen aussahen. Ich konnte sie wirklich verstehen. Das wäre für mich der Horror. Sie erzählte mir noch ein wenig aus ihrem ehemaligen Strickerleben. Dann musste sie aussteigen.

Am Bahnhof Schönhauser Allee musste ich aussteigen. Die Haltestelle liegt direkt an den Schönhauser Arkaden. Eine Mall, mit reichlich Geschäften. An den Bahnhofsausgängen sitzen einige Männer verschiedenen Alters. Sie haben es sich dort wahrlich bequem gemacht. Decken und Kissen lagen auf dem Boden und die Männer saßen, tranken ihr Bier und rauchten (was auch immer). Eine Frau mit Kinderwagen wollte auf den Bahnsteig, aber am Fahrstuhl standen schon so Viele an. Zwei Männer sprangen auf und fragten höflich, ob sie ihr helfen könnten. Da war ich nun doch erstaunt…
Ich musste dann noch einmal eine Station mit der (Hoch)- U-Bahn fahren. Also schnell die Treppen rauf. Die meisten Leute liefen mit gesenktem Kopf durch die Gegend. Kein Wunder, es regnet immer noch. Eine ältere Dame vor mir, mit Rolllator, schiebt sich über die Straße. Sie geht mit hocherhobenen Kopf und nickt immer wieder freundlich den Entgegenkommenden zu. Ganz so, als würde sie jeden kennen. Manchmal,  kommt mit das Queren einer Straße in Berlin einem Halmaspiel gleich vor. Alle Steine müssen auf die andere Seite. Anfangs, sieht es noch sortiert aus, am Ende auch. Aber dazwischen, dass absolute Chaos und doch tritt man sich nicht gegenseitig auf die Füße. So auch mit der Rolllatorfrau, obwohl für sie eigentlich gar kein Platz war, kam sie ohne Schwierigkeiten auf der gegenüberliegenden Seite an. 

Ich traf dann Marion und wir mussten uns noch ein wenig auf der Schönhauser herum treiben. Der Laden, den wir besuchen wollten, war noch nicht auf. Wir scharwenzelten über den Bürgersteig. Zwei junge Frauen standen einem alten Pärchen gegenüber. Marion und ich wollten an den Vieren vorbei gehen, als die alte Frau rief: “Halt…Halt…Ich kann nicht helfen. Aber sie kennen sich doch hier aus. Wissen sie, wo die Milastraße ist? Die muss hier irgendwo sein, das weiß ich ganz genau!” Marion und ich schüttelten die Köpfe. “Nee, keine Ahnung, wo die ist” Wir wunderten uns nur, dass die jungen Leute sich nicht mit ihren Handys geholfen haben und stattdessen, die beiden Alten gefragt haben.

Ich gehe gerne mit offenen Augen durch unsere Stadt. Ich mag es zu sehen, dass die Berliner doch sehr hilfsbereit sind. Sie haben ein loses Mundwerk und gucken manchmal auch etwas grimmig, aber sie helfen immer gerne. Ich liebe diese Stadt. 

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Sonnenschein im Zimmer und Geschichten aus der Stadt

Wenn die Sonne nicht kräftig genug ist

Dann stelle ich mir eben kleine Sonnenscheinchen auf die Anrichte. In dem Blumenladen gab es sonnengelbe Gerbera und gelbe Trommelschlegel. Dazu ein paar blaue Disteln, einfach weil sie zu meinen Lieblingsblumen gehören. Eigentlich ist Gelb nicht die Farbe, die ich mir kaufen mag. In meinem Kleiderschrank gibt es nur ein einziges Kleid in gelb. Und wenn ich mich so in meiner Wohnung umschaue, sehe ich auch nur noch einige gelbe Bücher. Die muss ich ja nehmen, wie sie kommen. 
In der letzten Zeit stelle ich meine Blumen gerne auf die Anrichte. Ich kann sie dort von allen Seiten sehen und mich an ihnen erfreuen. Sie stehen wie immer in einem einfachen Glaszylinder. Und die Häschen sind immer noch die Begleiter meiner Blumenfreude. 

Stadtgeschichten

Gesten traf ich mich mit meinem Monstermädchen. Einfach mal das *Kind* wiedersehen, nichts besonderes. Wir haben uns auf die Räder gesetzt und sind zu unserem zweitliebsten Eisladen geradelt. Ja, es war kalt gestern. Aber manchmal muss ein Seelentröster sein. Außerdem brauchten wir ein Ziel. In der Straße angekommen, nachdem einige Autofahrer der Meinung waren, Radfahrer gehören nicht auf die Straße, wollten wir einen leeren Parkplatz nutzen, um auf dem Bürgersteig unsere Räder anzuschließen. Nur wollte da gerade ein Autofahrer einparken. Wir sind friedliche Radfahrer und blieben einfach auf der Straße stehen und warteten ab, was geschehen würde. Der Autofahrer war scheinbar völlig irritiert und wedelte mit den Armen. 
Der arme Kerl kam nicht damit zurecht, dass er ganz in Ruhe einparken durfte! Damit es nicht ewig dauert, bis der Herr seinen Platz eingenommen hat, fuhren wir an einer anderen Stelle auf den Fußgängerweg und schlossen die Räder an. Der Mann stieg aus seinem Auto aus und blickte uns vorwurfsvoll an. Schuldlos gingen mein Monster und ich in den Eisladen. Der Einparker folgte uns. 
Man war der Laden voll! Sämtliche Eltern, Großeltern und Kinder hatten scheinbar den selben Gedanken wie wir, einen Seelentröster genießen. Nur weil das Monstermädchen einen Adlerblick hat, fanden wir auch einen Platz. Da saßen wir nun. Und warteten. Die Kellnerin hatte alle Hände voll zu tun alle Schleckermäuler die nur eine Waffel haben wollten, abzufertigen. Wir warteten immer noch. Als dann kurzfristig der Ansturm am Tresen abflaute, ging ich schließlich direkt zu der Dame und bestellte, was wir haben wollten. Nach kurzer Zeit kamen dann auch unsere Eisbecher. Eine kleine Familie drängte sich durch die Tischreihen und setze ihr 1 1/2 jähriges Mädchen auf die Bank. Eine riesige Eistüte verdeckte fast das Gesichtchen des Kindes. Mit drei Fingerchen hielt sie die Tüte und hatte den Mund schon mit blauen Eis verschmiert. Die Mama zog sich umständlich den Mantel aus und quetschte sich auch auf die Bank. Genau in dem Moment fiel der Kleinen das Eis herunter. Und dann brach ein Geschrei los, das jeden Seelentröster schmelzen ließ. Aber glaub mal nicht, dass es die Mutter störte. 
Sie saß gelassen da und ignorierte das Gebrüll. Auch der Vater sah sein Töchterchen eher mit einem verzückten Blick an, als dass er es trösten wollte. Das Eis lag am Boden und beide Erwachsenen kümmerten sich ausschließlich um Ihr Eigenes. Inzwischen ergriffen die umliegenden Gäste die Flucht. Auch uns schmeckte das Eis weniger gut und wir konnten uns kaum noch unterhalten. Wie auch immer, hatten dann die Eltern ein einsehen und packten ihren Schreihals wieder ein und verließen den Laden. Kennst du das auch, wenn plötzlich eine Stille herrscht und alles laut aufatmet? Wir hatten dann auch genug und beschlossen noch eine kleine Radtour durch die Stadt zu machen… 
Mehr Freitagsblumen findest du bei
Helga auf ihrem Blog

Rote Gerbera, Freitagsblumen und eine Geschichte aus der Stadt

Es ist Freitag und Zeit mal wieder zu bloggen. Bei uns stehen rote Gerbera auf dem Eßtisch. Sie stehen in den Resten unserer Osterdeko. Die Hasen sitzen noch gemütlich in der Runde. Warum auch nicht, immerhin gehören sie doch zum Frühling dazu. Wenn man mal davon absieht, dass es draußen über Nacht a…kalt ist.
Seid ich einen UV-Filter auf meinem Objktiv habe, eigentlich nur als Kratzschutz, kann ich die Rottöne viel besser fotografieren. Das ist mir gerade bei diesen Blumen richtig aufgefallen. Die Farben entsprechen dem Original. Einfach genial. So mag ich dann gleich viel lieber an dem Flowerday von Helga teilnehmen, 

Die Blumen standen bei uns auf der Arbeit herum. Sie wurden vollkommen lieblos in eine Vase gestellt und nicht mehr beachtet. So habe ich mir die paar Stile mit nach Hause genommen. Sie haben eine so herrlich satte rote Farbe, genau nach meinem Geschmack.

Stadtgeschichten

Wiedereinmal war ich im Supermarkt unterwegs. Kurz vor Ostern. Zu einer Zeit, da war noch nicht der Ausnahmezustand (Ostern) ausgerufen worden und die Menschen ließen sich Zeit beim Einkaufen und an der Kasse. Ich schob meinen Wagen gerade in eine Schlange an der Kasse als ein mittelalter Mann an mir vorbei ging und eine Dose Thunfisch in der Hand hielt. Er steuerte direkt auf die Dame vor mir zu. Mich würdigte er, zum Glück!, keines Blickes. “Darf ich wohl vor ihnen meinen Thunfisch bezahlen?” Die Frau schaute ihn etwas verwirrt an und ließ ihn mit einem dann freundlichen Nicken vor. “Wissen sie, ich habe meinen Einkauf, den habe ich schon vorhin an der anderen Kasse bezahlt, bei dem Wachschutzmann am Eingang stehen. Ich habe beim Einpacken entdeckt, dass ich meinen Thunfisch vergessen habe und da habe ich mir gedacht, ob ich meinen Einkauf einfach bei dem Wachschutzmann abstellen kann. Den kenne ich noch aus der Schule, der würde mir bestimmt nie etwas abschlagen. Den Thunfisch brauche ich für einen Salat, den ich mir heute machen will. Das ist sehr lieb von ihnen, dass sie mich vorgelassen haben, soll ich ihren Einkauf aufs Fließband legen? Da ist ja eine Papaya dabei. Ich weiß gar nicht, was ich mit so einem Gemüse machen sollte. Ach und sie kaufen Biomilch? Mir reicht die normale. Ich glaube nicht an Bio. Ob der Wachmann noch meinen Einkauf bewacht? Der hat hier immer so viel zu tun. Ich muss mal gucken, ob der nicht überfordert ist…”. Damit schob er sich an dem Mann, der vor ihm stand vorbei und war verschwunden. Seine Thunfischdose stand verloren zwischen den großen Einkäufen auf dem Fließband. Ordentlich getrennt, durch die Trennhölzer.
Die Frau vor mir drehte sich zu mir um und sah sehr überfordert aus. Lächelte etwas hilflos und zuckte mit den Schultern. “Wo ist der hin?” “Keine Ahnung!” Ich sah ihn auch nicht mehr. Der Mann vor uns, zuckte ebenfalls die Schultern. Der Kassierer pustete leise aus, drehte sich zu seinen Kollegen um und rief ihm zu:”Jetzt hat er mich erwischt!” Upps, die kannten den Kerl wohl schon. Immer noch kam er nicht zurück. Naja, die Dose kann man ja einfach beiseite schieben, sollte er nicht wieder auftauchen. Die Frau vor mir, legte ihre Sachen sehr bedächtig auf das Band. Sie hatte es abgelehnt, das der Thunfischkäufer ihre Waren ausräumt. Wir hatten schon nicht mehr damit gerechnet, dass der Mann zurückkommt, als der sich wieder von hinten durch die Reihe schob.
“Tschuldigung, ENTSCHULDIGUNG, kann ich mal durch? Ich habe meine Ware auf dem Band dort vorne liegen. Ich bin gleich dran. Ich musste nur mal nach meinem Einkauf gucken, den ich schon bezahlt habe und den der Wachschutzmann am Eingang jetzt bewachen muss, weil ich meine Dose, mit dem Thunfisch vergessen habe. Kann ich mal hier durch. Ach, was haben sie denn da? Ist das Gemüse oder was? Ahh, ich bin dran, ….Ich habe nur diese eine Dose Thunfisch, ich habe meinen Einkauf schon bezahlt…” Der Verkäufer nannte den Betrag, den die Quasselstrippe bezahlen musste. Der Kerl kramte sein Portemonnaie aus der gepflegten Hose und suchte das Kleingeld heraus. Dabei erzählte er weiter von dem Wachmann und seinem Einkauf, der am Eingang auf ihn warten würde. Endlich war er weg und die gesamte Schlange atmete auf. Das war wie eine Sturmflut, die über einem zusammengebrochen ist und danach die perfekte Stille. Nicht mal das Kassengepiepe, störte die “Ruhe”. 
Kennst du auch Menschen, die eine solche Quasselwut haben? Ich bin immer wieder erstaunt, welche Vielfalt in unserer Stadt unterwegs ist. Die Natur ist einfach unergründlich…. Ach ja, ich sah ihn am Eingang wieder. Mit einem Einkaufswagen, der mit einem Kopfsalat und einer Gurke “gefüllt” war. So wie er sich anhörte, hätte er den ganzen Wagen mit Lebensmitteln voll haben müssen!
Ich danke schon mal, all den Kommentatoren zu meinem Fotowettbewerb. Bis Montag kannst du noch deine Stimme abgeben.