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… dann hole ich sie mir wenigstens nach Hause. 

Sonnenblumen auf meiner Terrasse 

Gestern stellte ich entsetzt fest, dass schon wieder die Freitagsblumen dran sind. Und wenn schon wieder Freitag ist, dann steht auch schon wieder der Samstagsplausch an. Wo bleibt nur diese Zeit? In Berlin hat es die letzten Tage wieder sehr viel geregnet. Nicht so viel,wie in anderen Landesteilen, aber genug, um das ich mir ein paar Sonnenstrahlen auf den Tisch gestellt habe. Im wahrsten Sinne des Wortes. In unserem Supermarkt stehen sie dicht an dicht in einem Kühlschrank. Sie sind nicht mal teuer. Gibt es derzeit so viele? 
Ich habe sie uns auf der Terrasse, im Trockenen, auf den Tisch gestellt. Eine rote Tischdecke gibt dem ganzen einen hübschen Kontrast. Die große Draußenkerze steht schon bereit, wenn der Kerl heute Abend nach Hause kommt, damit wir es uns auf der Terrasse gemütlich machen. In der Wohnung sind wir noch lange genug. Mein Buch, das ich gerade verschlinge, liegt auch schon bereit. Solange der Kerl noch nicht da ist, kann ich noch ein paar Seiten lesen. Und das werden einige sein, denn er kommt erst am Abend… 

Stadtgeschichten

Diese Woche nehme ich dich mit in einen Wollladen. Es gibt eine Menge schöner Wollläden in Berlin. Einige besuche ich öfter und manche kenne ich tatsächlich noch nicht. Eigentlich sollte Magda mich begleiten, aber sie musste auf einen Techniker warten. Und das kann dauern. Ich war bei dem sch… Wetter mit dem Auto unterwegs und fuhr ein paar Schleichwege, die Stadt ist im Moment so dermaßen voll, weil ein Teilstück der Stadtautobahn repariert wird. Ein wichtiger Teil! 
Jedenfalls fuhr ich völlig “zufällig” an dem Laden vorbei und fand sogar auf Anhieb einen Parkplatz direkt vor der Tür! Wow, dachte ich, das muss Schicksal sein. Ich also in den Laden gestolpert und war erstmal völlig von den Socken. Meine Herren, hingen da Schätzchen! Die Ladeninhaberin war auch sofort zur Stelle. Sehr aufgeschlossen, fing sie an zu schnattern. Ehrlich gesagt, weiß ich wirklich nicht mehr worüber wir Anfangs geredet haben. Dann fragte ich sie, in welchen Läden sie schon gearbeitet hätte, nachdem wir feststellten, dass sie Westberlinerin sei und schon in so manch einem Wollladen ausgeholfen habe. Sie zählte all die Läden auf, in den ich schon als Teenagerin meine Wollen gekauft hatte. Oh, da kamen Erinnerungen hoch. Sie redete und redete und ich sah mir all die Wollen an, die dort in den Regalen liegen und als Stränge hübsch dekoriert hingen.
Teilweise kamen mir die Firmen bekannt vor. Ich fand sogar Wolle von AnnyBlatt, einer Wollfärberei aus Südfrankreich, die schon immer extravagant war und fast nirgendwo mehr in unserer Stadt zu finden ist. Die Ladeninhaberin redete und redete. Jedesmal, wenn ich etwas in die Hand nahm, wusste sie etwas dazu zu erzählen. Sie hatte sich oft in Wolle auszahlen lassen und hat so viele Stücke, die man heute bestimmt nicht mehr bekommen wird. Ein gemütliches großes Altbaugeschäft, fand ich. Das sagte ich ihr auch. Prompt erzählte sie mir ihren Ärger mit dem Verwalter… 
An einem Ständer hingen mehrere Stränge Maulbeerseide mit Merinowolle, ein Traum. Und genau drei Stränge in meiner Farbe. Wenn ich doch nur nicht auf Wolldiät wäre. Ich musste mich wirklich zusammenreißen. Aber die werde ich mir noch holen, wenn sie demnächst noch da sind. Kaum sieht die Wollfrau, auf welche Wolle ich zuhalte, erzählt sie mir auch schon etwas über die Maulbeerseide, und dass man sie kaum noch bekommt und was das für ein wunderschönes Garn ist, und ob ich wüsste, wie und wo und überhaupt… 
Ich konnte den Laden nur unter großen Mühen verlassen und musste draußen überprüfen, ob meine Ohren noch dran waren. Ich werde wieder hingehen, aber ich muss mich dann wappnen. Jemanden mitnehmen, der mindestens genauso viel quasseln kann wie diese Frau! Vielleicht möchtest du es mit der Meisterin des Quasselns aufnehmen? Aber die Maulbeerseide, muss ich mir besorgen… 
Mehr Freitagsblumen gibt es bei 
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