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Stadtgeschichten aus dem Supermarkt

23.11.2018 | Blumenfreitag, Stadtgeschichten

Amaryllis

Neulich im Supermarkt

Ich schiebe gerade, wirklich mal richtig entspannt, meinen Einkaufswagen durch meinen Supermarkt an der Ecke. Eine ältere Frau, sie kann definitiv schlecht laufen, denn sie fährt mit einem Rollator durch die Reihen, sammelt ihren Einkauf in ihrem Gefährt zusammen. Ich bin gerade an den Tiefkühltruhen. Gleich neben mir steht ein älterer Herr und schaut sich konzentriert die Konserven an, die im Regal auf der anderen Seite des Gangs stehen. Die Rollatordame biegt in unseren Gang ein und rollt völlig entnervt auf uns zu. Ich ahne schon, sie hat keine Zeit. Ich habe ja schon meine TK-ware in meinem Einkaufswagen und würde gerne den Gang verlassen. Allerdings schiebt sich noch ein Herr mit Wagen hinter die alte Frau und von hinten kommt eine Mutter mit Kinderwagen… Ich stehe im Supermarkt im Stau.

Aber wie soll es anders sein, der alte Mann neben mir und die Rollatordame,bekommen sich in die Haare, wer denn jetzt wieder zu blöd gewesen sei und den Gang hier so verstopfen würde. „Wenn se nich hier ehnfach rinnjeschoben wärn, dann würde ditt loofen. Aber nee, Madammchen muss ja allet dicht machen, mit ihre Fahrmaschine“. Scheinbar lässt die Alte sich nicht das Butter vom Brot nehmen: „Als ob ick hierfür allehne zuständisch wäre…“ „Kommense mir nich so. Ditt Ding könnense och draußen lassen…“

Der Stau löst sch irgendwie völlig einfach auf. Ich schiebe meinen Einkauf Richtung Kasse. Die Rollatordame, geht mit einem recht „flotten“ Schritt ebenfalls an die Kasse. Sie stellt sich quer in die Schlange. Nicht ans Ende…

Natürlich steht der Zeterkopf ebenfalls in der Schlange und fängt sofort wieder an herum zu pöbeln. Die alte Dame hält aber im wahrsten Sinne dagegen. Sie schiebt ihren Rollator immer wieder in Richtung Kasse und versuch den schimpfenden Mann einfach hinter sich stehen zu lassen. der lässt es aber nicht zu und schiebt immer wieder seinen Einkaufswagen gegen den Rollator der Frau. Sie tut so als höre sie ihn nicht und er schreit Zeter und Mordio. Die anderen Kunden sehen alle zu den Beiden hinüber. Es ist sonst ganz still in dem Verkaufsraum. „Ick werde ihnen gleich mal zeijen, wo se mit ihrem Dingsda hinfahren können…“ Die Dame scheint ein Einsehen zu haben und stellt sich nun doch hinter den Mann an. Sie sieht aber irgendwie hinterlistig aus.

Und als hätte ich es nicht geahnt, schiebt sie dem Mann den Rollator in die Fersen… Nur gut, dass er schon seine Ware auf dem Band hatte und bezahlen musste. Wer weiß, vielleicht hätte es noch eine Keilerei jejeben…

Blumenfreitag mit Amaryllis

Ich wollte mal wieder bei Holunderblütchen dabei sein. Somit habe ich mir einen Blumenstrauß gegönnt. Mit zwei schönen Amaryllis. Es ist nicht das erste Mal, das ich diese schönen Blumen auf meinem Tisch stehen habe.

Die Kerzen sind schon für den Adventskranz/Teller, den ich nächste Woche fertig machen werde. Noch ist alles Weihnachtliche im Dachboden verstaut. Hast du schon Weihnachten ausgepackt?

 

10 Kommentare

  1. wegwunder

    Hahaha – wie ich dieses „Berlinerdeutsch“ mag!! (oder wie sagt ihr dem? Berlinerschnauze?) Liebe Grüsse, Sibylle

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    • Andrea Karminrot

      Genau, Berliner-Kodder-Schnauze. Nie um eine Antwort verlegen und stets „freundlich“ 🙃

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  2. holunderbluetchen

    Haha … dit is Berlin 🙂 Wieder so eine schöne Geschichte, liebe Andrea !!! Und auch dein Blumenstrauß gefällt mir sehr. Übermorgen ist ja der 1. Dezember und ich denke, dann werde ich auch bald zu Amaryllis greifen (müssen) . Liebe Grüße aus Österreich, helga

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  3. Andrea/ die Zitronenfalterin

    Das ist wohl typisch Berlin…. Deine Amaryliis-Farben finde ich auch sehr fein! Ich hab klassisches Rot und die erste Amaryllis, die diesen Herbst hier einziehen durfte. Das ist auch das Einzige, was so ein bisschen Richtung Advent deutet.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  4. kleine blaue Welt

    Liebe Andrea,
    solche Zankereien erlebt man hier auch öfters beim einkaufen…
    Einer Dame hinter uns dauerte es heute wohl zu lange,bis wir unseren etwas größeren Einkauf aufs Band gelegt hatten und schaute schon entnervt.
    Sehr hübsch,deine Amaryllis und die Farbe ist herrlich!
    Hier wird am Montag dekoriert,am Sonntag hat Junior erst noch Geburtstag.
    Ein schönes Wochenende wünscht dir
    Kristin

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  5. Chrissi

    Hast du wieder sehr anschaulich beschrieben, deine Supermarktgeschichte. Als wäre ich dabei gewesen. 🙂

    LG Chrissi

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  6. jahreszeitenbriefe

    na sowas…, geht ja munter zu im Supermarkt ;-). Nee, noch nichts Weihnachtliches ausgepackt… Stimmt, der 1. Advent ist zwar dieses Jahr nicht im November, aber nun ist er doch bald heran… Lieben Gruß Ghislana

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  7. Kunzfrau

    Was du immer im Supermarkt erlebst!!! Ich erlebe sowas nie.
    Und ja, auch bei mir stehen die Weihnachtskisten noch im Keller. So nach und nach werde ich sie in der kommenden Woche hochholen.

    Gruß Marion

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  8. hinsichtlich.

    Hi. Was für eine wunderbare, böse Geschichte, aber wirklich aus dem Leben. So was kennt
    Liebe Grüße
    Nina sicher so manche Stadtmaus und Landmaus. So kann man sich das Leben schwer machen. Da ist es richtig, mit einem Blumenstrauß für sich für gute Laune zu sorgen!

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  9. Astridka

    Berliner Senioren sind ja heftig…Da wundert es mich nicht, dass Friederike (LandLebenblog ) froh ist in ihrem badisch-sibirischen Exil… Kürzlich war sie wohl wieder in Berlin und hat das so treffend geschildert, schau mal hier:
    https://landlebenblog.org/2018/11/18/unterwegs-47
    Sie lebt übrigens ganz nah bei dem Dorf, aus dem ich stamme. Und ich würde die Großstadt nie tauschen wollen 😉
    Schöne Blumen solltest du dir wieder wöchentlich gönnen, einfach so, weil du es wert bist 😉
    Alles Liebe!
    Astrid

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