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So was passiert, wenn du mit dem Rad unterwegs bist

Manchmal passiert es, wenn man von Schöneberg nach Steglitz radelt, dass man seltsame Menschen trifft. Es ist eine ziemlich blöde Fahrradstrecke. Dort gibt es keinen Radweg und die Autos fahren teilweise dermaßen dicht an einem vorbei, dass man Ohrensausen bekommt. Die Ampelschaltung ist außerdem ziemlich blöd eingestellt, wenn du kein Ferrari bist und innerhalb weniger Sekunden von Null auf Hundert, hängst du fast an jeder Ampel fest.

Ich strampelte also gerade am Breslauer Platz vorbei, als mich ein Typ älteren Semesters versuchte einzuholen. Ich fahre nicht besonders schnell, doch zügig. Der Herr erreichte mich an einer roten Ampel und fragte: ” Wo haben sie diesen Pullover gekauft?” Na, was für eine Begrüßung! “Den gibt es nicht zu kaufen! Jedenfalls nicht hier.” Die Ampel wurde wieder Grün. “Tschüß dann auch!” sagte ich und trat in die Pedale. Der Kerl ließ aber nicht locker und quälte sich hinter mir her. Ihn schien mein Lopi nicht in Ruhe zu lassen.

An der nächsten roten Ampel, ich stand schon einige Sekunden, ging unser Gespräch weiter. “Was denken sie, wo ich so einen Pullover her bekommen könnte? Ich suche schon sehr lange nach so etwas.” “Vielleicht versuchen sie es dort vorne mal in dem Bekleidungsgeschäft. Im Moment sind solche Pullis ja schwer modern. Da könnten sie Glück haben” “Haben sie den selber gemacht?” “Ja. Mit Wolle die mir extra aus Island mitgebracht worden ist…”, rief ich im Antreten und war wieder weg.

Der Kerl radelte wie der Teufel hinter mir her. Er war dieses mal schneller neben mir, an der roten Ampel. “Würden sie mir auch einen stricken? Was würde das kosten?” “ich stricke nicht für Andere. Das ist nicht zu bezahlen!” “Aber wenn sie es machen würden?” “Dann würden sie sich auf den Hosenboden setzen, was ich von ihnen Verlangen würde. Abgesehen von der Wolle, brauche ich einige Zeit und das kostet eben”. Die Ampel ward Grün und ich weg.

Wieder eine Verfolgungsfahrt. Ich war am Forum Steglitz, meinem Ziel, angekommen. Während ich mein Fahrrad anschloss, kam der Herr auch an. “Das sind schon besondere Pullover. Ich kann sie nicht überreden mir einen zu stricken?” Ich musste jetzt wirklich lachen. Ihm schien es sehr wichtig, einen Lopi zu besitzen. “Nein, können sie nicht” “Wissen sie,” setzte er an, “Ich bin schwer krank… und solch ein Pullover würde mich besonders glücklich machen. Und wenn er dann auch noch von einer solchen Frau wie ihnen gestrickt wäre…” Oh man, wollte der jetzt auch noch flirten? “Nein, sie können mich nicht überreden”, lachte ich ihn an und ließ ihn stehen. “Dann werde ich es doch mal in dem Geschäft versuchen…” Winkte er mir hinterher und sah ziemlich traurig aus.

Meine Freitagsblumen

Ich bekomme nicht genug von Amaryllis (was ist eigentlich die Mehrzahl?) Mit den Röschen zusammen und dem Grünzeug drumherum gefallen sie mir besonders. Sie stehen in einem Übertopf, den ich einmal von der Freundin meines Monsterjungen bekam. Der Topf ist mit Hydrosteinchen gefüllt. dadurch lassen sich die Blumen mühelos arrangieren. Da die alte Amaryllis noch mit einigen Blüten hinterher gehinkt ist, habe ich sie in einer Vase dazu gestellt.

Diesen Adventsblumentisch schicke ich nun bei Holunderblütchen vorbei. Und weil diese Geschichte ein kleiner Glücksmoment war, verlinke ich den Post (in letzter Minute sozusagen), bei Andrea der Zitronenfalterin. Unglaublich, wieviel Glück sich dort angesammelt hat…

 

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