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Jeden Tag geht mein Leben zwei Schritte vor und dann wieder zurück. Wie sehr man sich doch an einen Menschen binden kann! Wenn er dann fehlt, merkt man erst, wie wichtig er einem ist. Was sich in dem Krankenhaus, das gerade zu meinem Mittelpunkt geworden ist, abspielt, dass wissen nur ausgesuchte Leute und dabei wird es auch bleiben. Ich kann nur sagen, es geht zwei Schritte vor und einen zurück.

Ich hatte die Kommentarfunktion für den letzten Samstag abgeschaltet, weil ich mich nicht in der Lage sah zu Antworten. Auf manchen Blogs habe ich gelesen und bedanke mich für die lieben Grüße, die mich dann doch mit Umwegen, manche über Magdas Blog, erreicht haben. Manch eine Leserin hat mir auch eine Email geschrieben. Aber auch da war ich nicht dazu in der Lage zu antworten. In meiner Brust sitzt ein dicker Knoten, der sich nur manchmal löst, wenn ich mit den besonderen Freundinnen telefoniere. Ich habe auch Post bekommen. Auch dafür, herzlichen Dank.

Um mich abzulenken, habe ich mich auf die Rezension zu dem schönen Himalaya-Strickbuch gestürzt. Und weil ich nicht viel schlafe, vier Stunden müssen wohl ausreichend sein, sagt mein Kopf, lese ich einfachste Literatur. Im Moment habe ich das neue Buch von Rachel Joyce vor der Nase. Das lenkt so herrlich ab. Liegt vielleicht auch daran, dass ich schwarzen und sarkastischen Humor schon immer mochte. So wie die Bücher von Tom Sharp. Wenn ich dann bis zum Mittag gelesen habe, laufe ich ins Krankenhaus. Den Kerl besuchen und hoffen, es ging heute wieder vorwärts und nicht zurück.

Am Abend, wenn die Familie telefonisch mit den neusten Informationen vom Tag gefüttert wurde, setze ich mich, mit dem zu strickenden Kolding (Bilder findest du bei Instagram), vor den Fernseher und schaue mir alle Folgen von Star Wars an! Solange der Kerl nicht da ist, kann ich mir dieses Spektakel reinziehen. Nachrichten schalte ich derzeit ganz ab. Es ärgert mich nur immer wieder, wenn da von Demos und Ich-will-meine-Maske-nicht-tragen, geredet wird. Auch auf meiner Station stecken sich die Kollegen immer öfter an. Ich frage mich wie lange das noch gut geht, wenn am Ende keine Schwestern mehr da sind, die Kranken zu pflegen!

Du siehst also, mein Tag, meine Woche ist eher trostlos und manchmal mit kleineren Vors gespickt. Die Zurücks würde ich gerne löschen…

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