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Malade durch die Stadt

Du hast schon einmal von mir gehört, dass ich alte Wörter gerne mag. Ich möchte nicht, dass sie aussterben, und doch werden es immer weniger. Malade ist auch so ein Wort. Dabei passt die Bedeutung des Wortes Malade so schön zu der überhitzten Bevölkerung. Malade bedeutet so etwas wie Unwohlfühlen. Und ehrlich, wer fühlt sich bei 38° C im Schatten nicht unwohl. Ich gebe zu, ich bin eine Sonnenanbeterin. Sobald ein Fitzelchen Sonne am Himmel steht, bin ich draußen. In kurzen Hosen. Aber in der letzten Woche hing auch ich  so ziemlich malade in der Hitzewelle. Am Montag ging es ja noch einigermaßen, aber am Dienstag und erst der Mittwoch…. Puh war unsere Stadt warm.
Unsere Katzen kamen nur kurz auf die Terrasse, um sofort wieder nach drinnen zu flüchten und sich malade auf dem kühlen Laminat auszufächern. (Einen Zustand, den ich gerne nachgeahmt hätte. Hast du schon mal versucht, mit allen Körperteilen gleichzeitig auf einem kalten Boden zu liegen…?)

Durch die Stadt

Am Mittwoch hat mich eine Migräne aus der Bahn geworfen, wie ich sie schon lange nicht mehr hatte. Somit fiel meine Arbeit an diesem Tag für mich aus und ich hing, wiedereinmal und zusätzlich, malade im Bett herum. Unser Schlafzimmer liegt im Dach, das den ganzen Tag volle Sonne genießt. Im Winter recht schön, aber nicht in dem Zustand, in dem ich mich befand. Zum Nachdenken kam ich aber kaum, denn so schlecht wie es mir ging, konnte ich nur schlafen. Am nächsten Tag war ich zwar noch nicht wieder bei 100%, aber arbeiten konnte ich wieder. Wie immer bin ich mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Der Kerl hatte mich nur unter der Bedingung fahren lassen, dass ich auf jeden Fall langsam unterwegs bin. (Kann ich aber nicht. Wenn einer vor mir fährt, dann ist der meistens zu langsam und dann überhole ich und wenn dann wieder einer vor mir fährt… Ein Teufelskreis!) Da aber die ganze Stadt in einem Hitzetrauma hing, konnte ich auch sehr gemächlich (altes Wort!) Meine Arbeitszeit beginnt erst am späten Mittag, somit war mein Arbeitsplatz schon extra warm. Nein, wir haben keine Klimaanlage!
Erst, als ich zu später Stunde nach Hause fuhr, kühlte es etwas ab.

Souverän

Schon am nächsten Tag war es richtig kalt. Die Nacht kühlte unsere Stadt schon auf 13° C ab. Wenn das mal nicht ein Temperatursturz war. Aber gut so, denn ich war zum Stricken in einem Garten verabredet. Dazu musste ich mit dem Rad durch die halbe Stadt radeln. 17 km, über Fahrradwege, mit Schütteltrauma-Gefahr. Zur Mittagszeit auf den Fahrbahnen zu fahren, dass ist mir zu riskant. Mit den Autofahrern ist nicht immer gut Kirschen essen.
Als ich an einer Kreuzung abbiegen musste, stand ein Müllauto auch schon zum Abbiegen bereit. Die Müllmänner hielten sich an ihren Griffen, außen am Wagen fest. (Bei der Hitze stinkt Müll wirklich erbärmlich!) Der eine Müllmann zwinkerte mir zu und meinte “Souverän, wirklich souverän”. Scheinbar gefiel es ihm, dass ich mich nicht an den wartenden Autos und LKW vorbei drängelte. “Und dabei auch noch hübsch!” kam noch hinterher, als sie und ich abgebogen waren. Mein Tag war gerettet. Egal, was noch kam, ich hatte Sonne im Herzen und fuhr souverän durch die Stadt.

Der Stricknachmittag war übrigens so schön, dass ich fast nicht gehen wollte.
Und gestern habe ich noch einmal einen Vormittag strickend und gärtnernd verbracht. Die Tomaten im elterlichen Garten, bedurften etwas Pflege. Außerdem meldeten sich die Eltern wegen Vernachlässigung auch noch an. Am Nachmittag dann noch ein kurzes Intermezzo auf dem Weinfest und ein Schwätzchen mit Sylvia und Marion.
Und heute, wird es wieder so warm und morgen noch viel mehr. Wieder werden wir malade in den Seilen hängen… War es bei dir auch so heiß oder soll es so heiß werden? Bitte achte darauf viel Wasser zu trinken! Malade, ist kein Zustand, den man ertragen möchte!

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