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Meine Straße

Tell a Story 

Heute, geht es um meine Straße. Naja, meine ist sie zum Glück nicht. Ich wohne hier aber schon ziemlich lange. Als mein Monstermädchen ein halbes Jahr alt war, zogen wir hier her. In der alten Straße wären wir mit den Kindern nicht glücklich geworden.

Eine Straße, die einerseits direkt in die Innenstadt führt, und in der anderen Richtung direkt in den Wald. Man hat das Gefühl einer Vorstadt und kennt fast jeden Nachbarn vom Sehen. Allerdings haben die Monster es immer vermisst, mit Kindern aus der Umgebung spielen zu können. Denn die werden hier, vorzugsweise zur Schule, zum Ballett, Fußball und was sonst noch so auf dem Plan steht, gefahren. In all den Jahren, habe ich hier keine Kinder auch nur Ball spielen sehen.
Dafür gibt es eine Menge Hunde in allen Größen. Manchmal werden die Hinterlassenschaften auch entsorgt und selten tritt man in diese. 
Im Winter bleibt sogar der Schnee liegen und wird als allerletzes aus dieser Stadt entsorgt. Das war in schneereichen Wintern aber immer sehr schön, weil wir die Schlitten mit den Monstern mitten auf der Straße direkt in den Grunewald ziehen konnten. 
Im Sommer ist es unter den Bäumen immer einige Grad kühler, als mitten in der Stadt. Wenn der Rest der Berliner  am schmelzen ist, sitzen wir kühl.  
Die meisten Bäume, die hier stehen sind Amerikanische Eichen oder auch Roteichen. Im Herbst kannst du nur zusehen, dein Auto  hier nicht zu parken. Denn die Eicheln, die zu Haufen von den Ästen fallen, verwandeln sich auf dem Weg zur Erde zu gemeinen Geschossen, die tiefe Dellen in den Karossen hinterlassen. Einfach nicht empfehlenswert. Da sind baumfreie Parkplätze höchst begehrt und man kann die Nachbarn dabei beobachten, wie sie sich vorsichtig unter die Bäume stellen. 
Manchmal, kann man auch eine Rotte Wildschweine beobachten, wenn sie mit dem Nachwuchs auf der Suche nach den Leckereien durch die Straßen ziehen. Einmal, war die Freundin meines Monstermädchens bei uns zu Besuch. Sie war gerade auf dem Weg nach Hause, hatte das Gartentor schon offen stehen, als die Wildschweine samt Frischlinge durch die Straße auf das Mädchen zukamen. Du glaubst nicht, wie schnell ich unten war und das Tor wieder zuzog. Wir haben die Schweine lieber hinter dem Zaun beobachtet.

Auch der Fuchs ist ein häufiger Gast. Der springt allerdings elegant über den Zaun oder schiebt sich darunter hindurch. Vor Jahren sahen die Reinekes noch recht gerupft und zerfleddert aus. Inzwischen haben sie sich so an den Menschen gewöhnt,  dass sie hier einfach zu fressen finden, und so ihr Fell hübsch glänzt und sie viel stattlicher wirken. Hast du schon einmal einen Fuchs bellen (youTube) gehört? In mancher Nacht, saß l einer dieser Exemplare mitten auf unserer Straße und machte einen Lärm, dass man kein Auge zu bekam.

In unserer Straße stehen alte und sehr alte Häuser und Villen. Dazwischen tummeln sich auch modernere Gebäude, auf Grundstücken, die von wunderschönen alten Zäunen umgrenzt sind. Hier wurde Geschichte geschrieben, Opern und Operetten. Hier lebten Menschen, die all ihr Hab und Gut gegen eine Fahrkarte in die “Freiheit” tauschen mussten. Jedes Grundstück hätte etwas zu erzählen. Schade, dass sie so stumm daliegen.
In unserer Straße gibt es tatsächlich noch die alten Gaslaternen. Berlin will sie eigentlich loswerden. Aber einige Bürger lehnen sich dagegen auf. Ich mag die alten Gußeisernen. Als Kinder haben wir manchmal ordentlich dagegen getreten, damit der Funken überspringt und die Laterne anging. Schade, dass sie aus dem Berliner Stadtbild verschwinden werden.
Emma  hat für den Januar so wunderbare Tell a Story Themen gestellt. Da mache ich gerne mit. Den Post über meine Stadt habe ich leider verpasst…

Der 12tel Blick vom November

Ein bisschen spät dran

Mein Blick vom November auf den Rüdesheimer Platz. Inzwischen ist es schon ganz schön kahl geworden. Sämtliche Blumen sind in ihre Winterquartiere umgezogen. Kaum noch jemand hat Lust auf dem Platz zu verweilen. Ist ja auch wirklich ungemütlich draußen.
Es wird früh dunkel. Immer wieder regnet es und die Bänke sind definitiv zu kalt zum sitzen. Aber doch kann man den schönen Himmel genießen. Wenn man will, findet man immer etwas positives
So leuchten am Abend die Fenster und Laternen, verbreiten doch eine heimelige Stimmung. Vielleicht wäre der Platz auch ein schöner Ort um mal einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten. 
Der Blick hat etwas novemberbluesiges. Es ist eben doch ein recht trister Monat. 

Tabea sammelt unsere Aussichten
Hoffentlich schaffe ich es, jetzt im Dezember, frühzeitig meine Bilder zu machen. In Gedanken habe ich schon einen neuen Blick, den ich außerordentlich interessant finde. Ob Tabea es die Linkparty weiterführt?

Das waren die Kreativ Tage in Berlin

Ein Messebesuch

Jetzt ist es schon wieder eine Weile her, dass ich auf den Kreativ- Tagen- Berlin war. Den Eintritt konnte ich mir sparen, denn die Karten habe ich bei Herrn U gewonnen. Sascha hatte dort auch einen Stand mit einigen wunderschönen Wollen. Meine beste Freundin war auch dort und konnte kaum die Finger von der YakSeide lassen. So hatte sie es mir jedenfalls erzählt.

Es gab reichlich zu gucken, nur hat es mir nicht ganz so gefallen. Irgendwie war zu wenig los. Was die Besucher anging, waren schon Einige da. Aber das Angebot war etwas dürftig. Es gab Stempel und Material, um reichlich zu basteln. Für Kartenmacher und Bilderbastler reichlich  Nachschub. Aber das Monstermädchen, mit der ich den Samstag eine zweite Runde über die Ausstellung drehte, war enttäuscht. Sie hatte mehr zu Malerei erwartet.

Einige Konditoren zeigten, mit welchen tollen Mitteln sie Torten zaubern, die keine Wünsche offen lassen. Sie haben auch Workshopsangeboten, allerdings nicht auf der Messe. Es gab einen Tortenwettbewerb.  Drei verschiedene Kategorien waren angeboten. Unter anderem auch eine für Kinder. Welche Torte am Ende gewonnen hat, kann ich nicht sagen.
Einige Stände  waren dort um Werbung zu machen, für ihre Workshops und ähnliches. Angesprungen hat mich keiner. Was mich fast geärgert hat war, die Stände an denen man irgendwelche Küchengeräte kaufen kann. Haben die etwas auf einer Kreativmesse zu suchen?

Was mich allerdings wieder einmal völlig fasziniert hat, waren die Patchworkarbeiten, die dort ausgestellt wurden. Noch immer traue ich mich nicht an solche Arbeiten. Dabei sehen die wirklich klasse aus.

Stoffe gab es auch wieder. Ich konnte nicht widerstehen. Einige Stöffchen sind dann doch in meinen “Macken-Beutel” gewandert. Außerdem habe ich mein Monstermädchen zu einem Taschennähmuster, inclusive Stoffe überredet. Zusammen mit dem Versprechen, mit ihr zusammen zu nähen.

Aber, um ehrlich zu sein, ich wüsste nicht, ob ich nächstes Jahr wieder hingehen würde. Ich würde mir mehr Input wünschen, Inspiration und schönere Stände. Bis auf Wenige, haben mich die Vorhandenen nicht überzeugt.
An manchen Tischen konnte man auch basteln und bekam auch Unterstützung. Ich glaube für einen kleinen Obolus, hatte man dann ein hübsches Mitbringsel gefertigt.

Die Tische waren auch gut besetzt. Und die Betreuer schienen mir auch motiviert. Vielleicht hätte ich mich doch auf ein wenig Gebastel einlassen sollen. Stattdessen habe ich mir die Modenschau angesehen, und mich etwas später daran erfreut wie eine Moderatorin Wundertüten an das Publikum verschenkte, wenn die eine Frage beantworten konnten. Diese Frau war ein echtes Highlight. 
Leider etwas unbefriedigt, habe ich die Halle verlassen. Vielleicht schaue ich mich in 3 Jahren noch einmal bei den Kreativ- Tagen- Berlin um.

Bunt ist die Welt, das Thema: Zahlen

Lotta, von Heute macht der Himmel Blau, gibt Themen für ihre Fotoaufgaben an jedem letzten Sonntag im Monat heraus. Diesen Sonntag war die Aufgabe “Zahlen”. Ach, was für eine einfache Aufgabe, dachte ich. Und habe es wieder nicht geschafft zum Sonntag meine Bilder zu zeigen. Im Moment ist bei mir irgendwie die Luft raus. Ich trödele so in den Tag hinein -auch mal sehr schön – und versuche mal mich Selbst zu finden. 
Der Kerl hat ja auch immer Spaß an Lottas Aufgaben. “Welches Thema steht an?” fragt er dann immer und ist voller Enthusiasmus dabei. “ich habe da eine Idee. Komm ich zeig dir ein paar Zahlen!” und zieht mich ins Auto. (Fahrrad oder zu Fuß gehen ist nicht seine Fortbewegung) “Guck mal da ist eine Zahl! … Und hast du das gesehen?” 

Aus dem Autofenster heraus zu fotografieren, ist auch eine Herausforderung. Extra “langsam” fährt der Kerl an verschiedenen Zahlen vorbei. Einige Male bleibt er auch stehen und ich mache meine Bilder draußen auf der Straße. Die Leute schauen manchmal etwas verwirrt, wenn ich aus dem Auto steige, drei Bilder mache und sie nicht einmal ergründen können, warum die “Olle” da die Kamera auf völlig nichtige Dinge richtet. 

Dafür waren wir auch nicht lange auf Foto-Safarie. Denn die Stadt strotzt nur so vor Zahlen. Wenn man mal mit offenen Augen durch die Stadt geht, staunt man nur, wo es vor Ziffern nur so wimmelt. Weißt du eigentlich, wie schwer es ist, ein Tacho während der Fahrt zu fotografieren? Nur, nicht mal ich bin gefahren!

Ich hätte gerne eine imposante Hausnummer abgelichtet. Aber ich habe tatsächlich nur “langweilige” gefunden. Es gibt aber bombastische Hausnummern, wo die Leute so stolz darauf sind, dass sie Menschengröße haben.

Uhren, gibt es bei uns auch eine Menge. Fast an jeder Kreuzung findest du Eine. Aber wenn man mal eine braucht, dann steht man zeitlos da. Ich trage  schon seit Jahren keine Uhr mehr. Und wenn, dann nicht weil ich nach der Zeit gucke, sondern als Schmuck. 

Die Berliner U-Bahn hat natürlich auch eine numerische Bezeichnung. Als Jugendliche haben wir sie allerdings nicht mit ihren Zahlen benannt, sonder sie die rote, gelbe oder blaue Linie genannt. (auf anderen Linien bin ich seltener gefahren. Und wie die Anderen, außerhalb meines Freundeskreis sie nannten, kann ich nicht sagen)

Und wo es natürlich noch Zahlen gibt, und das zu Hauf, sind Nummernschilder von Fahrzeugen. Wie sollte man sonst diese Masse an Mobilen auseinander halten. Manchmal wünsche ich mir auch Nummernschilder für Fahrräder. Aber wie lang müsste da ein Nummernschild werden. Gibt es doch sooo Viele.

Das war nun die Zahl, die mein Kerl mir unbedingt zeigen wollte, weil sie ihm gleich in den Sinn kam. Neben seinem Büro feiert ein Ladenbesitzer sein 35. Jahr. Schon toll ein Geschäft über so lange Zeit zu betreiben. Viele halten ja nicht mal mehr 3 Jahre durch. 

Wir hätten so viel mehr Zahlen fotografieren können. Preisschilder, Kilometeranzeigen für Fahrradtouren durch die Stadt und Außerhalb, die kleinen Plaketten an den Bäumen und, und, und. Ich denke, ich habe dir genug gezeigt. Mehr Zahlen findest du bestimmt auch noch bei Lotta.

Mit der Maus zum 12tel Blick unterwegs

Ich war heute an der neuen Stelle, von der Karminrot ihre 12tel Blick Bilder machen wird. Sie hat den Hund von ihren Eltern abgeholt und ist mit uns los marschiert. Ist ja nicht allzu weit weg von unserem Zuhause. Ich konnte es nicht lassen und bin am Fotopunkt auf einen Hügel geklettert.

Es war etwas eisig. Aber mit meinem Pullover war es auszuhalten. Als ich dann die Hälfte des Aufstieg geschafft habe, sah ich das Schild: Beklettern nicht gestattet. Ob das auch für mich gilt? Immerhin bin ich leicht genug, da können sich keine Steine lösen. Das gilt bestimmt den Kindern, die im Sommer hier unterwegs sind. 

Ich fühlte mich jedenfalls wie einer der größten Bergsteiger. Siehst du, wie der Schnee in den “Tälern” liegt? Ich habe auf den Hund gucken können. Der interessiert sich ohnehin nicht für mich. Guckt höchstens etwas doof. So, wie Hunde eben gucken, wenn sie etwas nicht verstehen. ✰

Pfaueninsel… mit der Stadtmaus

Du wolltest wissen, was ich hinter der Tür entdeckt habe?… Ich bin gegen eine Wand gerannt! Ich dachte, ich könnte mich verstecken, statt dessen haben diese Menschen eine Tür vor eine Mauer gehangen, die gar keinen Sinn hat. Einfach nur, damit es schön aussieht. Oder sie haben den Zugang zugemauert, damit meine Spezies keinen Eingang findet. Am unteren Ende der Mauer haben sie zum Spaß auch noch einen Holzbalken angebracht, damit die Tür einen Spalt breit offen bleibt und der Wind sie nicht zu schmeißen kann. Kannst du dir vorstellen, wie begeistert ich war!
Der ganze Weg umsonst! Und ungeschützt, war ich immer noch. So musste ich nach einem neuen Unterschlupf suchen. Ich drehte mich in alle Richtungen… Ahh! Da hinten in dem Wäldchen, kann ich mich erst einmal in Sicherheit bringen. Schaut auch gar nicht so weit aus.
Hinter dem Wäldchen fand ich eine Wiese. Eine hohe Wiese. Und da waren seltsame Steine, die im Wind schwankten. Steine? Wieso schwanken Steine? Nein, das waren Schafe. Dicke, wollige Schafe. Die werden mir auch nicht weiter helfen können. Ich glaube, ich habe die Orientierung verloren. Nur gut, dass ich auf einer Insel war. Da kann man sich ja gar nicht verlaufen. Da flitzt man zum Ufer und dann immer am Ufer lang…
Aber so weit muss ich es ja gar nicht kommen lassen, habe ich mir gedacht und bin auf einen abgesägte Baumstamm geklettert. Aus meiner Perspektive hat man nicht den großen Überblick. Und was soll ich dir sage, da gucke ich direkt auf die Schwanzfedern von einem Pfau.
Die langen Schwanzfedern hat der schon eingebüßt. Irgendwo habe ich gehört, dass sie eigentlich ihre Federn erst im September verlieren. Es war August, als ich auf der Insel war. Aber durch die Klimaveränderung, scheinen die Federwechsel inzwischen früher statt zu finden.
Und dann dreht sich der Kerl auch noch um! Ich wusste nicht, ob ich dem trauen konnte und machte, dass ich wegkomme. Aber ein hübscher Anblick, war der doch. 
Ich muss machen, dass ich von dieser Insel verschwinde. Hier gefällt es mir nicht. Ich brauche meine laute Stadt, wo ich an jeder Ecke, meine Nahrung finde. Und mit Menschenfüßen, die ich einschätzen kann. Hier habe ich nur Angst vor dem Greifvogel und dem Mader und der Katze und ….
-Verlinkt mit von olls a bissl