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Laufmaschen gehören zum Stricken dazu. Es muss dir ja nur eine Masche von der Nadel rutschen und sich nach unten davon machen… schwupps ist da eine Laufmasche. Im Grunde nicht schlimm, weil man sie ziemlich schnell wieder einfangen kann. Da kommt am besten ein Häkelhaken zum Einsatz. Masche für Masche kannst du sie retten.

Grüne Tasse Kaffee, Muffins und keine Laufmasche in Sicht

Laufmaschen waren bei mir auch schon immer ein Problem, wenn ich Perlonstrumpfhosen (heute heißen sie wohl Nylons?) angezogen habe. Immer wieder habe ich mir eine Laufmasche gezogen. Der Trick war, keine spitzen Nägel zu haben und ein Fläschchen Nagellack in der Handtasche zu haben. Ich vermeide die Strumpfhosen, soweit es geht. Einerseits, weil ich sie nicht gerne trage und anderer Seits, eben wegen den Laufmaschen.

Laufmaschen im Kopf

Die Laufmaschen, die mich aber am meisten quälen, sind die, die ich im Moment im Kopf habe. Wie die da hin gekommen sind, ist ganz einfach. Der Corona-Keim hat sich in meinem Kopf mit spitzen Nägeln an meinem Erinnerungsvermögen heran gemacht. Immer wieder vergesse ich Wörter oder ganze Sätze, die ich dir gerade erzählen wollte. Dann sitze ich vielleicht vor meinem Monitor und starre die Zeilen an, ohne zu wissen, was ich dir gerade schreiben wollte. In diesem Fall nicht schlimm. Ich kann ja den Laptop zu machen und nachher weiter schreiben. Schlimmer ist es, wenn ich dir gegenüber sitze und den Faden verliere. Sich meine Gedanken wie eine Laufmasche durch mein Hirn ziehen und ich Mühe habe sie aufzuhalten.

Manchmal kann ich das dann weglachen. Aber meistens gucke ich mein Gegenüber mit einem entschuldigenden Blick an, zucke mit den Schultern und sage: Corona! (Meine Schwester schaute mich diese Woche etwas irritiert an, konnte es nicht glauben. Aber ja, doch, so ist es… Der Satz war einfach in meinem Kopf verschwunden!)
Ich stehe tatsächlich nicht allein mit den Laufmaschen im Hirn da. Es gibt einige, die an dem Keim erkrankt waren, denen es genauso geht. Es ist nicht immer so. Inzwischen gewöhnt sich mein Hirn daran immer besser zu funktionieren. Ich denke das auch das Gedächtnis und die graue Masse trainiert werden kann.

Und sonst so?

Meine Woche verlief sehr gelassen. Weil mir mal wieder das Herz schwer und die Gedanken so wirr sind (schönen Dank auch an die Depressionen!), habe ich die Woche zu Hause verbracht. Möglichst nur Schönes machen, möglichst viel spazieren gehen und die Sonne (hahaha) genießen. Magda hat ein paar schöne Bilder von mir und meinem Spinel Love gemacht. Am Freitag habe ich mich mit den Freundinnen im Garten zum Stricken getroffen und bin in einem Aprilregen nach Hause geradelt. Ich habe jeden Tag ein leckeres Eis genossen und mit dem Kerl gemeinsam gekocht. Ich fühle mich tatsächlich besser und meine Laufmaschen konnte ich etwas retten. Ein Hörbuch habe ich rezensiert und einen Roman, den ich am liebsten nie beendet hätte. Was heute sein wird, das weiß ich noch nicht. Der Kerl wird es ausnutzen, das letzte Spiel der Hertha gemeinsam im Freien in seiner Lieblingskneipe gucken zu können. Die Hoffnung ist, dass es nicht regnen wird. Dann könnte ich wieder in den Wald gehen. Bäume-atmen!
Wie geht es dir, mit den Laufmaschen des Lebens? Ribbeln, Retten, Reparieren?

Zuerst verwirren sich die Worte, dann verwirren sich die Begriffe, und schließlich verwirren sich die Sachen

(chinesische Weisheit)

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