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Im Kokon { Das Monatsmotto November }

19.11.2020 | Monatsmotto

Einen solchen Post hatte ich mir zu dem Monatsmotto Kokon von Andrea der Zitronenfalterin eigentlich nicht vorgestellt. Aber nun passt das Thema wie die Faust auf das Auge. Ich bin gefangen in einem Kokon. Ich hatte dir ja schon am letzten Samstag von meiner Angst um ein positives Ergebnis berichtet. Nervös habe ich den ganzen Tag immer wieder auf mein Handy geguckt und auf eine erlösende Mail gewartet. Bis ich Abends ins Bett gekrabbelt bin, hatte ich keine Nachricht.

Am Sonntagmorgen dann klingelte mein Festnetz und eine nette Stimme erklärte mir, sie sei vom Labor. Ich sei positiv und habe nun nicht mehr die Wohnung zu verlassen. Was das heißt, war mir bis dahin überhaupt nicht klar. Ich war nur zufrieden endlich eine Diagnose zu haben. Nachdem wir das Gespräch beendet hatten, fielen mir immer mehr Dinge ein, die ich nun nicht mehr machen konnte. Ausgerechnet mir, die ich immer an die Luft muss, um zu entspannen. Nur mal eine Runde mit dem Rad um den See… Nichts ist, ich bin ausgeknockt!

Ich begann mich in meinen Kokon einzuspinnen

Im Grunde war es aber auch gar nicht so schlimm. Mir ging es ja nun auch nicht so gut, dass ich draußen herumstreifen könnte. Ich musste immer wieder krampfartig husten (in meinem Kopf vereinen sich drei fette Bernhardiner zu einem gewaltigen Kläffen, wenn ich ich husten muss) Außerdem war ich völlig geschafft, schlapp, meine Haut fühlte sich wie ein überdurchschnittlicher Sonnenbrand an. Fieber hatte ich keines, aber wohl war mir auf keinen Fall. Selbst meine Stricknadeln lockten mich nicht. Ich rollte mich auf meinem Sofa ein und starrte nur Löcher in die Luft. Zum Glück lieben der Kerl und ich die Kochsendungen auf den freien Kanälen, da konnte ich mich ein wenig ablenken.

Erst am Montag wurde uns bewusst, dass uns einige Lebensmittel fehlten, um 10 Tage in unserem Kokon zu leben. Aber auch dieses Problem wurde schnell gelöst, weil sich viele unserer Freunde und der Monsterjunge angeboten haben, uns zu versorgen. Ich mache mir nie einen Plan, was ich essen möchte. (ich hatte es mal versucht, aber das lief einfach nicht gut, weil ich dann doch wieder Appetit auf etwas anderes hatte.) Nun blieb uns aber nichts anderes übrig. Um den Sohn nicht allzu sehr zu stressen haben wir ihm eine Liste geschickt und ihn per Telefon, durch unseren Supermarkt geschleust.

Ich mach es mir gemütlich

Und dann begriffen wir, wie es ist, nicht mehr aus seinem Kokon heraus zu können. Ja, wir haben ein bisschen Platz in unserem Zuhause. Aber wir können uns nur bedingt ausweichen. Inzwischen bekomme ich auch wieder etwas mehr Lust zu stricken und auch das Lesen macht mir wieder mehr Freude. Die Abgeschlagenheit lässt nach und auch der Husten hat sich zu einem Keuchen reduziert. Es fühlt sich jedenfalls nicht so schön an, dass man es irgendjemandem empfehlen möchte. Zeitweise bleibt einem die Luft weg. Der Vergleich mit einer Grippe hinkt, es ist ganz anderes und doch genauso anstrengend.

Ich zeige dir jetzt mal meinen Kokon. Ich mache es mir auf meinem Sofa gemütlich. Die Kuscheldecke habe ich schon vor einiger Zeit gestrickt. Und sie spendet Trost. Die eine Freundin brachte mir noch am Samstag, bevor ich überhaupt etwas genaues wusste, eine wunderschöne Tasse, Tee und ein Blumensträußchen vorbei. Die andere beste Freundin versorgte mich ebenfalls mit einem Genesungstee, Berliner Honig und einem Kräuterblumenstrauß. Viele Freundinnen rufen an und bieten ihre Hilfe an. Die Nachbarn legen Leckereien vor die Tür…

Ich muckel mich also in meine Decke ein und lese in meinen Büchern. Schade ist nur, ich schmecke kaum, wie gut die Tees schmecken. Mein Strickzeug liegt auch gleich nebendran. Meine Gedanken schweifen aber immer wieder ab und am Ende surfe ich durch das Internet, sehe mir Stories bei Instagram an. Der Kerl ist aufmerksam und versucht mir immer wieder etwas Gutes zu tun. Am Abend kuscheln wir beide auf der Couch und füsseln. Wir sollen ja Abstand halten. Erstaunlich nur, wie schnell so ein Kokon-Tag vorüber geht.

Die Katzen lieben es

Die Katzen haben sich an den Zustand des ewigen zu-Hause-seins ziemlich schnell gewöhnt und genießen es zudem sehr. Wenn ich da so eingerollt in meine Decke „sitzliege“, ist ruckzuck eine von Beiden da, um mir den Bauch zu wärmen. Selbst heftigste Hustenattacken werden höchstens mit einen genervten Blick quittiert. So werden wir nun wohl die nächsten Tage aushalten müssen.

Um ehrlich zu sein, auf diesen Kokon hätte ich wahrlich verzichten können. Was mich etwas irritiert an dem ganzen Dilemma ist, dass sich das Gesundheitsamt nicht bei mir meldet. Die Versuche dort selber anzurufen enden in einem Besetztzeichen. So warte ich eben weiter, bis meine Beschwerden sich in Luft aufgelöst haben.

25 Kommentare

  1. Chrissi

    Ich hoffe, du erholst dich gut von diesem blöden Virus! Ohne Langzeitschäden.
    Alles Gute und Liebe für dich.

    Deine Kuscheldecke find ich immer noch so toll!

    LG Chrissi

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  2. Anette

    Ich hoffe, es geht dir inzwischen besser! Drücke die Daumen, dass du es bald wohbehalten überstanden hast.

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  3. Buchbahnhof

    Liebe Andrea,
    das hatte ich gar nicht mitbekommen. Ich wünsche dir weiterhin gute Besserung!
    Ich habe tatsächlich sachon vor einige Wochen eine Ration Lebensmittel und Katzenfutter für 2 Wochen angelegt, da ein Kollege plötzlich in Isolation musste, weil er Kontakt zu jemandem hatte, der positiv ist. Da ist mir klar geworden: Das kann ja nun irgendwie doch plötzlich passieren. Von daher habe ich ein bisschen gehamstert. Ich bin sonst nämlich auch so unterwegs, dass ich kaum Vorratshaltung mache.
    Ich drück dich feste
    Yvonne

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  4. Eva

    Liebe Andrea,
    ich wünsche dir von Herzen alles Gute und werde bald wieder gsund.
    Dass sich das Gesundheitsamt nicht bei dir meldet, nun den Fall kenne ich auch von einer Bekannten.
    Du bist leider alleine gelassen und auf dich selbst gestellt. Es ist gut, dass du Jemand hast, der Euch versorgt.
    Alles gut.
    Hatte dir eine Mail geschrieben, ist sie nicht angekommen?
    Liebe Grüße Eva

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    • Nora

      Hallo liebe Andrea ich habe es gerade erst mitbekommen, daß „es“ dich und deine Familie erwischt hat! Es tut mir Leid für euch, erholt euch schnell, aber läßt dem Körper Zeit, es zu verarbeiten. Gesundheit ist das wichtigste Gut! Also baldige Genesung!
      LG Nora

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  5. Pia

    Ach nee, Andrea Hausarrest gleicht einer Strafe und dann noch die lästigen Symptome, das wünscht man niemandem. Schau gut zu dir und trag Sorge , dass du die Attacke möglichst Schadfrei überstehst. Weist du dann wo du dir die Ansteckung geholt hast.
    Wünsche dir recht baldige Besserung.
    L G Pia

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  6. Kunzfrau

    Ich kann mir nicht annähernd vorstellen, wie es ist, wenn man von jetzt auf sofort nicht mehr raus darf. Auch ich hätte dieses Versorgungsproblem. Ich mache mir auch nie einen Plan.maximal für. Zwei Tage und mehr habe ich in der Tat nicht zu Hause.
    Gut, dass die Beschwerden offensichtlich abklingen. Mache nicht zuviel und ruhe dich aus!

    Gruß Marion

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  7. kleiner-staudengarten

    Ojeeee, liebe Andrea, ich wünsche dir weiterhin einen milden Verlauf und dass du bald weniger Beschwerden hast. Bei schnurrender Gesellschaft, einem guten Buch und klappernden Nadeln kannst du es die restlichen Tage in deinem Kokon hoffentlich entspannt und bald symptomfrei aushalten.
    Alles Gute für dich und lieben Gruß von Marita

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  8. Ein Garten in der Steiermark

    Oje, Du Arme. Ich wünsche Dir einen milden Verlauf und gute und baldige Besserung… Im Kokon – das finde ich ein schönes Bild… Es ist eine Zeit, die auch entschleunigt. Ich merke, dass es mir gut tut…

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  9. Sheepy

    Gute Besserung und hoffentlich bleibt ihr Symptomfrei, auch diese Tage werden vergehen. Vielleicht hilft das Novembergrau diese Zeit besser zu überstehen, denn nicht immer mag man da vor die Tür.
    Liebe Inselgrüße
    Kerstin

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  10. Nicole/Frau Frieda

    Liebe Andrea, ich bin ganz erschrocken. ES hat Dich also erwischt. Was für eine Sch….! Und Du schmeckst den Tee nicht mehr? Der Husten schüttelt Dich? Du arme Maus!! Gerade eben habe ich in einem Newsticker gelesen, was man mit dem Leugnern machen sollte… grrrrhh! Ich kann es gar nicht glauben – so eine Unvernunft. Liebe Andrea, ich wünsche Dich eine rasche und gute Besserung. Bleib‘ tapfer, meine Liebe. Ich drück‘ Dich aus der Ferne, aber von ganzem Herzen. Alles Liebe, Nicole

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  11. Karin Be

    Spontan – ein ganz dicker fetter Drücker von mir!
    Werde gesund und nimm Dir die Zeit dafür!! Ich sprach heute mit einem Kollegen, der frisch aus Corona-Krankenstand zurück kam und jetzt auch meine Sorge versteht: Eine Lungenentzündung braucht niemand und eine reicht!!
    Genieße deine Katzen!
    Genieße den Kokon, er hilft dir sicher zum gesund werden!
    Liebe Grüße,
    Karin

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  12. Hamburger Arroganz / Sabine

    Liebe Andrea,

    oh je! Gute Besserung! Schön, dass du so gut umsorgt wirst.

    Wir warten gerade auf das Ergebnis für den Gatten, das Montag kommen soll, und überlegen, was organisiert werden muss, wenn es tatsächlich positiv ist. Der Arzt meinte aber schon, es sei wahrscheinlich nur ein schwerer grippaler Infekt. Aber wie er nach Luft ringt, ist schon beängstigend.

    Ruh‘ dich gut aus und lass‘ dich verwöhnen.

    Alles Liebe und Gute wünscht Sabine

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  13. nic

    Liebe Andrea, ich drúcke die Daumen dass es bald vorbei ist und es Dir besser geht – sowas braucht kein Mensch. Bei uns steht morgen Abend der komplette Lockdown an weil die Zahlen nicht sinken. Gute Besserung und alles Liebe an Dich. nic

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  14. illy

    Hallo Andrea,
    vielleicht ist es ein kleiner Trost: hier gelten 14 Tage eingesperrt sein, ob Symptome oder nicht ist dabei völlig egal. Verkürzung in keinem Fall.
    Bald bist Du durch!!! Durchhalten!! (geht ja kaum anderes)
    Gute Besserung!
    Liebe Grüße
    illy

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  15. Ivonne

    Ach, ich dachte, du kommst drumherum 🙁
    Ich wünsche dir ganz schnelle und gute Besserung. Pass gut auf dich auf und lass dich verwöhnen.
    Liebe Grüße
    Ivonne

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  16. Bienenelfe Helga

    Liebe Andrea,

    Wunschdenken hat nichts gebracht. Wir sind machtlos gegen dieses Virus, so können wir Dir nur gute und baldige Genesung wünschen und daß Dein Liebster verschont bleibt. Da gefallen einem plötzlich die Lieblingsdinge nicht mehr, für die man sich oft viel mehr Zeit wünscht. Bleib tapfer, es geht vorbei, liebe Grüße für Dich von Helga und Kerstin

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  17. Mira

    Liebe Andrea, als du am Samstag davon erzähltest, dachte ich noch, du bleibst verschont. Einer meiner Freundinnen ging es so, dass sie samt ihrer Tochter in Quarantäne gehen musste, aber nie getestet wurde, keine Symptome zeigte und nach 14 Tagen (auch ohne Test) wieder arbeiten durfte. Irgendwie dachte ich, dass es bei dir ähnlich laufen könnte. Nun ist es leider anders gekommen und mir bleibt nur, dir gute Besserung zu wünschen und dass du bald wieder auf die Beine kommst und es den Kerl nicht auch noch erwischt.
    Alles Gute für euch.
    Lieb grüßt die Mira

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  18. Regula

    Schnell gute Besserung wünsche ich dir und dass du schnell wieder raus gehen darfst. Wird eigentlich eine Liste geführt und nach so und so vielen Tag kriegst du ein erlösendes SMS?

    Liebe Grüsse von Regula

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    • Andrea Karminrot

      Man bleibt 10 Tage isoliert. Wenn man ohne Symptome ist, kann man wieder unterwegs sein. Mit Symptome bleibt man in der Isolation bis man 2 Tage Symptomfrei war

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      • Nora

        Hallo liebe Andrea ich habe es gerade erst mitbekommen, daß “es” dich und deine Familie erwischt hat! Es tut mir Leid für euch, erholt euch schnell, aber läßt dem Körper Zeit, es zu verarbeiten. Gesundheit ist das wichtigste Gut! Also baldige Genesung!
        LG Nora

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  19. Andrea/ die Zitronenfalterin

    Ohoh, liebe Andrea, du musst mich da falsch verstanden haben. DIESE Art, sich in den Kokon einzuhüllen, hatte ich doch gar nicht gemeint! Das Virus sollte doch draußen bleiben…
    Ich hoffe, du bist mittlerweile mit Lebensmitteln, Lektüre, Vernadelbarem etc. gut versorgt.
    Nun bleibt Dir wirklich nichts anderes übrig, als im Kokon vor dich hin zu träumen und ganz rasch wieder zu genesen!
    Ich war nach meiner OP im vorletzten Winter froh, noch ein altes Laufband von der längst ausgezogenen Tochter im Haus zu haben. Wenigstens drinnen laufen…
    Ganz herzliche Grüße und werde rasch wieder gesund. Hoffentlich bleibt der Rest der Familie verschont.
    Andrea

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  20. Ulrike

    Ja, das elende Virus kommt immer näher. Du wirst es meistern, und wenn man krank ist, ist einem eh nicht nach großen Aktivitäten. Ruhe Dich aus, lass Dich verwöhnen und gehe erst zur Arbeit, wenn Du Dich wieder richtig wohl fühlst. Mehr kannst Du ohnehin nicht tun. Bis jetzt sind wir hier in der „Wildnis“ zwar nicht verschont geblieben, aber es ist noch überschaubar. Nur, sicher sein kann man sich nie.
    Ich wünsche Dir weiterhin gut Besserung, und dass Du nach der Krise wieder mit frischem Elan durchstarten kannst.
    Liebe Grüße Ulrike

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  21. Lusyl

    Hat es dich also erwischt…das ist so etwas das man sich gar nicht vorstellen mag. Und trotzdem kann es täglich passieren. Ich denke, das Leben im Kokon ist zwar eingeengt, aber wenn die Krankheit als solche auszuhalten ist, geht es immer noch.. ich wünsch dir gute Besserung.

    LG

    Sylvia

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    • nina. aka wippsteerts

      Ach Mist. Sorry, ich nenne das einfach beim Namen und das braucht doch keiner, zumal Du es Dir ja im Beruf zugezogen hast, wenn Du anderen hilfst! Ganz viele Gemesungswünsche, dass Du da gut durch kommst, Deinem Körper und Geist viel Stärke. Möge der Kokon Dich schützen und Gutes hervorbringen (zB wieder zeichnen?)
      Alles Gute und Liebe
      Nina

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