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Netter Umgang {Samstagsplausch 42/20}

17.10.2020 | Samstagsplausch

Ein netter Umgang

Im Grunde haben wir es alle mal gelernt, dass man einen netten Umgang miteinander pflegen sollte. Ich muss nur immer wieder staunen, dass es immer weniger Menschen gibt, denen ein netter Umgang wichtig zu sein scheint. Nicht immer kann man es damit erklären, dass diese Menschen unter Druck stehen. Erst gestern ist es mir so ergangen. Nachdem ich einen langen chaotischen Dienst hatte und noch huschhusch beim Supermarkt vorbei gefahren bin, eine Frau mich dermaßen auf die Palme gebracht hat.

Ich stand der Verkäuferin im Weg und musste ihr und ihrem Lastengefährt mit neuen Waren ausweichen. Also schob ich mich an den Rand und eine Frau, die mir entgegen kam und einen besseren Blick auf die Verkäuferin hatte, pöbelte mich an, weil ich ihr meinen Wagen ziemlich dicht aufschob. Sie hatte allerdings reichlich Platz nach hinten. „Das ist ja wohl eine blöde Idee!“ fauchte sie mich an. Ja, hätte mich in Luft auflösen sollen?! Ein freundliches Achtung, sie fahren mir gleich über die Füße oder so, wäre ein netter Umgang gewesen. Aber dann sah ich auch schon, wo der Hase im Pfeffer begraben lag. Sie war in Panik, dass sie nicht genug Klopapier und Küchentücher bekommen könnte.

Die Regale in den Supermärkten sind schon wieder verdächtig leer. Die Freundin schickte einige Bilder in die Freundinnengruppe, auf denen man genau sehen konnte, wie leer schon wieder einige Regale sind. Wir steuern wohl mal wieder auf einen Weltuntergang zu. Ja, in Berlin sind die Zahlen der Coronapatienten am steigen, aber deshalb muss man doch nicht gleich wieder alle Kinderstuben über den Jordan schmeißen!

Es gibt aber auch Schönes

Diese Woche hatte ich ein tolles Strickbuch vorgestellt. Eines, das mir direkt auf den Leib geschrieben ist. Ich kann nur noch einmal schwärmen. Dann haben meine Freundinnen und ich ein Stricktreffen gehabt. Es ist immer wieder höchst entspannend mit den beiden Damen zusammen zu stricken. Einfach nur stricken, Kaffee trinken und vielleicht ein kleines Stückchen Kuchen dazu. Passt!
Dabei habe ich an meinem Stephen West Schal weiter gestrickt. Reihe um Reihe, habe ich mich vorwärts gearbeitet. Um dann einen Tag später fest zu stellen, dass mir die Kombination nicht gefällt. Bei der Wollnerin habe ich mir dann ein neues Knäuel besorgt, drei Reihen damit gestrickt und wieder geribbelt. Am Ende hatte ich noch ein Knäuel in klassischem Natur. Das bringt es jetzt. So gefällt’s…

Meine Weihnachtsgeschenke für meine Strickfreundinnen sind auch am werden. Langsam ernährt sich das Eichhörnchen, hat mein Opa immer schon gesagt. Aber so wird es auch, wie ich es mir vorstelle. Und Weihnachten ist zum Glück ja noch ein bisschen hin.
Außerdem habe ich mir eine schicke neue Tasche genäht. Jetzt fehlt nur noch ein Trageriemen. Dann kann ich dir die Tasche auch zeigen. Sie hat ein prima Feature. Ich bin jedenfalls im Moment noch recht stolz auf das neue Täschchen. Eigentlich war sie nur eine Probetasche. Nun wird sie aber ihren Zweck erfüllen.

Wochenende

Ich hatte die Woche über mein Wochenende. Ich muss jetzt wieder arbeiten, während der Kerl sich ausruhen kann. Aber dann, wenn ich am Nachmittag wieder zu Hause bin, dann verziehe ich mich auf mein Sofa und werde die Nase in meine Bücher stecken. Ich will diesen Monat ja noch einiges lesen. Zwei der Bücher sind etwas schmaler, aber voller Emotionen. Ich brauche wohl noch einen großen Eisbecher und Taschentücher.

Man kann ohne Liebe Holz hacken, Ziegel formen, Eisen schmieden. Aber man kann nicht ohne Liebe mit Menschen umgehen.

(Leo Tolstoi)

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21 Kommentare

  1. Ingrid Mörke

    Ja, frau wundert sich über manche Mitmenschen…Verständnis habe ich auch nicht immer…da muss ich doch gleich mal im Keller nachschauen, ob wir noch genug Klopapier haben*zwinker
    Du warst ja unglaublich fleißig in der vergangenen Woche! meine Hochachtung, ich dachte schon, ich wäre sehr aktiv gewesen…+lach

    liebe Grüße
    Augusta

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  2. nealich

    Liebe Andrea, es sind wirklich ver-rückte Zeiten, im Wortsinn. Und irgendwie lernen wir nicht draus, schade eigentlich…
    Hab einen angenehmen Dienst und später viel Zeit und Ruhe zum Kraft schöpfen, liebe Grüße an Dich
    Katrin

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  3. Andrea/ die Zitronenfalterin

    Eigentlich hätten ja alle aus dem Erlebten lernen können, und sich sinnvolle Vorräte über den Sommer anlegen. Stattdessen rasen alle wieder im selben Moment los, um Toilettenpapier aus den Regalen zu reißen….
    Nein, wenn es um die letzte Packung im Regal geht, hört die Kinderstube auf. War aber auch schon vor Corona so.
    Auf deine Strickwerke bin ich schon sehr gespannt. Deine Muster und Farben finde ich immer so schön. Du kannst ja von Glück sagen, dass das Aufribbeln so schnell geht und beim Neuanfang nicht mehr sichtbar. Beim Nähen ist das anders.
    Liebe Grüße
    Andrea

    Antworten
  4. Ursula

    Oh ja die gute Kinderstube – ok blödes Wort hatte wohl nicht jeder -.
    Ein paar Nettigkeiten schaden doch nicht. Im Gegenteil. Das mit den Regalen ist uns heute auch aufgefallen. Kopfschüttel.
    Allerdings das geb ich zu hab ich in manchen Dingen mir einen Vorrat angelegt für den Rest des Jahres, weil ich absolut sehr sehr ungern während der Weihnachtszeit einkaufen gehe. Also reiner Selbstschutz. Aber das sind jetzt nicht Massen.
    Ansonsten widme ich mich derzeit lieber schönen Dingen. Wohnung verschönern, Nähen, spazieren gehen etc.
    Schönes Wochenende.
    LG
    Ursula

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  5. Mira

    Liebe Andrea, ich hoffe, du hast deinen Dienst bald hinter dir und kannst dann das Wochenende, den Feieraben auf der Kuschelcouch mit deinen Büchern genießen.
    Gerade vorhin im Bad dachte ich, dass mein Toi-Papier diesmal wohl nicht lange reicht, weil es so dünn ist, dass ich viel mehr davon nehmen muss als sonst. Jetzt lese ich hier, dass schon wieder gehamstert wird. Was für ein Unsinn. Sind die Massen in diesem Land wirklich sooo d… unaufgeklärt? Glaube alle nur noch, was in den Medien verbreitet wird, unüberlegt, unreflektiert, egal aus welcher Quelle, Hauptsache sie müssen nicht selber denken?
    Ich glaube, diese Aggression untereinander ist teilweise auch diesen seltsamen Zeiten geschuldet. Von den Parolen aus dem Frühjahr zu Gemeinsamkeit und Fürsorge mit Abstand ist anscheinend nur der Abstand geblieben. Möglichst weit von anderen weg, jeder für sich und das keineswegs nur im physischen Sinn, sondern vor allem im mentalen.
    Eine erschreckende Entwicklung.
    Die Liebe im Umgang miteinander, von der Tolstoi spricht, die ist irgendwo zwischen Toilettenpapier und Mundschutz verloren gegangen.
    Wie gut, dass wir solche Treffen wie deinen Samstagsplausch noch haben und wenigstens virtuell Wärme und Menschlichkeit austauschen können.
    Liebe Grüße
    von Mira

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  6. Kunzfrau

    Oh ja, es wird wieder gehamstert. Ich war gerade mit meinen Oldies einkaufen und es gab keinen Zukcer!
    Und das mit dem freundlichen Umgang ist in der Tat so ein Sache. Insbesondere beim Einkaufen. Heute früh allerdings nicht unter den Kunden, sondern eine extrem unfreundliche Bediendung an der Käsetheke! Auf solche Personen reagiere ich mit ganz besonderer Freundlichkeit!

    Gruß Marion

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  7. Astridka

    Hab heute auch ein bedenkenswertes Zitat zu Liebe & Hass…. Ich kann mich ja gar nicht beschweren, denn wenn ich einmal pro Woche, wenn überhaupt, unterwegs bin, sind die Begegnungen der dritten Art äußerst minimiert. Selbst auf meinem Blog hat es sich beruhigt ( und bleibt hoffentlich so). Ich muss ja als Alleinunternehmerin & -unterhalterin guter Dinge bleiben, denn von mir hängt ja hier bei uns alles ab.
    Wie stand es heute so schön bei uns in der Zeitung: „Ich fokussiere mic h in der Corona-Zeit auf mein persönliches kleines Beziehungscluster, um dort das Maximum an Liebe und Vertrauen herauszuholen.“ So ist es. Und was für dich das Stricken, ist gerade wieder das Nähen. Das kann ich eh am besten alleine.
    Ich denk oft an dich ( hab gestern ein langes Interview mit einer deiner Berliner Kolleginnen gelesen ) und hoffe, dass du gesund & „munter“ bleibst.
    Alles Liebe!
    Astrid

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  8. nic

    Wie recht er hat, der Tolstoi. Das sehen wir táglich in der Arbeit. Ein schónes Wochenende in Búcherseiten wúnsche ich Dir, liebe Andrea
    GLG nic

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  9. Nicole von Hexen und Prinzessinnen

    Hallo Andrea,
    ich hab schon gehört, dass die Leute wieder auf das Clopapier stürmen. Seit letzten Samstag war ich nicht mehr großartig einkaufen, muss heute aber direkt gucken, wie es bei uns aussieht. Das gibts doch nicht, dass niemand was gelernt hat. Unglaublich.

    Ich wünsche dir trotz Arbeit, ein schönes Wochenende.
    LG Nicole

    Antworten
  10. Heike

    Was das Einkaufen betrifft, traf mich vorgestern schier der Schlag.
    In einer als bisher als seriös geltenden Nachrichtensendung wurden abends Bilder von leeren Regalen und sich streitenden Kunden gezeigt.
    Mein Mann und ich schauten uns sprachlos an und fragten uns beide, ob diese Panikmache nötig sei.
    Hier lief bis dahin alles normal.
    Ich meinte sogar, diese Bilder bereits im Frühjahr gesehen zu haben.
    So langsam werden wohl viele balla balla.
    Halte die Ohren steif!
    Liebe Grüße von
    Heike

    Antworten
  11. Gabi

    Moin Andrea,
    hmmm…ich denke wir sind im Moment alle in irgendeiner Form *angefasst*. Es ist eine extreme Situation und mittlerweile scheint auch der Hinterletzte kapiert zu haben, dass wir MIT dem Virus leben müssen und da reagiert wohl Jeder etwas anderes…die Einen maulen, die Anderen sind rücksichtsvoll, Andere glauben *Alles* und scheinen ihren gesunden Menschenverstand im Klopapierregal verloren zu haben und wieder Andere wollen einfach nur gut durch diese Zeit kommen.
    Menschen…menschlich….
    Ich wünsche dir einen ruhigen Dienst gehabt zu haben und genieß Sofa, Strickerei und deine Bücher.
    Fühl dich fest umärmelt
    Gabi

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  12. nina. aka wippsteerts.

    Ja, unwirscher Umgang statt mehr miteinander ist mir auch schon aufgefallen, nicht nur mir. Dabei haben wir doch gemerkt, dass es im Frühjahr einfacher ging, mit freundlichem und solidarisches Umgang. Tja, Klopapier verdirbt nicht und gibt Sicherheit, das brauchen wohl die Deutschen. Ich hab gehört, die Franzosen bunkern lieber Wein und Käse. Definitiv die bessere Wahl! ☺
    Nicht so anstrengende Arbeit und trotzdem ein schönes Wochenende, mit schönen Stunden beim Lesen.
    Liebe Grüße
    Nina

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  13. Regula

    OH, Tolstoi hat nicht recht. Man soll alles mit Liebe tun. 🙂 Und sofort wird die schlimmste Arbeit viel leichter. Drei Dinge fürs 21. Jahrhundert: UNO-Gewaltverbot, Menschheitsfamilie und Achtsamkeit. Liebe Grüsse zu dir. Regula

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  14. eva

    Guten Morgen Andrea,
    nun ich habe auf diversen Blogs schon gelesen, dass diese Menschen auch fauchen, wenn man ihnen zu nahe komm.

    Man hört es immer wieder, dass die Leute so unfreundlich sind, ich kanns nicht sagen, aber mit sovielen komme ich ja auch, außer beim Einkaufen nicht zusammen.
    Jaa, ich habe es gehört, die Leuten kaufen wieder wie verrückt. Gut, dass ich jetzt eine so großen Vorrat an Lebensmitteln habe. Also 6 Wochen kann ich mich nun über Wasser halten. :-)) Tja, die Leute „scheissen“ sich ja vor Angst in die Hosen, also braucht man Clopapier. Ich habe eine Bekannte im Saarland und die berichtete von den Franzosen, die ausflippen.
    Ich mußte leicht grinsen, dass das Beherbergungsverbot und auch die Sperrfrist in Berlin gekippt wurde, wie das Gericht fand, dass die Zahlen vom Kochstudio das so nicht hergeben. Was sagen diese Zahlen denn schon aus, nichts. Aber lassen wir das, es gibt nun mal Menschen, die vor Angst in die Hosen scheissen, dazu brauchen sie halt Clopapier.
    Entschuldige das Wort sch….., aber anders kann ich es nicht mehr sagen.

    Deine Stulpen sind sehr schön, aber ich kann das nicht brauchen, genausowenig wie Pulswärmer. Ich trage meine Lederhandschhe und gut ist.

    Was ich alles machen möchte, ist unbeschreiblich aber solange das Wetter so ist, sitze ich auf dem Rad, jeder so wie er möchte.

    Dankeschön, dass du deinen Samstagsplausch immer so pünktlich startest und ein schönes Wochenende.
    LIebe Grüße Eva

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