Seite wählen

Viel zu viel

Im Moment ist mir alles zu viel. Viel zu viel… Ich habe eine Menge Schichten diese Woche geschoben, hatte Patienten zu versorgen, die 100% forderten. Hatte nach den Diensten keine Lust mehr auf irgendwas. Der Kerl musste mit Engelszungen reden, damit ich mit ihm zum “Strand” fahre. Was sich dann als Entspannung pur herausstellte. Es fällt mir gerade wieder besonders schwer (überhaupt) ein paar Seiten zu lesen, ein paar Reihen zu stricken oder mich mit Freundinnen zu treffen. Es ist mir einfach alles zu viel. Ich brauche endlich Urlaub.

Mehr Ruhe und Privatsphäre bitte

Zum Glück haben wir eine wunderschöne Terrasse, auf der wir Abends gemütlich sitzen können, einen Wein trinken und ein bisschen vom Tag erzählen. Wenn da nicht der Nachbars-Sohn wäre. Unser Mehrfamilienhaus ist so konstruiert, dass man den Nachbarn gar nicht sieht. Die Balkone und Terrassen sind so ausgerichtet, dass man das Gefühl hat, in einem kleinen Häuschen zu wohnen. Es gibt einen Garten, den die Hausgemeinschaft gerne auch mal als Treffpunkt wählt, um einen netten Grillnachmittag zu veranstalten.

Aber dieser junge Mann, greift in meine Privatsphäre ein, indem er seine Hängematte sozusagen direkt vor unserer Terrasse aufgehangen hat. Dort verbringt er einen Großteil seiner Zeit, denn er scheint keine Aufgaben zu haben. Nicht dass  diese Familie schon eine der größten Terrassen im Haus hat! So lungert der erwachsen Mann fast den ganzen Tag in seiner Hängematte herum. Inzwischen hat er sich einen Stromanschluß für seinen Rechner verlegt, stellt zusätzlich noch einen Tisch auf… Mir ist das wirklich inzwischen zu viel. Ich will meinen Feierabend genießen und fühle mich beobachtet. Ich muss unbedingt mit der Mutter reden! Ich habe mit der Mutter geredet und sie will es an ihn weitergeben.

Immer wieder in Wolle

Zu viel war mir es aber nicht, als ich diese Woche in einem Wolleladen in Friedrichshain war. Wollen Berlin, führt eine Menge toller Wollen, von denen man sich verführen lassen kann. Ich hatte aber einen besonderen Plan und konnte mich zusammenreißen. Nur Karminchen war nicht zu halten und verschwand mit ihrer Cousine Rubi, zwischen den Wollknäulen. Zum Glück, habe ich sie nicht aus den Augen verloren. Mit einem Beutel voller schöner Wolle verließ ich den Verführerladen dann auch so schnell wie möglich. Mir macht das Einkaufen mit Maske immer noch keinen Spaß!

Einen Tag vorher habe ich mich auf den Kreuzberg geschleppt, weil die Bilder für den 12tel Blick noch nicht im Kasten waren. Der “Hügel” hat ja nur 85 Meter, aber die können einen schon ganz schön ins Schwitzen bringen. Danach musste ich die Eltern besuchen. Die haben immer ein Eis im Gefrierer. Genau das, was ich nach einem solchen Tag brauche. Den 12tel Blick habe ich immer noch nicht fertig geschrieben. Ich hoffe, dass mir heute die richtigen Worte einfallen.

Gestern hatte ich meinen freien Tag! Ich habe bis halb acht geschlafen, saß lange auf der Terrasse und grübelte über das Gespräch mit der Mutter (s.o.) nach. Nahm mir ein Herz und klingelte unten… Ich hoffe es läuft. Eine kurze Stippvisite bei meiner Wollnerin und eine nette Idee meines Kerls, zu unserem Lieblings- Thailänder zu fahren. Abends dann noch ein Treffen mit Freunden in einem Weinladen. Alle Aktivitäten der Woche, auf einen Tag geworfen. Aber richtig schön!

Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen

(Lucius Annaeus Seneca)

You are invited to the Inlinkz link party!

Click here to enter


2+