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Ein bunter Strauß vom Kerl, Freitagsblumen

05.05.2017 | Blumenfreitag, LinkParty, Stadtgeschichten

Es wurde aber auch mal wieder Zeit

Da kam er diese Woche mit einem Arm voller Sonnenschein nach Hause. Und weil ich gar nicht zu Hause war, hat er sie gleich in eine gläserne Vase gestellt. Als ich dann nach Hause kam, hatte ich gleich etwas, dass mich aufgemuntert hat. Leuchtende Gerbera (schon wieder) und kleine Margeriten. Sind die nicht niedlich…
Am Morgen, saß ich dann mit meinem Kaffee an unserem Eßtisch. Wenn ich Glück habe, dann erlebe ich es, dass die Sonne durch die Wolken und Bäume kraucht. Dann scheint sie auf den Tisch und lässt alles förmlich erleuchten. Wenn man da keine gute Laune bekommt! Da kann der Tag beginnen.

Berliner Stadtgeschichten

Gestern habe ich mich mit Marion in der Berliner Mitte getroffen. Ich wollte eigentlich mit dem Fahrrad fahren, aber der Regen hat sich so in den Vordergrund gedrängt, dass es doch besser war mit der S-Bahn in die City zu reisen. So groß wie Berlin auch ist, so schnell ist man mit den Öffentlichen unterwegs. Und man erlebt so Einiges. Ich saß mit meiner Strickarbeit auf einer leeren Bank. Die Bahn war ohnehin fast leer und erstaunlich still. Bis ein junger Mann einstieg, der über Kopfhörer telefonierte. Anscheinend gab er seinem Telefonpartner Waschtipps. „Nee, du musst den Weichspüler in das mittlere Fach geben… Was? Nein, da kommt das Waschmittel rein. … Welche Wäsche willste denn waschen… ähh, musste das nicht mit der Hand waschen? …Ach, ditt wusste ick och noch nich!“ Warum müssen die Leute nur immer so laut telefonieren, dasa alle mithören können. Ich habe mich wieder auf mein Gestricksel konzentriert. 
An der nächsten Haltestelle, stieg eine alte Dame ein und setzte sich direkt neben mich. Sie schaute meinem Nadelgeklapper eine Weile zu. „Ditt iss een schickes Muster! Früher habe ick och imma ne Menge jestrickt. Och mit Nadelspiel. Aber so schick war meene Wolle nich! Kricht man die übaall?“ Ich erklärte ihr, dass  inzwischen eine Menge toller Wollläden in der Stadt wie Pilze aus dem Boden schießen. Und wenn sie eh gerade nach Mitte fährt, könnte ich ihr Einige empfehlen. „Nee, lassen se ma. Ick kann keen Nadelspiel mehr halten!“ Sie streckte mir ihre Hände hin. Krumme Finger, die nach Schmerzen aussahen. Ich konnte sie wirklich verstehen. Das wäre für mich der Horror. Sie erzählte mir noch ein wenig aus ihrem ehemaligen Strickerleben. Dann musste sie aussteigen.

Am Bahnhof Schönhauser Allee musste ich aussteigen. Die Haltestelle liegt direkt an den Schönhauser Arkaden. Eine Mall, mit reichlich Geschäften. An den Bahnhofsausgängen sitzen einige Männer verschiedenen Alters. Sie haben es sich dort wahrlich bequem gemacht. Decken und Kissen lagen auf dem Boden und die Männer saßen, tranken ihr Bier und rauchten (was auch immer). Eine Frau mit Kinderwagen wollte auf den Bahnsteig, aber am Fahrstuhl standen schon so Viele an. Zwei Männer sprangen auf und fragten höflich, ob sie ihr helfen könnten. Da war ich nun doch erstaunt…
Ich musste dann noch einmal eine Station mit der (Hoch)- U-Bahn fahren. Also schnell die Treppen rauf. Die meisten Leute liefen mit gesenktem Kopf durch die Gegend. Kein Wunder, es regnet immer noch. Eine ältere Dame vor mir, mit Rolllator, schiebt sich über die Straße. Sie geht mit hocherhobenen Kopf und nickt immer wieder freundlich den Entgegenkommenden zu. Ganz so, als würde sie jeden kennen. Manchmal,  kommt mit das Queren einer Straße in Berlin einem Halmaspiel gleich vor. Alle Steine müssen auf die andere Seite. Anfangs, sieht es noch sortiert aus, am Ende auch. Aber dazwischen, dass absolute Chaos und doch tritt man sich nicht gegenseitig auf die Füße. So auch mit der Rolllatorfrau, obwohl für sie eigentlich gar kein Platz war, kam sie ohne Schwierigkeiten auf der gegenüberliegenden Seite an. 

Ich traf dann Marion und wir mussten uns noch ein wenig auf der Schönhauser herum treiben. Der Laden, den wir besuchen wollten, war noch nicht auf. Wir scharwenzelten über den Bürgersteig. Zwei junge Frauen standen einem alten Pärchen gegenüber. Marion und ich wollten an den Vieren vorbei gehen, als die alte Frau rief: „Halt…Halt…Ich kann nicht helfen. Aber sie kennen sich doch hier aus. Wissen sie, wo die Milastraße ist? Die muss hier irgendwo sein, das weiß ich ganz genau!“ Marion und ich schüttelten die Köpfe. „Nee, keine Ahnung, wo die ist“ Wir wunderten uns nur, dass die jungen Leute sich nicht mit ihren Handys geholfen haben und stattdessen, die beiden Alten gefragt haben.

Ich gehe gerne mit offenen Augen durch unsere Stadt. Ich mag es zu sehen, dass die Berliner doch sehr hilfsbereit sind. Sie haben ein loses Mundwerk und gucken manchmal auch etwas grimmig, aber sie helfen immer gerne. Ich liebe diese Stadt. 

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17 Kommentare

  1. swig

    Danke für den Berlinspaziergang – dieses Jahr habe ich noch keinen gemacht 😉
    Liebe Grüße und eine gute Woche!

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  2. jahreszeitenbriefe

    Nun wollte ich nur noch ein PS zu meinem Kommentar gestern abend dalassen und finde den Kommentar gar nicht mehr, bin irritiert, denn in meinem Posteingang ist er drin…, seltsam, bin verwirrt… Habe eben deine süßen Stadtgeschichten noch mal richtig gelesen. So schöne Beobachtungen und Gespräche. Liebe Grüße

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    • jahreszeitenbriefe

      haha, bin ich doch im falschen Post…, den hab ich einfach mal zum Samstagsplausch gerechnet ;-). Sag ich doch, ich bin verwirrt… Der viele Input am Wochenende hat Folgen 😉 LG Gh

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  3. Judika

    Ich liebe Deine Stadtgeschichten. Wer weiß vielleicht triffst Du ja auch Mal auf meinen Sohn…
    herzlich Margot

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  4. Mein Elfenrosengarten

    Schön deine Berliner Stadtgeschichten, liebe Andrea!
    Und der Strauß vom Kerl sowieso 🙂
    Ganz viele liebe Grüße
    von der Urte

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  5. Holunderbluetchen®

    Ich mag Berlin auch gerne, liebe Andrea, genau wie deine Blümchen und deine Geschichten 🙂 Ganz herzliche Grüsse und ein schönes Wochenende, helga

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  6. Nicole/Frau Frieda

    Was für ein herrlicher Strauß, Andrea! Dein Kerl hat Geschmack!! Beim Lesen Deiner Stadtgeschichtenn musste ich mehrmals schmunzeln.. es ist immer eine Freude Deine Anekdoten zu lesen. Bei der Schilderung der alten müden Hände musste ich schlucken, so bildlich habe ich sie mir vorgestellt. Meine Mutter kann leider auch nicht mehr handarbeiten. Sie erinnert sich nicht mehr daran wie es geht, doch hat sie immer einen Knäuel Wolle und Nadeln in der Hand. Es zerreißt mir manchmal das Herz. Ich wünsche Dir ein feines Wochenende. Herzlichst, Nicole

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  7. Buntes Bastelschaf

    Liebe Andrea, dein "Arm voller Sonnenschein" versprüht gute Laune und Fröhlichkeit bis hierher. Glückwunsch, dass die Sonnenstrahlen bis auf deinen Frühstückstisch vorgedrungen sind. Ich weiß gar nicht, wann das bei mir das letzte Mal war. Grau und trüb ist es hier, am Morgen war sogar dichter Nebel. Hab ein schönes Wochenende. Liebe Grüße! Birgit

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  8. siebenVORsieben

    Immer wieder interessant, was du so erlebst.
    Und dabei haben die Berliner ja nicht das beste Image, was Freundlichkeit anbelangt.
    Geschenkte Blumen sind doch gleich doppelt, nett stimmt's?
    Liebe Grüße
    Jutta

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  9. Holunder

    Die Gerberafarben machen wirklich gleich gute Laune! Über die Stadtgeschichten musste ich schmunzeln, wie schön, dass noch soviel miteinander gesprochen wird. So ganz von Mensch zu Mensch… Nur das laute Telefonieren finde ich auch immer ätzend.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  10. kleine blaue Welt

    Liebe Andrea,
    ein wirklich sonniger Blumenstrauß!
    Es nervt ungemein,wenn Leute ungehemmt laut telefonieren und man gezwungenermaßen zuhören muss….
    Schön,daß es noch viele hilfsbereite Menschen gibt!
    Ganz liebe Freitagsgrüße von
    Kristin

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  11. Astrid Ka

    Eine schöne Berliner Straßengeschichte!
    Bon week-end!
    Astrid

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  12. Quiltingwonni

    So ein schöner Strauß! Genau meine Farben!
    Liebe Grüße
    Yvonne

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  13. Frau Jule

    oh, was für schöne geschichten. dafür mag ich es auch so sehr in einer großen stadt zu leben. da passiert sowas öfter. auch wenn das ganze stadtgetöse manchmal etwas anstrengend ist. danke fürs teilen deiner liebevollen beobachtungen!
    liebe grüße,
    jule*

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  14. fim.works Lifestyleblog

    In meiner kleinen Stadt gibt es nicht so viel zu sehen und zu hören wie bei dir, aber dafür kenne ich hier ziemlich viele Leute. Und wenn ich sie nicht kenne, dann kennen sie meine Ma und lassen grüßen (von wem auch immer). Ich finde es erschreckend, dass wir uns heutzutage darüber erfreut wundern, wenn jemand hilfsbereit und freundlich ist. Das sollte doch eine Selbstverständlichkeit sein …

    Bei mir hat das mit löschen und neu folgen leider nicht geklappt, ich muss weiter suchen ;-(

    Ein schöner Strauß ist das vom Kerl!

    Liebe Grüße … Frauke

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  15. Kunzfrau

    Na da hast du ja noch einiges erlebt gehabt bevor wir uns trafen. Bei mir war mal wieder nix los!
    Schön war unsere Vormittag gestern. Trotz Regen!

    Gruß Marion

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  16. Muschelmaus

    So geht es mir hier auch, ich schau gern in der Stadt dem Treiben zu und lasse mich von den Menschen überraschen (oder auch nicht)
    Hab einen schönen Tag

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