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Es wurde aber auch mal wieder Zeit

Da kam er diese Woche mit einem Arm voller Sonnenschein nach Hause. Und weil ich gar nicht zu Hause war, hat er sie gleich in eine gläserne Vase gestellt. Als ich dann nach Hause kam, hatte ich gleich etwas, dass mich aufgemuntert hat. Leuchtende Gerbera (schon wieder) und kleine Margeriten. Sind die nicht niedlich…
Am Morgen, saß ich dann mit meinem Kaffee an unserem Eßtisch. Wenn ich Glück habe, dann erlebe ich es, dass die Sonne durch die Wolken und Bäume kraucht. Dann scheint sie auf den Tisch und lässt alles förmlich erleuchten. Wenn man da keine gute Laune bekommt! Da kann der Tag beginnen.

Berliner Stadtgeschichten

Gestern habe ich mich mit Marion in der Berliner Mitte getroffen. Ich wollte eigentlich mit dem Fahrrad fahren, aber der Regen hat sich so in den Vordergrund gedrängt, dass es doch besser war mit der S-Bahn in die City zu reisen. So groß wie Berlin auch ist, so schnell ist man mit den Öffentlichen unterwegs. Und man erlebt so Einiges. Ich saß mit meiner Strickarbeit auf einer leeren Bank. Die Bahn war ohnehin fast leer und erstaunlich still. Bis ein junger Mann einstieg, der über Kopfhörer telefonierte. Anscheinend gab er seinem Telefonpartner Waschtipps. “Nee, du musst den Weichspüler in das mittlere Fach geben… Was? Nein, da kommt das Waschmittel rein. … Welche Wäsche willste denn waschen… ähh, musste das nicht mit der Hand waschen? …Ach, ditt wusste ick och noch nich!” Warum müssen die Leute nur immer so laut telefonieren, dasa alle mithören können. Ich habe mich wieder auf mein Gestricksel konzentriert. 
An der nächsten Haltestelle, stieg eine alte Dame ein und setzte sich direkt neben mich. Sie schaute meinem Nadelgeklapper eine Weile zu. “Ditt iss een schickes Muster! Früher habe ick och imma ne Menge jestrickt. Och mit Nadelspiel. Aber so schick war meene Wolle nich! Kricht man die übaall?” Ich erklärte ihr, dass  inzwischen eine Menge toller Wollläden in der Stadt wie Pilze aus dem Boden schießen. Und wenn sie eh gerade nach Mitte fährt, könnte ich ihr Einige empfehlen. “Nee, lassen se ma. Ick kann keen Nadelspiel mehr halten!” Sie streckte mir ihre Hände hin. Krumme Finger, die nach Schmerzen aussahen. Ich konnte sie wirklich verstehen. Das wäre für mich der Horror. Sie erzählte mir noch ein wenig aus ihrem ehemaligen Strickerleben. Dann musste sie aussteigen.

Am Bahnhof Schönhauser Allee musste ich aussteigen. Die Haltestelle liegt direkt an den Schönhauser Arkaden. Eine Mall, mit reichlich Geschäften. An den Bahnhofsausgängen sitzen einige Männer verschiedenen Alters. Sie haben es sich dort wahrlich bequem gemacht. Decken und Kissen lagen auf dem Boden und die Männer saßen, tranken ihr Bier und rauchten (was auch immer). Eine Frau mit Kinderwagen wollte auf den Bahnsteig, aber am Fahrstuhl standen schon so Viele an. Zwei Männer sprangen auf und fragten höflich, ob sie ihr helfen könnten. Da war ich nun doch erstaunt…
Ich musste dann noch einmal eine Station mit der (Hoch)- U-Bahn fahren. Also schnell die Treppen rauf. Die meisten Leute liefen mit gesenktem Kopf durch die Gegend. Kein Wunder, es regnet immer noch. Eine ältere Dame vor mir, mit Rolllator, schiebt sich über die Straße. Sie geht mit hocherhobenen Kopf und nickt immer wieder freundlich den Entgegenkommenden zu. Ganz so, als würde sie jeden kennen. Manchmal,  kommt mit das Queren einer Straße in Berlin einem Halmaspiel gleich vor. Alle Steine müssen auf die andere Seite. Anfangs, sieht es noch sortiert aus, am Ende auch. Aber dazwischen, dass absolute Chaos und doch tritt man sich nicht gegenseitig auf die Füße. So auch mit der Rolllatorfrau, obwohl für sie eigentlich gar kein Platz war, kam sie ohne Schwierigkeiten auf der gegenüberliegenden Seite an. 

Ich traf dann Marion und wir mussten uns noch ein wenig auf der Schönhauser herum treiben. Der Laden, den wir besuchen wollten, war noch nicht auf. Wir scharwenzelten über den Bürgersteig. Zwei junge Frauen standen einem alten Pärchen gegenüber. Marion und ich wollten an den Vieren vorbei gehen, als die alte Frau rief: “Halt…Halt…Ich kann nicht helfen. Aber sie kennen sich doch hier aus. Wissen sie, wo die Milastraße ist? Die muss hier irgendwo sein, das weiß ich ganz genau!” Marion und ich schüttelten die Köpfe. “Nee, keine Ahnung, wo die ist” Wir wunderten uns nur, dass die jungen Leute sich nicht mit ihren Handys geholfen haben und stattdessen, die beiden Alten gefragt haben.

Ich gehe gerne mit offenen Augen durch unsere Stadt. Ich mag es zu sehen, dass die Berliner doch sehr hilfsbereit sind. Sie haben ein loses Mundwerk und gucken manchmal auch etwas grimmig, aber sie helfen immer gerne. Ich liebe diese Stadt. 

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