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Letzte Woche hatte ich ja das Glück, von meinem Kerl mit schönen Blumen versorgt worden zu sein. Diese Woche durfte ich mich wieder selber darum kümmern. Und dazu bin ich auf meinen Lieblingswochenmarkt vorbei gefahren. Mein liebstes Fortbewegungsmittel ist nach wie vor mein Fahrrad. Ich bin noch nicht auf dem Markt angekommen, da steuert eine Frau auf mich zu, nimmt die Sonnenbrille von der Nase und schaut mich über die Brillengläser mit einem schrägen Blick an. Ha! Da ist das eine Freundin, mit der ich mich schon längst mal wieder treffen wollte. Nicht, dass der Markt gleich ums Eck liegt, ich radel da etwa 5 Kilometer hin. Und die Freundin wohnt in einem ganz anderen Stadtteil. Ich will damit sagen, dass Berlin eben doch nur ein Dorf ist!
Auf dem Markt habe ich als Erstes die Eierfrau aufgesucht. Die steht nämlich gleich vorne. Die Eier von freilaufenden Hühnern schmecken doch besser. Weiter, an dem Käse aus Tirol vorbei. Da gibt es Raclettekäse aufs Brot, schön heiß, frisch heruntergeschabt… Dann kommt der Blumenhändler gegenüber vom Espressowagen. Wie das schon duftet. Heute gab es keinen Kaffee. Ein anderes mal wieder. Der Blumenmann hatte eine große Auswahl. Ich wollte mir aber erst noch Gemüse holen. Vorbei an Äpfel aus dem Umland. Ach, seid wann ist denn der Käsehändler auf dem Markt? Der verkauft Käse aus dem Allgäu. So lecker! In der Auslage sind nur 4 Käseräder. Da muss ich mir ein Stück mitnehmen und komme sofort ins Schwatzen mit dem Verkäufer. Ich wollte keine Tüte, womit wir wieder bei dem Müllthema von Lotta und Eva waren.

Bei der Gemüsehändlerin: “Guten Morgen! Was kann ich ihnen anbieten?” “Morgen, aber ist doch schon Mittag” Sie sah auf die Uhr und staunte, “Ja, es ist ja schon 12. Ich bekomme gar nicht mit, wie schnell der Tag vorbei geht.” “Ach die Berliner stehen ja eh nicht gerne früh auf. In unseren Cafés gibt es meistens Frühstück bis 16 Uhr” Eigentlich käme sie ohnehin von der Küste. Da wird den ganzen Tag Moin gesagt, erklärt ihr Kollege. “Warum bleiben sie denn nicht dabei?” “Das ist gut, das werde ich ausprobieren…, Moin” “Moin, Moin. Ich nehme dann mal den Brokkoli”…

Bei meinem Rundgang kam ich dann noch an einem anderen Blumenstand vorbei. Der hatte doch glatt die ersten Pfingstrosen. Die wollte ich haben. “Die Pfingstrosen will ich!” “Watten, die wollense? Ditt sinn aba noch die Einfachen. Und wollen iss nicht! Sie möchten die gerne haben!” Ich will …sag ich gerne und locke die Leute aus der Reserve. “Gut, die hätte ich gerne …” “10 Stück? Ditt janze Bund?” “Nee, 5 reichen mir.” “Die sinn aba noch nicht so schön wie icke” Jetzt blieben mir die Worte im Hals stecken, denn der Hübscheste war er weiß Gott nicht. Ich grinse ihn nur an und bleibe wortlos. Als er die Blumen eingepackt hat, er sie mir rüber gereicht hat, fiel mir endlich etwas ein. “Ich werde mir für diesen Satz bis nächste Woche was einfallen lassen!” Er grinst zurück und meinte “Schön, dass ick sie zum Lächeln jebracht hab” Grinsend ging ich weiter.

Um die Ecke stand ein sizilianischer Olivenverkäufer und bot mir eine Olive an. Ein Mann der neben mir sein Fahrrad durch die Gänge schob, drängelte sich vor, schnappte mir die Olive von dem großen Holzlöffel und blubberte “Warum sinn die Oliven so grün?” Der Händler erklärte und reicht mir eine neue Olive, bot mir eine dunkle Olive an, die der Mann sich fast schon wieder schnappte. Ich war aber schneller. So lecker Oliven, habe ich schon lange nicht mehr gegessen. Der Typ futterte sich an dem Stand fleißig durch. Gekauft hat der nichts.

Da war noch ein Blumenstand, der Freilandtulpen angeboten hat. Vier Bund für… Ich wollte vier und bekam fünf. Zu Hause habe ich Schwierigkeiten gehabt, die vielen Tulpen unter zu bekommen. Das Windlicht bot sich an. Und ein paar Tulpen zu den Pfingstrosen, das Blaubeergrün noch dazu. Fertig ist mein Frühling. Bei dem Sch…wetter macht  so ein Strauß auf dem Esstisch doch eine Menge her.
Mehr Freitagsblumen findest du bei 
Andrea

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