Seite wählen

Etwas Neues: Nadelgeplapper 1

Ich habe mir etwas Neues ausgedacht. Chrissi hat mich bei unserem letzten Treffen gefragt, warum ich denn nicht auch mal meine nicht fertigen Sachen beim Samstagsplausch zeige. Immer würde ich nur darüber reden, aber nie das Gestricksel zeigen. Darüber reden, finde ich am Samstag ausreichend. Zum Samstagsplausch zeige ich (meistens) nur ein Bild! Von meinem Kaffee!

Nadelgeplapper

Am nächsten Morgen wurde ich, wie fast jeden Morgen, von meinen Katzen zärtlich schnurrend geweckt. Um ihnen den Spaß zu verderben, dass sie mich so einfach aus dem Bett bekommen, bleibe ich dann gerne noch eine Weile liegen, bis sie die Lust verlieren und mich in Ruhe lassen. Klappt manchmal besser, manchmal gar nicht. Aber die Zeit nutze ich oft, um mal zu grübeln. Und da fiel mir Chrissis Kritik ein. Warum sollte ich nicht einfach eine neue Rubrik in meinem Blog aufmachen. Etwas Neues eben. In meinen Gedanken wuchs die Idee zum Nadelgeplapper. 

Nun also etwas Neues

Die Idee ist nun, dass ich versuchen möchte, jeden (vielleicht auch jeden zweiten) Mittwoch über meine Fortschritte zu erzählen. Oder etwas über das Stricken, was mich in irgendeiner Weise inspiriert hat. Sei es, dass ich ein tolles Muster entdeckt habe oder eine Stricknadel, die spannend aussah. Vielleicht kann man daraus auch eine Linkparty machen. Ideen tauchen immer mehr auf, wie ich hier sitze und dir von meinem Nadelgeplapper erzähle.

So, dann will ich dir meinen ersten Patienten mal vorstellen. Ich habe mit meinen Schlemmerstrickerinnen gemeinsam den Mohairino Medley als Kal begonnen. Wir sind alle fast gleich weit. Jede strickt mit ihren eigenen Garnen und Farben. Und doch sehen sie sich alle etwas ähnlich. Marion ist am weitesten und hat ihn, glaube ich, auch schon abgekettet. Ich bin so weit… da fehlen halt noch so einige Sektionen. Aber spannend ist es allemal.

Etwas Neues angenadelt…

…habe ich auch. Vor einiger Zeit hatte ich dir das Buch Islandpullover von Wenke Müller, aus dem EMF-Verlag vorgestellt. Die Wolle hate ich mir dann auch sofort passend zu einem Projekt besorgt. Den Hjördis werde ich daraus stricken, hatte ich beschlossen. Ich stricke nicht mit dem angegebenen Garnen. Und mache wieder einmal alles anders, als in der Anleitung angegeben. Denn der Pullover wird von oben nach unten gestrickt. Ich stricke aber lieber umgekehrt. Ich habe dann immer das Gefühl, die Abnahmen sind fester als die Zunahmen. (Zum Beispiel an den Raglanschrägen). Weit bin ich noch nicht, denn ich stricke mit 3er Nadeln.

Noch mehr?

Klar. Ich bin zwar dabei alle meine UFO’s abzuarbeiten, aber das gelingt mir natürlich nicht so wie ich das so gerne haben möchte. Ein nettes Mitnahmeprojekt, ist immer eine Socke. Meine schleppe ich nun schon seit fast einem Jahr mit mir herum. Carina hat letztens erst ihre Hazelsocken fertig gestellt und prompt Neue angestrickt. Ein wenig neidisch bin ich schon. Es wird Zeit, sie fertig zu machen und ein neues Paar zum Mitnehmen anzuschlagen.

Inspiration:

Ich habe ein Tuch von Chris Berlin entdeckt, das ich unbedingt stricken möchte. Den Kolding. Ein mega großes Tuch, das man tragen kann als hätte man einen Schal, oder sich um die Schultern legen kann wie eine Jacke. Riesig und kuschelig. Ich denke dafür könnte ich gut die Krönchenwolle von  Regia (Schachenmayr) benutzen.

Dann hat eine Freundin sich ein neues Nadelspiel ausprobiert. Neu, weil sie es noch nicht hatte. Das sind Nadeln aus dem Hause Prym. Die haben an den Spitzen kleine Gnubbel, die angeblich dafür sorgen sollen das die Fadenaufnahme und Führung deutlich einfacher ist und das Garn nicht so schnell von der Spitze rutscht. Außerdem sind sie aus biegsamen, aber stabilen Kunststoff. Ich werde meine Freundin mal darum bitten, ob ich ein paar Runden damit stricken darf.

So. Das war es erst einmal. Ich habe noch mehr auf den Nadeln, in meinen Projektbeuteln und Ideen was ich noch so alles machen will. Aber das werde ich mir aufsparen, denn ich will dir ja schon demnächst mehr erzählen. Sag mir doch einfach, was dich interessiert und vielleicht inspiriert mich das dann …

 

So viel Wolle und so wenig Zeit!

+9

Coffeehouse Knits {Rezension}

Coffeehouse Knits, ein Buch wie für mich gemacht

“Ich habe ein Buch gesehen, dass wie für dich geschrieben ist! Coffeehause Knits!” So eine  Nachricht, bekam ich letztens von meiner Freundin Magda. Und ja, tatsächlich ist es mir förmlich auf den Leib geschneidert. Erstens dreht  sich fast alles um Kaffee und ums Stricken, zweitens, beinhaltet es hübsche Modelle zum nachstricken.

Was blieb mir da anderes übrig, als dieses Buch zu besorgen. 20 schöne Modelle sind auf den 145 Seiten zu finden. Verschiedene internationale Designer haben ihre Ideen zur Verfügung gestellt. Mütze, Schal, Handschuhe, Pullover und Strümpfe stehen zur Auswahl. Von einfach bis etwas kompliziert, ist alles dabei. Jede Anleitung ist sehr gut beschrieben, so dass man sich ruhig auch an die Herausforderungen machen kann.  Die Modelle haben so bezaubernde Namen wie Latte Swirl Pullover, Chai Latte Loop  oder Extra Sahne Socken.  Alleine dafür, ein wirklich gelungenes Buch.

Aber was mich noch mehr bezaubert hat, sind die Beschreibungen der Designerinnen über ihre Liebe zu Kaffee und Wolle. Sie alle erzähle davon, wie schön es ist, dass man sich zum gemeinsamen stricken trifft. Oder welche Rituale sie haben. Oftmals musste ich beim Lesen vor mich hin grinsen, weil ich mich da selber wieder gefunden habe. Hätte die Herausgeberin mich gebeten, einen Text über meine Liebe zum Stricken und Kaffeetrinken zu schreiben, dann hätte ich (fast) genau solche Texte zu Papier gebracht.

Seite 6: ” …Lassen sie ihr Strickzeug nicht zu lange liegen, hören Sie nicht auf, sich weiter mit ihren Freundinnen zum Lachen und Reden zu treffen, und bitte vergessen Sie nicht, sich ab und zu eine heiße Schokolade mit Marshmallows (oder einen Kaffee) zu gönnen, weil sie es sich verdient haben. (Amy Rollis)

Coffeehouse Knits trifft mich damit voll ins Herz. Manch Eine schrieb davon, wie sie durch das Stricken selbstbewusster wurde, dass sie, seitdem sie strickt, mehr Freundschaften gefunden hat. Wie gesellig das gemeinsame Werkeln sei oder wie man seinen Tagesablauf nach einer gewissen Routine richtet, immer mit dem Kaffee und dem Strickzeug.

Die Coffeehouse Knits Modelle

Ich habe selber noch nach keiner der Anleitungen aus diesem Buch gestrickt. Bisher haben mir die Coffeehouse Geschichten der Designerinnen gereicht. Was nicht heißt, dass ich nicht demnächst eine der Anleitungen ausprobieren möchte. Erklärt, sind sie recht gut. Ob sie Fehler beinhalten, kann ich erst beim Arbeiten heraus finden. (ich kann Anleitungen lesen, sehe aber nie spontan die Fehler. Das überlasse ich meinen Freundinnen, die haben ein Auge dafür!) Was mir aber auf Anhieb gefallen hat ist, dass die Modelle nicht in Größen eingeteilt sind, sondern mit Brustweiten oder Fußumfang! So kann man sich die richtige Größe selber heraus suchen und muss nicht erst nach all den Maßen suchen, die für mich passend wären.

Zu jedem Modell findet man zusätzlich eine Anmerkung, und dass schon gleich bei der Beschreibung. Zubehör, Nadeln und Maschenprobe, ist selbstverständlich. Muster sind zusätzlich als Chart verfügbar. (Ich stricke lieber nach Bild, als nach Text) Wie in den meisten Strickbüchern, findet man auch auf den letzten Seiten wieder Erklärungen, die einem das Stricken näher bringen sollen, bzw. Fragen klären könnten.

Jedes Model ist von einer anderen Designerin. Jede von ihnen, wird auf den letzten Seiten kurz vorgestellt. Auch das “über die Designerinnen” ist sehr nett geschrieben. Ich bin sehr froh, dieses Buch zu besitzen. Denn es ist nicht nur ein Strickbuch, sondern eine Hommage an das Stricken mit Kaffee und Freundinnen.

Autorin Kerry Bogert
ISBN 978-3-7843-5673-0
Verlag: Landwirtschaftsverlag
Erscheinungsdatum 14.08.2020
144 Seiten Hardcover

+6

Schnelle Geschenke

Schnelle Geschenke oder wie ich meinen Wollberg abbaue

Wieder einmal brauchte ich spontan ein Geschenk. Das Jahr ist immer so schnell vorüber, dass ich fast vergaß, meiner Schwester ein Geschenk zu besorgen. Die Jahre vorher hatte sie schon eine Tasche oder ein paar Socken von mir bekommen. Schon lange ist es her, dass ich ihr ein Tuch zum Geschenk gemacht habe. Aber so viel Zeit blieb mir dieses mal nicht.

Geschenke braucht man manchmal wirklich spontan. So fiel mir der Topflappen von Ducathi Baker’s Twine ein. Baumwolle hatte ich noch. Aber wie sollte es anders sein, nicht die Farben, die zu meiner Schwester passen. Und schon gar nicht zu ihrer Küche. Doch der Zufall wollte es, dass meine Strickfreundin Magda eine kleine Reise nach Pankow zu Simply Stitch, unternehmen wollte. ich hielt also den Daumen raus und lies mich mitnehmen. Anke hat unglaublich viele schöne Wollen, die unbedingt mitgenommen werden wollen. Genug, um ein Jahrhundert lang Geschenke zu stricken.

Mir reichten zwei Knäuel Baumwolle in hellen Grautönen.Zu meiner Schande muss ich allerdings gestehen, ich habe diese Topflappen so schnell angenadelt, dass ich die Banderolen von der Baumwolle ziemlich schnell entsorgt hatte und mir dabei den Namen nicht gemerkt hatte. (Zum Glück gibt es Magda. Die weiß noch welche Wolle ich gekauft habe) Ich glaube aber, dass es ein Katja Garn ist. Die Anleitung von Ducathi ist recht verständlich. Wie immer muss man nur einfach anfangen und dann klappt das schon.

Aber Vorsicht, wenn man das Muster begriffen hat und merkt, wie gut die Topflappen in den Händen liegen, dann kann diese Anleitung schnell zu einer Sucht führen. Ich habe dann gleich noch aus meinem Vorrat zwei verschiedenen Grüntöne, mit den Resten der neuen grauen Baumwolle, zu zwei weiteren Lappen verarbeitet. Es macht wirklich Spaß schnell ein Geschenk zu stricken. Ich habe noch einige Baumwollreste und denke, die werde ich zu soliden Präsenten verarbeiten können.

Die Schwester bekommt aber erst einmal die Grauen. Und die Grünen gehen an die Frau, die mich gerade mit den besten Biokartoffeln versorgt hat, die ich jemals gegessen habe.
Eine Rezension zu dem Kochbuch, findest du übrigens hier!

Eckdaten

  • Muster: Ducathi
  • Nadelstärke: 3,5 Rundstricknadel
  • Material: 70gr Baumwolle/ -Reste
  • Zeit: eine Spielfilmlänge, ein Lappen
+7

Orangen Sneaker-Socken, die glücklich machen

Orangen Sneaker-Socken

Wer mal wirklich schnelle Socken stricken möchte, der sollte sich Sneaker-Socken machen. Meine haben den Farbton Orange, der mich beim Stricken schon glücklich gemacht hat.

Ich bekam ein halbes Knäuel von der Regia Tuttifrutti Orange in die Hand. Ein halbes Knäuel reicht genau für ein paar Sneaker-Socken. Jetzt, wo es wieder kälter wird, trage ich auch wieder Socken in den Schuhen und muss leider auf meine geliebten Nackedeifüße verzichten.

Der Vorteil, Sneaker zu stricken ist, dass man keinen Schaft stricken muss. Es gibt bestimmt gnadenlos viele Anleitungen im Internet, wie man die kurzen Socken stricken kann. Aber dafür muss man das Rad wirklich nicht neu erfinden. Ich habe einen krausen Rand gestrickt und dann sofort die Ferse begonnen. Vor Jahren habe ich immer die Käppchenferse gestrickt, aber nachdem ich die Bumerangferse entdeckt hatte, die altbackene Ferse aus meinem Hirn getilgt.

Für Sneaker sind aber Käppchenfersen besser, sie verrutschen nicht so leicht. Zusätzlich habe ich die Ferse in eine Rechts, eine Links gestrickt. Noch mehr glaube ich, dass das Garn einen großen Anteil an dem guten Sitz hat. Beim Stricken schon, hatte ich den Verdacht, dass die Wolle etwas elastisch ist. Seitdem ich die Socken trage, bestätigt sich mein Verdacht immer mehr. Dabei sind in dem Garn 72% Baumwolle,18% Polyamid und 10% Polyester enthalten.

Ich glaube, ich werde mir noch ein Paar solcher kurzen Socken machen. Die Farbskala auf der Schachenmayr-Seite sieht einfach zu verführerisch aus. Die Früchtchen sind auf jeden Fall echt gelungen.

Schon einmal habe ich Sneaker gestrickt. Damals aber für meine Schwester. Ihr haben sie damals auch ganz prima gefallen. Ich glaube, damals hatte ich mir auch vorgenommen, dass ich mir selber noch welche stricken möchte.

Genug gequasselt. Die Eckdaten:

  • 2,25 Nadelspiel aus Holz
  • 50 Gramm Tutti Frutti Color von Regia Farbe Orange
  • 2 Tage (unterbrochene) Arbeitszeit
  • Krauses Bündchen
  • Käppchenferse
  • Fotos myself

 

+10

Schlossketten- oder Shirburn-Socken

Schlossketten-Socken

Wie soll man sich Schlossketten als Sockenmuster vorstellen. Als ich einen Post von RegiaYarns bei Instagram über die Shirburn Socken gelesen habe, sah ich das Schlosskettenmuster. Es sieht aus wie die Ketten von der Schlossbrücke. Die Zöpfe gehen weiter auseinander, um dann wieder zusammen zu rutschen und zu kreuzen. Meine Freundin meinte, ein wenig erinnern sie auch an die Kaffeeböhnchen. Nur eben sehr viel größer.

Ich hatte ein Knäul von Regia Schachenmayr noch in meinem Wollkästchen, das mir für diese Socken passend schien. Der zarte Farbverlauf macht das Muster nicht gleich zu nichte. Ich mag es nicht, wenn Mustersocken zu sehr wildern, denn dann verschwindet das Muster und meine Arbeit war umsonst. Dieses Garn hat zudem den Vorteil, dass man wieder mit dem selben Farbverlauf anfangen kann und der zweite Socken dem ersten sehr ähnlich wird.

Etwas habe ich auch noch beim Stricken dieser Socken gelernt. Nämlich wie man Maschen ohne Hilfsnadel kreuzen kann. In meiner Strickgruppe haben wir darüber diskutiert, wie das gehen soll. Ich habe dann ein prima Video bei YouTube gefunden. Man lernt nämlich nie aus. Tatsächlich habe ich bei den Schlossketten-Socken das Kreuzen trainiert, um es bei meinem neuen Strickprojekt anwenden zu können.

Diese Socken sind nicht für mich. Sie sollten ein Geburtstagsgeschenk werden. Sie sind in der Größe 42 genadelt. Mit 3er Nadeln aus Holz habe ich sie gestrickt 64 Maschen dazu angeschlagen. Wenn dir das Muster auch so gut gefällt wie mir, dann schau auf der Schachenmayr-Seite vorbei. Die Anleitung gibt es dort kostenlos.

Ich habe eine kleine Bandspitze gestrickt und Bumerangfersen. Die mache ich am liebsten. Das Geburtstagskind hat sie angezogen und für gut befunden. “Sie passen 1a!” hat er gesagt. Im Moment werden sie ihm aber noch ein wenig warm sein. Aber ein Winter kommt bestimmt mal wieder. Die Wolle ist in der üblichen Mischung aus 75% Schurwolle und 25% Polyamid. Aber bite frage mich nicht nach der Farbe …

Ach ja, Marion hat diese Socken auch schon gestrickt. Ihre Farbe gefällt mir aber auch sehr gut.

+3

Überbleibsel, oder wie eine Maus entsteht

Überbleibsel, das Monatsmotto

Andrea, die Zitronenfalterin, hat diesen Monat Überbleibsel als Monatsmotto gewählt. Ein schöneres Wort als “Reste”. Im Grunde aber ist es das Selbe. Immer etwas ärgerlich, wenn etwas von meiner Wolle übrig bleibt.  Dann hat man immer etwas, damit man Löcher stopfen oder Knöpfe annähen kann. Und manchmal verwerte ich diese Überbleibsel. Heute zeige ich dir, wie ich eine winzige Menge Wolle, in eine winzige Maus verwandel.

Meine Überbleibsel aus verschiedenen Strickprojekten sammel ich in verschließbaren Beuteln. Ich habe schon einmal das Vergnügen gehabt, dass Teppichkäfer meine Wollen angeknabbert haben. Da hilft tatsächlich nur, alles in Plastikbeutel stopfen und tägliches Staubsaugen. Eine blöde Sache. Aber ich habe daraus gelernt.

Marisol

So nun zu meiner Maus. Bei Ravelry gibt es die Anleitung zu dem Mäuschen Marisol. Man braucht tatsächlich nicht viel Wolle. Es reichen geringe Reste. Was hier vor mir liegt, ist aber dann doch noch etwas zu wenig. Außerdem brauchst du Füllwatte, eine Wollnähnadel und ein Nadelspiel (in meinem Fall habe ich ein 2,25 dünnes Spiel genommen). Da reichen auch 4 Nadeln.

Es dauert nicht lange, da liegt dann schon der kleine Kopf vor dir. Mit schwarzem und und rosafarbenen Garn werden die Augen und das Näschen aufgestickt. Schon schaut sie dich vorwurfsvoll an, weil sie noch nichts hören kann. Das ändern wir aber erst am Ende, denn sonst hört sie, wie ich fluche, weil die Maschen doch ziemlich klein sind. Sicherlich kann man das Mäuschen auch mit dickerer Wolle stricken, dann ist es nicht ganz so fummelig.

Ach guck mal, der Bauch ist fertig! Ich glaube, den stricke ich fast am liebsten. Es geht dabei fast nur in 18 Runden nach oben, bevor man wieder alles zusammenstrickt und ausstopft. Es fehlen nun noch die Arme und Beine. Winzige Röhrchen die auch ausgestopft werden. Bei diesem Mäuschen habe ich mich dazu entschieden die Vorderbeine nicht auszustopfen. Damit sind die etwas beweglicher und die Maus kann besser drapiert werden.

Winzig, oder? Ich hätte mal ein Centstück daneben legen sollen, damit du eine Vorstellung hast, wie klein das Teil ist. Na, vielleicht geht es ja auch so. Ich nähe die Teile gerne sofort aneinander. Irgendwie liebe ich es, dem Mäuschen “leben” zu geben, zuzusehen, wie es wächst.

Na, dann mache ich mich mal an die Ohren. Und am Ende braucht das Mäuschen auch noch einen Pullover. Bei den derzeitigen Temperaturen, könnte sie sich leicht erkälten. Mal sehen, welche Wolle noch im Beutel ist…

Ich habe einen kleinen Rest Sockenwolle gefunden. Die Ohren sind inzwischen auch angenäht. Also Vorsicht, was du sagst. Karminchen guckt auch schon, welche Cousine  hier gerade auftaucht. Meine kleine Begleiterin, hat schon einige Familienmitglieder zu Besuch gehabt. Ob die Beiden sich verstehen werden?

Es scheint aber ganz gut zu klappen zwischen den Mäusen. Ich werde einen Kaffee kochen und einen Keks besorgen. Die Mühe der Resteverwertung hat sich jedenfalls wieder einmal gelohnt. Dem Mäuschen fehlt nur noch ein Name. Aber das wird wohl ihre neue Betreuerin herausfinden müssen, wie sie heißt.

Die Restemäuse oder Überbleibsel, erfreuen mir ein ums andere Mal das Herz. Sie sind etwas Besonderes. Deshalb verlinke ich sie jetzt auch bei Andrea an den Bodensee.

+3