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Wir bleiben immer das Kind {SP 13-22}

26.03.2022 | Samstagsplausch

Wir bleiben wohl immer das Kind! Wenn die Mutter zu Besuch kommt stellt man fest, dass es ist, wie es immer war. „Kind zieh die Jacke an, es ist kalt. Kind halte dir die Hand beim Gähnen vor den Mund. Nun Iss doch mal was, du siehst ja schon ganz ausgehungert aus!“ Nur noch mal zum mitschreiben, die Mutter ist bei dir zu Besuch!

Wir bleiben immer das Kind

Niemals wird sich da etwas ändern, wenn es schon immer so war. Meine Mutter hat da ihre eigene Methode dir ein schlechtes Gewissen einzureden. Die Schwiegermutter hat ihre Strategie, in deinen Kopf die Samen zu säen. Nur um es noch einmal ganz klar zu sagen: Sie meinen es nicht böse. Ganz im Gegenteil, sie meinen es nur gut mit dem Ü50 Jährigen. „Was soll nur aus dir werden, wenn ich nicht immer über dich wache?“ Aber manchmal wird es mir dann zu bunt, wenn mir erklärt wird, wie sich die medizinische Welt dreht, wo es doch so ganz anders in der Apotheker Zeitung für Senioren steht. Und auch hier wieder die Betonung auf: Sie meinen es nur gut. Doch haben sie vergessen, dass auch bei uns schön einige Jahre der Selbstständigkeit ins Land gezogen sind.  …OK, jetzt habe ich es mir von der Seele geschrieben. Und ich hoffe sehr, dass meine Kinder niemals von mir sagen können: Wir bleiben eben immer nur das Kind!

Die Woche 

Das Kind in mir hatte diese Woche öfter mal eine kleine Freude. Es gab am Montag Kaffee mit einer ehemaligen Kollegin, die ich sehr auf unserer Station vermisse. Wir saßen lange in einem Cafè in Schöneberg und ließen uns die Sonne auf den Pelz scheinen. Ach das tat so gut!
Am Dienstag hatte ich die Strickfreundinnen zum Frühstück bei mir zu Hause zusammen getrommelt. Von langer Hand geplant, endlich durchgeführt. Es war so ein schöner Vormittag, dass ich das bald mal wieder haben möchte. Demnächst wird es dann wohl auch mal spontaner gehen, wenn wir den Garten der einen Schnatterstrickerin nutzen können. Fast hätte ich es vergessen, ich bekam von Sabine eine wunderschöne Katzentasse mitgebracht! Ein Bild folgt demnächst.

Am Mittwoch habe ich mich endlich mal um den Garten gekümmert, den mir meine Eltern in diesem Jahr übergeben möchten. So ganz loslassen wird der alte Herr den Garten wohl nicht. Immer noch muss er seiner Tochter erklären, wie das Leben läuft. Wie war das: Wir bleiben wohl immer das Kind. Hey, da muss ich lernen drüber zu stehen. Ich werde einfach machen, wie es mir gefällt. Er wird schon sehen (oder ich). Der Kerl hat mich dann wieder eingesammelt und wir haben den Rest des Tages an der Havel verbracht.

Der Donnerstag brachte wieder Strickfreundinnen zu mir nach Hause. Ich habe Schokomuffins gebacken, wovon die Überschüssigen an die Nachbarn verteilt wurden. Magda hat mir dafür Lübecker Marzipan mitgebracht. Es gibt kein Besseres. Dabei haben wir über meine Strickbücher gequatscht und mir ist siedend heiß eingefallen, dass ich dir noch ein Buch schuldig bin. Das habe ich dann gestern rezensiert. Nur den passenden Pullover habe ich noch nicht angeschlagen. Und ich habe diesen Monat noch nicht einen Socken fertig gestrickt. Das heißt, ich hinke meiner eigenen Challenge hinterher. Andere stricken wie die Weltmeister Socken.  Aber davon am Ende des Monats mehr.

Mein Wochenende

Sieht klar strukturiert aus. Aufstehen, Kaffee trinken, Fahrradfahren, ca 8000 Schritte gehen und dabei meine Kollegen und Patienten ärgern, Fahrradfahren, etwas stricken, mehr lesen, Abendessen, schlafen… Keine große Sache, aber ich bin dann wieder völlig kaputt. Ich hoffe dein Wochenende hört sich besser an.

Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen

(Mahatma Gandhi)

 

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16 Kommentare

  1. Bienenelfen

    Liebe Andrea,

    ja wir bleiben wohl immer das Kind :-)))) Uiii gleich zweimal Strickfreuden und gutes Essen da kommt Freude auf. Der Frühling hat Einzug gehalten und wir haben es so genossen den Blüten beim Blühen im Sonnenschein zu zuschauen♥ Eine nicht so anstrengende neue Woche wünschen wir Dir.

    Herzliche Grüße
    Kerstin und Helga

    Antworten
  2. Magdalena

    Das Verhältnis zu den Eltern kann wohl ganz schön problematisch sein. Da habe ich großes Glück gehabt. Aber mit der nötigen Gelassenheit wird es schon gehen. Ich wünsche dir jedenfalls möglichst viele schöne Momente.
    LG
    Magdalena

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  3. Ursula

    Oh ja das Kind – hier besonders schlimm wenn dann diese Querschlägersätze kommen die unterschwellig lauten „du hast ja gar nix hinbekommen….“
    Und nun ist sie alt und hilflos und lässt sich nicht helfen. Schade eigentlich. Sie war ja auch eine gute Mutter.
    Aber mit Ihrer speziellen Art vergrault sie mich eigentlich schon. Inzwischen kann ich aber damit umgehen.

    Und mir gehte s auch ähnlich Andrea. Irgendwie bin ich am Ende des Tages erschöpft. Hatte jetzt ja eine Woche Urlaub und habe den Unterschied gespürt und vielleicht ist es doch das Alter und die Jahre und die Zeit.

    LG
    Ursula

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  4. Nora

    Achhh liebe Andrea, was alles ich geben würde, noch ein einzigesmal ein Kind sein dürfen… 🥺😢

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  5. Britta

    Auch meine Strickfreundinnen treffen sich an einem Dienstag.
    Über antetanni hat es mich heute zu dir verschlagen. Das war sicher nicht das letzte Mal.
    Liebe Grüße
    Britta

    Antworten
  6. illy

    Stricktreffen.. wie schön.
    Ich hänge bei den Socken auch ganz schön hinterher… Da hab ich dringend Aufholbedarf..
    Ein schönes Wochenende und einen ruhigen Dienst
    illy

    Antworten
  7. Ivonne

    Hallo Andrea,

    ich glaube, das ist überall gleich. Meine Mutter hat auch solche „Anwandlungen“. Manche belustigen mich, manche verärgern mich. Genau wie du denke ich mir dann…. „Sie meint es ja nicht böse.“
    Ich glaube auch, dass dein Vater nicht ganz loslassen wird. Aber sicher kann er dir auch wertvolle Tipps geben. Kennt er das Fleckchen Erde doch sicher schon lange. Auf jeden Fall hoffe ich, dass du auch von deinen Gartenerfahrungen hier berichten wirst.
    Ich wünsche dir ein (trotz Arbeit) gutes Wochenende.
    Liebe Grüße
    Ivonne

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  8. Agnes

    Liebe Andrea,
    ach ich liebe deinen Samstagsplausch. Ich bewundere, wie lässig du über deine Woche schreibst….ja, immer Kind bleiben, ich muss mich da an die eigene Nase fassen, meine Eltern leben nicht mehr. Von der Seite droht mich keine Ermahnung, aber ich ermahne auch immer gerne, zwar nicht bei meinen Kindern, die wohnen zu weit weg – aber oft bei anderen jungen Leuten, hast du alles…..usw. Ich verspreche Besserung……
    LG
    Agnes

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  9. Karin Be

    Es dreht sich auch wieder, das Kindsein. Irgendwann hörte das Ratgeben der Eltern auf und es begann das Fragen und Bitten: „Kannst du nicht mal…?“ So ergeht und erging es mir und erwische mich manchmal dabei, gerne das Rad der Zeit zurückdrehen zu wollen.
    Bis dahin zuhören und machen, wie es einem von der Hand läuft, sonst läuft es nämlich auch nicht gut und wird zum … „Das Gegenteil von gut ist gut gemeint.“
    Viele liebe Grüße,
    Karin

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  10. Andrea/ die Zitronenfalterin

    Das Dauerhaft-Kind-Blieben kenne ich leider nur zu gut. Deshalb nehmen meine Eltern auch keinerlei Ratschläge von mir an (erwarten aber, dass ich die Folgen ausbade, bin ja das Kind…).
    Deshalb übernehmen diesen Part meine Töchter: deren Ratschläge sind immer willkommen.
    Ein bisschen austoben, darf sich dein Vater bestimmt noch im Garten, oder?
    Wie schön, dass du so köstliche und kreative Treffen genießen konntest!
    Liebe Grüße
    Andrea

    Antworten
  11. Regula

    Guten Morgen Andrea

    einge bleiben wohl immer das Kind, wobei ich da offensichtlich Glück gehabt habe. Natürlch bleibe ich Tochter meiner Eltern.

    Ich freue mich auch, dass die Jungen, einschliessliche miener Söhne, fähige Leute sind und lehne mich getrost zurück. Die Zukunft ist in meinen Gefilden in guten Händen.

    Einen schönen Sonntag wünsche ich dir

    Regula

    Antworten
    • Nora

      Achhh liebe Andrea, was würde ich geben, noch einmal Kind sein dürfen… 😢

      Antworten
  12. Sunni

    Liebe Andrea,
    ja, Kind aus Muttersicht bleibt man, ist man ja auch, wenn man meint, dass man dieses Wesen geboren hat, sich gesorgt, es durch Fieberträume begleitet, bei Lesen-Schreibenlernen geholfen, Tränen getrocknet, den ersten Liebeskummer und den 3. und 5. getröstet..hat. Man muss sich zwingen, das hintenan zu stellen, es runter zu schlucken. Ich könnte Astrids Kommentar 1:1 unterschreiben. Auch mir gingen Ratschläge auf die Nerven oder tägliche Telefonate, auch Forderungen ohne Ende im Alter, wenn ich erschöpft von der 2. oder 3. Arbeitsstelle kam. Und doch vermisse ich sie, die Eltern, für die man immer Kind bleibt, auch noch mit beinahe 72. Und ich bemühe mich redlich, meine Kinder nicht zu „nerven“, denn die haben ein eigenes Leben mit 50 und 42 Jahren und selbst Kinder. Leider gelingt es mir nicht immer…:-)) Liebe Grüße und ein gutes WE! Sunni

    Antworten
  13. Astridka

    Nein, das Kindsein ist irgendwann vorbei, dann, wenn frau Waise geworden ist! Ich hab jetzt schon manche (Not-)Situation überstehen müssen, in denen es mir nach Mamma rufen war. Ist mir aber im Halse stecken geblieben. Aber ich habe ja inzwischen auch schon ein 70+ Alter erreicht.Ab und an sehne ich mich nach mütterlicher Sorge. Aber die hat es für mich als Älteste auch nie so gegeben wie für meine jüngeren Geschwister. Eher war es umgekehrt.
    Ich wünsch dir frohes Stricken und Gärtnern!
    Astrid

    Antworten
  14. Frau Augenstern

    Liebe Andrea,
    du hast vollkommen recht, für die Eltern bleiben wir immer Kinder, egal wie alt wir sind. Und ehrlich, für meine älteren Geschwister Gold das selbe. Für sie bin ich noch immer das Nesthäkchen, mit meinen 50+ *lach*. Warum ist das nur so? Ein eingefahrenes Muster eben. Schön das du Schoko-Muffins für deine Freundinnen gebacken hast. Die waren bestimmt köstlich und ich kann gut verstehen, dass dir der Kaffeeklatsch in der Sonne so gut getan hat. Der Frühling fühlt sich gerade einfach wundervoll an. Genieße das Wochenende und entspanne.
    Liebe Grüße
    Annette

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  15. Mira

    Das Kind… Oh ja, liebe Andrea, davon kann ich auch ein Lied singen. Weißt du ja.
    Da hastr du dir ja mit dem Garten gleich die nächste Baust3elle dieser Art eingehandelt. Der Alte Herr wird immer was zu befinden haben, das kannst du dir denken. Und nein, sie meinen es nie böse. Sie wollen doch nur, dass ihre Erziehung was fruchtet und das kind alles richtig macht. Ach ja.
    Interessant ist für mich, was du über dein Wochenende schreibst und dass du danach dann kaputt bist. Ich beobachte das an mir, dass mir Job und Arbeitsweg völlig ausreicht, um am Abend zu erschöpft zu sein für Aktivitäten. Warum nur? Das war in anderen Jahren nicht so.
    Eine Antwort hab ich noch nicht gefunden und erst recht keine Idee, wie ich das abstellen könnte. Mal sehen, ob jemand Tipps hat.
    Ganz liebe Grüße
    und hab trotz Dienst ein schönes Wochenende
    wünscht dir die Mria

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