Seite auswählen
Schon wieder Freitag! Meine Herren, wie die Zeit vergeht. Da geht man mal die ganze Woche arbeiten und schon ist die Zeit an einem vorbei gerast. Vorgestern hatte ich beschlossen (ich musste erst später zur Arbeit), ich werde auf dem Markt meine Blumen kaufen. Inzwischen habe ich mich mit dem Markt recht gut angefreundet und weiß, wo welcher Händler im allgemeinen steht. Den Gemüsehändler mag ich, der hat recht ungewöhliche Karotten. Dunkellila sind die und rote Beete, die nicht kugelig, sondern lang wie eine Karotte ist. Der Salat ist immer frisch und die Äpfel kommen nicht aus Südafrika. Und immer einen lustigen Spruch auf den Lippen. Eine richtige Kodderschnautze. Ich habe auch einen Lieblingskäsestand. Wenn ich am Mittwoch auf dem Markt bin, stelle ich mich auch an. Am Samstag steht man sich da nämlich die Beine in den Bauch. Weil der Käsemann so freundlich ist und den Kunden immer ein Stück probieren lässt.

Da ist man sofort in dem Käsebann und wird auf jeden Fall ein Stück sehr guten Käse von Ziegen und Kühen aus dem Berliner Umland mitnehmen. Für den Ziegenkäse könnte ich ja schmelzen. Aber heute ist nicht Käsetag, sondern Flowerday. Zurück zu meinem Blumenhändler. Es gibt mindestens 6 Stände, aber ich will immer nur zu dem Einen. Der verkauft wirklich schöne Blumen und sagt immer dazu wie man sie in die Vase zu stellen hat. Bei den Tulpen kam gleich, “Kurz anschneiden und nur wenig Wasser!” “Danke, weiß ich!” “Ditt wees aber nich jeda. Da sach ick ditt lieba nochma…” 

Ich war kurz davor die schlängelnden Franzosen zu kaufen. “Sind ditt französische?” (Komischerweise, fange ich im beisein eines echten Berliners immer selber an zu Berlinern) “Ja die schlängeln sich üba den janzen Tüsch…” Dazu hättet ihr seine Armbewegung sehen müssen. “Un diiie, diiie nur een bischen. Nich janz so dolle.” Und zeigte auf ein Bund fast verschlossener langstieliger Tulpen, die in einem Netz gefangen waren. “Die hier sind och welsche, die schlängeln…” Wieder diese Armbewegung, als wolle er mir vormachen, wie die Tulpen sich in einem schnellen Tempo über den Tisch bewegen. 

Die fand ich nun wirklich schön. Ich mochte Lila früher sehr gerne, bis mir eine Bekannte die Farbe etwas verleidet hat. Die Spitzen der fedrigen Tulpen sind etwas Weiß und wirken dadurch irgendwie noch hübscher. “Die schlägeln och. Sinn aba schicker.” “da bin ich ganz bei ihnen! Die nehm ick!”

Und dann kam eben der Spruch, mit dem Anschneiden und Wasser. Ich war noch eine Weile auf dem Markt unterwegs. Ich brauchte noch frische Eier von freilaufenden Hühnern. Eigentlich hätte ich gerne mal weiße Eier gehabt, gab es aber nicht. 

Zu Hause durften die Tulpen dann in meine Glasvase mit dem Bauernsilber. Das ganze dann auf mein Frühlingstablett. Das Vögelchen aus den verblühten roten Tulpen, sitzt auf dem Nest vor den Tulpen. Jetzt warte ich darauf, dass sich die Blumen aus der Vase über den Tisch schlängeln. Ich bin gespannt und werde berichten, ob ich sie einfangen musste. 

Bis dahin Eure
Andrea
Mehr schöne Blumen gibt es bei Holunderblütchen zu sehen

0