Manchmal stehe ich vor Dingen, denen ich den Namen »Luxusgüter« geben mag. Dinge die so schön sind, dass man fast vergessen mag, dass sie vielleicht sehr schwierig, vielleicht unter widrigen Umständen hergestellt werden oder dass sie (fast völlig) unnütz sind.

Luxusgüter
Im Moment schleiche ich um eine Heißluftfriseuse herum. Ja, ich weiß, so unnütz ist die gar nicht. Sie spart Strom, sie kocht (brät, bäckt) mit sehr wenig Fett und ist schon aus diesem Grund eine Erweiterung in der Küche und trotzdem ist sie ein Luxusgut, wo ich doch schon einen besonderen Ofen/Herd besitze und diesen auch ausgiebig nutze. Der Kerl steht jedes Mal mit mir vor eben dieser Heißluftfriseuse und redet sie mir immer wieder aus. Wir haben in unserer Küche einfach keinen Platz dafür. Auch wenn sie klein ist. Für ihn ist es ein Luxusgut.
Wenn es dann um ein besonders schickes Auto geht, dann würde die Welt wieder anders aussehen. Natürlich nur, hätten wir das Geld ein solches zu kaufen. Aber da muss ich mir wirklich keine Sorgen machen 😉. Luxus sieht eben jeder auch ein bisschen anders.
Ich bin gerade auf der Jagd nach einer Wolle, die ich für eine zweite Kinderjacke verstricken kann. Ja ich werde noch einmal versuchen zu steeken, das hat mich mutig gemacht und Stolz, dass ich es mich gewagt habe. In mehreren Läden habe ich eine Abfuhr erhalten und manchmal kam ich mir wirklich wie eine Bittstellerin vor. Es gibt wirklich Läden die mögen ihre Kundinnen nicht. Ich kann mir aber vorstellen, dass ich in dem einen Laden in der Mitte der Stadt fündig werden könnte. Allerdings sind die Wollen dort nicht günstig. Sie sind wunderschön, einmalig und außergewöhnlich. Man könnte fast schon sagen Luxusgüter. Aber mal ehrlich, ein Kleinkind was durch die Brombeeren rennt oder die Wasserpumpe auf dem Spielplatz in Betrieb nimmt, mit Kaschmir zu bestricken, liegt mir absolut fern. Zumal man es auch nicht steeken könnte, meine ich.
Unterschiedliche Meinungen
Da gehen aber die Meinungen auseinander, habe ich auch schon gelesen. Also das mit dem Kaschmir für Rotzlöffel. Natürlich kann man das machen und wer es schafft seine Monster aus den Brombeeren zu halten, keine Frage. Ich bin aber auf der Suche nach einer ziemlich derben Wolle, die sich miteinander verfilzen kann. Eine Wolle die robust und etwas weicher ist. Die man einem Kind anziehen kann, ohne dass die anderen neidisch werden müssen. »Also in unserem Laden läuft eine solche Wolle gar nicht. Die Kundinnen wünschen die weicheren Qualitäten …«, wurde ich hinauskomplimentiert. Ich mag eben derbe Wolle. Ich liebe robustes Garn, am besten von Tieren, die nicht dafür gequält werden, dass wir es warm, gemütlich und schick haben. Das ist aber auch schon ein Luxusgut, oder?

Die letzte Woche
Nachdem sich meine vorletzte Woche nicht gut angefühlt hat, habe ich versucht es diese Woche etwas besser zu machen. Am Samstag war ich noch auf dem Geburtstagsfest der Chefin und hatte dabei viel Spaß. Ich glaube, ich habe mir dabei ein neues Ziel gesetzt. Aber davon irgendwann mehr. Den Sonntag habe ich mich wirklich eingeigelt und hatte einfach nur einen schönen laschen Tag. Meine Arbeit kann ich leider nicht aus meinem Leben streichen. Noch muss ich ein paar Jahre arbeiten.
Dann hatte ich aber auch wieder ein paar Tage Auszeit. Auch da habe ich mich versucht, um mich zu kümmern. Ein Treffen mit einer besonderen Freundin endete damit, dass ich patschnass zu Hause ankam. Hätte vorher an ein Regencape denken sollen! Den Eltern habe ich den nächsten Tag Risotto gekocht, was die Mutter gefeiert hat und der Vater als essbar deklarierte, muss man aber nicht. Nur gut, dass ich den Trüffel vergessen habe. Luxusgüter sind nicht seine Sache! Am Freitag dann noch ein Treffen mit einer besten Freundin mit dem Überraschungsbesuch des Monstermädchens mit Minimonster. Das nenne ich Luxus, auf den ich nicht verzichten möchte.
Wie hältst du es mit Luxusgütern? Sind die wichtig? Wie viel Luxus gönnst du dir und wo fängt für dich Luxus an?
Überraschung, Verwunderung sind der Anfang des Begreifens. Sie sind der eigenste Sport und Luxus des geistigen Menschen.
Hach ja, was bracht frau, was braucht sie nicht. Ein bisschen ist es auch das, was mich gerade bewegt. Wird eine bestimmte Küchenmaschine gebraucht oder nicht? Brauche ich diese eine Wolle, diesen einen Stoff. Ich finde es ist oft schwer zu sagen. Ich hoffe du entscheidest dich so, dass es dich glücklich macht. Ein schönes Wochenende.
Hallo Andrea,
meine Fritzi, die Heißluftfritteuse ist bei mir im Dauereinsatz. Ich nutze sie nahezu jeden Tag und damit ist sie für mich kein Luxusgut, sondern ein Vielgebrauchsgegenstand. Schon allein, weil ich nicht mehr den ganzen großen Backschrank hochheizen muss, um ein einziges Brötchen aufzubacken. Sparsam und schnell. Es musste ein anderes, seltener gebrauchtes Küchengerät in den Schrank ausweichen, um die Fritzi aufstellen zu können. Missen möchte ich sie nicht mehr.
Ein feines Wochenende wünsche ich dir und dass du dein neu gesetztes Ziel erreichst.
Liebe Grüße
Mira
Spontaner Gedanke und Tipp für dein Wollprojekt, die Merinowolle Patagonia von Juniper Moon Farm, mit oder ohne Beilauffaden von Ito verstrickt.
Bei der Heißluftfriteuse musste ich laut lachen! Ich habe sie mir selbst erfolgreich ausgeredet. Es reicht, dass ich dem Entsafter nicht widerstehen konnte, so wie ich es bei der Küchenmaschine, dem Dampfkochtopf, dem Thermomix, dem Standmixer, … geschafft hatte.
Nach den vielen Jahren im Dienst für andere sehe ich mein aktuelles Leben als Luxus an und bin dankbar für das Nicht-Müssen-müssen.
Schönes Wochenende und viele Grüße
Karin
Luxusgut? Die Zeit, die ich jetzt nur für mich habe, Zeit zu entscheiden, wann und wie und was ich mache. Ich war mein Leben lang sozial eingebunden ( und was anderes habe ich mir auch gar nicht gewünscht ), aber das Alleinsein jetzt hat auch was. Zumindest komme ICH gut damit zurecht.
Klatschnass geworden bin ich am Dienstag auch auf dem Friedhof, zusammen mit der Tochter 😄
Dir alles Gute!
Astrid
Ich überlege mir auch, eine Heissluftfritteuse zu kaufen, aber erstens hält mich das Platzproblem davon ab und zweitens wäre es halt noch eine Maschine mehr. Vielleicht finde ich eine secondhand. Luxusgüter? Ich weiche ihnen aus. Liebe Grüsse von Regula
Guten Morgen Andrea, also der Air fryer ist eigentlich kein Luxusgut…nun ja das Platzprobleme…ich wollte eigentlich keinen haben und jetzt mache ich dauernd was darin…z.B Paprika rösten oder Muffins backen…den Backofen nehme ich nur noch zum Brot backen…
bei Wollgenuss ist heute Strickkloen…
Viele Grüße
Carmen 😉