Soziales Miteinander wird gerade im Moment nicht so großgeschrieben, habe ich den Verdacht. Irgendwie pöbeln sich die Menschen gerade nur an. Es wird auf den Straßen wegen Kleinigkeiten gehupt oder wütend Gas gegeben. In den Supermärkten sind die Menschen wieder extrem angespannt, dabei haben wir doch noch gar nicht Weihnachten und die Sommerferien sind hier in Berlin auch wieder vorbei. Hatten die alle keinen schönen Urlaub? Brummelnd sitzen die Leute im Bus oder der U-Bahn. Und sogar meinen Alten Herren hat es erwischt! (Ok, der hat immer einen bösen Spruch auf den Lippen und ist kein Beispiel für positives Miteinander)

Soziales Miteinander
Ich staune wirklich wie aggressiv die Leute gerade miteinander umgehen. Woran das wohl liegen mag? An den schräg stehenden Sternen? Hängt der Mond im Uranus oder so? Oder kippt gerade die Stimmung in dieser Republik (wobei ich nur hier in Berlin einen Blick werfen kann. Ist es woanders anders?) Vielleicht habe ich auch nur zu viele Videos zum Thema gesehen. Vielleicht bin ich auch nur besonders sensibel zurzeit. Immer öfter höre und sehe ich Menschen die einen ordentlichen Rechtsruck wünschen. Die haben sich aber bestimmt nicht richtig mit den Programmen der Partei auseinandergesetzt. Ne, ich will hier nicht über Politik reden, nur dass mich dieser Missmut einfach ängstlich macht. Angst macht! Mir sind die meisten Menschen aber doch sehr wichtig, die mit dunkler Hautfarbe an meiner Seite arbeiten, die immer einspringen, auch wenn ihre Muttersprache eine andere ist und die mit Kopftuch, die mich schwer bei der Pflege auf unserer Station unterstützen. Ohne all diese Menschen, würden wir nur noch die Hälfte der derzeitigen Mitarbeiter auf unserer Station.
Aber es gibt es noch, das soziale Miteinander. In meinem Dunstkreis sind das meistens die Strickgruppen, die Menschen mit denen ich schon lange Erlebnisse teile. Gestern war ich zum Beispiel wegen der Mutter noch schnell mal in Tiergarten. Da kann ich doch noch schnell im Wollgenuss vorbeisehen hatte ich mir so gedacht. Als ich so am Wolle streicheln war, kam eine Person in den Laden, die ich vom Stricken kenne, mit der ich mich ab und an auch treffe. Das war lustig und wir haben uns dann noch einen Kaffee und Tee gegönnt, ein bisschen geklönt und gestrickt. Das war ein feiner Stricknachmittag. Danach war die Pöbelei auf den Berliner Straßen auch gar nicht mehr so übel.

Soziale Medien
Finde ich es gut, dass man sein soziales Leben in das Internet verlegt? Nein, tue ich nicht. Ich mag lieber den einen oder anderen Menschen in Natura sehen, mich mit ihm austauschen und wirklich kommunizieren, ihn in den Arm nehmen. Aber manchmal geht das eben nicht. Die Entfernung derzeit einfach zu ausgedehnt, der Andere nicht in der Lage das Haus zu verlassen oder zu sehr eingebunden. Da machen es die Medien einem leicht nicht ganz den Anschluss zu verlieren. Früher hatten wir nur das Telefon oder Briefe. Aber heute hat man einfach die abgefahrensten Möglichkeiten. Manchmal erinnere ich mich noch daran, wie lange man mir der besten Freundin am Telefon gehangen hat. Dass man unglaublich viele Briefe bekommen hat. Und heute, da bleibt der Briefkasten meistens leer oder es ist einfach nur doofe Werbung drinnen.
Wochenende, und nun?
Ich bin schon wieder arbeiten. Ich glaube, es ist jetzt das dritte Wochenende. Dann habe ich aber auch genug. Meinen Sonntag hatte ich gestern. Zumindest im ersten Teil des Tages. Was der Kerl und ich nach meinem Dienst unternehmen, das weiß ich noch nicht, mal sehen … Am Sonntag kommt die kleine Monsterfamilie vorbei, sie haben sich was zu uns nach Hause bestellt und müssen es nun noch aufbauen und ausprobieren. Na da bin ich aber mal gespannt. Vielleicht lese ich ein bisschen oder ich könnte auch einfach nichts machen. Oder ich schlage die eine neue Kinderjacke an. Was ist dein Plan? Wie war deine Woche? Hast du auch die Erfahrung gemacht, dass die Menschen immer rumpeliger geworden sind?
Mit bösen Worten, die man ungesagt hinunterschluckt, hat sich noch niemand den Magen verdorben.
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