Da gab es eine Schießerei. Direkt vor unserem Krankenhaus. Gesehen und gehört haben wir nichts. Aber erzählt haben sie uns davon. Und in den Nachrichten wurde es auch erwähnt. Immer wieder hört man davon, dass in dieser Stadt die Kugeln fliegen. Menschen werden getroffen, andere sind flüchtig, Polizisten jagen Phantomen hinterher.

Schießerei in Kreuzberg
Irgendwie fühlt sich das ganz schön bedrohlich an. Eine meiner Kolleginnen macht sich Sorgen selber in einen dieser Angriffe zu kommen. Ich habe gelesen, dass es sich dabei immer wieder um „Bandenkriege“ handeln soll. Natürlich wäre es möglich von einer abgedrifteten Kugel getroffen zu werden. Keine schöne Vorstellung. Dabei hätte man tatsächlich noch Glück, im Unglück, wenn es einen vor einem Krankenhaus trifft und nicht mitten im Wald. Ich hoffe, dass diese Angriffe bald von der Polizei in den Griff bekommen werden. Ich möchte nicht eines Abends, nach dem Spätdienst vom Rad geschossen werden.
In einem Thriller, im Fernsehen, Kino oder Buch, kommt es einem ja schon nicht mehr so brutal vor. Die Menschen stumpfen immer weiter ab. Aber im echten Leben …
Sommersonnentage
Mal was Schöneres als diese Herumballerei! Das Wetter hat sich von jetzt auf gleich in den Sommer verwandelt. Ich habe viel Zeit draußen verbracht, habe mit meinem Monstermädchen im Schatten gesessen und ihr geholfen einen Sommerpulli zu stricken. Sie hat sich für einen Pullover von AnkeStrick entschieden, den Summer. Und sie macht es wirklich ganz gut. Ich habe derweil einen Pullover angestrickt der auch gut im Sommer, wenn es Abends kühl wird, getragen werden kann. Eigentlich ist es auch ein Shirt. Ich will aber lange Ärmel stricken. Das Garn sollte reichen und es eignet sich mehr als Frühling-Herbst-Model. Es ist ein Shirt von Melanie Berg, Study in Pink. Meines wird aber Study in Jeans heißen.
Freitagabend versuche ich mich immer noch einmal zu erinnern, was ich die vergangene Woche alles gemacht habe. Aber mein Kopf ist wie leergefegt. Ich habe am Montag noch gearbeitet. Und dann erinnere ich mich noch an Pilates, Walken mit der Kollegin, treffen mit dem Monstermädchen, Kochen, Putzen, aufräumen, Bügeln, Abends auf der Terrasse sitzen, mit dem Kerl an die Spree fahren, etwas kaufen, um es sofort zurückzubringen, … alles nur einzelne Schnipsel. Ganze Geschichten werden das wohl nicht. Gestern Abend habe ich mich dann noch ein ganz kleines bisschen geärgert, dass ich nicht bei dem Teststricken mitmachen werde, wo ich mich angemeldet hatte. Aber am Ende auch gut so, denn ich wollte ja eigentlich dieses Jahr bei keinem Teststrick mitmachen. Daran hat sich wohl das Schicksal erinnert!

Nachdenklich
Heute werde ich am Nachmittag arbeiten gehen und ich fürchte, das Wetter kippt demnächst wieder in Regen. Aber ich will nicht meckern, die Natur braucht das. Und wenn man arbeiten geht, ist es ja eigentlich auch völlig egal, ob es regnet. Nur die Kollegen sollten stimmen! Ach und schon habe ich wieder etwas im Kopf worüber ich hätte schreiben können. Es geht mir nicht aus dem Kopf was unsere Regierung gerade für eine Welle an Kürzungen vor sich herschiebt. Im Gesundheitswesen zu kürzen, … ich atme jetzt tief ein und wieder aus. Keine Ahnung, was die sich dabei denken und auf welchem Rücken dieser Mist wieder ausgetragen werden soll. Das wird nicht gut enden!
„Gutes kann niemals aus Lüge und Gewalt entstehen“
(Mahatma Gandhi)
Hallo Andrea,
Kürzungen im Gesundheitswesen und in der Bildung. Unfassbar. Nichtnachvollziehbar. Da muss man sich wirklich auf was anderes konzentrieren.
Vor zwei Jahren, der Messerangriff in Solingen. Am späten Abend eine Nachricht auf dem Handy: Mir geht es gut, mir ist nichts passiert.“ Auch ich hatte es noch nicht gehört, doch dann wurde es prensent. Der Sohn dienstlich mtitendrin und doch 50 Meter entfernt.
Ja in Büchern und Filmen finde ich das toll, aber im echten Leben brauchen wir weder das, noch irgendwelche Schießereien.
Liebe Grüße
Britta
Superschöne Strick-Projekte, die Ihr Euch da ausgesucht habt! Summer möchte ich schon lange auch stricken. Mache ich vielleicht 🙂
Liebe Andera,
nachdenklich hocke ich hier, nachdem ich deinen Plausch gelesen habe. Schüsse vor deinem Krankenhaus. Überhaupt Schüsse in unseren Straßen. Eine Zeitlang war dies auch in der Leipziger Eisenbahnstraße, also hier bei mir um die Ecke, an der Tagesordnung. Die ist inzwischen längst Waffenverbotszone. Aber man fragt sich doch, wieso es so etwas überhaupt braucht.
Ich halte es schon länger ähnlich wie Catrin, Ich lenke mich ab mit stricken und lesen. Mehr lesen, weil beim Stricken auch nur die Gedanken kreisen und ich das ja gerade vermeiden will.
Was mir ganz wichtig geworden ist, mich am Augenblick zu erfreuen. Diese Woche gelang mir das gut. Mal sehen, wie es weitergeht.
Dir wünsche ich ein gutes Wochenende mit ruhigen Diensten und gefahrlosen Heimwegen.
Liebe Grüße
Mira
Ja, liebe Andrea, es ist erschreckend wie sich unsere Gesellschaft entwickelt.
Ich kann es nicht fassen und flüchte mich all zu gern an ruhige Orte. Leider
ist das nicht immer möglich. Aber, wir lassen uns nicht unterkriegen und glauben
weiterhin das letztendlich das Gute siegt.
Gib auf dich acht und hab ein schönes Wochenende, liebe Grüße
Gaby
Guten Morgen,
nein, so richtig nachdenken darf man wirklich nicht mehr, aber man kommt ja gar nicht los von all diesen Gedanken/Sorgen/Ängsten. Über die Regierung zu sprechen, das lohnt nicht mehr. In die Zukunft schauen mag ich nicht mehr, Hoffnung ist nur noch ein Wort im Duden – es macht einen Spaß mehr. Ich versuche, mich abzulenken, erfreue mich am Garten, am Backen, an der Herzensbrecherin und bin dankbar für die Zeit mit dem weltbesten Lieblingsmann und den Kindern, sofern sie Zeit haben.
Ich wünsche dir einen angenehmen Dienst ohne Zwischenfälle von Außen und lasse liebe Grüße da,
Catrin.