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Pfingsttage {Samstagsplausch 21/26}

23.05.2026 | Samstagsplausch

Ich wünsche dir frohe Pfingsttage. Ich werde die Feiertage leider arbeiten müssen. Macht aber auch nüscht, ich habe immerhin Frühdienst und kann einfach nach dem Dienst etwas Schönes machen. Pläne habe ich die ganze Woche schon gehabt und das meiste auch gemacht. Umgesetzt, genossen und gelitten. Aber der Reihe nach.

Pfingsttage

An diesem Wochenende ist Pfingsten. Und durch die Stadt zieht wieder der Karneval der Kulturen zum 30. mal! Das Fest findet wieder auf dem Blücherplatz statt. Den kann ich einfach zu Fuß von meinem Krankenhaus erreichen. Der Umzug ist wie im letzten Jahr auf die Frankfurter Allee verlegt. Könnte ich hinfahren, aber ich bin schon wieder verabredet. Im Grunde wie die ganze letzte Woche. Da war zum Beispiel am Mittwoch Pilates. Das mache ich inzwischen wöchentlich mit meiner Schwester. Wir haben einen Trainer gefunden, der uns wirklich fordert. Es macht Spaß und es tut wirklich gut. Manchmal bin ich so fertig, dass ich den Rest des Tages schlafen gehen könnte. Aber an diesem Mittwoch musste ich noch bei den Eltern ein bisschen Gardinen machen, Betten abziehen und die Wohnung durchsaugen. Und weil es nicht genug ist, war ich am Abend noch mit Freunden stricken.

Am Donnerstag traf ich mich mit der Freundin auf dem Friedhof. Dort gibt es ein Café, welches unglaublich guten Kuchen anbietet und der Kaffee ist auch noch lecker. Dem Monstermädchen habe ich nach unserem Treffen auch noch ein bisschen bei ihrer Strickerei geholfen und erst dann konnte ich zu Hause die Füße hochlegen. Am Freitag habe ich mich schon wieder mit dem Monstermädchen getroffen, wir hatten einen wichtigen Termin. Und dann, schnell nach Hause, denn die Nachbarn warten schon zum Pizzaessen. Heute, am Samstag schon wieder rein Treffen nach der Arbeit und am Sonntag könnte ich mir tatsächlich den Umzug anschauen.

Straßenschläfer

Eigentlich wollte ich diese Straßenschläfer zu einem eigenen Thema machen. Jeden Morgen, wenn ich zur Arbeit radel, dann komme ich an Menschen vorbei, die auf der Straße leben. In meinem Heimatbezirk sind es sehr wenige, aber je mehr ich in die Mitte der Stadt komme, umso mehr werden es. Sie liegen manchmal einzeln, manchmal auch zu zweit. Manchmal zieht eine übelriechende Wolke zu mir rüber aber meistens bin ich zu schnell an ihnen vorbei, sodass ich sie nicht riechen muss. Sie liegen in Schlafsäcken, auf abgelegte Matratzen, sie schlafen in den schlimmsten Haltungen in den Bushaltestellen oder in Hauseingängen. In Berlin gibt es inzwischen wirklich viele solcher Menschen. Manche kommen aus den östlichen Ländern, dort ist das herumlungern auf den Straßen verboten. Hier wird es geduldet. Ich finde es manchmal sehr unangenehm an ihnen vorbeizufahren. Aber ich kann ihnen auch nicht helfen. Sie wünschen meistens auch nur in Ruhe gelassen zu werden. Ich kenne solche Menschen aus unserer Klinik. Maximal etwas Warmes zu essen, eine Dusche und ein Bett. Dann verschwinden sie auch schon wieder, entlassen sich gegen ärztlichen Rat oder einfach so, ohne jemandem etwas zu sagen.

Natürlich ist es in den Großstädten viel schlimmer als auf dem Land. Hier gibt es Unterkünfte für die, die es wollen oder eine warme Mahlzeit. Sogar einige Stellen, wo sie sich ärztlich versorgen lassen können. Mir geht gerade die junge Frau durch den Kopf, die richtig schwer krank ist und sich nach einem sehr langen Aufenthalt bei uns einfach auf und davon gemacht hat. Sie wollte endlich mal wieder feiern, so wie die anderen, wo es doch endlich so schönes Wetter hat in unserer großen Stadt.
Ach ich könnte Geschichten erzählen!

Ich werde jetzt einfach weiter arbeiten und den restlichen Tag genießen. Werde Morgen und am Montag auch noch arbeiten und dann kann ich mich wieder meinen Hobbys zuwenden. Ich kann eben auch nicht die ganze Welt retten! (Würde jetzt mein Kerl sagen), oder?

Arbeit ist das beste Mittel gegen Verzweiflung.

(Sir Arthur Conan Doyle)

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2 Kommentare

  1. Astridka

    Nachdenklich lässt du mich zurück, denn ich nehme auch wahr, dass die Obdachlosigkeit zunimmt. Und ich fühle mich auch recht hilflos, auch gegenüber sämtlichen Situationen, wo es Menschen schlecht geht. Wie wenig man doch erreicht hat, solche Lebensbedingungen zu ändern. Wie idealistisch bin ich da doch in jungen Jahren gewesen.
    Ich hoffe, der Karneval bringt dir was Spaß, nachdem du so dich um andere am Wochenende gekümmert hast.
    Alles Liebe!
    Astrid

    Antworten
  2. // Heidrun

    Frohe Pfingsten für Dich und Deine Familie… gleich schlägt der Fliesenleger hier auf und rundet unsere Festtage ab 🌷 Was soll’s, das geht auch vorbei.
    Muntere Grüße aus dem sonnigen Süden von Bayern, Heidrun

    Antworten

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