Ganz unfreiwillig, habe ich einen ganzen Tag ohne Smartphone verbracht. Ich sage dir, das ist vielleicht ein komisches Gefühl. Der ganze Morgen war schon merkwürdig, als ich am Donnerstag aufgestanden bin, um zur Arbeit zu fahren. Ich habe eine neue Routine, die mir wirklich ganz gut zu tun scheint. Ich trinke in der tiefen Hocke (möglichst mit beiden Fersen auf dem Boden) ein heißes Glas Wasser und bleibe in dieser Haltung 4 Minuten sitzen. Dabei schaue ich meinen Katzen beim futtern zu. Als ich das Glas nach meiner „Sitzung“ in die Spülmaschine gestellt habe, sah ich, dass ein Glas in Tausend Scherben zersprungen ist. Mist, nun konnte ich erst mal die Scherben da raus primeln.

Einen ganzen Tag ohne Smartphone
Damit war meine restliche Routine absolut durcheinander. Das Katzenklo musste bis zum Abend warten, meinen Fahrradhelm hätte ich fast vergessen und als ich schon unterwegs war, dachte ich noch: hast du eigentlich den Stationsschlüssel mitgenommen? Bei in die Tasche schauen, habe ich mein Smartphone vermisst. Das lag immer noch am Kabel auf dem Sofa! Na schön, dachte ich mir nur. Ist dann eben so. Dann eben einen ganzen Tag ohne Smartphone, das wird schon gehen. Ich fuhr an einem tollen Motiv vorbei und konnte es nicht knipsen. Ich wollte meinem Kerl Bescheid geben, dass ich nicht zu erreichen bin, ich hatte keine Telefonnummer, ich habe keine andere Uhr, als das Handy und zum Bezahlen brauchte ich es auch … Aber erst nach der Arbeit, so lange tastete ich immer wieder nach dem Handy, welches ich sonst in der Hosentasche mit herumtrage. Die Schritte wurden auch nicht gezählt …
Am Nachmittag traf ich mich mit der Schwägerin. Was ist, wenn sie doch nicht kann und ich umsonst in dem Café sitze? Außerdem wollte ich ihr doch Bescheid geben, wenn ich losfahre. Was mache ich, während ich auf sie warte, mein Buch ist im Handy, mein Hörbuch auch! Ach was für ein Kreuz. Im Krankenhaus haben wir eine kleine Bücherei, vielleicht kann ich mir das aktuelle Buch einfach ausleihen? Am Ende habe ich mir gedacht, ich beobachte einfach die Passanten. Das kann auch sehr lustig sein.
Ich habe mich nicht gelangweilt, ich hatte viel zu gucken. Und es war eine Erfahrung, die mich gelehrt hat, immer ein Buch in der Tasche zu haben. Und das ein Smartphone gar nicht so wichtig ist. Ich bin auch so durch den Tag gekommen. Es war sogar entspannter als ich morgens noch vermutet hatte. Die Schwägerin tauchte fast pünktlich auf. Am Abend standen nur 75 Nachrichten auf meinem Handy, aber keine Katastrophen.

Wochenstress
Den Rest der Woche möchte ich eigentlich streichen, bis auf wenige Ausnahmen. Das Stricktreffen und den einzigen entspannten Tag mit dem Monstermädchen, lassen wir mal stehen. (Beides am Mittwoch). Ansonsten bin ich jeden Tag zur Arbeit geradelt, bei Wind und Wetter. In Berlin hatte es zwischendurch mächtig geschüttet, aber im nächsten Moment verdampfte alles wieder auf den Straßen. Die Natur feiert es und ich liebe zurzeit die Grünstreifen in unserer Stadt. Sei es, das es kein Geld gibt sie zu mähen oder ein ökologischer Gedanke dahintersteckt, aber es darf alles wachsen, was sich dort einen Raum gesucht hat.
Die Arbeit macht zwar gerade Spaß aber nerven tut es aber trotzdem, dass so viele Kollegen fehlen. Einige verlassen uns nun auch noch und haben scheinbar beschlossen, dass sie die letzten Tage lieber zu Hause verbringen wollen, statt mit uns. Was soll man da machen?
Vor oder nach der Arbeit hatte ich kaum Lust noch etwas zu machen. Ich merke einfach, dass bei mir auch immer mehr die Luft raus ist und ich gerne auch einfach eine lange Auszeit haben wollen würde.
Heute aber habe ich frei! Ich werde mit dem Kerl zum Blumenmarkt fahren, ein Kunsthandwerkermarkt besuchen und die Sonne genießen, während ich an meinem Pullover stricke oder ein Buch lese. Wie war deine Woche? Was denkst du, wie du einen Tag ohne Smartphone verbringen würdest, oder machst du einfach so manchmal Handypause?
Von allen Sorgen, die ich mir machte, sind die meisten nicht eingetroffen
Handy-Detox ist manchmal ganz angenehm. Ich bin zum Beispiel gerade wieder dabei, mir das Mitnehmen der Kamera wieder anzugewöhnen. Früher habe ich sie immer mitgeschleppt, das kann ich heute auch wieder.
Zeit ohne Internet genieße ich zum Beispiel, wenn ich am Meer bin. Da blogge ich dann zum Beispiel nicht, obwohl ich das Handy dabei habe, weil diese Funktion mich am Handy einfach nervt.
Das einzige, was ich wirklich richtig hässlich finde, mein Deutschland Ticket wohnt im Handy. Deshalb muss ich das auf Reisen immer mitnehmen und auch noch ein Ladekabel, weil mein Handy so uralt ist, dass der Akku nie mehr lange hält und ich dadurch immer Angst habe, mal ohne Fahrkarte dazustehen, weil das blöde Teil stromlos ist. Ansonsten kann ich recht gut darauf verzichten.
Dir wünsche ich jetzt einen tollen arbeitsfreien Tag.
Genieße ihn.
LG Mira
Ich vergesse mein Smartphone auch immer öfter, für mich ist es aber auch ein Fotoapparat, deshalb vermisse ich es dann doch leider sehr schnell. Herzliche Wochenend Grüße moni
Ach ja das liebe Smartphone ohne dass gar (fast) nix mehr geht…….. doch es geht schon. Und es tut gut.
Doch ab und an ohne Handy z.B. wenn ich ins Schwimmbad gehe nehm ich nie das Handy mit
LG
Ursula
PS: Leider geht es immer noch nicht mit der Linkparty kommt wieder „wird moderiert und muss freigegben werden“. Keine Ahnung….
Ja, diese kleinen Dinger enthalten inzwischen so viel, was wir für lebensnotwendig halten…..Ich habe ja lange gerne mit meiner Kamera fotografiert und sie mit mir herumgeschleppt. Jetzt reichen mir die Fotos mit dem Smartphone, die eigentlich so ganz anders sind. Und Telefonnummern? Da wüsste ich nur meine eigene uralte Festnetznummer! Ich schreibe jetzt auch meine Einkaufszettel auf dem Handy: Immer, wenn mir auffällt, was fehlt, wirds notiert und während des Einkaufens gelöscht. Alles schon sehr komisch….
Wochenendgrüße!🩵
Astrid
Manchmal denke ich, das Schicksal hat einen Plan! Wie gut, dass der Nachbar dich nicht erreichen konnte 😀
Als wir vor drei Jahren in die Ferien fuhren, merkte ich nach einer halben Stunde Fahrt, dass ich mein Handy zu Hause vergessen hatte. Weil wir schon zu weit weg waren, liess ich es, wo es war und verbrachte eine Woche ohne digitale Verbindung zur Aussenwelt. Es war sehr entspannend. Die gute Zeit begann schon ganz am Anfang in der Ferienwohnung, als der Internetzugang nicht funktionierte. Es war mir egal. Als wir wieder zu Hause waren, erfuhr ich, welche Aufregung die Nachbarn hatten und wie wütend der eine Nachbar auf mich war, weil ich den anderen erlaubt hatte, ihre Ziegen bei uns auf die Wiese zu lassen. Er hatte ununterbrochen versucht, mich zu erreichen und hätte mir bestimmt die Ferien verdorben. So habe ich von allem nichts mitgekriegt. 🙂 Wie gut! Liebe Grüsse zu dir. Geniess den Samstag ohne Arbeit. Regula