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Gegen den Dreck, der beim Spaziergang mit dem Hund an meinen Hosenbeinen haften bleibt, wollte ich mir schon lange ein paar Stulpen stricken. Im Grunde kein Zauberwerk. Reicht es doch, im Kreis stricken zu können. Und weil ich derzeit fast jeden Tag eine große oder größere Runde durch den Wald drehe und der Winter in Berlin eher nass und dreckig ist, wurde es endlich Zeit!

Ein passendes Garn lag noch in einer meiner Wollkisten. Ganz hinten, ganz unten. Denn diese Wolle habe ich schon ziemlich lange. Es ist ein Garn von OnLine Supersocke Panama-Color. 6-Fädige Sockenwolle mit Aloe Vera und Jojobaöl, 150 Gramm ca 375 Meter. Ob das irgendeinen Sinn macht, da Öle hinein zu mischen kann ich nicht sagen. Zumal ich die Stulpen wahrscheinlich niemals nicht auf der blanken Haut tragen werde. Warum diese Wolle auch in meinem Vorrat lag, kann ich auch nicht mal mehr genau sagen. Üblicherweise verstricke ich nämlich 4-Fädige Sockenwolle.

Ich wollte kein Kunstwerk schaffen. Ich wollte einfach nur ein paar schlichte Überzieher produzieren, um den Dreck vom Hosenbein fern zu halten. Das ist mir auch gelungen. Zopflos, Umschlag/Löcher fern, einfach nur einfach. Geribbelt habe ist sie aber trotzdem. Denn ich habe am Anfang nur 13 Maschen pro Nadel gehabt. Das hätte für Socken in meiner Größe gereicht. Aber ich will die Dinger gegen den Dreck nun mal über die Hosenbeine ziehen, da braucht es etwas mehr Maschen. Also wieder alles auf Anfang, mit den Strickfreundinnen kurz abgestimmt und neu angeschlagen. Dieses Mal waren auf jeder Nadel 16 Maschen.

Meine Anleitung:

64 Maschen mit 6-Fädiger Sockenwolle anschlagen. Ich bevorzuge ein Nadelspiel der Stärke 3,5. Aber die Magic-Loop-Methode geht natürlich auch (Ich mag übrigens gerne YouTube Videos, wenn ich ein Strickproblem habe. Da sehe ich immer, wie es am besten geht). Dann habe ich ein passendes Bündchen, in meinem Fall zwei rechts, zwei links, gestrickt. Mein Bündchen ist 5 lang. Dann kommt der trostlose Teil, denn es geht glatt rechts gestrickt, einfach Runde um Runde weiter. Und zwar so lange, bis du denkst, deine Unterschenkel sind gut genug bedeckt, um vor dem Dreck aus dem Wald oder der Kälte geschützt. Am Ende kommt das passende Bündchen wie oben dran. Also bei mir in zwei rechts, zwei links, über 5 cm. Abketten fertig.

Praktisch sind dann Wollen, die selber mustern. So wie bei meiner. Da ist das Stricken dann doch nicht ganz so langweilig.
Wenn du dich jetzt fragst, wer diese tollen Fotos geschossen hat, dann kann ich nur sagen, dass war ich selber! Mit Selbstauslöser im Wald. Ich hatte dabei so viel Spaß und musste oft so laut Lachen, dass mich die anderen Hundeausführer sehr merkwürdig beguckt haben. Der gemeine Berliner ist es halt auch nicht gewöhnt, wenn ihm einer mit einem lachenden Gesicht im Wald begegnet.

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