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Licht und Sonne {Samstagsplausch 16/20}

18.04.2020 | Samstagsplausch

Licht und Sonne gegen schlechte Laune

Ich bin anfällig. Anfällig für schlechte Laune und miese Gedanken. Wenn ich nicht an die frische Luft kann, wenn man mir ununterbrochen schlechte Nachrichten einflößt, dann macht mein Kopf zu. Nun geht es ja schon eine Weile so, dass wir dauerhaft mit dem Corona-Dings zugetextet werden. Das sind ja schlechte Nachrichten per se. Das erklärt nun vielleicht auch, warum sich meine Laune auf einem Tiefpunkt befand. Ich war schon so weit, dass ich jeden auf der Straße am liebsten angeschrien hätte.


Nun war ich am Donnerstag nach dem Frühdienst mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Hause, im Gleisdreieckpark unterwegs. Die Sonne schien und es war wirklich herrlich warm. Ich hatte Hunger auf einen vegetarischen Döner. Am Südkreuz gibt es einen recht guten türkischen Imbiss. Ich hatte Glück und es stand nur ein Mann vor mir an. Der Budenbesitzer strahlte so eine Freunde aus, dass ich ein bisschen grinsen musste, als er mich fragte, was ich haben möchte.

Kurz nach mir tauchte eine Frau auf, die sich artig in einem Abstand von 1 1/2 Meter von mir in die „Reihe“ stellte. Sie wurde genauso schnell nach ihrem Begehr gefragt wie ich und ebenfalls mit so viel Spaß am Beruf. Sie lachte lauthals und meinte, sie würde gerne den Döner zum Mitnehmen haben. Alle lachten mit ihr mit. Das ganze strahlte so viel Zuversicht aus, dass es mir ganz warm wurde. Meine miesen Gedanken fingen an sich zu verflüchtigen. Natürlich nahm ich meinen Döner auch zum Mitnehmen.

Draußen in der Sonne

Der Weg bis in den Park ist nicht weit. Eine kleine Mauer, mitten in der Sonne, an einer Wiese, auf der Kinder mit ihren Eltern Ball und Frisbee spielten. Die Kinder lachten und tobten durch die Sonne. Radfahrer fuhren auf den Wegen und Spaziergänger genossen das schöne Wetter. Ich genoss den Döner in der Sonne und schaute den Kindern zu. Wieder spürte ich, wie die eisernen Schellen um meine Seele immer lockerer wurden.

Mein Telefon klingelte, eine Freundin rief mich an. Wir schnatterten im Sonnenschein eine Weile. Und wieder wurde mir etwas leichter ums Herz. Den letzten Rest schaffte dann meine Mutter, die ich im Garten besuchte. Sie freute sich sehr, dass ich mal vorbei komme, denn ich halte mich weit weg von meinen Eltern. Nicht nur die Vorgaben „auf Abstand“ bleiben, hält mich fern, sondern auch, dass ich nicht weiß, welche Keime ich aus dem Krankenhaus anschleppen könnte.

Auf meinem Weg nach Hause störten mich die Menschen mit ihren falsch sitzenden Masken und 20x getragenen Handschuhen überhaupt nicht mehr. Meine Seele fühlte sich leicht an. So kann es bleiben! Auch gestern war meine Seele leicht. Licht, Sonne und die Fröhlichkeit, haben mich aus meinem negativen Gedankenkarussell heraus gezogen.
Geht es dir vielleicht auch gerade so? Dann kann ich dir nur ein Rezept über Lachen, Licht und Sonne ausstellen.

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24 Kommentare

  1. Rosa Henne

    Liebe Andrea,
    aaaach, wieder so schön geschrieben und so eine schöne Geschichte!Da wird mir ganz warm ums Herz :-)). Danke dir!
    Ich habe mir vorgenommen, einfach möglichst positiv zu denken… Hab noch ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße
    Ingrid

    Antworten
  2. Andrea/ die Zitronenfalterin

    Ich glaube, ich habe dieses Depri-Loch an einem einzigen Tag ganz am Anfang der Krise durchgestanden. Danach ging es besser. Falls mal ein Hauch davon vorbeiwehen sollte, dann denke ich immer an meine Tochterfamilie in den Staaten. Was haben wir es doch gut,….
    Nein, keine schlechte Laune bekommen, wenn die anderen einen schief sitzenden Mundschutz aufhaben. Sie tragen wenigstens einen!
    Liebe Grüße
    andrea

    Antworten
  3. Nicole/Frau Frieda

    Da fallen mir direkt ein paar Zeilen aus meinem alten Poesiealbum ein, liebe Andrea:

    Hab Sonne im Herzen,
    ob’s stürmt oder schneit.
    Ob der Himmel voll Wolken,
    die Erde voll Streit!
    Hab Sonne im Herzen,
    dann komme, was mag,
    das leuchtet voll Licht dir
    den dunkelsten Tag!

    Liebe Grüße, Nicole

    Antworten
  4. Ursula

    Oh bin ich froh, dass ich damit nicht alleine bin. Mediendiät hab ich, allerdings entkommt man ja dem Thema so gar nicht. Es ist allgegenwärtig.
    So versuche ich mir/uns es so gut wie möglich gehen zu lassen.
    Ach und jetzt schreib ich doch noch einen Samstagsplausch.
    LG
    Ursula

    Antworten
  5. Varis

    Mein Rezept ist, diese unglaubliche Flut von gleichgeschalteten Nachrichten auszublenden. Es ist unverantwortlich, was da medientechnisch abgeht und diese extreme Negativität, die da wirlich absichtlich verbreitet wird, finde ich furchtbar. Sobald man das ausblendet und sich einfach auf das Leben konzentriert, verzieht sich auch die schwarze Wolke wieder. Man kann auch aufpassen, ohne in Panik zu verfallen oder diese künstlich zu schüren.
    In diesem Sinne wünsche ich dir noch ein schönes, sonniges Wochenende!
    LG, Varis

    Antworten
  6. Magdalena

    Ich glaube, vielen Menschen geht es so wie Dir. Aber solche Begegnungen sind doch ein Highlight. Über diese Menschen, die einfach mal gute Laune machen, kann ich mich genauso freuen wie Du. Die sind auch viel wichtiger als all die Dauernöhler.
    LG
    Magdalena

    Antworten
  7. illy

    Hallo Du,
    ja,geht mir auch so. Es ist ein bisschen zum die Wände raufgehen… Aber es hilft ja alles nix.
    Vielleicht sollte ich auch vegetarischen Döner probieren.. 😉
    Liebe Grüße
    illy

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  8. Astridka

    Wenn ich so nahe dran wäre wie du, würde es mir vielleicht auch so gehen, aber die Nachrichten? Gut, ich lese recht viel dazu, sehr verschiedenes, und bei mir bringt das die grauen Zellen in Schwung. Übellaunig hat mich eher gemacht, dass ich nicht gut für mich sorge ( Döner hilft da gar nicht ). Und dass die Paketpost nichts mehr vorbeibringt, zum Beispiel den Blumenstrauß, den ich vor anderthalb Wochen bekommen sollte – wenn er endlich kommt, veröffentliche ich ein Foto im Blog 😂 ).
    Ansonsten helfen Punkt 1 &2 des Kölschen Grundgesetzes: Et es wie et es & Et kütt wie et kütt.
    Mehr ist nicht zu sagen 🤣
    GLG
    Astrid

    Antworten
  9. Gabi

    Moin liebe Andrea,
    ich bin ja doch nicht allein…letzte Woche waren meine Gedanken trüb und du hast liebe Worte bei mir gelassen; danke dir dafür.
    Inzwischen lese ich kaum noch die Nachrichten…es wird mir zuviel…ich halte mich an die Vorgaben und an meinen gesunden Menschenverstand….und mich hat diese Woche das Fensterputzen und die ehrliche Freude von lieben Menschen an meinen Näharbeiten…und dieses GRÜN überall richtig beflügelt…keine Ahnung vielleicht war irgendetwas in dem Putzmittel… hihihi
    Nein Quatsch…die Lebensfreude…die, müssen wir uns unbedingt bewahren…gerade wir, die an der „Front“ arbeiten…wir haben es verdient uns auch mal zu freuen und du weißt ja: GLÜCK ist ein kleiner Stern, der mitten in deinen Tag fällt…und wenn es in Form eines VeggieDöners ist :o)
    Fühl dich lieb umärmelt
    Gabi

    Antworten
  10. nealich

    Liebe Andrea, ich kann Dich so gut verstehen und den Nachrichtenkonsum auf ein Mindestmaß zu reduzieren hilft auch schon. Unser Dönermann (hier aufm Dorf gibt es ja leider nur einen ;o) hat zu machen müssen, aber Deine Geschichte gefällt mir sehr. Ich muss auch gucken, dass ich vor lauter Laberdaschn nähen nicht den Frühling verpasse…
    Alles Liebe für Dich
    Katrin

    Antworten
  11. Nicole von Hexen und Prinzessinnen

    Hallo Andrea, mir geht es manchmal auch ein wenig so. Zwar nicht oft, aber manchmal. Am Donnerstag war ich richtig lange joggen, mit einem Hörbuch im Ohr. Dann ging es wieder besser. Die Sonne macht alles besser, aber sobald das Wetter längere Zeit schlechter wird, haben wir wohl alle ein Problem.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    LG Nicole

    Antworten
  12. Frau Jule

    Ach, ich fühle so mit dir. ich war kurz davor mal so ein paar von diesen asozialen radfahrenden vom rad zu treten, weil sie meinen, die straße gehöre ihnen oder weil sie jetzt auf einmal wieder damit anfangen, rad zu fahren. grrrrrrr…. ja und diese falsch sitzenden masken und handschuhe machen mich auch echt aggro…. darum versuche ich nach möglichkeit mein erledigungen und meine bewegung zu „erledigen“, wenn alle noch schlafen. und dann wieder in meine muggelbude.
    lass dich nicht ärgern.
    liebst,
    jule*

    Antworten
  13. Kunzfrau

    Nee schlechte Laune und miese Gedanken habe ich nicht. Ich habe ein leicht komisches Gefühl in mir. So ein bisschen Angst macht sich breit. Dann aber kann ich mich daran erfreuen, dass die Sonne scheint und an die frische Lusft dürfen wir ja. Leider in meinem Fall immer allein. Das ist das, was mir am meisten zu schadffen macht. Das ständige Alleinsein.

    TRotz alledem wünsche ich dir ein schönes Wochenende!
    Marion

    Antworten
  14. nina. aka wippsteerts

    Passt, habe auch Unlust. Nicht direkt schlechte Laune, aber so ein ….grrr Kribbeln im Kopf, das sich da immer wieder durchmogelt. Aber es entwickelt sich da auch was raus, was nicht unlustiges.
    Schönes Wochenende
    Liebe Grüsse
    Nina

    Antworten
  15. Regula

    Da hilft auch, keine Nachrichten mehr zu lesen und zu hören. Liebe Grüsse von Regula

    Antworten
  16. Sheena

    guten morgen Andrea,

    Ohja da bist du nicht alleine, auch ich bin extrem anfällig für schlechte Laune und extrem miese Gedanken, gerade in den Zeiten geht das bei mir innerhalb von Sekunden mehrfach am Tag ganz schnell.
    Auch das mit den jeden auf der Strasse anschreien kommt mir bekannt vor, ich zieh dann dementsprenchend einen mega Flunsch.
    Die Geschichte mit dem Dönermann klingt echt sehr schön und toll, da hätte ich auch gute Laune bekommen.

    Nun wünsche ich dir ein sonniges und wunderbares Wochenende mit hoffentlich guter Laune dabei

    Herzlich Sheena

    Antworten
    • Rainer Kirmse , Altenburg

      Nebel legt sich aufs Gemüt,
      Trübsal in uns’re Seele zieht.
      An die Sonne geht der Appell,
      Es möge werden wieder hell.

      ODE AN DIE SONNE

      Frau Klärchen, unsere Sonne
      Verbreitet Frohsinn und Wonne.
      Zieht sie sich mal länger zurück,
      Ist’s vorbei mit Freude und Glück.

      Nebelverhangen Wald und Flur,
      Von Sonnenstrahlen keine Spur.
      Wir steigen auf zu Bergeshöhn,
      Um das Zentralgestirn zu seh’n.

      Glühend heiß dieser Sonnenball,
      Der Menschheit Heimatstern im All.
      Er spendet uns Wärme und Licht,
      Sonst gäb‘ es Homo sapiens nicht.

      Die Erde sinkt in dunkle Nacht,
      Wenn uns’re Klara Pause macht.
      Der Sonnenschein ist ein Segen,
      So kann sich das Leben regen.

      Rainer Kirmse , Altenburg

      Sonnige Grüße aus Thüringen

      Antworten
  17. Eva

    Guten Morgen Andrea,
    weisst du, ich höre die Nachrichten gar nicht mehr. Zu mir sagte neulich eine Frau „ich ignoriere das Virus“ und genauso mache ich das, wie viele Menschen inzwischen auch. Ich kann mir auch nicht ständig Gedanken machen, was wäre wenn…!
    Ne und es geht ja aufwärts. Tja, so ist das Masken sollte man nach dem Tragen waschen und Handschuhe nur einmal gebrauchen. Da wären wir wieder beim Gummi und dem Plastik.
    Ich freue mich an jedem Tag, an dem ich mit meinem Freund auf das Rad kann und dann wird geradelt, in Gegenden, wo wir wissen, dass hier nicht viel los ist.
    Was ich nun mal vermisse, ist meine Familie und auch die Theaterbesuche usw. Aber deshalb werde ich nicht mürrisch. Diese ganze Aktion mit dem „einsperren“ ist nicht gut und manch alter Mensch geht am „einsperren“ zugrunde und kommt dann auch noch auf die Corona-Liste.
    Ich setze dir keinen Link, aber schau man die Videos von Herrn Dr. Schiffmann aus Sinshein bei youtube an und dessen Meinung zu der ganzen Sache.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag und vor allem ein schönes Wochenende einfach mal raus auf das Rad.
    Lieben Gruß Eva

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