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Nebel

Jetzt ist es doch noch Herbst geworden. Wenn der Nebel am Morgen durch die Straßen wabert. Nebel erinnert mich immer an meine Schwester. Als sie lesen lernte, gab es einen Abschnitt in ihrer Lesefibel:

Nebel, Nebel, überall. In den Straßen. Im Park auf dem Spielplatz…

Unsere Mutter saß mit meiner Schwester stundenlang, bis das Schwesterlein den Text lesen konnte. Im Grunde, hatte sie es aber auswendig gelernt. Wenn man auf einen anderen Teil als den Anfang tippte, wusste Sie nicht, was da stand. Inzwischen konnten wir alle den Text auswendig. Und wenn die Mutter die Fibel herauszog, plapperten wir alle “Nebel, Nebel, überall…” Wir fanden es lustig. Meine Mutter nicht. Die Schwester mochte Jahrelang nicht gerne lesen. Und heute, verschlingt das Schwesterherz richtig schwierige Literatur. Wie war das bei dir? Hattest du gleich von Anfang an Lust auf’s Lesen?

Ich lese sehr gerne. Das zeigt sich auch in meinem Lesezimmer. Dort findest du eine neue Rezension von einem Buch, das ich nicht besonders anspruchsvoll fand, dafür aber sehr lustig. Da fällt mir noch etwas zu meinem Lesezimmer ein: Ich sammel seit einiger Zeit auch deine Bücher. Wenn du mir vielleicht ein Buch vorstellen möchtest, das dich beeindruckt hat, dann nüscht wie ran da. 

So, wie war denn nun meine Woche! Ich fand eher durchwachsen. Auch, wenn ich vermutlich wieder in deinen Augen eine Menge gemacht habe, hatte ich das Gefühl, nur arbeiten gewesen zu sein. In meinem Berufszweig herrscht gerade Hochkonjunktur. Weiß der Geier warum! So dass ich mit einigen Überstunden die Woche abgeschlossen habe. Der Kerl findet aber, obwohl ich mehr Arbeit habe, scheine ich im ganzen entspannter. Das kann schon sein… Im Moment bin ich eher müde und wünsche mich nach Sizilien zurück.

Der Plan ist, mehr die Eltern zu besuchen. Auch, wenn es nur auf ein paar Minuten ist. Der Vater hat neuerdings ein neues Hobby. Egal, was ich zu sagen habe, gibt er mir Contra, so dass ich immer sofort reagiere und gegenhalte. Das hatte er schon immer mit mir. Aber in der letzten Zeit empfinde ich es als anstrengend, und es nimmt zu. Ja, sie sind eben nicht mehr die Jüngsten, und wer weiß, wie lange ich sie noch habe. Weshalb ich mir nun einen Plan gemacht habe und versuchen möchte, diesem Grummelmann die Stirn zu bieten und nicht mehr auf seine Sticheleien zu reagieren. Mal sehen, wie es wird.

Kommen wir zu meinem Gestricksel. Stelle dir vor, ich habe meine Handschuhe fertig. Jetzt brauche ich nur noch jemanden, der sie mir fotografiert. Außerdem wartet noch mein Mohairschal darauf, endlich vorgeführt zu werden. Wo ist denn bloß meine Fotografin? Einen Plan habe ich auch. Ich habe eine Wolle, die zu einem schönen Pulli verstrickt werden möchte. Und ich will mir ein zweites Paar Handschuhe stricken. Vielleicht sogar noch mehr. Denn ich habe ein tolles Buch zum Handschuhstricken bekommen. Und das neue Buch von Stine und Stitch. Da handelt es sich aber um ein Sockenbuch. Hast du auch etwas Neues auf den Nadeln? Ich bin gespannt, was du zu erzählen hast:…


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