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Kennst du Montbretien?

Das ist ein Schwertlilien Gewächs. Eine Pflanze, die so voller Wärme zu seien scheint. Aber schau doch einfach mal selber. Ich hatte das Gefühl, als ich sie auf dem Markt gesehen habe, dass sie von sich aus strahlen würde. Ich habe mir einen Bund einpacken lassen und habe sie, wie sie sind in die Vase gestellt. Ohne jeden Schnickschnack.

Und weil es gerade so gepasst hat, stehen sie mitten im Sonnenschein auf dem Balkon. Ganz viele Knospen sind noch geschlossen. Ob man die wohl wie Gladiolen besser abbrechen sollte? Ich lass sie mal so stehen und warte ab. 

Stadtgeschichten

Ich war mal wieder in einem Supermarkt. Dabei wollte ich doch viel öfter auf dem Markt einkaufen gehen. Gegenüber an der Kasse, die nicht besetzt ist, stehen drei Männer. Völlig aufgedrehte Mitvierziger. Sie gackern wie die Schulbuben und haben sichtlich Freude. Sie sehen sich einen Schokoriegel nach dem anderen an und tuscheln immer wieder. Eine Verkäuferin läuft an den Dreien vorbei und wird von dem Lautesten angesprochen, so dass es auch auf jeden Fall der ganze Laden mitbekommt. “Jibbt ditt hier auch Vegane Schokolade? Jibbt ditt, ditt überhaupt?” Die Verkäuferin nimmt es gelassen, schließlich sind wir in einem Biosupermarkt. “Natürlich gibt es Vegane Schokolade! Wenn sie mir wohl folgen würden…”

Ich habe meinen Einkauf auf dem Fließband abgelegt. Ich habe nun Zeit, denn vor mir stehen noch zwei Leute und hinter mir steht eine ältere Dame. Ich zücke mein Handy und gucke mal, ob ich irgendwie wichtig war und eine Nachricht bekommen habe. Aus den Augenwinkeln bekomme ich mit, dass die ältere Frau hinter mir anfängt, meinen Einkauf nach vorne zu schieben und den obligatorischen Trenner zwischen unsere Waren schiebt. Weil ihr der Platz scheinbar nicht reicht, schiebt sie meinen Wagen etwas nach vorne. Ich passe nur auf, dass der Wagen nicht in die Hacken der Frau vor mir geschoben wird.

Ich gucke weiter auf mein Handy und die Frau wird unruhig. Es geht ihr wohl nicht schnell genug. Sie schiebt wieder meine Sachen, sowie den Einkaufswagen ein Stück weiter. Jetzt wird es mir aber zu bunt. Der Wagen trift fast die Frau vor mir. Nachher bekomme ich noch den Ärger. “Würden sie es bitte unterlassen, meinen Wagen nach vorne zu schieben!” “Wenn sie nicht so doof dastehen würden, dann hätten hier noch viel mehr Leute Platz. Dann würde das alles zügiger gehen!”, blafft sie mich an. “Ähm, das liegt nicht an der Sortierung auf dem Band, sondern an der Geschwindigkeit des Kassierers.” “Wenn sie ihren Wagen da hinstellen würden, dann könnten die Leute hinter mir auch schon ihre Waren aufs Band legen.” “Haben sie es irgendwie eilig? Möchten sie lieber vor mich? Ich habe Zeit”. “Und wenn sie keine haben, dann frage ich mich, warum sie dann in einem Bioladen einkaufen, hier laufen die Uhren anders!” “Jetzt werden sie mal nicht albern. Für mich ist dieses Thema jetzt beendet!” Sprach sie, zog eine Schnute und starrte in eine andere Richtung.

Mich ärgerte das immer noch und ich konnte nicht anders als noch einmal nachzupieken, als ich am Bezahlen war. Ich habe mit EC Karte bezahlt und als ich meinen Pin eingegeben habe, drehte ich mich noch einmal um, und fragte die alte Dame, ob ich ihr nun schnell genug gewesen sei. “Jetzt hört es sich aber auf! Ich dachte das Thema wäre beendet und nun fangen sie schon wieder damit an!!”, echauffierte sich die Frau. “Das gibt es doch gar nicht…” Ich packte meine Sachen zusammen und ging grinsend aus dem Laden.  

Kennst du auch so ungeduldige Herrschaften? Sind die auch immer so ungehalten in deinem Supermarkt?
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