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Blüten aus dem Nachbarinnengarten

In Berlin finden sich in jeder Grünanlage reichlich Holundersträucher. Wenn man durch die Straßen radelt, duftet es einem aus jeder Ecke entgegen. Neben dem Fliederduft, den ich so liebe, könnte ich mich direkt in einen solchen Holunderstrauch setzen und nur beduftet werden. Geht dir das auch so?
Ich war schon mit dem Gedanken schwanger, demnächst einige Blüten von den Parkanlagen mitgehen zu lassen, als mich die Gartennachbarin fragen kam, ob ich wohl ein paar Holunderblüten haben möchte. Soll ich da nein sagen? Bestimmt nicht. Denn in ihrem Garten geht alles ökologisch wertvoll von statten.

“Komm such dir ein paar Blüten aus. Es sind reichlich da!” Ich habe wieder einmal gestaunt, wie schön der Garten der Nachbarin ist. Ordentlich – unordentlich. Hier und da einige Kleinigkeiten, die das Auge erfreuen. Ganz anders, als der Garten meiner Eltern, wo alles absolut korrekt zugehen muss und selbst die Fische ohne Schlamm am Grund auskommen müssen. Die Nachbarin hat zwei alte Holunderbäume. Der eine musste allerdings einige Zweige opfern. Er warf seine reifen Beeren immer auf die Markise. Und wer Holunder kennt, der weiß, dass diese Farbe so gut wie nie mehr aus dem Stoff verschwindet.

Ich habe den Garten  nur unter großem Widerwillen wieder verlassen. Aber der Holunder musste schnellstens ins Wasser. Denn die Blüten halten tatsächlich nicht lange. Ich habe es schon oft versucht. Dieses Mal haben wir die Äste gleich mit abgeschnitten. Und ich habe die sehr schräg angeschnitten, als ich zu Hause ankam. Sie bekamen einen Ehrenplatz auf dem Esstisch. Im Glashafen, damit sie viel Platz haben.

Innerhalb kürzester Zeit duftete das ganze Zimmer, zog der Duft durch die gesamte Wohnung. Süßlich, fruchtig, nach Sommer und Glück riechend. An den Zweigen waren sogar noch zwei Dolden, die nicht aufgeblüht waren. Die zarten Blüten sehen immer so zerbrechlich aus. Und schon nach kurzer Zeit, fielen einige auf die Tischplatte. 

Als dann am nächsten Morgen die Sonne auch noch ihre Strahlen auf die Blumen warf, musste ich sie gleich fotografieren. Mit der Kamera und der Kaffeetasse schlich ich um die Vase und den Tisch herum. Und, ach du schreck, einige Blüten ließen schon wieder den Kopf hängen. Es duftete zwar immer noch, aber die hängenden Dolden machten dann doch traurig.

Weißt du, dass man den Sommerduft des Holunders einfangen kann? Ich weiß wie es geht. Und viele Andere auch. Ich will da gar nicht erst ein Rezept aufschreiben, denn eigentlich ist es immer das selbe. Es variiert manchmal. HIER kannst du es lesen, wie es geht… 

Ich habe den Duft des Sommers eingefangen, damit ich mich im kalten Winter noch ab und zu daran ergötzen kann. Die traurigen Blüten landeten im Wasserbad und blieben dort, bis ich sie wieder befreite. Die Knospen sind übrigens auch noch aufgegangen, allerdings hielten sie sich nicht länger als ihre inzwischen konservierten Geschwister.

Ich kann dir sagen, dieser Gelee ohne irgendwelche besonderen Zusätze, ist einfach nur köstlich. Ich mache nichts außer etwas Zitrone an den Gelee. So bleibt der Geschmack erhalten, der mich an schönes Wetter und Sonnenschein erinnern soll. Das Gläschen habe ich mit einem Marmeladenhäubchen verziert. Ein Geschenk an einen lieben Menschen… 

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