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Impressionen vom Maifest in Kreuzberg

Heute, auf dem Maifest in Berlin Kreuzberg, gab es eine Menge Kommunikation. Ich habe schon lange nicht mehr so viele Menschen einfach nur zusammensitzen sehen und ohne technische Geräte sich unterhalten. Einfach sich auf die Wiese sitzen und reden. 
Auf den Bänken saßen die Älteren und unterhielten sich, genossen den Umstand, dass so viele junge Leute auf den Straßen unterwegs waren. Damals vor vielen Jahren, es war wohl 1987 ging es hier nicht so friedlich zu. Der Spiegel online betitelte die Kämpfe auf den Straßen mit “Die Mutter aller Krawalle”. Damals wohnte ich nicht weit weg von den Ausschreitungen. Scheiben gingen zu Bruch und die Schlagstöcke und fliegenden Steine wurden fleißig eingesetzt. Ich bin kein Protestgänger, aber ich bin nicht darum herum gekommen, einiges davon mit zu bekommen. Die nächsten Jahre haben die umliegenden Geschäfte ihre Auslagen weggeräumt und ihre Fenster verrammelt. Drei Tage sah Kreuzberg und Neukölln nach Krieg aus.

Vor 14 Jahren, dachte sich die Regierung ein neues Konzept aus. Sie ließen ein “friedliches” Maifest organisieren. Mit Musikbühnen und Getränkeverkauf an den Straßenrändern. Anfangs ging das Konzept nicht wirklich auf, aber im Laufe der Jahre wurde das Maifest in Kreuzberg immer mehr zum Touristentreffen und die eigentliche Bedeutung der Protestmärsche ging verloren. Obwohl immer noch an den Rändern die Demonstranten zu Märschen und manchmal auch noch zu fliegenden Steinen und Polizistenjagd aufrufen. 
Am Nachmittag war davon allerdings noch nichts zu spüren und die Menschen saßen in kleinen Grüppchen auf dem Mariannenplatz und kommunizierten, genossen das Beisammensein. 

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