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Helga sammelt unsere Blumen am Freitag. Und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Denn zum Einen, trifft man auf Blogger, denen es auch wichtig ist, ihr Zuhause mit Schönem zu dekorieren und zum Anderen, bringt sie (Helga), mich dazu in meinem Kiez nach frischem Grünzeug zu suchen. Und dabei Menschen in freier Wildbahn zu beobachten und ihre Geschichten aufzuschreiben. Dabei möchte ich natürlich niemanden zu nahe treten. Ich schreibe nur auf, was ich sehe und denke, ich bewerte nicht. 
Meine Ranunkeln habe ich von unserem Blumendiscounter. Der hat umgebaut. Sie verkaufen nun mehr frische Blumen und legen Wert auf “Bio-Ware”. Ich kann es nicht beurteilen. Ich kaufe, was mir Freude macht. Und das waren nun eben die orangen Ranunkeln. Und die Sternblümchen, deren Namen ich doch glatt verdrängt habe. Die Weidenkätzchen sind auch noch schön genug, dass sie einen Platz in der Vase fanden. Und damit ich mal ein bisschen Ostern habe, stellte ich meine Hasensammlung und noch so allerlei “unnützes” Zeug dazu. 

Stadtgeschichten

Letzten Samstag im Kaufhaus… (Marion fragt mich immer, wo ich einkaufen gehe. Diesmal in einem riesigen Kaufhaus in Mitte). Ich war auf der Suche nach einem T-Shirt. Es war einfach zu warm draußen und ich hatte einen viel zu dicken Pulli an. Und weil ich mich noch mit den Mädels zum Stricken treffen wollte, musste etwas leichteres her. Ich stöberte so durch die Kleiderständer und fand auch etwas sehr hübsches. Und weil ich nicht nur mit einem Teilchen in die Umkleide wollte, nahm ich noch eine Hose (brauchte ich gar nicht), eine sehr hübsche Bluse, und weil es so verlockend aussah, ein Sommerkleid mit. Ich verschwand hinter dem Vorhang und probierte in aller Ruhe die Dinge an. 
“Kannst du dich mal drehen?” sprach es vom Flur. Warum sollte ich mich drehen? Ach, ich war gar nicht gemeint. “Meinst du nicht, dass es etwas eng sitzt?” kam aus der Kabine nebenan. ” Mama, das trägt man so!… Du kannst das wirklich anziehen.” “Ist die Farbe nicht etwas zu schrill!” Schade, dass ich nicht sehen konnte, was die Mama anhatte. “Jetzt stell dich doch nicht so an! Du musst doch nicht immer wie eine graue Maus herum laufen. Und zum Friseur gehen wir auch noch!” “Ich weiß nicht…” “Los zieh mal die Bluse an… Dieses olle Ding passt ja auch gar nicht zu dem Rock.” Ach, einen Rock hatte die Mutter an… “Nee…neee… das sieht gar nicht aus an mir …” “WOW…man Mama… Du siehst ne Wucht aus… Da nehme ich dich glatt in einen Klub mit.” (Wenn das mal keine Auszeichnung ist!)
“Und jetzt zieh das hier mal an”. “Ich glaube, das passt mir nicht!” “Doch, doch, … Nein, das gehört so rum …” Stille, rascheln und schnaufen. Ich habe glatt vergessen, dass ich ja auch noch etwas anprobieren wollte. Die Tochter quietscht plötzlich auf. “Ich habe gar nicht gewusst, wie toll du aussehen kannst, Mama” Die Mama scheint nicht überzeugt. Die Tochter quasselt in einer Tour weiter auf die Mutter ein. Ich habe nun alles anprobiert und mich nur für das T-Shirt entschieden. War ja auch der Plan. Die Beiden habe ich der Anonymität der Umkleide überlassen, obwohl ich selber sehr gespannt auf die Mutter war. Von der Kasse warf ich noch einen Blick Richtung Umkleide. Schade, dass ich sie nicht mehr gesehen habe. 
Wie kaufst du ein? Gehst du alleine oder nimmst du einen Berater mit? Oder gehörst du zu denen, die ihre Kleidung nur noch über das Internet bestellen. Ich selber gehe gerne einkaufen, denn dann erlebt man was…
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