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Stadtgeschichten und Freitagsblumen

07.04.2017 | Blumenfreitag, LinkParty, Stadtgeschichten

Helga sammelt unsere Blumen am Freitag. Und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Denn zum Einen, trifft man auf Blogger, denen es auch wichtig ist, ihr Zuhause mit Schönem zu dekorieren und zum Anderen, bringt sie (Helga), mich dazu in meinem Kiez nach frischem Grünzeug zu suchen. Und dabei Menschen in freier Wildbahn zu beobachten und ihre Geschichten aufzuschreiben. Dabei möchte ich natürlich niemanden zu nahe treten. Ich schreibe nur auf, was ich sehe und denke, ich bewerte nicht. 
Meine Ranunkeln habe ich von unserem Blumendiscounter. Der hat umgebaut. Sie verkaufen nun mehr frische Blumen und legen Wert auf „Bio-Ware“. Ich kann es nicht beurteilen. Ich kaufe, was mir Freude macht. Und das waren nun eben die orangen Ranunkeln. Und die Sternblümchen, deren Namen ich doch glatt verdrängt habe. Die Weidenkätzchen sind auch noch schön genug, dass sie einen Platz in der Vase fanden. Und damit ich mal ein bisschen Ostern habe, stellte ich meine Hasensammlung und noch so allerlei „unnützes“ Zeug dazu. 

Stadtgeschichten

Letzten Samstag im Kaufhaus… (Marion fragt mich immer, wo ich einkaufen gehe. Diesmal in einem riesigen Kaufhaus in Mitte). Ich war auf der Suche nach einem T-Shirt. Es war einfach zu warm draußen und ich hatte einen viel zu dicken Pulli an. Und weil ich mich noch mit den Mädels zum Stricken treffen wollte, musste etwas leichteres her. Ich stöberte so durch die Kleiderständer und fand auch etwas sehr hübsches. Und weil ich nicht nur mit einem Teilchen in die Umkleide wollte, nahm ich noch eine Hose (brauchte ich gar nicht), eine sehr hübsche Bluse, und weil es so verlockend aussah, ein Sommerkleid mit. Ich verschwand hinter dem Vorhang und probierte in aller Ruhe die Dinge an. 
„Kannst du dich mal drehen?“ sprach es vom Flur. Warum sollte ich mich drehen? Ach, ich war gar nicht gemeint. „Meinst du nicht, dass es etwas eng sitzt?“ kam aus der Kabine nebenan. “ Mama, das trägt man so!… Du kannst das wirklich anziehen.“ „Ist die Farbe nicht etwas zu schrill!“ Schade, dass ich nicht sehen konnte, was die Mama anhatte. „Jetzt stell dich doch nicht so an! Du musst doch nicht immer wie eine graue Maus herum laufen. Und zum Friseur gehen wir auch noch!“ „Ich weiß nicht…“ „Los zieh mal die Bluse an… Dieses olle Ding passt ja auch gar nicht zu dem Rock.“ Ach, einen Rock hatte die Mutter an… „Nee…neee… das sieht gar nicht aus an mir …“ „WOW…man Mama… Du siehst ne Wucht aus… Da nehme ich dich glatt in einen Klub mit.“ (Wenn das mal keine Auszeichnung ist!)
„Und jetzt zieh das hier mal an“. „Ich glaube, das passt mir nicht!“ „Doch, doch, … Nein, das gehört so rum …“ Stille, rascheln und schnaufen. Ich habe glatt vergessen, dass ich ja auch noch etwas anprobieren wollte. Die Tochter quietscht plötzlich auf. „Ich habe gar nicht gewusst, wie toll du aussehen kannst, Mama“ Die Mama scheint nicht überzeugt. Die Tochter quasselt in einer Tour weiter auf die Mutter ein. Ich habe nun alles anprobiert und mich nur für das T-Shirt entschieden. War ja auch der Plan. Die Beiden habe ich der Anonymität der Umkleide überlassen, obwohl ich selber sehr gespannt auf die Mutter war. Von der Kasse warf ich noch einen Blick Richtung Umkleide. Schade, dass ich sie nicht mehr gesehen habe. 
Wie kaufst du ein? Gehst du alleine oder nimmst du einen Berater mit? Oder gehörst du zu denen, die ihre Kleidung nur noch über das Internet bestellen. Ich selber gehe gerne einkaufen, denn dann erlebt man was…
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13 Kommentare

  1. Kurz und gut

    Der Dialog aus der Nachbarkabine ist wirklich witzig! Schade, dass du die beiden nicht mehr sehen konntest.
    Ich bin eine Spontaneinkäuferin. Ich "gehe einkaufen", weil ich "etwas Bestimmtes such", hab ich mir abgewöhnt, es ist frustrierend *lach*
    Alles Liebe Babsy

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  2. Nicole/Frau Frieda

    Was für wunderschöne Ranunkeln, liebe Andrea! Das Orange macht richtig gute Laune. Deine Geschichte allerdings auch.. ich hätte die Mutti auch gerne gesehen. Eine Wucht zu sein – ist bestimmt ein ganz neues Lebensgefühl ;)) Herzlichst, Nicole

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  3. Babajeza

    Bestellen ist so eine Sache. Wenn es nicht passt, krieg ich die Krise. Ich kaufe meistens second hand. 🙂 Liebe Grüsse von mir

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  4. Astrid Ka

    Ein toller Strauß, heute besonders schön fotografiert, finde ich. – Solche Erlebnisse habe ich selten, da ich wenig in Läden kaufe ( und bei GS werden die Männer immer schön in die tolle Sitzecke platziert ). Aber morgen muss ich mal….
    Bon week-end!
    Astrid

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  5. siebenVORsieben

    Liebe Andrea, b
    ei deinen tollen Stadtgeschichten rücken die (sehr schönen) Blumen leider direkt in den Hintergrund 😉
    Also selbst ich will nun die Mutter (und die Tochter natürlich auch) sehen!!!
    Ich glaube ich muss auch dringend ma wieder einen Stadtbummel machen!
    Und zu deiner Frage, seit ich Vorstadtmutti bin ;-)) kaufe ich die meisten Klamotten tatsächlih im Internet, obwohl ich mir jedes mal vonehme mal wieder einen Bummel zu machen. Aber seit ich Kinder habe und selbständig bin, fehlt mir da meist die Muse. Zweimal im Jahr bummle ich aber mit meiner Mutter, ansonsten immer alleine. Ich bin absolut kein Mit-Freundinnen-Shoppen-Typ (mit dem Mann erst recht nicht!).
    Liebe Grüße
    Jutta

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  6. kleiner-staudengarten

    Hallo Andrea,
    ein schöner Frühlingsgruß…Ranunkeln find ich immer wieder klasse und beim nächsten Strauß vergesse ich hoffentlich das Trocknen der Blüten nicht. Eine wunderbare Kabinengeschichte, da hört frau unweigerlich ganz gebannt zu. 😉 Ich fahre ab und an in die große Stadt …im Internet bestell ich so gut wie nie…Begegnungen und das Genießen eines Milchcafes nach der Shoppingtour kann das Net nicht bieten.
    Ein schönes Wochenende wünsch ich dir,
    viele Grüße Marita

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  7. Kerstins Zuhause

    Hallo Andrea,
    die Ranunkeln sehen mit ihrem Beiwerk nach sonnigem Frühling aus. Herrlich.
    Herrlich ist auch das Gespräch zwischen Mutter und Tochter.
    Ich gehe, wenn es denn sein muss, im Ort oder in der angrenzenden "Großstadt"
    einkaufen.
    Wünsche dir ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße, Kerstin

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  8. Kunzfrau

    Ich liebe Ranunkeln! Und dann auch noch in einer so schönen Farbe.
    Und ich muss dich mal zum Einkaufen begleiten, denn auch wenn ich ins Kaufhaus gehe kriege ich so etwas Nettes nie geboten. Und zu gerne hätte ich Mutter und Tochter auch gesehen. Aber ich finde das total toll, dass die Tohcter versucht ihre Mutter etwas aufzupeppen! Ich gehe immer allein einkaufen!

    Gruß Marion

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  9. Sheepy

    Typisches Genaerationsgespräch würde ich meinen ;O), oft hört man es ja anderes herum…
    Einen tollen Frühlingsgruß läßt du auch für uns da, Danke.
    Lieben Inselgruß
    Kerstin

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  10. fim works Frauke - it's me!

    Einkaufen, da sagst du was! Meistens bin ich mit der Mutter unterwegs, wir haben zwei Lagerverkäufe, wo wir beide gern hingehen und immer was finden. Und echt unseren Spaß haben, so wie du in deiner Umkleide 😉
    Aber ich gehe auch gern in die Stadt, ein bisschen durch die Läden stöbern. Das mache ich meist allein, weil spontan.

    Deine Ranunkeln habe ein tolles Orange! So satt, sehr schön. Und diese Sternchenblumen, die will ich auch haben!

    Ich bin ja auch blöd, dass ich mich von Berufsbloggern kirre machen lasse. Ich sollte es halten wie Hulia und einfach meinen Frieden mit mir und der Bloggerei nach meinem Gusto schließen. Aber kürzer bekommst du wahrscheinlich nicht erfüllt 😉

    Ich drück und knutsch dich auch!
    Liebe Grüße … Frauke
    Hab noch einen schönen Tag … liebe Grüße, Frauke

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  11. Muschelmaus

    grins, Geschichten aus der Umkleidekabine, sehr interessant. Ich versuche, das meiste selbst zu nähen oder zu stricken, da erlebt man anderes 🙂

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  12. Sunnys Haus

    Liebe Andrea,
    schöne Geschichte ! Wäre wirklich interessant zu sehen, was die Mutter anprobiert hat :-). Ist schon kurios, was man manchmal so erlebt, wenn man sich unter Menschen traut :-). Ich war lange keine Kleidung einkaufen, weil ich eh zuviel hatte. Hab sehr viel aussortiert mit der Zeit – immer mit dem Ziel vor Augen, nur noch Sachen zu besitzen, die ich auch trage und in denen ich mich wohl fühle. Und natürlich ein paar Klamotten zum arbeiten am Haus oder im Garten. Inzwischen ist es übersichtlich geworden, aber es ist immernoch einiges dabei, das schon mehrere Chancen hatte und doch nicht angezogen wird. Dafür gehen die Sachen, die ich immer anziehe, nach und nach kaputt.
    Also muss ich wohl irgendwann man losziehen und einkaufen. Lust dazu habe ich nicht – aber online zu bestellen ist auch wieder ein Risiko und mit viel Aufwand verbunden, wenn was nicht passt.

    Liebe Grüße
    Birgit

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  13. Petra.......die sticklady

    Ich kaufe nicht so oft ein, weil es doch ein etwas größerer Aufwand ist in die nächste Stadt zu reisen ;-), aber dann genieße ich die Einkaufathmosphäre auch immer.
    Nettes Lauschgespräch, ich wäre glaube ich zu neugierig gewesen um einfach wegzugehen, aber die Situation kann man sich sehr gut vorstellen.
    Liebe Grüße Petra

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