Seite auswählen

…oder, die Welt aus der Sicht der Maus

Dummerweise, habe ich nicht aufgepasst, als ich mit meinem Frühstück aus der Küche kam. Da lag sie einfach rum, die Katze. Sie ist riesig! Schau doch nur mal ihre Hinterpfote. Und sie ist unberechenbar. Sie springt manchmal aus dem Liegen, ohne weiters auf und ist mit einem Satz auf der Kommode, die ich nur, unter schwersten sportlichen Bemühungen, erreichen kann. 
Da steh ich nun, mit meinen Brotkrumen in den Pfoten. Schnell eine Lösung… sie schaut schon her. Was? Was soll ich machen?… Ich sacke einfach in mich zusammen und spiele tote Maus! Nicht zucken, mit keinem Härchen. Ich hab’s gewusst! Sie schiebt sich, über den Boden, einfach zu mir rüber. STILLHALTEN!

Ihh, das kitzelt. Hoffentlich muss ich nicht niesen. Ist mir schon einmal passiert. Danach musste ich entstaubt, ausgeschüttelt und gerichtet werden. Zum Glück, ist nicht mehr passiert. Sie hatte mich durch das ganze Wohnzimmer geschleudert und ist in aufgeregten Sprüngen hinter mir her gehüpft. Das sah wirklich grausam aus. Aus meiner Perspektive, jedenfalls. Frau Karminrot, hat mit einem Grinsen zugeschaut. “Ich kann dich doch wieder flicken!” hat sie behauptet. Aber ich habe ganz schön geschwitzt. Ähh, wenn ich schwitzen könnte, dann HÄTTE ich geschwitzt.

Heute klappt es aber mit dem Todstellen. Kein Nieser oder zuckendes Barthaar, hat mich verraten. Sie ist abgezogen und hat sich in die Sonne gesetzt um die Vögel vor dem Fenster zu beobachten. Vielleicht genießt sie auch nur die Sonne, die gerade anfängt wieder zu wärmen. Ich husche dann mal schnell wieder in mein Versteck. Das war genug Aufregung, für heute! ✰

verlinkt mit