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Alter St.Matthäus-Kirchhof

Ein Friedhof mit vielen Bekannten Menschen aus der Gründerzeit. Ich wollte schon längst einmal einen solchen Spaziergang über den Friedhof machen. Gelesen habe ich schon viel, von den Grabmälern und Mausoleen. Im Herbst ist es hier bestimmt ganz besonders schön. Wenn die Blätter sich verfärben und dem Auge eine Farbexplosion bescheren. Ich bin mit einer Freundin dorthin gefahren, um Bilder in Schwarzweiß zu machen.  Da bleibt Farbe wohl hintenan.
Wir wurden nicht enttäuscht. Die Mausoleen und Grabmäler sind wirklich schon sehr alt und wir haben auch noch mehr über diesen Kirchhof erfahren. In den Zeiten, als Hitler der Meinung war, unsere Stadt gigantisch zu machen, da war dieser Friedhof teilweise im Weg und einige Toten mussten nach Stahnsdorf umziehen. (Nicht mal im Tod hat man seine Ruhe in dieser Stadt.)

Viele Prominente sind auf diesem Friedhof zu finden. So zum Beispiel ein Gedenkstein für die Langenscheidts und Carl Bolle, der den mobilen Milchwagen erfand und auch Bimmelbolle genannt wurde, weil seine Milchverkäufer immer mit einer Bimmel auf sich aufmerksam machten. (Diesen Grabstein habe ich allerdings nicht gefunden.) Auch die Grimmbrüder haben hier ein stilles Plätzchen. Und noch viele mehr. Ich fand es wirklich sehr schön, über diesen Friedhof zu spazieren. 

Bei vielen Friedhöfen habe ich ein sehr bedrückendes Gefühl. Aber hier fühlte ich mich richtig wohl. Vielleicht lag es am Wetter oder daran, dass hier viele freundlich blickende Menschen unterwegs waren. Die Gräber schon so alt, vielleicht war das ein Grund. An einem Ende des Kirchhofs, fanden wir den Garten der Sternenkinder. Selbst da, hatte ich kein beklemmendes Gefühl. Die kleinen Gräber waren so liebevoll mit allerlei schönen Glitzerdingern und Spielzeug geschmückt. Mich hat nur erschreckt, wie viele es sind. 
Immer wieder grummelte der Himmel über uns. Wir mussten befürchten, in ein Gewitter zu kommen. Was mir zu spät eingefallen ist, es gibt auf diesem Kirchhof ein besonderes Café. Das finovo bietet hausgemachte Kuchen an und hat einen hübschen Hof, um Kaffee zu trinken. Das nächste Mal denke ich bestimmt daran. 
Wie immer, wenn ich in SchwarzWeiß fotografiere, frage ich mich, was diese Steine, Häuser und Bäume, schon so alles gesehen haben. Was sie wohl zu erzählen hätten. Frauke hat sich eine sehr hübsche Geschichte ausgedacht. Das musst du mal lesen…
Ich habe so viele Bilder gemacht. Mit Hilfe von Magda. habe ich auch wieder etwas über das Fotografieren dazu gelernt und bin wieder überrascht, welche schönen Effekte man mit der richtigen Einstellung hinbekommt. Ich werde weiter üben. Nur, wie ich SchwarzWeiße Bilder zum leuchten bringe, darüber muss ich mich noch schlau machen.