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Hortensien vom Kerl

Der Kerl kam nach Hause und streckte mir wieder mal freudestrahlend einen riesigen Strauß in die Hände. Hortensien so riesig wie Kleinkinderköpfe. Über das ganze Gesicht grinsend, reicht er sie mir. “Komm ich jetzt wieder auf deinen Blog?” Klar, bei solcher Pracht hat man sich einen Platz auf meinem Blog verdient. Nach einer Vase musste ich nicht suchen, die haben wir ja schon vor einiger Zeit besorgt.
Wenn die Vase mir Wasser gefüllt ist, braucht man glatt eine Sackkarre, um sie zu bewegen. Der Vorteil, die Katze kann sie wirklich nicht umstoßen, wenn sie auf Fliegenjagd ist. Wir werden dieses Jahr keine Fliegenplage haben, denn Minou kann nicht an sich halten, sobald etwas an ihr vorbeifliegt. Und sie ist wirklich schnell.

Ich war natürlich auch wieder auf dem Markt. Diese Woche war geprägt von ausgiebigen Regenschauern. Auch Berlin hat es erwischt. Dauerregen mit etwas Sonnenschein und angenehmen Temperaturen. Während einem Sonnenscheinintermezzo habe ich mich auf den Markt gewagt. Ich wollte doch sehen, ob der junge Mann vom Käsestand mit seiner Bedrohung weitergekommen ist. Der Käsestand war auch da. Aber der Mann nicht.

Schade, so komm ich wohl doch nicht zu dem Ende der Geschichte. Ziegenkäse habe ich trotzdem gekauft, denn der war wirklich sehr lecker. Am Obststand gab es frische Erdbeeren aus Werder. Hmm, die haben gut geduftet. Auf dem Weg nach Hause ist das Körbchen aber auf wundersame Weise immer leerer geworden, als hätte der Korb ein Loch…

Kurz bevor ich zum Eierstand hinüberwechseln konnte, donnerte es dermaßen, dass ich richtig zusammengezuckt bin. Berlin ist laut, ja, aber der Donner war mächtig. Den Blitz dazu habe ich gar nicht mitbekommen. Der muss hinter mir irgendwo runter gekommen sein. Und dann fing es an zu Schütten. Aber richtig! Die Käufer am Obststand schoben sich immer dichter unter die Plane. Der Regen kam sogar etwas schräg, so dass wir doch auch noch nass wurden. Eine Frau neben mir hatte ihr Fahrrad vor sich im Regen stehen und guckte ganz griesgrämig. “Schönes Wetter zum Radfahren!” stellte ich fest. Sie guckte mich an, als hätte ich den Himmelwasserhahn aufgedreht, um sie zu ärgern.

Sie schüttelte dann den Kopf und glotzte weiter in den Regen. So freundlich musste sie ja nun nicht unbedingt sein. Wir müssen ja nicht gleich Freundinnen werden. Der Verkäufer guckte die Radfahrerin auch an und schüttelte nur den Kopf. Als es dann endlich etwas weniger regnete, schwang sie sich auf ihr Rad und verschwand in das schlechte Wetter. Vielleicht war sie selber die Wetterhexe…
(verlinkt mit Holunderblütchen)
Ich wünsche dir noch ein regenfreies Wochenende,
Andrea

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