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Freitags gibt uns Holunderblütchen die Möglichkeit, unsere Blumen zu zeigen. Meine stammen dieses mal aus dem Garten meiner Eltern. Eigentlich dachte ich, sie wurde komplett entsorgt, aber irgendwie haben es doch einige geschafft, sich in einer Ecke durchzusetzen. da kann ich doch von Glück sagen, dass sie sich so gut versteckt haben. Jahrelang habe ich meine Eltern daran erinnert, dass die Hübschen doch sehr giftig sind und wir immer auf die Kinder acht geben müssen. Als ich sie gestern abgeschnitten habe, stand mein Vater mahnend hinter mir : “Die sind giftig! Alles von denen ist giftig!” 
Dabei hat er sie immer selber mit nach Hause genommen. Ich habe sie schön in Zeitungspapier eingewickelt und auf meinem  Fahrrad nach Hause transportiert. Auf dem Weg komme ich an einem Markt vorbei, den ich nicht so gerne besuche. Er liegt direkt an einer Straße und der Autoverkehr braust daran vorbei. Einzig der Stand ganz vorne ist mit Obst und Gemüse aus Werder bzw. Brandenburg bestückt. Wirklich frisch und “HEUTE MORGEN GANZ FRISCH GESCHNITTEN!” “KOHLRABIIIEEE, GAAANZ FRIIISCH!” Ein Blick über die Auslagen und es sieht wirklich ganz frisch aus

Ich schnappe mir eine Tomate und schnüffel daran, hmm die riecht richtig nach Tomate. Aber ob die auch so schmeckt? “Probierense ma…Dett sinn die Besten weit und breit!” Na, der ist aber von sich, bzw. von seinen Tomaten überzeugt. Ich lass mich nicht zweimal bitten und beiße rein. Und wirklich, die ist richtig lecker! Okay, überzeugt. Die nehm ich mit. Die Gurken sehen etwas schief aus. Aber das macht mir nichts. Und der Salat erst. Ich glaube ich fahr hier öfter ran.

Die Äpfel machen den Eindruck, dass sie im Keller überwintert haben, aber auch sie haben einen richtig guten Geruch. Ich glaube, ich habe genug. Jetzt brauche ich noch Eier. Und so wackel ich mit meinem Fahrrad über den kleinen Markt. Ganz hinten verkaufen sie Eier. “Dett sinn jute Eier von Freilaufenden Hühnern. Die jehn nur inn Stall wenn der Fuchs kommt” Ich würde es der guten Frau gerne glauben. Am Käsestand, sieht es auch besser aus als gedacht. Der Verkäufer, ein junger Mann, reicht mir ein Stück Ziegenkäse. Mit einem Mal taucht er nach unten ab und brummelt zu seinem Kollegen :”Watt willn die hier, muss dieses Weibstück ausjerechnet jetze hier ufftauchen?” Der Kerl bleibt unten und sein Mitarbeiter bedient mich weiter.

Als ich mich umdrehe, steht eine aufgetakelte Frau und guckt ziemlich sauer in die Gegend. Na, was bei denen wohl los ist? Sie sieht jedenfalls nicht so aus, als wolle sie gleich wieder gehen. Sie hat sich einen Kaffee geholt und sich gegenüber des Käsestandes in die Sonne gesetzt. Na, das wird dauern…
Ich fahr dann mal meine Beute nach Hause bringen. 
Ich genieße jetzt erst einmal mein Wochenende und nächste Woche schaue ich mal, ob der Käsestand wieder da ist. Denn der Ziegenkäse hat wirklich gut geschmeckt.
Deine
Andrea

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