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Oft kommt es anders, als man denkt. Ich bin vorgestern losgezogen, um einen Zweig einer Magnolie zu ergattern. In dem ersten Blumenladen schaute mich die Verkäuferin kopfschüttelnd an und gab mir den Tipp, in dem anderen, exclusiveren Laden zu schauen. Den kleinen Fußweg nahm ich doch gerne in kauf. 

Aber auch da erhielt ich auch nur Kopfschütteln. Ich dachte mir, das kann doch nicht so schwer sein und steuerte einen dritten Laden an. “Versuchen sie es doch mal auf dem Markt!” Toll. Auf die Idee bin ich auch schon gekommen. Auf dem Markt erklärte man mir: “Die jibbt es jerade nich!” Warte mal, blühen die nicht gerade? Und habe ich nicht einen riesigen Baum, bei uns in der Nähe gesehen, dessen Knospen so groß wie eine Kinderfaust sind?

Ich könnte ja kackfrech einfach zu dem Baum fahren, die Schere in der Tasche und mich bedienen. Ich möchte doch nur einen Zweig! Nee, das kommt mir gar nicht in die Tüte. Wenn das jeder macht, dann haben wir bald nichts mehr von diesem herrlichen Baum. Traurig bin ich ohne Blumen nach Hause gefahren.

Auf dem Nachhauseweg, kam ich an einem Grundstück vorbei, auf dem ein riesiger blühender Baum stand. Die Zweige voll, mit rosafarbenen Blüten. Und in dem Garten werkelte gerade ein älterer Mann. Harkte unter den Hecken und beobachtete mich, wie ich den Baum anstarrte. “Kann ick ihnen helfen?” “Ja, könnten sie mir verraten, was das für ein Baum ist?” “Ne Pflaume. Ick globe ehne Blutpflaume, oder so. Möchtense een Zweig haben?” Das es so leicht sein kann, hätte ich nun nicht gedacht. Schade, dass das keine Magnolie ist. 

Aber ein Zeichen für den Frühling, alle mal! Gerne hat mir der Mann zwei Zweige abgeschnitten. Zu Hause habe ich sie dann in die kleine Vase gestellt. So ganz ohne Beiwerk, denn ich finde die Blüten schon so schön genug. Ich werde mich heute auf einen ausgedehnten Spaziergang machen und darauf hoffen, an einem Garten mit Magnolien vorbei zu kommen. Vielleicht habe ich Glück und der Besitzer schaut gerade aus dem Fenster…
Lange hat man ja ohnehin kaum etwas von den schönen Blüten einer Magnolie. Vielleicht fahre ich auch in einem Gartencenter vorbei und beglücke unsere Nachbarn, mit einem neuen Bäumchen, das ich in unserem Garten pflanze. Ob der Vermieter was dagegen hätte, wenn ich den Garten aufhübsche?

Mehr Geschichten um die Blumen und wie sie zu Hause, auf den Tischen und Regalen stehen, findest du bei Holunderblütchen. Helga gibt uns einen Platz, die eigenen Schnittblumen zu zeigen…
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
Und vielleicht sehen wir uns morgen zum 
Samstagsplausch.
Andrea