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Bei Helga ist heute wieder Friday Flowerday. Seit ich bei Holunderblütchen mitmache, gibt es jede Woche frische Blumen bei uns zu Hause. 
Am Mittwoch war es wieder so weit, ich war auf dem Markt. Der Stand, der mir am besten gefällt, ist gleich rechts herum. Auf der Schattenseite. Ich war mal sehr früh da und der Stand war noch sehr gut bestückt. Ich hatte Zeit und schaute mich genau um. Die Tulpen sahen ja wieder verlockend aus. Die Letzten, die ich bei dem Händler geholt habe, haben auch wirklich lange gehalten. Nur das mit dem Schlängeln, das mir versprochen war, hat sich nicht richtig bewahrheitet. Ich zeige euch nachher noch ein Foto.
Ich lief den Stand auf und ab und war ganz auf die Blumen konzentriert, als sich eine Frau in einem schicken Pelzmantel zwischen mich und den Händler drängte. Ich wollte gerade zu der Bestellung ansetzen, kam aber gar nicht dazu. Der Händler:” Ditt jibbt jetz keene Amaryllis mehr!” “Die wollte ich auch gar nicht mehr! Geben sie mir von den spitzen Tulpen…die Roten!” “Ditt macht ölf Euros. Weil sie ditt sinn, kriejen se die och für 10” “Upps, Ganz schön… Die Ranunkeln vom letzten MAl haben aber nicht lange gehalten, die hatten ganz matschige Stiele!” “Haben se die in zu ville Wasser jestellt un nich anjeschnitten!” “Nein, nein, ich habe es genauso gemacht wie sie das gesagt haben.” 

“Da steckt man nich drin, kann ja mal passieren. War villeischt och zu kalt, uffm Nachhausewech!” “Was ist denn das da?” fragte die Frau und beugte sich über einen kleinen Eimer mit kleinen blauen Blumen. “Die kenne ich ja gar nicht” (als ob man alle Pflanzen kennen würde!)

“Ditt sinn Scilla!” “Das sind keine Scilla. Die habe ich im Garten und die hier sind viel zu groß!” “Die kommen och aussem Treibhaus. Da wird allet een bissken größer.” Die Frau bekam ihren Strauß in die Hände gedrückt. Sie wurde verabschiedet und der Blick des Blumenhändlers lag auf mir.

“Und watt kann ick für ihnen tun?” “Ich hätte gerne die zu großen Scillas. Ich finde die nämlich hübsch und ich habe die noch nie gesehen. Und wenn doch, dann nicht bewusst” Der Händler grinste und gab mir die obligatorischen Pflegetipps, wie in nicht zu viel Wasser stellen und anschneiden. Klar mach ich doch. Nur, dass die Blümchen noch eine Weile in ihrem Papier verbrachten, bis ich zu Hause war.

Die sollen sehr lange halten, hat mir der Händler noch mit auf den Weg gegeben. Ich bin gespannt. Einiges an Potenzial haben sie ja. Ein wenig sehen sie wie kleine Artischocken aus. Kleine Blausterne. Ich habe mich schlau gemacht. Und, na klar kenne ich die aus dem Garten. Da sehen die aber tatsächlich etwas anders aus. Meine hier könnten die Peruanische Art sein.
Ich habe in die Glasvase noch ein Glas gestellt, das nicht so viel Wasser enthält. Also, nicht dass ihr euch wundert, wie viel Wasser in der Vase ist. Sie stehen auch mal wieder an meinem Bücherregal. Ein bisschen Deko drum herum und schon sieht es ein wenig nach Frühling aus. 

Nun zu meinen Schlängeltulpen, die nicht wirklich geschlängelt haben. Ich will mich ja gar nicht beschweren, denn sie haben lange gehalten. Und ein wenig sind sie auch über sich hinausgewachsen. Sie haben die Blüten aufgerissen. Nicht ein Blütenblatt ist runtergefallen. Wirklich ganz besonders schöne Tulpen.
Immer wieder eine Freude, solche hübschen bunten Dinger im Haus zu haben.
Eure
Andrea