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Sicherlich habt ihr schon bemerkt, dass es in Berlin verdammt viele Blumenläden gibt.
Gestern war ich mal wieder auf der Suche nach dem Richtigen.
Ach,… wenn man im Wald ist, sieht man ja auch die Bäume  nicht immer gleich.
Ich war mit dem Rad unterwegs. 
Ja, obwohl es geschneit hat, immer wieder der Wind mächtig gepustet hat und es doch noch recht eisig ist. Die Sonne war aber so freundlich,
 sich ab und zu zu zeigen und dann wurde es richtig schön warm, 
in meiner Winterjacke.
So radelte ich nun vor mich hin und sinnierte darüber, welchen Laden ich auf’s Korn nehmen soll.
Da fiel mir der auf dem großen Damm ein.
Ein schicker Laden, der immer sehr schöne Blumen vor der Tür stehen hat.
Unglaublich tolle Blumen. Wenn es soweit ist, stehen da ganze Büsche von Lavendel und dicken Rosen in den wunderschönsten Farben.
Nur, wenn diese riesigen Kübel vor der Tür stehen, brauche ich keine. 
Denn dann ist Sommer und in Mutti’s Garten blüht es üppig.

Was soll ich nun sagen, ich stand wieder wie der Ochs vorm Scheunentor…
Welche Schönheit wird es diesmal?
Vor der Tür waren Primeln auf mehreren Bänken verteilt. 
So hübsche Holzbänke. Ob die Abends immer in den Laden geschoben werden?
Die Primeln zählen nicht, obwohl sie wirklich schön waren. Aber Topfpflanzen sind bei Helga nicht zugelassen. Ausnahme sind die Zwiebelgewächse, aber ohne Erde!
Natürlich blieb mein Auge an den roten Tulpen hängen.

Die Verkäuferin stand hinter der Tür und als ich hineinging, um ihr zu sagen, dass sie herauskommen soll, stand sie schon parat. “Möchten sie etwas von draußen?”
“Ja… von den dicken Roten hätte ich gerne 10 Stück”
Von der Tür aus, habe ich plötzlich einen anderen Blick.
Man sollte sich wirklich auch mal umdrehen, bevor man sich entscheidet.
Da standen nämlich Französische Tulpen.
Allerdings in Blassrosa.

Die Verkäuferin ging mit meinem Bund in den Laden und ich ihr hinterher.
Wortkarg, ich habe mich inzwischen daran gewöhnt, dass Blumenhändler im allgemeinen nicht viel zu reden scheinen. In dem Geschäft standen allerlei hübsche Dekodinge herum. 
Mein Blick huschte in alle Ecken und am liebsten hätte ich noch ein wenig gestöbert.
Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, die Frau will mich los werden.

Auf dem Verkaufstresen stand eine riesige Vase. Und in der Vase standen exotische Blüten. Ein wenig wie Lilien verkehrt herum. Ich habe sie gefragt, was das für Blumen seien. 
Ich hab´s vergessen…
Irgendwas mit Groß…
“Die sind nicht von hier?” habe ich gefragt.
Ihre knappe Antwort war. “Nee”

Na, toll! Da fühlt man sich doch echt gut aufgehoben.
Was macht´s. Ich habe ja wunderschöne rote Tulpen.
Und ein kleines Nest, für den Vogel darin gebastelt.
Sie schmücken nun meinen Eßtisch und stehen in meiner großen Glasvase.
Und wenn es euch gefällt, dann könnt ihr bei Helga noch mehr Blumen bestaunen.
Wenn ihr an diesem Wochenende noch nichts vor habt, dann könntet ihr ja mal ein schönes Buch lesen. Ich könnte euch da eines empfehlen, das ihr in einem Rutsch durchlest.
This is not a love song” findet ihr eine Rezension in meinem Lesezimmer


Andrea
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