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Die tropische Stadt {SP 25-23}

24.06.2023 | Samstagsplausch

Ich liebe es ja in den Tropen zu sein. Die schwere Luft und der Geruch von aromatischem Essen und tropischer Pflanzen. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass Berlin eine tropische Stadt wird. Aber genau das scheint zu passieren. An den Straßenrändern wachsen auch Jasminbüsche, die zu einem angenehmen Geruch beitragen …

Kaffee zum Post Tropische Stadt

Berlin eine tropische Stadt

Tropisch, so konnte man wahrlich in dieser Woche das Klima in unserer Stadt betiteln. Wie gesagt, ich liebe es eigentlich, wenn es so kuschelig warm ist. Doch seitdem ich in den Wechseljahren bin, fällt es mir irgendwie wohl doch schwerer, mit dem warmen Wetter klarzukommen. Vielleicht, wenn ich nicht hätte arbeiten müssen, gemütlich zu Hause auf der Terrasse oder im Biergarten an der Spree hätte sitzen können, dann wäre es wohl schöner, erträglicher gewesen. So viele „wenns“! Auf der Station war es aber dann trotzdem schön. Die meisten Patienten sind freundlich und stöhnen nur ein bisschen ob des Wetters. Die Kollegen haben alle möglichen Fenster offen und ein Ventilator quirlt die stickig Luft herum. Da könnte man sich leicht ein laufendes Näschen holen. Aber lieber die Nase fließt, statt zu zerfließen.

Nach der Arbeit

Nach dem Dienst, mitten in der Nacht, fahre ich mit dem Fahrrad durch die Stadt. Unser Krankenhaus liegt fast in der Mitte und Kreuzberg ist bei jungen Menschen ein beliebtes Ziel, um Party zu feiern. Es gibt immerhin viele interessante Bars und andere Orte, wo es sich toll feiern lässt. Obendrein findet man viele Restaurants und Imbisse, in denen man sich einmal um die ganze Welt futtern kann. Ich also, auf meinem Rad durch die Menschen. Straßenverkehrsordnungen schmeißen wir mal über Bord. (Also nicht meinerseits!) Autos hupen einen Stadtstraßensong, Menschen plappern alle Sprachen der Welt, bunte Kleider flattern in der leichten Abendbrise und über allem der Duft von leckerem Essen, Abgasen, Cannabis und Menschen. Natürlich zu der besonders schweren, warmen Luft. So fühlt sich meine tropische Stadt Berlin an.

Zum Glück führt mein Weg immer weiter an den Rand der Stadt. Ich habe früher mittendrin gewohnt. Doch heute finde ich es am Rand schöner. Ruhiger, gediegen, könnte man sagen. Ich genieße es, dass es auf meinem Weg immer friedlicher und etwas kühler wird. Ich könnte dort, in der Mitte, nicht mehr wohnen. So viel Trubel brauche ich nicht mehr.

Meine Woche

Habe ich erwähnt, dass ich bei den Temperaturen arbeiten musste? Außerdem war ich endlich bei einem HNO-Arzt, weil mir mein Tinnitus echt auf den Nerv geht. Seine erste Frage war: „Seit wann haben sie das Ohrengeräusch?“ Ehrlich? … Seitdem ich 16 bin, vielleicht. Aber bis dato hat es mich nicht so sehr gestört. Da gibt es eine Tinnitus-App, die mit Musik das Geräusch in seine Schranken weisen soll. Ich bin gespannt und in Erwartung. Aber erst einmal muss ich noch ein paar Untersuchungen über mich ergehen lassen. Dazu bekam ich einen neuen Termin, denn dafür werde ich fast 2 Stunden in der Praxis verbringen. Ich war so schnell wieder vor der Tür, dass ich noch ein wenig Zeit hatte und mir ein Eis gegönnt habe, um mich dann in den Park zu setzen und ein wenig #PublicKnitting zu veranstalten. So ganz für mich alleine. Man fällt doch ein wenig auf, wenn man mit dem Strickzeug auf einer Parkbank sitzt.

Ja, ich stricke auch bei diesen Temperaturen. Ja, auch echte Wolle von (freilaufenden) Schafen. Ich mag einfach die Haptik und es wird mir auch nicht zu warm. Vielleicht erst, wenn das Strickstück so groß wird, dass es mir auf dem Schoß liegt. Da stört mich das tropische Klima gar nicht. In dieser Woche habe ich nicht nur draußen gestrickt, sondern mich auch mit den besten Strickerinnen getroffen. Gestern hatten wir auch wieder ein Schlemmerstricktreffen. Ach, es ist so schön, so viele Gleichgesinnte um sich zu haben. Eine Strickerin sagte noch, dass sie so viel gelernt habe während der Treffen. Und das stimmt. Man unterstützt sich, zeigt Neues, macht Appetit auf schicke neue Strickmuster. Ich mag diese Treffen nicht missen.

Wie war deine Woche? Hattest du es auch so muckelig warm wie wir, eine tropische Umgebung? Gestern hat es sich endlich abgekühlt und fast den ganzen Tag geregnet. Mal sehen, wie es nächste Woche wird.


Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischend, Wind fordert heraus, Schnee macht fröhlich; im Grunde gibt es kein schlechtes Wetter, nur verschiedene Arten von gutem Wetter.

(John Ruskin)

 

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11 Kommentare

  1. Britta

    Hallo Andrea, meine Woche war nicht ganz so warm ( nur einen Tag) , dafür aber sehr feucht. Die Sturzfluten am Donnerstag waren gewaltig und dauerten mal gerade zwei Stunden.

    Liebe Grüße
    Britta

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  2. Wollkistchen - Kristin

    Hier oben im Norden ist es für unsere Verhältnisse auch ziemlich warm. Die Gewitter brachten keine Erlösung, sondern nur noch schwülere Wärme. Es waren aber ja auch Hitzegewitter und keine Vorboten einer Wetteränderung. In der Stadt stelle ich mir das aber noch etwas übler vor, weil statt guter Landluft da ja auch noch mehr Abgase und Feinstaube in der Luft sind. Wie gut, dass Du auch am Rand der Stadt wohnst. Schauen wir mal, wie es mit dem Wetter weitergeht.
    Hab ein schönes Wochenende.
    Schöne Grüße
    Wollkistchen – Kristin

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  3. niwibo

    Ja, es ist warm, gestern 33 Grad, ja, es ist schwül, und hurra, es ist Sommer und es ist schön. Ich mag es, auch wenn ich die trockene Hitze mehr mag. Das Schwüle ist nicht ganz so meins. Vielleicht schrecke ich deswegen vor einem Urlaub in den Tropen zurück.
    Dein Berlin hört sich gut an, arbeiten mittendrin und dann an den Rand nach Hause fahren.
    Nächsten Monat sind wir auch in Berlin, ich freue mich und bin gespannt, denn dann sind wir auch mittendrin.
    Hab einen schönen Sonntag, lieben Gruß
    Nicole

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  4. Agnes

    Liebe Andrea,
    an deinem Arbeitsplatz im Krankenhaus ist es sicherlich sehr warm und anstrengend. Dann kommt dazu noch die Hitze der Stadt. Der Asphalt nimmt die Hitze auf und gibt sie wieder ab. Da bin ich glücklich, dass ich auf dem „Land“ wohne. Aber die Hitze ist auch bei uns unerträglich. Der Klimawandel hat uns voll im Griff…….., wer das nicht wahrhaben will, belügt sich selbst. Wir sollten uns über jeden Baum freuen, der Schatten spendet.
    LG Agnes

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  5. Karin Be

    Wo ich mich auch in den vergangenen Tagen aufgehalten hatte, überall war es gut warm. Regen wirkte nur kurz erfrischend und dann wie ein Aufguss in der Sauna. Besser war es dort, wo etwas Wind wehte. Dazu freute ich mich über jede Grünfläche und jeden Baum, der Schatten spendet, sowie über innovative Wege der Stadt- bzw. Gebäudeplanung.
    Zum Glück kann ich auch als Ü60erin Wärme immer noch gut ab.
    Daumendrück, dass dir und dem Tinnitus geholfen werden kann!
    Viele liebe Grüße,
    Karin

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  6. Claudia

    Bei uns im Rhein-Main-Gebiet war es auch schön warm. Glücklicherweise habe ich ein klimatisiertes Büro, da lässt es sich angenehm arbeiten. Ich hoffe, du bekommst deinen Tinnitus in den Griff, ich stelle mir das äußerst unangenehm vor.
    Dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße,
    Claudia

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  7. Ursula

    Heiss war es hier auch, aber wir wohnen ja sozusagen in einer kleinen Stadt. Im Büro ist zum Flück jetzt eine Klimaanlage, bei der Hitze waren dann schon immer schnell mal 35 Grad und mehr im Büro. Berlin ist da ja ne ganz andere Nummer.
    Ich finde es wird viel zu viel geredet. Von wegen Stadtklima heiß und so. Die könnten doch soviel tun.
    Bei dem Wort Tinnitus ja ich sollte da auch mal zum HNO. Auch hier pfeift es schon länger.
    Schönes Wochenende.

    LG
    Ursula

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  8. Astridka

    Ah, jetzt weiß ich, was die Abneigung gegen die Hitze mit sich gebracht hat! Die Menopause! Als ich jung war, konnte ich sechs Wochen in GR ohne Probleme aushalten. Jetzt fang ich ja schon an, die Wochen zu zählen, bis der Sommer wieder vorbei ist 🤣
    Momentan fühle ich mich ja noch wohl, wenn ich im Luftzug im Bett liege. Mal sehen, was heute wird. Zum Glück hab ich das Arbeitsleben hinter mir.
    Dir alles Gute!
    Astrid

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  9. Regula

    Die Stadt ist definitiv heisser als das Land.

    Ich weiss ja nicht, was du in Berlin beobachtest, aber ich wunder mich einfach, warum die Fassaden der Häuser in der Stadt immer noch nicht begrünt sind, obwohl man schon so lange davon spricht. ich wundere mich, warum immer noch Plätze asphaltiert werden, obwohl man weiss, dass helle Flächen kühler sind. Ich wundere mich, warum man grosse Bäume fällt, damit ein Platz architektonisch besser wirkt.

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  10. Tina vom Dorf

    Guten Morgen Andrea,
    hier am Niederrhein, und dann noch auf dem Dorf, war es sommerlich warm, aber ich fand es nicht zu heiß. Ich bin allerdings auch ein Sommerkind.
    Nach dem starken Regen am Donnerstag ist die Luft wieder frisch und angenehm. So bin ich, wie immer bei warmen Temperaturen, früh auf den Beinen und habe mein Tagwerk erledigt, wenn die große Wärme kommt. Und dann kann ich den Sommer genießen.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Liebe Grüße
    Tina

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  11. Catrin

    Liebe Andrea, hier in Halle war es auch einfach zu heiß und ich genoss es, nicht außer Haus musste. Nicht einmal auf die Terrasse haben wir uns an den ganz heißen Tagen gesetzt.
    Ich bin sehr gespannt, was bei deinen HNO-Besuchen herauskommt. Ich war ja auch Anfang des Jahres das erste Mal dort, auch mit fiependen Ohrgeräuschen. Nun bin ich seit ca. 4 Wochen mit Hörgeräten ausgestattet und tadele meine Lieben, wenn sie zu laut sprechen 😄 Für mich ist es aber seit dem ersten Moment eine Bereicherung im Leben.
    Ein schönes Wochenende mit lieben Grüßen von
    Catrin.

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