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Ich brauche Bewegung! {Samstagsplausch 14/20}

04.04.2020 | Samstagsplausch

Ich brauche Bewegung … Und du?

In den letzten Tagen fühle ich mich immer mehr eingesperrt. Meine Psyche spielt da nicht mit. Ich reagiere ungerecht auf Andere und bin brubbelig. Mir macht nichts mehr richtig Spaß, selbst mein Gestricksel macht mich nicht mehr richtig glücklich. Dabei gehöre ich zu den „Glücklichen“, die Arbeiten gehen können. Die Regierenden schränken unsere Bewegung aber immer mehr ein. Ein innerer Widerstand zwingt mich auf mein Fahrrad, um mich wenigstens etwas an der frischen Luft zu bewegen. Was bin ich froh, dass meine Monster Groß und Erwachsen sind, dass ich mich nicht auch noch um deren Bespassung zu kümmern.

Ich atme jetzt mal durch und erzähle dir, was mich in dieser Woche Schönes ereilt hat:

  • Ich musste herzhaft über und mit einem Patienten lachen. Erst hatte er mich auf’s übelste beschimpft und kurz darauf, war ich die Nette, die ihn sogar waschen durfte. Kaum, dass ich aus dem Zimmer war, hatte er schon wieder vergessen, dass ich überhaupt da gewesen bin. Nur der Nachbar, hätte gerne die Antworten  auf die Fragen gehört, die ich dem alten Mann gestellt hatte. Der hatte aber beschlossen nur laut los zu lachen…. Ach manchmal ist die Demenz ein Segen
  • Ich habe einen Brief von einer meiner Schlemmerstrickerinnen bekommen. Darin fand sich ein Ostergruß und der hübsche Hase, den du auf meinem Tisch liegen siehst. Eigentlich ist der zum Aufhängen, aber auf meinem Tisch macht der sich auch ganz gut.
  • Dabei fällt mir ein, dass ich vor einiger Zeit schon eine sehr hübsche Osterkarte von Bettina bekommen habe. Ich habe mich so gefreut und dann aber vergessen mich zu bedanken.
  • Wir haben wieder ein Onlinestricktreffen gehabt. Inzwischen fällt es uns aber schwer, uns etwas Neues zu erzählen. Wir erleben so wenig. Aber über neue Strickseleien konnten wir uns austauschen.
  • Meine bunte Jacke ist fertig! Naja, nicht ganz, denn ich habe keine passenden Knöpfe. Die zu bestellen, traue ich mich nicht. Ich mag es immer lieber, wenn ich sie anhalten kann um zu gucken, ob sie zum Strickstück passen.
  • Ich habe mir doch wieder neue Bücher zugelegt. Was ich diesen Monat auf dem Plan habe, kannst du im Lesezimmer nachschauen.
  • Noch immer koche ich am Abend mit dem Kerl zusammen. Es macht Spaß und er macht sich jeden Tag Gedanken, was es wieder leckeres zu Essen geben kann. Heute und Morgen, muss er allerdings alleine kochen, denn ich darf wieder arbeiten.

Im Grunde gibt es jeden Tag etwas Schönes. Immerhin habe ich es geschafft meinen 12tel Blick fertig zu fotografieren. Unsere Katzen machen gerne den Kasperkopf und bringen uns zum lachen. Aber mir fehlt einfach die Bewegung, wann ich es auch immer will. Das bummeln gehen, Knöpfe kaufen, Wolle streicheln, im Café sitzen und das echte Treffen mit meinen Freundinnen. Wie geht es dir, in dieser unwirklichen Zeit?

Ich kann die Bewegung der Himmelskörper berechnen, aber nicht das zuweilen abnorme verhalten der Menschen

(Isaak Newton)

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24 Kommentare

  1. Malesawi

    Zur Bewegung zwinge ich mich auch täglich. Mindestens 1 Stunde laufen oder Rad fahren. Hier am Rande der Stadt geht das gut. Was mir fehlt, sind die Gespräche mit anderen.
    Liebe Grüße

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  2. ulrikes smaating

    Liebe Andrea,
    das hört sich stark verdächtig nach Lagerkoller an *lach* Wir sind es gewohnt, das man hier im Norden Dänemarks nicht so viel machen kann, trotzdem fehlt mir das stöbern im stoffladen, mal in die stadt zu kommen, essen zu gehen. Da ich nachts wie gewohnt arbeite, habe ich die woche dazwischen immer noch frei. Wir dürfen uns nicht so schützen, wie ich es gerne hätte, das nervt mich und ich sorge mich….aber es ändert eben nichts, manchmal ist die Gleichgültigkeit hier nur schwer zu ertragen. Wir bleiben zu Hause, das Leben zieht einfach so weiter. Gut, das ich immer genug zu werkeln habe :0) mal sehen wann es wieder besser wird. Ich kann meine Mutter im mai nicht besuchen, schiebe das in den Herbst und hoffe, das sie dann noch lebt…ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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  3. Magdalena

    Ja, einfach losgehen, wenn man etwas braucht. Hoffentlich wissen wir das alles wieder zu schätzen, wenn der Spuk vorbei ist. Und dabei müssen wir uns immer wieder klar machen, dass es uns gut geht.
    Eine gute nächste Woche wünsche ich Dir.
    LG
    Magdalena

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  4. Ursula

    Hach ja ich versteh dich mit der Bewegung. Nun da ja auch arbeite ist es nicht so schlimm aber eben mal nach der Arbeit Bücherei, Stadt, Lieblingscafe, Freundin besuchen etc…. irgendwann ist es wieder soweit das tröstet mich.
    Mein Mann und Sohn haben jetzt zwei Wochen Urlaub. Mein Sohn die bekommen sogar ein paar davon bezahlt frei. Damit es den Herren zu Hause nicht langweilig wird, hab ich meine Wünsche nochmals klar definiert… 🙂
    Liebe Grüße und bleib gesund und deine Familie
    LG
    Ursula

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  5. Astridka

    Mein Leben ist nicht viel anders als sonst auch. Das Frühjahr leuchtet vor der Tür in meinem Garten. Die Einkäufe werden erledigt und die Familie ist großartig, unterstützt uns bzw. die Kommunikation ist intensiv, sogar mit meinem Heimatdorf.
    Ach ja, die Bewegung! Wird ein echter Fetisch…. Renn ich halt die Treppen über vier Etagen. Ich hab mich schon besch… gefühlt als momentan.
    In deinem Beruf, da ginge es mir anders. Ich bin froh, dass die Wahlverwandten Urlaub haben. Hier geht es in zwei Altersheimen momentan schlimm zur Sache. Das ist, was mich eher belastet, dass alte Menschen aus dem Leben gehen müssen, ohne dass ihnen jemand die Hand hält. Das finde ich menschenunwürdig.
    Dir wünsche ich alles Gute!

    Astrid
    die sich sogar einen Strickanleitung für nen Bügel zugelegt hat

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  6. Andrea/ die Zitronenfalterin

    Ja, die Themen gehen einem tatsächlich bald aus. Dafür wurde heute bei uns bekannt, dass sich in der örtlichen Spezialklinik mindestens 47 Patienten und Mitarbeiter infiziert haben. Man zieht seine Lehren und trägt jetzt (!) Mundschutz. Arrrgh!! Ich glaub’s nicht. Da liegen lauter Hochrisikopatienten!! Und über unserem Ort schwebt jetzt das Damoklesschwert der Ausgangsbeschränkung.
    Ich bin nur froh, dass ich mich mit dem Hund in abgelegenen einsamen Waldstücken rumgetrieben habe und nur mal außerorts eingekauft hatte.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  7. Karin Be

    Stricke ich sonst so gerne und vermisse die Mußestunden dazu zu kommen, jetzt liegt die angefangene Jacke wie Blei.
    Aber es gibt genug anderes zu tun – zum Beispiel Wassereimer schleppen für den neuen Schulgarten. Das ist dann Bewegung satt.
    Viele Grüße,
    Karin

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  8. Nicole/Frau Frieda

    Ich brauche auch Bewegung, liebe Andrea, und ich bin froh und dankbar, dass unsere Hündin ihren Spaziergang auch vehement einfordert. Gerade eben liegt sie neben mir und stöhnt. Wann wird es endlich losgehen? Deine Post ist echt niedlich. Aber Demenz als Segen.. never ever!! (Keine Angst – ich weiß schon, wie Du es meinst!). Dir einen lieben Gruß und pass auf Dich auf – doppelt, dreifach… zehnfach… Herzlichst, Nicole

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  9. Nicole von Hexen und Prinzessinnen

    Hallo Andrea,
    mir geht es an manchen Tagen auch so wie dir. Ich muss auch mal wieder raus, unter Menschen. Andere Menschen als zu Hause sind. Aber da müssen wir wohl noch ne Weile warten. Ich muss mich mal wieder aufraffen und joggen gehen, aber das macht ich am liebsten Vormittag, da ist mein Mann aber in der Arbeit und die Kids zu Hause. Wenn er dann da ist und ich schon angezogen bin, habe ich keine Lust mehr, mich wieder umzuziehen.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende. LG Nicole

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  10. Sylvia Dunn

    Guten Morgen liebe Andrea, ja mir geht es ja genau wie Dir. Dabei bin ich ja auch immer noch auf Arbeit. Ich hätte nie gedacht, dass mir diese sozialen Kontakte so fehlen würden. Ich hoffe wir können uns bald mal etwas auf das Rad setzen. Aber dazu muss es etwas wärmer sein, ansonsten liegt mein Mann gleich mit einer Erkältung oder noch schlimmeren nieder.
    Kochen tuen wir auch viele schöne Dinge gemeinsam. Mein Mann lässt sich da auch immer etwas einfallen.
    Ich hoffe Dir macht Dein Gestricksel bald wieder Spaß.
    Hab trotzdem ein schönes Wochenende und lache mal zwischendurch, das hilft schon.
    Lieben Gruß Sylvia

    Antworten
  11. Kunzfrau

    Ach mir geht es wie dir. Mir fehlt das echten menscheln. Ich hocke ja nun schon drei Wochen im HomeOffice und kein Ende in Sicht. Kontakt zu meinem neuen Mitarbeiterlehrgang habe ich nur per Mail und Telefon. Das ist ganz schön komisch. Und ich möchte auch mal wieder ins Cafe und mich mit euch treffen.
    Und zur Bewegung zwnge ich mich. Jeden Tag eine Stunde spazierenb gehen. Auch wenn ich keine Lust habe.

    Aber wir müsen durchhalten! Ich hoffe, dass wir wenigtens so die Kurve kriegen!
    Marion

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  12. illy

    Hallo,
    mal noch dürfen wir mit Frau Hund raus, was Bewegung ist, wenn auch nicht immer die, die ich gerne hätte.. (So ein Stadtbummel mit Eisdielenbesuch wäre mir auch was Feines… ).
    Also würde ich sagen, geht es mir sehr ähnlich…
    Allerdings muss ich dringend dafür sorgen auch und trotz alldem Schöne Dinge zu erleben. Und nicht nur Sorgen machen… gar nicht mal so leicht.
    Liebe Grüße
    illy

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  13. Pia

    Guten Morgen liebe Andrea,
    Budenkoller, ja. Zum Glück sind wir zu dritt im Haus, dafür bin ich dankbar.
    Mir fehlen meine außer-häusigen Routinen. Ich vermisse meine Dienstagskurse im Sportverein. Aus Verzweiflung habe ich die ollen Joggingschuhe wieder ausgepackt und renne durch den Wald. Der ist voller Menschen. Jogger, Radfahrer, Kinder, Spaziergänger; die Wildschweine im Unterholz sind bestimmt total genervt 😉
    Mir fehlt das Nach-dem-Sport-Salatessen mit meinem Mann im ansässigen Ortslokal. Wie es dem Team dort wohl geht? Wie kommen sie mit dem Umsatzausfall zurecht? Wie geht es der Köchin, die die besten Frankfurter Schnitzel im Umkreis macht?
    Es ist eine seltsame Zeit, eine ungewisse Situation, eine Verlangsamung des gesellschaftlichen Lebens, als umgäbe uns statt Luft eine gallerte Masse, träge und zähflüssig.
    Dennoch weiß ich, wie gut es mir geht zwischen all dem. Mit der Familie nicht allein. Bewegungsfreiheit im Haus. Garten, Natur vor der Tür. Bezahlte Arbeit. Gesundheit. So sitze ich in meinem Leben und fühle mich, wie ein unbeteiligter Zuschauer. Warten auf Godot.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und bleib gesund.
    Liebe Grüße Pia

    Antworten
  14. Regula

    Stadt – Land scheint – wie immer – ein grosser Unterschied zu sein. Mir geht es gut. Ich bin recht anspruchslos. Wir haben Ferien, die wir ohne Bedauern zu Hause verbringen. Ich habe immer ein bisschen was im und ums Haus herum vor. Sozial Distancing ist der Normalzustand, ausser dass ich mit der Nachbarin keinen Kaffee mehr trinke, wie die Vorschriften sind. Wir wollen ja nicht, dass es zu einer Verschärfung kommt. Ich wünsche dir alles Gute!

    Antworten
    • Hannelore Heide

      Guten morgen,
      auch diese Zeit wird vorbeigehen.
      Jeder geht anders damit um und es ist sehr wichtig nicht alles zu glauben.
      Wohne in Bergisch-Neukirchen (bei Köln) und ich fahre mit dem Bus nach Opladen zum einkaufen.
      Die Busse sind schön leer, das man gut Abstand halten kann und ich habe das Gefühl das der Einkauf viel schneller geht.
      Ansonsten verbringe ich die Zeit mit Hausarbeit stricken, lesen usw.
      Viele Restaurants haben auf Lieferung umgestellt, bzw. zum Mitnehmen.
      Alles andere wie gemütlich um Cafe sitzen und in den Geschäften stöbern wird nachgeholt.
      Bleibt alle gesund.

      Antworten
  15. nina. aka wippsteerts.

    Oh ja, Bewegung fehlt uns allen. Die Menschen knubbeln sich hier auch auf den Spaziergängen. Und wir leben ja im Ballungsgebiet Rheinland, die grünen Flecken drum Rum sind voll von Menschen. Im ländlichen Umfeld werden Parkplätze abgesperrt, damit man nicht dorthin „reist“.
    Vielleicht bekommst Du bunte Knöpfe über diese Plattform zusammen? Ich schau gleich Mal in meiner Knopfkiste ☺
    Schönes Wochenende, auch mit Arbeit.
    Liebe Grüße
    Nina

    Antworten
      • nina. aka wippsteerts

        Ach Mensch, jetzt wo ich die Post schon losgeschickt habe, mit nicht so wirklich bunten Knöpfen, finde ich 4 mattgelbe und 2 etwas kleinere gelbe Knöpfe
        die wären bestimmt besser gewesen

        Antworten
  16. eva

    Guten Morgen liebe Andrea,
    ich kenne das, der Mann meiner Schwester ist 89 Jahre alt und schwer dement. Mein Schwester ist 83 Jahre alt und pflegt ihn, ohne fremde Hilfe. Kein Pflegedienst nichts, sie ist da aber auch ein wenig uneinsicht und will Niemand in der Wohnung haben, sie kauft auch ein. Ich bewundere diese Frau, die zwei Kinder im Babyalter verlorgen hat und ganz selten jammert.
    Mein Schwager beschimpt meine Schwester nnd dann ist er wieder nett usw. das ist nun mal die Demenz und wenn man das alleine macht, ist es umso schwerer.

    in der Stadt ist es sicherlich schwerer sich zu bewegen als auf dem Lande. Selbst meine Vermieterin in Murnau geht mit ihrem Mann, der 89 Jahre alt ist noch raus und spazieren, sie haben einen Garten, aber lange kann man da auch nicht gehen.

    Mich zieht es hinaus und hier radele ich auch meinen Weg und begegne hier so wenig Menschen.
    Heute und morgen werde ich auch mit dem Rad unterwegs sein, abseits der beradelten Wege.

    Bewegung braucht der Mensch und sie ist auch gewünscht, denn sonst geht man – wie auch, wenn man keine sozialen Kontakte mehr hat kaputt. Das führt leider auch dazu, dass die häusliche Gewalt auch zunimmt.
    Aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass sie Menschen am lautensten schreien, dass sie Beegung brauchen, die sowieso nicht soviel rausgehen.
    Ich lasse mir meine Bewegung nicht nehmen, ich gehe einkaufen, was bleibt mir auch anderes übrig – ob ich das nun schnell oder langsam mache – ich muß es tun.

    Es gibt sogar Menschen, die ihren Urlaub trotzdem antreten.
    Was mir fehlt, sind meine Kinder, mein Enkel, mein Freund und meine Theaterbesuche.

    Ein schönes Wochenende
    liebe Grüße Eva

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Lieben Gruß Eva

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