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Im Hamsterrad

Nun ist es wieder vorbei, das schöne Leben. Ich stecke wieder im Hamsterrad. Laufe meine Runden und hinterfrage noch nicht. Immerhin habe ich fast den ganzen Juli für mich gehabt. Ich muss wieder arbeiten, will ich damit sagen und habe mir auch schon gleich ein paar Nächte um die Ohren geschlagen. Die Situation in meinem Haus und auf meiner Abteilung wird nicht besser. Eher das Gegenteil ist der Fall. Jetzt habe ich es flüstern gehört, dass eine komplette Station kündigen möchte. Hört denn niemand unsere Hilfeschreie? Und wenn, dann nur um sich mit irgendwelchen lustigen, absurden Vorschlägen ins Rampenlicht zu stellen? Eigentlich wollte ich hier nie über meine Arbeit schreiben….

Auf Twitter verfolge ich einige Vögelchen, die aus meiner Berufssparte stammen. Sie zwitschern von ihren Erfahrungen in der Rettungsstelle, sind Ärzte und Pflegepersonal, arbeiten im Krankenhaus oder in Pflegeheimen. Alle schreiben von absurden Zuständen. Die Angehörigen verlangen unmögliches, obwohl das Personal alles gegeben hat. Menschen gehen in Rettungsstellen wegen Unzulänglichkeiten, die auch ein Hausarzt behandeln kann. Ich fasse es nicht, wenn ich auf einem Aufnahmeschein lesen muss, Patient hat seit 14 Tagen Magengrummeln.
Warum gehen diese Leute nicht zu ihrem Hausarzt? Die Antwort der Patienten ist genauso absurd: Sie müssen dort so lange auf einen Termin warten! Meistens in einem hübschen Wartezimmer mit den neusten Klatschblättern. Es ist dort ruhig und man ist spätestens nach 3 Stunden dran. In den Rettungsstellen ist es vielleicht spannender. Immerhin kommen dort stark alkoholisierte Menschen an und zeigen sich von nie gekannten Seiten. Oder die Feuerwehr mit einem spannenden Fall…

Ich wünsche mir die “motivierten Allesversprecher” manchmal auf meine Stelle. Wenn wir bei 35° C hin und her flitzen. Telefone bedienen und Angehörige, sowie Patienten glücklich machen. Dabei vollkommen unser eigenes Wohl vergessen. Die Toilette nur aufsuchen, wenn wir mit einer Überstunde Feierabend haben. Ich möchte sehen, wie diese Versprecher in schwitzen kommen. …Ich wollte hier nie über meine Arbeit schreiben! Mein Hamsterrad… Übrigens einen schönen Blog zu dem Thema findest du hier. Nicht, dass du nun glaubst, ich würde meinen Beruf nicht gerne ausführen. Das Gegenteil ist der Fall. Ich liebe meine Berufung, so wie diese Frau. Und wenn du dann noch nicht genug hast, dann solltest du noch hier her einen Blick werfen

Und sonst?

Ich arbeite mich durch meine liegengelassenen Strickprojekte, auch Ufo’s genannt. Eines nach dem anderen wird fertiggestellt. Ich will das Chaos auf meinem Sofa tilgen. Und ich freue mich über jedes Teilchen. Am Mittwoch habe ich meine neue Jacke fertig gemacht und das “Flieder im April-Tuch”, liegt inzwischen auch in den letzten Reihen. Ich habe wieder angefangen zu malen. Muss aber noch ein bisschen daran herum verbessern. Ich habe mich im Juli durch so einige Bücher gelesen. Die werde ich in meinem Lesezimmer so nach und nach vorstellen. Die Bücher im August sind online, kannst ja mal mitmachen und ich arbeite unter Hochdruck an meinem Beitrag zu #wenigerPlastikistmehr. Ach und mein verschobener 12tel Blick ist auch online

So, jetzt habe ich mich völlig ausgelassen und will dir die Bühne frei machen. Vielleicht willst du auch bei meinem Samstagsplausch etwas loswerden. Ich freue mich auf deine Beiträge und ich gehe in mein Hamsterrad zurück

„Ich bin wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich.“

(Konrad Adenauer)

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Und obwohl ich heute nicht unbedingt von Sonntagsglück sprechen kann, füge ich mich dort mal ein

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