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In meinem Glashafen stehen heute Rosen. In einem zarten violetten Ton. Die Verkäuferin nannte sie Daphne und hat mir versprochen, dass sie lange halten würden. Ich will mich überraschen lassen. Sie bringen ein wenig Farbe in die gräulichen Februartage. 
An den Rändern sind die Rosenblätter leicht dunkel abgesetzt. Das gibt ihnen noch einen besonderen Touch. Schade, dass mein rosafarbenes Schleierkraut schon kaputt ist. Es würde so perfekt passen. 

Stadtgeschichten

Vorgestern im Biosupermarkt: An der Kasse stehen ein paar Kunden an. Unter anderem eine Mama mit einem Kinderwagen, darin  ein aufmerksamer Winzling und daneben ein kleines, laufendes Monster. Das Laufmonster ist ebenfalls sehr aufmerksam, bzw auch sehr aktiv. Er läuft an der Schlange der Wartenden auf und ab und fragt jeden, was er da kauft. Er greift nach all den Sachen, die die Leute in den Körben haben und will sie heraus ziehen. Einige Kunden sind völlig gelassen, wie auch die Kassierer, in dem Biomarkt. (Komischerweise, sind die dort immer besonders gelassen. Sie lassen sich eigentlich nie aus der Ruhe bringen) So steht der Mini also vor einem älteren Herren und will nun aus dem Körbchen des Mannes ein Paket Nudeln ziehen. Der Mann brummt missmutig und schaut sich nach der Mutter um. Die ist aber mit dem Winzling beschäftigt, der gerade etwas missmutig ist. Der Läufer guckt den Alten an und versucht wieder nach den Nudeln zu packen.

Eine ältere Dame merkt den Unwillen des Mannes und versucht den Jungen abzulenken. Sie nimmt einen Marienkäfer aus dem Schokoregal und fängt ein Gespräch mit dem Kurzen an. Der freut sich sehr darüber, dass endlich einer mit ihm redet und lässt von dem brummenden Mann ab. Der ist auch zufrieden und ist als nächster dran. In dem Moment, wo die Dame dem Kind die Schokolade in die Hand geben will, guckt die Mutter hoch. “Würden sie bitte dem Kind keine Schokolade geben!” ruft sie. Daraufhin dreht sich eine jüngere Frau zu der Mutter um: “Wenn sie es nicht schaffe, ihren Jungen im Zaum zu halten, dann müssen wir ihn eben bestechen!” Nimmt der älteren Dame den Schokokäfer aus der Hand und drückt ihn dem Kurzen ins Händchen. Der strahlt über das ganze Gesicht und freut sich und die Mutter guckt ziemlich betroffen. “Die Schokolade zahle ich!”, meldet sich der brummige Mann…

Ich weiß nicht, ob es an den Biomärkten liegt, aber da laufen die Uhren einfach etwas anders. Ich stehe da auch gerne an, denn die Verkäufer sind immer sehr freundlich. Und ich mag es, die Menschen da zu beobachten ✰

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