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Jetzt im Herbst fällt wirklich auf, dass die Blumenläden immer weniger Exoten in den Vasen haben. So ist jedenfalls mein Eindruck. Ich war in einem meiner favorisierten Blumenläden und habe mich in die Zieräpfelchen verguckt. Sie passen sehr schön zu meinen Hokaido Kürbissen, die ich schon auf dem Tisch liegen hatte.

Nur die Äpfelchen allein, fand ich langweilig. Zwei bräunliche Astern dazu und etwas Gras, so kann´s gehen. Die Empfehlung der Blumenfrau war, eine stabile Vase zu nutzen, da die Apfelzweige sehr schwer sind.

Das kann ich nur bestätigen. Sie sind sehr schwer. Die Tante hat mir eine Vase mitgegeben, die für meinen heutigen Strauß sehr geeignet ist. Die Vase kenne ich noch aus meinen Kindertagen, da stand sie bei meiner Großmutter auf einem kleinen Tischchen neben dem Sofa.

Stadtgeschichten, diesmal aus Köln. 

Wer einmal eine Reise tut. Und ich hab eine ziemlich kleine Reise getan. Von Düsseldorf nach Köln. Ich stand so auf dem Bahnsteig, im Regen und warte auf den Zug. Ein schlacksiger Mann steht am Automaten und zieht sich seine Fahrkarte. Steckt sich seine Kopfhörer wieder in die Ohren und zieht von dannen. Ich warte darauf, dass der Automat den Bildschirm freigibt, damit ich meine Karte ziehen kann. Aber nichts tut sich. Mit einem mal sehe ich, da steckt noch seine Kreditkarte drin. Zum Glück ist der Typ noch nicht in den Zug gestiegen. Ich bringe ihm die Karte und er ist ganz überrascht, dass ich seine Karte hatte. Am Automaten zurück, steht schon ein anderer Kerl und tippt auf dem Bildschirm herum. “Nachdem sie sich so vorgedrängelt haben, dürfen sie mir jetzt helfen die günstigste Fahrt nach Köln zu finden! ” “Aber sicher mache ich das ” und half mir. “Sie sind aus Berlin, stimmt´s?” “Woran haben sie das erkannt?” “An ihrem Dialekt ” Ich spreche keinen Dialekt!

Ein junger, dunkelhäutiger Mann, steht ebenfalls wartend herum. Mit einem Mal spricht er mich mit leicht gebrochenen Deutsch an. Ob ich wüsste, wo der Zug nach Köln abfahren würde. Ich grinse ihn an und sage ihm, dass ich hier auch fremd bin. Aber wir können ja mal schauen.

Nachdem wir festgestellt hatten, dass wir in den selben Zug wollten, kamen wir über das Wetter ins Reden. Denn an diesem Tag war es auch in Düsseldorf sehr ungemütlich und windig. Dort wo er herkäme, würde mir das Wetter besser gefallen. Allerdings würde es dort ohne weiteres auch glatt mal 60° plus haben. Laut Gesetz müsste man an solchen Tagen nicht arbeiten, weshalb die Regierung dann behauptet, es wären unter 60°. Wir unterhielten uns über die Gleichberechtigung der Frauen, über die Uni, denn er studiert in Köln und über die Sprache. Wie schwer es ist, aber auch wie wichtig, damit man sich in dem fremden Land zurecht findet. Ich war sehr positiv überrascht, wie nett der junge Kerl war. Er kommt aus Syrien und studiert mediale Kunst. Denn man muss das tun, wonach einem das Herz steht. Wir fuhren zusammen bis nach Köln und ich hatte lange nicht mehr, eine so kurzweilige Fahrt.

Und weil heute schon wieder Freitag ist, verlinke ich meine Blumen bei Holunderblütchen und staune wieder einmal, welche schönen Blumen bei den Anderen in den Vasen stehen.